Leben
Inhaltsverzeichnis:
- [↓] Leben: Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt
- [↓] Leben: Der Weltuntergang – Ein Resümee (?)
- [↓] Leben: Weltuntergang. Echt jetzt!
- [↓] Leben - Nachgefragt: Wahre Geschichten
- [↓] Gesellschaft - Leben - Leserkommentar - uniVista: Warum ich besser bin als du – eine Polemik
- [↓] Leben - X-treme: Veganism in your face!
- [↓] Leben: Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage!
- [↓] Leben: Müsli der Erleuchtung
- [↓] Gesellschaft - Leben: Der deutsche Siegelwald
- [↓] Leben: Vegan leben – doch wie?
- [↓] Leben - Umfrage: Was denkst Du über Veganismus
- [↓] Leben: Wie bewältige ich meinen Alltag?
- [↓] Leben: Hommage à Vechta
- [↓] Leben: Schlüsselnotstand
- [↓] Leben - Nachgefragt: Nachgefragt
- [↓] Leben: Vechta ist …!
- [↓] Leben: Mein innerdeutscher Migrationshintergrund
- [↓] Leben: Die Welt in Tönen und Farben erschmecken
- [↓] Leben: Fáilte go hÉireann – Willkommen in Irland
- [↓] Leben: Rasten ohne Hasten?
- [↓] Leben: Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders
Weltuntergang. Echt jetzt!
Und, geneigte Leser, erfasst Euch schon die Melancholie, wenn Ihr durch die uniVista blättert? Dieses Meisterwerk studentischer Campusliteratur ist nämlich in letzter Ausgabe erschienen. Zumindest wenn wir den Mayas Glauben schenken.
Dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergeht, ist spätestens seit dem letzten cineastischen Verbrechen, dessen sich Roland Emmerich vor drei Jahren schuldig machte, eine Binsenweisheit. In seiner unerträglichen Erdzerstörungs-Tour-de-Force fliehen treusorgende Patchwork-Familienväter mit strunzdummen Russenmilliardären vor Vulkanausbrüchen, explodieren Polkappen und Riesen-Tsunamis um die Wette. Als “Grundlage” (es darf gelacht werden!) diente der Popkulturhype um das Ende des Maya-Kalenders. Doch was hat es eigentlich mit diesem Datum auf sich? Warum ist dieser Weltuntergang anders als die anderen?
Dass am 21. Dezember 2012 die Welt untergeht, ist spätestens seit dem letzten cineastischen Verbrechen, dessen sich Roland Emmerich vor drei Jahren schuldig machte, eine Binsenweisheit. In seiner unerträglichen Erdzerstörungs-Tour-de-Force fliehen treusorgende Patchwork-Familienväter mit strunzdummen Russenmilliardären vor Vulkanausbrüchen, explodieren Polkappen und Riesen-Tsunamis um die Wette. Als “Grundlage” (es darf gelacht werden!) diente der Popkulturhype um das Ende des Maya-Kalenders. Doch was hat es eigentlich mit diesem Datum auf sich? Warum ist dieser Weltuntergang anders als die anderen?
Weltuntergangsprophezeiungen haben eine lange Tradition. Eine sehr lange. Zu jedem vollen Jahrhundert ist es grundsätzlich “so weit”. Zu ungeraden Terminen, nur wenn es sich anbietet. Mal seien es einfach so-und-so-viele hundert Jahre nach Christi Geburt (wahlweise auch Tod oder Namenstag), mal stünden die Sterne ungünstig oder die Jahreszahl bedeute Unglück bzw. ließe sich einfach besonders schön durch sieben teilen. Allein in der westlichen Hemisphäre gab es im vergangenen Jahrhundert weit über 150 Endzeittermine, die überregional Beachtung fanden. Ab 1990 ist praktisch kein Jahr vergangen, in dem nicht aus irgendwelchen Gründen für immer der Ofen aus sein sollte.
Am häufigsten wird das Ende aller Tage naturgemäß von religiösen Sekten, randständigen Freikirchen und (Achtung, Euphemismus!) exzentrischen Einzelweissagern propagiert. Allerdings befindet man sich als zünftiger Weltuntergangsprophet durchaus in guter Gesellschaft. Etliche Päpste haben es getan und auch Martin Luther (beachtliche dreimal). Auch abseits der Religion gab es mehr oder weniger renommierte Hobbypropheten. Bekanntester Vertreter ist der Arzt, Astronom und Chef-Apokalyptiker Nostradamus. Der Übervater aller Untergangsorakel sah den Weltenbrand dutzendfach voraus – schlauerweise nie mit Datum. Christoph Columbus dachte seine Reise bringe das Reich Gottes auf die Erde. In neuerer Zeit erwartete der österreichische Geologieprofessor Alexander Tollmann das Ende der Welt 1999 durch einen Asteroiden. Modeschöpfer Paco Rabanne verkündete, dass die Erde im selben Jahr durch die abstürzende russische Raumstation MIR vernichtet würde. Der große Mathematiker Sir Isaac Newton sah das Ende 2000 kommen und war damit keinesfalls alleine. Isoliert betrachtet gab es zum Millennium aus verschiedenen Quellen mindestens 19 Daten für das Arma-geddon. In der angespannten Lage führte damals die Geburt eines dreibeinigen Entenkükens in Nord-Peru sogleich zu Hamsterkäufen.
Am häufigsten wird das Ende aller Tage naturgemäß von religiösen Sekten, randständigen Freikirchen und (Achtung, Euphemismus!) exzentrischen Einzelweissagern propagiert. Allerdings befindet man sich als zünftiger Weltuntergangsprophet durchaus in guter Gesellschaft. Etliche Päpste haben es getan und auch Martin Luther (beachtliche dreimal). Auch abseits der Religion gab es mehr oder weniger renommierte Hobbypropheten. Bekanntester Vertreter ist der Arzt, Astronom und Chef-Apokalyptiker Nostradamus. Der Übervater aller Untergangsorakel sah den Weltenbrand dutzendfach voraus – schlauerweise nie mit Datum. Christoph Columbus dachte seine Reise bringe das Reich Gottes auf die Erde. In neuerer Zeit erwartete der österreichische Geologieprofessor Alexander Tollmann das Ende der Welt 1999 durch einen Asteroiden. Modeschöpfer Paco Rabanne verkündete, dass die Erde im selben Jahr durch die abstürzende russische Raumstation MIR vernichtet würde. Der große Mathematiker Sir Isaac Newton sah das Ende 2000 kommen und war damit keinesfalls alleine. Isoliert betrachtet gab es zum Millennium aus verschiedenen Quellen mindestens 19 Daten für das Arma-geddon. In der angespannten Lage führte damals die Geburt eines dreibeinigen Entenkükens in Nord-Peru sogleich zu Hamsterkäufen.
Im Jahr 2011 haben wir übrigens nicht weniger als drei Weltuntergänge überlebt. Unter anderem hat das “drittgrößte esoterische Expertenportal Deutschlands” Hellsicht.de davor gewarnt, dass sich die “globalen esoterischen Energien” für immer ändern würden, man habe aber die Möglichkeit, sich für 1,86 Euro pro Minute individuell telefonisch beraten zu lassen und es sei auf die neue “Elfenstahl-Anhänger-Kollektion” verwiesen in der zum Schutz die persönliche Essenz für 17,99 Euro eingeschmiedet werde. Hätte man damals mal zugeschlagen!
![]() Bild: © Gerd Altmann (pixelio.de)
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Und nun also 2012. Mit dem Prophezeiungssturm zur Jahrtausendwende kann Zwanzig-Zwölf allerdings bei Weitem nicht mithalten. Immerhin gibt es mindestens vier Quellen, die für dieses Jahr die Götterdämmerung einläuten:
Michael Drosnin, Autor von Der Bibelcode, habe den Termin aus den fünf Büchern Mose heraus analysiert. Die Seherin Sakina Blue Star hingegen aus den Sagen der Hopi-Indianer.
Insbesondere in den USA fanden die Theorien von Terence McKenna Beachtung, der in den 1970er Jahren eine “neue, provokante Wissenschaft” erfunden habe. Im Grunde hat der Gute sich mit seinem Bruder, alten chinesischen Strichzeichnungssammlungen und einer beachtlichen Anzahl psychedelischer Drogen in die Wüste gelegt. Das zusammenhalluzinierte Produkt nannte er “Timewave-Zero-Theorie”. Sie geht davon aus, dass sich bedeutende Weltereignisse in berechenbaren Phasen ereignen. Der Nullpunkt dieser Phasen falle auf den 16. November 2012. Als McKenna damals vom Maya-Kalender erfuhr, “glich er seine Daten an”.
Michael Drosnin, Autor von Der Bibelcode, habe den Termin aus den fünf Büchern Mose heraus analysiert. Die Seherin Sakina Blue Star hingegen aus den Sagen der Hopi-Indianer.
Insbesondere in den USA fanden die Theorien von Terence McKenna Beachtung, der in den 1970er Jahren eine “neue, provokante Wissenschaft” erfunden habe. Im Grunde hat der Gute sich mit seinem Bruder, alten chinesischen Strichzeichnungssammlungen und einer beachtlichen Anzahl psychedelischer Drogen in die Wüste gelegt. Das zusammenhalluzinierte Produkt nannte er “Timewave-Zero-Theorie”. Sie geht davon aus, dass sich bedeutende Weltereignisse in berechenbaren Phasen ereignen. Der Nullpunkt dieser Phasen falle auf den 16. November 2012. Als McKenna damals vom Maya-Kalender erfuhr, “glich er seine Daten an”.
Und was hat es denn nun auf sich mit dem Maya-Kalender? Die Zeitrechnung der Maya gliedert sich in ca. 400 Jahre umspannende Zyklen. Am 21.12.12 endet der dreizehnte Zyklus – und es beginnt der vierzehnte! So einfach ist das. Es ist nur ein kalendarischer Sprung. Im Grund also ein kleines Indianer-Millennium. Trotzdem geht der Hype so weit, dass sich die NASA genötigt fühlte, ein Aufklärungsvideo zu veröffentlichen und man sich in Mittelamerika gar auf “gewaltige Flüchtlingsströme” vorbereitet.
Wer sich jetzt der Spannung beraubt fühlt, sei getröstet: In geologisch naher Zukunft bricht der Yellowstone-Supervulkan aus, was tatsächlich recht apokalyptische Auswirkungen haben wird. “Geologisch nah” heißt allerdings in den nächsten paar tausend Jahren. Ich wage hier und jetzt also mit nostradamus’schem Wagemut zu prophezeien, dass Euer Lieblings-Campus-Käseblatt Euch erstmal erhalten bleibt und, fast ebenso schön, die Erde auch.
Wer sich jetzt der Spannung beraubt fühlt, sei getröstet: In geologisch naher Zukunft bricht der Yellowstone-Supervulkan aus, was tatsächlich recht apokalyptische Auswirkungen haben wird. “Geologisch nah” heißt allerdings in den nächsten paar tausend Jahren. Ich wage hier und jetzt also mit nostradamus’schem Wagemut zu prophezeien, dass Euer Lieblings-Campus-Käseblatt Euch erstmal erhalten bleibt und, fast ebenso schön, die Erde auch.
von Thomas Hülsmann
Wahre Geschichten
Das Leben kann so seltsam sein!
Kann mich Facebook ins Gefängnis bringen?
Sofern Du clever genug bist, ein Bild von Dir hochzuladen, auf dem Du Benzin aus einem Streifenwagen klaust – Ja! So erging es zumindest einem Mann aus Kentucky, dessen Bild auf Umwegen leider die Polizei erreichte und der daraufhin eingesperrt wurde.
Sollte ich Unternehmensberatern trauen?
Vielleicht! Nur auf Geschäftsreisen sollte man sie lieber nicht begleiten. Der ein oder andere könnte sich sonst lediglich in Damenunterwäsche bekleidet an den Flughäfen dieser Welt zeigen, wie es ein Amerikaner auf verschiedenen Flügen mit US Airways bereits mehrfach getan hat.
Meine Bremsen funktionieren nicht, was tue ich?
Keine Panik, einfach die Tür öffnen und mit dem Fuß manuell bremsen! So schaffte es zumindest ein 24-Jähriger aus Michigan, sein Fahrzeug zum Stehen zu bringen. Abgesehen davon, dass er zuvor vier weitere Autos rammte.
Ist wenigstens auf die Polizei Verlass?
Normalerweise bestimmt. Zwei Polizisten in Los Angeles jagten jedoch lieber Frauen hinterher, als gefährlichen Kriminellen. Obwohl die beiden im Dienst waren, tauchten sie so in einem Pornofilm auf. Zwar kamen die beiden zunächst ungestraft davon, jetzt drohen ihnen jedoch Disziplinarmaßnahmen.
Auf dem Parkplatz eines Yachtclubs sollte meinem Auto nichts passieren, oder?
Stimmt, solang es sich nicht um den Redneck Yacht Club in Florida handelt. Dort musste eine 16-Jährige Besucherin feststellen, dass ein Monstertruck, angeheizt durch eine kleine Menschenmenge, mehrmals über ihr Auto gefahren war. Der Yachtclub bezeichnete dies später als „unglücklichen Zwischenfall mit ihrem Eigentum“.
Kann ich mit einem Pümpel eine Bank überfallen?
Leider nein! Ein Mann aus Utica, New York versuchte vergeblich damit die Bankangestellten dreier Banken zu überreden seinen Beutel mit Dollar-Noten zu füllen. Die gute alte Saugglocke bringt eben doch nicht alles zum Fließen. Glücklicherweise stellte die Polizei den schwer bewaffneten Mann wenig später.
Werden die Anforderungen an das Personal weiter steigen?
Wenn es nach einer chinesischen Teeplantage geht, ja. Dort dürfen nämlich nur Jungfrauen mit einem C-Körbchen arbeiten, die keinerlei Narben oder Wunden haben. Außerdem dürfen die Teeblätter lediglich mit dem Mund aufgesammelt werden um sie dann in speziellen Körben (Chaliuqing) zu platzieren. Um die anstrengende Arbeit zu bewältigen, müssen sie sogar spezielle Trainingsprogramme für Lippen und Nacken absolvieren. Was nach Sexismus klingt, verkauft das Unternehmen als edelsten Tee der Welt.
Schönheitsköniginnen würden sich doch nie die Hände schmutzig machen, oder doch?
Zumindest in Texas ist das etwas anders. Miss Snake Charmer 2011 – Laney Wallace – muss nicht nur Klapperschlangen enthaupten und häuten, sondern auch einen Handabdruck aus deren Blut an einer Wand hinterlassen. Auf den ersten Blick wirkt diese Art des Schönheitswettbewerbs ungewohnt barbarisch. Für die Einheimischen ist es jedoch ein Weg, sich mit dem Problem der wachsenden Population von Klapperschlangen auseinanderzusetzen.
von Matthias Christ
Warum ich besser bin als du – eine Polemik
Reaktion auf das Thema "Veganismus" der letzten Ausgabe
Um ehrlich zu sein, war die Freude im Vorfeld groß. Nach den langen Sommerferien kehrte ich zurück an “meine” Uni und schon nach wenigen Tagen sah ich sie auf den Bistro-Tischen liegen: die neue uniVista. Auf der unteren Hälfte des Covers stand reichlich versteckt etwas von einem “Vegan-Experiment”. Ich dachte an die Reihe “uniVista X-treme” und freute mich schon auf einen launigen Artikel über die Probleme ohne Fleisch. Der Artikel war dann auch recht launig und endete zu meinem Vergnügen mit dem Konsum eines Schnitzels. Doch letztendlich verkam er dennoch teilweise zu einer mehrseitigen Hetzschrift – ausgerechnet gegen Vegetarier!

Denn offenbar reicht es nicht mehr nur aus, Nutztiere vor der Schlachtung und damit vor etwas zu retten, für das sie so oder so bestimmt sind. Weit gefehlt! Neuerdings darf man nicht einmal mehr Eier essen oder gar Milch trinken. In mehreren Artikeln werde ich darüber aufgeklärt, dass die Schlachtung zur Fleischgewinnung abgrundtief böse ist und wir stattdessen eine Gleichstellung von Mensch und Tier anstreben sollten. Jedes Tier habe also das Recht zu schweigen (!), das Recht auf einen Anwalt (!!) und wenn es sich keinen Anwalt leisten kann, so werde einer gestellt (!!!). Ich bin entzückt und gerührt …
Auch der Wert für mich in meiner Eigenschaft als Mensch ist in dieser Ausgabe der uniVista enorm. Ich lerne, dass ich ein sogenannter “Omni” bin. Süß! Dass sich hinter diesem hochtrabend-niedlichen Begriff das deutsche Wort “Allesfresser” verbirgt, ist weniger lustig. Denn, so erfahre ich mit zunehmender Fassungslosigkeit, ein solcher “Omni” mache sich keinerlei Gedanken über sein Essen. Im Gegenteil! Wenn ich die Schreiberlinge des Veganer-Pamphlets richtig verstehe, bin ich ein solch gewissenloser “Omni”. Unterstütze ich etwa mit meinen morgendlichen Cornflakes mit Milch eine ganz üble Sorte Mensch? Den deutschen Milchbauern? Diese raffgierigen und übermäßig reichen Männer, die an jedem Liter Milch bis zu ein paar Cent verdienen und aus lauter Dankbarkeit für ihr großes Vermögen regelmäßige Treckerparaden vor dem Kanzleramt und dem Bundeslandwirtschaftsministerium veranstalten. Eine offensichtliche Huldigung ihrer wahrhaft schweinischen Komplizen!
Um diesem finsteren Treiben Einhalt zu gebieten, muss ich einem der Autoren zufolge zur Soja-Milch greifen. Das sei nicht nur gesünder für mich, sondern auch für Mutter Erde, die sich dann über weniger CO2-Ausstoß freuen könne. Diese Milch, die nun also die Basis für den mittwochabendlichen White Russian bilden soll, wird aus Soja gewonnen. Eine Wunderpflanze, die vor allem vom sympathischen Agrar-Großkonzern Monsanto in den nahe gelegenen USA oder auch im noch näheren Argentinien produziert wird. Und das auch noch in umweltfreundlichen und zukunftsweisenden Monokulturen! Die klimaneutrale Verschiffung dieser eierlegenden Wollmilchsau unter den Nutzpflanzen ist dank ölgetriebener und sehr kompakter Containerschiffe wunderbar möglich. Und das Beste kommt noch: Für diese Schiffe muss man keinerlei Eingriffe in die Natur – wie beispielsweise eine Elb… äh … Flussvertiefung – vornehmen, mit der man Obstbauern oder anderen “guten” Landwirten die Lebensgrundlage rauben könnte.
All diese erschütternden Fakten lassen die Milch des Bauern aus der Region ganz schnell sauer werden. Und sauer bin ich nach der Lektüre dieses schonungslosen Veganer-Exposés auch. Getrieben von meinem Ehrgeiz, die Welt JETZT zu retten, renne ich heim zu meinem Kühlschrank. Die böse Milch wird ein Opfer des Ausgusses und die noch böseren Steaks vergrabe ich im Garten. Kein Wesen wird sie so JEMALS zu sich und damit große Schuld auf sich nehmen. Nach dieser harten und doch gerechten Arbeit setze ich mich in meinen fair gehandelten Gartenstuhl, öffne ein Bionade und erfreue mich für den Rest des Tages an meiner moralischen Überlegenheit.
von Julius S.
Veganism in your face!
Zwei Wochen im Moby-Modus oder Das Veganexperiment

Bild: © Baltar (stock.xchng)
Ich war zwei Wochen lang vegan. Auf den Schultern dieser wenigen Worte liegt mehr Bedeutung, als es den Anschein hat. Wie ist es als Freund des Fleisches über Nacht kulinarisch völlig auf Tierprodukte zu verzichten – und das zwei Wochen lang? Bevor ihr weiterlest – ich hab‘s übrigens streng genommen verbockt.
Ich war bewusst völlig unvorbereitet, als ich am Montag mein kleines Experiment beginne und mit hängendem Magen den Kühlschrank öffne. Breit lächeln mich Aufschnitt, französischer Weichkäse und Lachs an. Marmelade und Honig streiten um meine Aufmerksamkeit, während verheißungsvoll das Müsli aus der Tupperware linst. Ich werde nichts davon essen können. Nicht eine dieser Köstlichkeiten ist vegan – außer dem Müsli, nur bräuchte ich dazu Sojamilch. Ich nehme mir ernüchtert einen Apfel und eine Scheibe Brot mit pflanzlicher Margarine.
Ich hab jetzt schon keinen Bock mehr und schenke mir Traubensaft ein. Obwohl das Projekt erst eine Stunde alt ist, wäre ich hier fast in die Falle getappt. Traubensaft ist in der Regel nicht vegan. Er wird mit Gelatine geklärt, wie Dr. Google mich warnt. Dass mein „Beckers Bester“ eine Ausnahme darstellt, ist ebenso reiner Zufall, wie der Umstand, das überhaupt rausgefunden zu haben. Mein Saft bleibt also von der erbarmungslosen Streichliste der Veganismuspolizei verschont.
Das Internet wird sowieso mein bester Freund. Nudeln sind ok, aber ist der Ketchup dazu vegan? Kaffee trinken bei Freunden ist kein Problem – hätten diese Filterkaffee statt Senseo. Computer sagt “Nein”.
Ich versuche, meinen knurrenden Magen mit Subway zu beruhigen. Nach einer halben Stunde Internet-Recherche in bizarren Veganer-Foren weiß ich jetzt, was die EINZIGE Option für Veganer bei Subway ist: ein „Veggie Delight“ – also im Grunde nur das reine Brot mit den Gemüsesachen- in einem Vollkorn-Sub mit der ironischerweise einzig veganen BARBECUE-Soße. Freunde, wirklich?! Naja, der erste Tag ist heil überstanden.
Dann fordert das Projekt erste Opfer. Als ich gerade die vechtaer Bio-Läden aufsuchen will, verreckt mein Auto. Durch widrige Umstände hänge ich nun zur Reparaturzwangspause verdammt zu Hause in der Provinz fest und bin von entsprechenden Spezialgeschäften weiter entfernt, als Griechenland von Haushaltsüberschüssen. Die erste Woche wird daher hart.

Ohne entsprechende Läden und das entsprechende Wissen, welche Produkte geeignet sind oder wo man welchen Ersatz erhält, ist Veganismus eine Herausforderung. Praktisch jedes Konsumprodukt muss nach Hinweisen durchsucht werden, ob tierische Bestandteile bei dessen Produktion verwendet wurden. Uninspirierte Gemüsepfannen mit Reis und asiatischen Saucen werden mein Hauptnahrungsmittel. Sich einfach entspannt an den elterlichen Kochkünsten zu ergötzen geht nicht – ich lasse Mamas Cordon bleu neidisch links liegen und koche separat. Wenigstens die „Abendplanung“ (hier ein Euphemismus) ist wenig beeinträchtigt. Wein ist zwar problematisch, weil auch der meist mit Gelatine geklärt wird und in einigen Spirituosen werden non-vegane Zusätze verwendet (in Campari angeblich sogar Blattläuse), aber Whisky und Bier sind in der Regel absolut vegan.
Die Reaktionen des sozialen Umfeldes sind sehr gemischt. Einige finden die Idee spannend und finden es gut Alternativen zu ergründen, doch von vielen wird Veganismus als „1. Welt“-Luxusproblem wahrgenommen, von dem es sich fernzuhalten gilt. Mein kleines Experiment sei „bekloppt“ und nur „Grenzdebile“ verzichteten ohne Androhung von Waffengewalt auf Fleisch und Tierprodukte – auch wenn es nur ums Essen gehe. Steak ist Macht.
Am Abend zum Sonntag kommt es dann aber kurz vor der „Halbzeit“ zum entscheidenden Fehler. Nicht der Heißhunger auf ein saftiges Schnitzel oder Kohldampf nach Alpenmilch-Schokolade zwingt mich in die Knie, sondern eine einfache Tüte Chips. In dem irrigen Glauben, sie sei vegan, nur weil keine tierischen Inhaltstoffe auf der Rückseite vermerkt sind, lasse ich mir die frittierten Kartoffelscheiben schmecken. Doch weit gefehlt. Der freundliche Hinweis „enthält künstliche Aromen“ ist der Dolch im Rücken des Veganprojekts. Obwohl ich aufgepasst habe wie ein Luchs und sogar E-Nummern auf mögliche „Gefahren“ hin abgegoogelt habe, stolpere ich über triviale „Aromen“. Naja egal, kneifen gilt nicht. Die eine Woche kriegst du noch rum.
Zurück in Vechta kommt es mir vor, wie das vegane Schlaraffenland. Im Reformhaus, bei Sola oder DM kann ich mich richtig auslassen. Die größte Errungenschaft sind Sojamilch und vegane Brotaufstriche, die es nun möglich machen, zu frühstücken! Endlich kann ich auch vegane Fleischersatze ausprobieren. Seitan und Tofu schmecken zwar ungewohnt, aber lecker. Ich entdecke dadurch, dass ich auf tierische Produkte verzichte, ganz neue Möglichkeiten des Kochens und erweitere dadurch meinen Horizont. Dinkelbratlinge an Ratatouille oder Gluten-Burger mit Ajvar und Ofenkartoffeln stehen plötzlich auf der Speisekarte. Der anfängliche Irrglaube, dass man als Veganer um so vieles Leckere beraubt wird, ist jeden Tag stärker zu revidieren. Für vieles gibt es Ersatzprodukte. Käse, Milch und Schokolade sind immer auch in veganer Form erhältlich. Ob die Produkte dabei immer auf gleicher Augenhöhe mit den non-veganen Vorbildern sind, bleibt Geschmackssache.
Fazit
Veganismus ist (zumindest unvorbereitet) hart. Obwohl ich nur den Nahrungsveganismus getestet habe – Kosmetikprodukte und Kleidung waren ja noch nicht mal enthalten – hat mir gerade die erste Woche deutlich gemacht, wie sehr wir uns mit tierischen Produkten umgeben und wie versteckt die Anteile manchmal sind. Man beginnt auch viel stärker darauf zu achten, was man da überhaupt isst und kocht auch mehr selbst. Wenn man nicht die Möglichkeit hat, an alternative Produkte oder das richtige Wissen zu gelangen, ist es allerdings im Alltag gelinde gesagt schwierig, diesen Lebensstil durchzuhalten. Über Nacht Veganer zu werden, war daher umso mehr ein Sprung ins kalte Wasser.
Auch wenn ich nach diesen beiden Wochen nicht dauerhaft vom Veganismus „angefixt“ wurde, wurde mein kulinarischer Horizont ziemlich erweitert. Durch die interessanten Gespräche mit echten Veganern hat sich auch mein Verständnis über die Motive zum tierproduktfreien Leben gewandelt.
So schließe ich das Veganprojekt zufrieden ab und, liebe Veggies es sei mir verziehen, brate mir ein RIESIGES Schnitzel.
(Vielen Dank auch an Yavuz für den veganen Döner und die sachdienlichen Hinweise.)
von Thomas Hülsmann
Sein oder Nicht-Sein, das ist hier die Frage!
Hilfe im Ernährungsdschungel
Um nicht im Ernährungsdschungel verloren zu gehen, haben wir für Euch im folgenden Artikel einmal die bekanntesten Ernährungsweisen aufgeschlüsselt.
Omnivoren, oder liebevoll „Omnis“ genannt, sind sogenannte Alles(fr)esser.
Vegetarier verzichten auf Fleisch und auch auf Fisch. Motivation ist häufig ein stiller Protest gegen die Massentierhaltung. Da sie jedoch Eier und Milchprodukte sowie Honig konsumieren, könnte man sie auch als Ovo-Lacto-Vegetarier bezeichnen. Prescetarier sind Vegetarier, die auch Fisch essen.

Bild: © Sarah Grazioli (PIXELIO)
Veganer verzichten auf alles Tierische, also auch Eier und Milchprodukte sowie Honig. Veganismus ist zudem mehr eine Lebenseinstellung. Häufig macht sie auch vor Badezimmer und Kleiderschrank nicht halt. Die Vegan Society sagt, dass der Veganismus versucht, „soweit wie möglich und praktisch durchführbar, alle Formen der Ausbeutung und Grausamkeiten an Tieren für Essen, Kleidung oder andere Zwecke zu vermeiden und darüber hinaus die Entwicklung tierfreier Alternativen zu fördern, was dem Nutzen der Tiere, Menschen und der Umwelt dienen soll.“ [1]
Erwähnt werden sollte, dass es auch im Bereich der Veganer Unterformen und Variablen gibt. Diese alle hier aufzuführen, würde jedoch zu weit gehen.
Frutarier akzeptieren auf ihrem Teller keine Lebensmittel, bei deren Produktion oder Ernte ein Lebewesen, also auch keine Pflanze, getötet wird. Mit Fallobst hat das also eher weniger zu tun. Häufig spielen bei der Entscheidung, als Frutarier zu leben, ethische Gründe eine Rolle.
Flexitarier streben eine gesunde Ernährung mit wenig, dafür qualitativ hochwertigem Fleisch an. Sie sind also eigentlich Omnis, die auf Qualität statt Quantität setzen.

Bild: Khalid.aziz / Wikimedia; Lizenz: CC (BY 3.0)
Rohköstler, diese Ernährungs- bzw. Lebensform hat nicht unbedingt etwas mit Meister Lampe zu tun. Sondern es werden nur ungekochte Lebensmittel verzehrt, da so keine Nährstoffe verloren gehen. Nicht zwangsweise ist man als Rohköstler auch Vegetarier, da sich z. B. auch geräuchertes Fleisch auf dem Speiseteller befinden kann.
Makrobioten ernähren sich überwiegend von Getreide. Weiter stehen gekochte Meeresalgen, Hülsenfrüchte und auch Gemüse auf dem Speiseplan. Man verzichtet weitestgehend auf Flüssigkeit, verwendet dafür aber viel Salz. Motivation ist für die Makrobioten nicht das Vermeiden von Tierleid, sondern ihre Nahrung soll eine Grundlage für Glück und Zufriedenheit schaffen.
Freeganer versuchen kostenlos zu leben (man könnte das Fallobst also eher hier verordnen). Freeganer üben Konsumkritik aus, sie verurteilen die Wegwerfmentalität der Menschen. Sie kommen unter anderem durch Kontainern (Suchen nach Lebensmitteln in Mülltonnen vor Supermärkten usw.) und auch durch Schnorren an ihre Lebensmittel. Dabei ernähren sie sich nicht unbedingt vegan oder vegetarisch. Wie auch beim Veganismus lebt der Freeganer seine Einstellung auch außerhalb der Küche aus, versucht also auch (möglichst) kostenlos zu wohnen, sich einzukleiden usw.
Diese Auflistung hat natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Außerdem findet man zwischen den soeben vorgestellten Ernährungsformen bzw. Lebenseinstellungen häufig auch Mischformen.
von Carola Hofmann
Quellen:
[1] RP Online
Müsli der Erleuchtung
Eine bewußte Wandlung vom Vegetarier zum Veganer
Es war ein lauer Sommermorgen im August und ich aß mein Schokomüsli mit Milch. Schon länger hatte ich darüber nachgedacht, vegan zu leben – es einfach mal auszuprobieren. Dieses Schokomüsli sollte gegenwärtig meine letzte vegetarische Speise sein. Direkt am Abend wurde ich zum Grillen eingeladen. Vorher als Vegetarier noch ein recht leichtes Spiel gehabt, was man sich auf den Grill schmeißt – musste ich mich nun im Internet um vegane Grillspezialitäten bemühen. Glücklicherweise gab es den Bio-Laden um die Ecke und somit auch vegane Würstchen und dazu noch ein paar Gemüsespieße. Die erste Hürde war also geschafft.

Bild: Carolin Makus
Der nächste Schritt war der Gang zu meinen schärfsten Kritikern und alteingesessenen Eltern. Argwohn stand in ihren Augen und es war ihnen fremd, als ich vom Vegan-sein erzählte. „Warum isst der Junge kein Fleisch mehr und nicht mal mehr Käse?“ Mein Vater kaufte daraufhin erst einmal eine laktosefreie Milch, die natürlich nicht vegan ist, aber er wusste es nicht anders. Die ersten zwei Wochen erschienen insgesamt nicht nur mir, sondern auch meinem Bekanntenkreis, schwierig. Was darf ich essen, was nicht? Was kann ich jetzt kochen, was eben nicht? Nach diesen zwei zähen Wochen hatte ich mir langsam ein Repertoire an Gerichten angeeignet, sodass es mir dann zusehends leichter fiel, vegan zu kochen.
Der Einkauf war natürlich nicht immer so leicht, da ich mir zunächst die Inhaltsstoffe durchlesen musste. Heute weiß ich so gut wie immer aus meinen Erfahrungswerten, ob ein Lebensmittel vegan ist. Es ist sehr spannend, wenn neue Rezepte ausprobiert werden und man zu anderen Lebensmitteln greift, als vor dem Veganer-Dasein.
Meine Intention bei der Entscheidung, vegan zu leben, war zunächst ein Selbstversuch. Im Laufe dieser Zeit waren mir neben den bekannten Vorteilen, wie zum Beispiel die des geringeren Ausstoßes von CO²-Emissionen bei einer veganen Lebensweise, insbesondere die Gleichstellung zwischen Menschen und denen, die ihnen ausgeliefert sind, den Tieren, wichtig. Ich möchte nicht die große Moralkeule schwingen, daher zurück zum Leben als Veganer.
Der Alltag gestaltet sich immer seltener als schwierig, das heißt, Restaurantbesuche und andere externe Gastronomiebetriebe haben weitestgehend immer vegane Angebote. Und die Dinge, die mir anfangs noch Probleme bereitet hatten, verflüchtigten sich.
Was lässt sich jetzt für ein Fazit ziehen aus meinen Erfahrungen als Veganer? Zunächst ist es nicht schwer, vegan zu essen, auch wenn es etwas Zeit braucht. Die Nahrung wird komplett umgestellt – die Folge sind neue, spannende Gerichte. Neu waren auch Tage, an denen ich stundenlang in der Küche war und aß. Mein Körper brauchte ein wenig Zeit, um sich auf die vegane Ernährungsweise umzustellen.
Aktuell kann ich auch wieder weniger essen, mache es aber nicht immer. Einen Selbstversuch ist es jedenfalls Wert – ich werde bald mal einen Monat Frutarier sein, verrückt.
von Tim K.
Der deutsche Siegelwald
Eine Übersicht ausgewählter Prüf- und Gütesiegel
Die Anzahl der Siegel in Deutschland ist gewaltig. Ursache dafür ist, dass prinzipiell jedes Unternehmen ein eigenes Siegel mit eigenen Richtlinien erfinden kann. Deswegen gibt es mittlerweile Siegel, die zwar schön aussehen mögen, aber keinerlei Wirkung oder Einschränkung für die Wirtschaft bedeuten. Da den Überblick zu halten ist nicht immer einfach. Hier nun eine kurze Übersicht über sechs Siegel, die den Einkauf von Lebensmitteln, auch für Veganer, tatsächlich vereinfachen können.

Vegan-Label
Das Vegan-Label der Veganen Gesellschaft Deutschland kennzeichnet Produkte, die gänzlich auf tierische Zutaten und Zusatzstoffe verzichten. Allerdings ist es in drei unterschiedlich strenge Kategorien unterteilt.
Stufe A toleriert etwa tierische Produkte bei der Herstellung und kann außerdem keine vollständige Prüfung der verwendeten Zutaten gewährleisten. Stufe B folgt den Richtlinien der Vegan Society. Hiermit gekennzeichnete Produkte müssen demnach nur soweit es möglich und praktikabel ist auf tierische Produkte verzichten. So sind beispielsweise Tierversuche, die für Herstellung und Produktion nötig waren, erlaubt. Es können auch sogenannte „Spuren von Tieren“ enthalten sein. Immerhin wird eine vollständige Prüfung gewährleistet. Die strengste Stufe C schließt auch den Herstellungsprozess mit ein. Es dürfen keine tierische Substanzen im Herstellungsprozess verwendet werden, selbst wenn sie anschließend nicht mehr nachweisbar sind. Hinzu kommen zwei Verschärfungen, B+ und C+, die nicht nur die Produktion der Hersteller, sondern auch eventueller Zulieferer überwachen.
Das Vegan-Label dient als Gegenentwurf für die Vegan-Blume der Vegan Society aus England. Wichtigster Unterschied ist, dass das Label für alle nationalen oder regionalen Vegan-Gesellschaften bereitgestellt wird und die eingenommenen Gewinne zu 100 Prozent im entsprechenden Land bleiben. Bei der Vegan-Blume fließen diese zu 65 Prozent nach England.
Das europäische V-Label
Produkte, die das europäische V-Label tragen, dürfen keinerlei Erzeugnisse von geschlachteten Tieren enthalten, also weder Fleisch, Fett oder Zutaten, die daraus gefertigt wurden. Zusätzlich erhalten keine Eier aus Käfighaltung dieses Siegel.
Auch hier gibt es eine unterschiedliche Kennzeichnung, die extra angegeben werden muss. So wird in Produkte unterteilt, die Milch und Eier enthalten („ovo-lakto-vegetarisch“), die nur Milch enthalten („lakto-vegetarisch“), die nur Eier enthalten („ovo-vegatrisch“) und die absolut keine tierischen Bestandteile enthalten und somit vegan sind. Zuständig für die Einhaltung dieser Richtlinien in Deutschland ist der Vegetarierbund Deutschland, der in jedem Betrieb jährlich Kontrollen durchführt. Das Besondere am V-Label ist, dass es von Gaststätten erworben werden kann. Dafür müssen diese mindestens drei entsprechende Gerichte anbieten, wovon eines täglich wechseln muss. In Deutschland gibt es bereits 33 Gaststätten, die Gerichte mit dem veganen V-Label anbieten.

Bild: IHTK e.V.
IHTK-Hase
Der IHTK-Hase ist das strengste Siegel für Kosmetik ohne Tierversuche. Das vom Deutschen Tierschutzbund verliehene Siegel garantiert, dass keine Tierversuche bei der Entwicklung und Herstellung durchgeführt worden. Hinzu kommen Produkte die Tierquälerei, Ausrottung oder allgemein den Tod eines Tieres fördern, wie beispielsweise Moschus. Außerdem ist den Herstellern eine wirtschaftliche Abhängigkeit von Firmen untersagt, die sich nicht an diese Richtlinien halten. Zur Prüfung werden stichprobenartige Kontrollen durchgeführt. Unternehmen, die das Siegel erhalten, werden in die „Positiv-Liste“ des Tierschutzbunds aufgenommen, hiernach sind fünf angegebene Unternehmen komplett vegan. Leider ist dieses Siegel noch nicht sehr weit verbreitet.

Bild: Europäische Union
EU-Bio-Siegel
Das EU-Bio-Siegel verpflichtet Händler dazu, ihre Produkte nach den Bestimmungen der EG-Öko-Verordnung herzustellen. Diese Rechtsvorschrift betont den ökologischen Landbau. Konkret bedeutet das, dass der eigene Betrieb den Großteil an Futter und Nährstoffen selbst liefert, Tiere artgerecht gehalten und die Bodenfruchtbarkeit verbessert werden soll. Wichtig sind vor allem die Ablehnung von Gentechnik, leicht löslicher mineralischer Dünger, chemischer Pflanzenschutzmittel und Hormonen und Antibiotika sowie eine möglichst große Vielfalt beim Anbau pflanzlicher Produkte. Außerdem wird die Verwendung von Zusatzstoffen eingeschränkt. Die artgerechte Tierhaltung sieht einen streng an die gegebene Fläche gebundenen Viehbestand vor, wonach auf einen Hektar Fläche 14 Schweine, 230 Legehennen oder 580 Masthähnchen leben dürfen. Geprüft wird dies von stattlich zugelassenen privaten Kontrollstellen mindestens einmal im Jahr, wobei jedes Bio-Produkt bis zum Erzeuger zurückverfolgbar sein muss.
Kritisch am Bio-Siegel ist, dass die Verwendung von synthetischem Dünger zugelassen und nicht begrenzt wird. Oft werden auch die Flächen für die Tierhaltung als zu gering angesehen. Außerdem ist es für die Betriebe nicht verpflichtend komplett auf ökologischen Landbau umzustellen, sie können einen Teil ihrer Produktion weiterhin konventionell betreiben. Es stellt sich also die Frage, wie viel Nachhaltigkeit das Siegel tatsächlich garantiert.

Naturland
Das Siegel des Naturland-Verbands verpflichtet ebenfalls zum ökologischen Landbau, geht allerdings über die Richtlinien des EU-Bio-Siegels hinaus. So werden nicht nur ein nachhaltiges Wirtschaften kontrolliert, sondern auch die Herstellung von Textilien und Kosmetika oder die Einhaltung von sozialen Standards. Es garantiert also zusätzlich Klima- und Naturschutz, den Verzicht auf Tierversuche und eine artgerechtere Tierhaltung. Außerdem schränkt das Siegel den Gebrauch von Düngemitteln ein. Beispielsweise dürfen hier auf einem Hektar Land maximal 10 Schweine, 140 Legehennen oder 280 Masthähnchen leben. Ein weiterer Unterschied ist die Vorgabe, den ganzen Betrieb nach diesen Richtlinien zu führen. Kontrolliert wird dies mindestens einmal jährlich, wobei sogar die Zulieferer geprüft werden.

Demeter
Der Demeter-Verband geht mit seinem Siegel auch über die EG-Öko-Verordnung hinaus. Es schreibt den Herstellern neben einer biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise auch einen kompletten Verzicht auf synthetische Dünger und Pflanzenschutzmittel sowie künstliche Zusatzstoffe vor. Neben dem Verbot von Tierversuchen, welches allerdings nicht für die Zulieferer gilt, sind die Regeln für die Tierhaltung erheblich strenger, als die der EG-Öko-Verordnung. Tiere müssen demnach den ganzen Tag Auslaufmöglichkeiten, ausreichend Platz und biologisches Futter bekommen. Besonders an den Demeter-Richtlinien ist die zusätzliche Förderung und Pflege von Bienenvölkern.
Insgesamt gibt es also durchaus Siegel und Label, die den richtigen Weg einschlagen und einige die eher einem faulen Kompromiss ähneln. Für Veganer bedeutet das meist, trotz des Siegels genau hinzuschauen. Denn die Liste tierischer Inhaltsstoffe ist lang und es gibt noch viele weitere Bereiche, die durch den Tod oder das Leid von Tieren profitieren.
von Matze Nowc
Vegan leben – doch wie?
Tipps zum Einkaufen veganer Produkte
Wenn man sich dafür entscheidet sich, vegan zu ernähren, setzt man damit ein deutliches Zeichen gegen die Schlachtung von Tieren und die Massentierhaltung. Auch wenn es einem schon schwer fallen kann, sich dafür zu entscheiden, seine Ernährung grundlegend zu verändern, so kann die Umsetzung doch noch größere Schwierigkeiten hervorrufen. Zudem betrifft eine vegane Lebensweise nicht nur die Ernährung, sondern auch Bereiche wie Badartikel und Kleidung. Dieser Artikel soll Euch einige Hinweise geben, wo Ihr Lebensmittel, Shampoo und Co. am einfachsten einkaufen könnt.

© Stefan Bayer (PIXELIO)
Lebensmittel
Vegan … kein Fleisch, keine Milch, keine Eier … was bleibt einem dann noch übrig? Natürlich sind Obst und Gemüse grundlegend für eine vegane Ernährung (und eigentlich auch für jede andere gesunde Lebensweise), doch dies allein reicht natürlich nicht aus. Beilagen wie Kartoffeln, Reis, Couscous und Nudeln sind relativ einfach umsetzen. Beim Kauf von Nudeln sollte man allerdings darauf achten, dass bei ihrer Produktion keine Eier verwendet werden. Zum Glück bekommt man eifreie Nudeln in jedem Supermarkt. Milch und Sahne kann man ganz gut durch Sojaprodukte ersetzen, auch wenn diese meist etwas teurer sind. So steht dem morgendlichen Müsli oder der leckeren Sahnesoße nichts mehr im Weg. Bei Edeka sind einige Sojaprodukte sowie Joghurt von Alnatura relativ günstig erhältlich. Beim Kauf von Brot und Toast solltet Ihr ebenfalls einen Blick auf die Nährmittelangabe werfen, da auch hier z. B. Ei bei der Herstellung verwendet werden könnte. Habt Ihr erst einmal das richtige Brot gefunden, stellt sich natürlich die Frage, wie man es belegen kann. Die üblichen Produkte wie Käse, Wurst, Nutella usw. fallen natürlich raus. Jedoch sind bei Edeka sowie im Reformhaus vegane Brotaufstriche mit z. B. Paprika oder Kräutern, veganer Schokoaufstrich oder auch veganer Käse erhältlich. Auch Fleisch lässt sich ganz einfach durch Tofu ersetzen. Doch wie soll man auf die heißgeliebte Schokolade verzichten? In diesem Fall kann ich Euch beruhigen. Marzipan- und Zartbitterschokolade von Rittersport enthalten weder Milch noch Eier und bei Edeka gibt es auch noch weitere vegane Schokolade.
Kosmetik-, Pflegeprodukte und Kleidung
Auch beim Kauf von Badartikeln sollte man als Veganer darauf achten, dass diese vegan und tierversuchsfrei hergestellt wurden. Eine der bekanntesten Marken auf diesem Gebiet ist Alverde. Bei DM sind viele vegane Kosmetik- und Pflegeprodukte erhältlich. Doch gibt es dort neben veganem Shampoo und Duschgel auch einige Lebensmittel, die keine tierischen Produkte enthalten.
Zudem solltet Ihr, falls Ihr Euch für eine vegane Lebensweise entscheidet, darauf achten, dass Ihr weder Leder noch Wollkleidung tragt. Dies umzusetzen, dürfte nicht allzu schwierig und teuer sein, außer Ihr müsstet dafür Eure komplette Garderobe erneuern.
Abschließend kann gesagt werden, dass es eigentlich gar nicht so schwer ist, vegane Lebensmittel und Pflegeprodukte zu bekommen. Auch wenn Ihr kein Reformhaus in Eurer Nähe habt, kann man bei Läden wie Edeka und DM relativ gut vegane Produkte bekommen. Solltet Ihr noch weitere Tipps benötigen, könnt Ihr auch im Internet stöbern. Die Seite peta2.de liefert z. B. eine sehr umfangreiche Liste veganer Produkte, die leicht erhältlich sind.
Ich hoffe, dass Euch dieser Artikel einige hilfreiche Tipps geben konnte und vielleicht den einen oder anderen dazu anregen konnte, eine vegane Lebensweise einmal auszuprobieren.
von Lea Seefeld
Was denkst Du über Veganismus
bzw. vegan lebende Menschen?
Wenn er ganzheitlich gelebt wird, finde ich diese Lebensart konsequent.
Jemima
Die Frage kann ich nicht so einfach beantworten, da gehört einfach zu viel dazu.
Mona
Für mich persönlich halte ich nicht viel von Veganismus. Mir würde etwas fehlen, auch wenn dies wahrscheinlich von der Gewohnheit herrührt. Das einzige, was mich eventuell stört ist die Tatsache, dass einige Veganer einen versuchen zu “bekehren”.
Daniel
Vegan lebenden Menschen gebührt in erster Linie eine Menge Respekt, dennoch habe ich Bedenken, ob ein veganer Lebensstil auf Dauer gesund ist, schließlich sind wir von Natur aus nicht dazu bestimmt.
Nina
Veganismus ist für mich akzeptabel und durchaus lecker, nur auf Dauer für mich persönlich nicht umsetzbar.
K.
Die Frage stellte Carola Hofmann
Wie bewältige ich meinen Alltag?
Tipps zum Zeitmanagement
Wenn einem etwas im Studium fehlt, neben Geld und regelmäßigen Mahlzeiten, dann ist es vor allem Zeit. Ob es sich um Zeit für Freunde, Lernen oder Arbeiten handelt, stets ist zu wenig davon da. Daher kommen hier ein paar hilfreiche Tipps, wie der Aktenstapel auch mal kleiner wird und nicht beständig anwächst.

© Gerd Altmann / PIXELIO
Kenne deine Termine!
Eine der Grundvoraussetzungen um seine Zeit sinnvoll zu nutzen, ist zu wissen, wann was erledigt werden muss. Daher empfiehlt es sich, alle Termine in einen Kalender, Organizer oder Notizheft einzutragen. Nur so kann man sehen, welche Dinge noch anstehen und vor allem wie viel Zeit man noch dafür hat. So ergibt sich auch eine erste Reihenfolge nach Dringlichkeit der Aufgaben. Allerdings sollte nicht der Fehler begangen werden, einen Tag vorher festzustellen, dass Morgen eine Hausarbeit abzugeben ist. Daher muss man kontinuierlich vorgehen und alle Termine sich möglichst sofort notieren. So können unvorhergesehene Ereignisse vermindert werden.
Kenne dich selbst!
Oftmals scheitert der Versuch einer vernünftigen Zeitplanung aber vor allem an einem selbst. Zwar weiß man, dass in einer Woche die Klausur ansteht, dennoch schafft man es nicht, sich vernünftig vorzubereiten. Irgendwie macht man immer etwas anderes. Daher ist es wichtig, sich selbst einschätzen zu können. Anstatt drei Tage am Stück lernen zu wollen, sollte man lieber eine Woche mit einer Vielzahl an Pausen einplanen. Kaum jemand kann so lange am Stück lernen, ohne dass sein Aufnahmevermögen darunter leidet. Lieber gleich den Besuch von Freunden, die Arbeitsschicht oder Uniparty mit in den Zeitplan aufnehmen und sich auch mal einen Tag Pause gönnen. Bei vielen kleinen Lern- bzw. Arbeitseinheiten hat man einerseits das Gefühl, immer etwas geschafft zu haben, andererseits fühlt man sich nicht überfordert.
Kenne deine Prioritäten!
Was ist jedoch zu tun, wenn der Geburtstag der besten Freundin genau vor einer wichtigen Klausur liegt? Immer wenn Kollisionen mehrerer Termine auftreten, gilt es abzuwägen. Dabei spielen vor allem die Einzigartigkeit und die Folgen eine Rolle. Es gilt jedoch stets zu bedenken, dass niemand nur von und fürs Studium alleine leben kann. Soziale Kontakte oder finanzielle Notwendigkeiten sind ebenso wichtig. Ein/e Student/in hat nicht nur die Aufgabe, die universitären Termine wahrzunehmen, sondern muss alle Termine miteinander vereinbaren. Einseitig nur eine Perspektive unterzubringen und andere dafür zu vernachlässigen, kann nicht das Ziel sein. Daher ist es keine Fehlplanung, eine Nachschreibklausur zu wählen, um einen Freund nicht hängen zu lassen, sondern nur eine Frage der eigenen Prioritäten.
Kenne deine Reserven!
Das größte Problem tritt auf, wenn zu viele Termine gleichzeitig auftreten und es gar nicht möglich ist, alle parallel wahrzunehmen. Darum gilt es im Vorfeld bereits, möglichst wenige dauerhafte und feststehende Termine anzunehmen. Bevor man sich daher überreden lässt jeden Donnerstag an einem Treffen teilzunehmen, sollte man erst gucken, ob man dafür nicht etwas anderes vernachlässigen muss. Im schlimmsten Fall kann es sonst vorkommen, dass man weder das eine, noch das andere schafft. Ergänzend, gehört aber auch die Abgabe von Aufgaben dazu. Es ist besser, sich Hilfe zu suchen und andere einige Dinge erledigen zu lassen, als sich selbst dauerhaft zu überfordern. Man muss nicht immer alles selber machen.
von Matthias Christ
Hommage à Vechta
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt!
![]() Fotos: Alexander Dressler
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Es ist einer dieser schönen Tage in Vechta. Ich sitze im Wohnzimmer meiner WG und schiebe das Lernen erfolgreich auf, indem ich die uniVista lese, von vorne bis hinten, komplett, ganz bis ins kleinste Eck, um möglichst viel Zeit mit Nichtlernen zu verbringen. Da fällt es mir auf. Es nicht das erste Mal, dass ich das denke: Wieso wird hier immer vom “kleinen Vechta” geschrieben, wo nix los ist, wo alle nur studieren, weil sie nichts Besseres bekommen haben, wo am Wochenende alle entschwinden? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was wollen die Studenten denn, die sich beschweren? Ich beschließe, diesen Gerüchten ein Ende zu setzen und einen Bericht für die uniVista zu schreiben, eine Hommage an diese schöne Stadt, denn schließlich bin ich, glaube ich, nicht die Einzige, die das Wochenende hier verbringt, die gerne hier ist und die sich diese Stadt nicht nur zum Studieren sondern auch zum Wohnen und Leben ausgesucht hat. Ich setze mich also an meinen Laptop und hole mir einen Kreativitätsjoghurt. (Hier könnte ich noch eine Geschichte über den vollen Kühlschrank erzählen – darüber, dass es super ist, am Wochenende hier zu sein, weil alle meine Mitbewohner weg sind, und ich alles aufessen kann, was sie gekocht haben, weil es sonst übers Wochenende vergammeln würde! Aber immer der Reihe nach.) Nachdem ich also den übrig gebliebenen Salat gegessen habe (den Joghurt kann ich ja jetzt für später aufbewahren), fange ich an.
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Frauenherz begehrt. Na gut, außer einem H&M. Dafür gibt es gefühlte hundert Schuhläden, es gibt Douglas, Bijou Brigitte, unzählige andere Schmuck- und Taschenläden zum Konto-leer-kaufen (hier könnte mein Konto euch eine Geschichte erzählen … aber lassen wir das!), C&A, Esprit und vieles mehr. Das Shoppen hätten wir also schon mal geklärt. Ich glaube, auch die Friseurläden in Vechta kann man nicht mehr zählen. Außerdem gibt es Nagelstudios und Sonnenstudios, dm, Rossmann und Schlecker. Was will Frau also mehr?
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Männerherz begehrt. Mittlerweile gibt es sogar einen Irish Pub in Vechta, was will man(n) mehr. Hinzu kommen McDonalds und Burgerking, Pizza-, Pommes- und Dönerläden, feine Restaurants und schnelle Imbisse. Muckibuden sowieso, und nicht überall findet Mann so einen großen Golfplatz! Fußball gucken und Bier trinken kann man überall, auch Public Viewing gibt es in Vechta. Nicht zuletzt gibt es in Vechta auch noch einen Puff. Was will Mann also mehr? Es gibt sogar Kleidungsgeschäfte nur für Männer!
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Studentenherz begehrt, und trotzdem ist es klein genug, um alles mit dem Fahrrad zu erreichen. Zugegeben, Vechtas Nachtleben mag nicht so abwechslungsreich sein wie in Mega-Metropolen. Aber wenn man mal nachts durch die Große Straße läuft, ist schon so einiges los! (Hier könnte ich eine Geschichte über die Kneipentour erzählen, die ich letztens gemacht habe, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Man schafft echt nicht alle Kneipen in einer Nacht! Und mal ehrlich: Geht ihr bei euch zuhause jeden Abend in eine andere Kneipe oder Disco?)
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Männerherz begehrt. Mittlerweile gibt es sogar einen Irish Pub in Vechta, was will man(n) mehr. Hinzu kommen McDonalds und Burgerking, Pizza-, Pommes- und Dönerläden, feine Restaurants und schnelle Imbisse. Muckibuden sowieso, und nicht überall findet Mann so einen großen Golfplatz! Fußball gucken und Bier trinken kann man überall, auch Public Viewing gibt es in Vechta. Nicht zuletzt gibt es in Vechta auch noch einen Puff. Was will Mann also mehr? Es gibt sogar Kleidungsgeschäfte nur für Männer!
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Studentenherz begehrt, und trotzdem ist es klein genug, um alles mit dem Fahrrad zu erreichen. Zugegeben, Vechtas Nachtleben mag nicht so abwechslungsreich sein wie in Mega-Metropolen. Aber wenn man mal nachts durch die Große Straße läuft, ist schon so einiges los! (Hier könnte ich eine Geschichte über die Kneipentour erzählen, die ich letztens gemacht habe, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Man schafft echt nicht alle Kneipen in einer Nacht! Und mal ehrlich: Geht ihr bei euch zuhause jeden Abend in eine andere Kneipe oder Disco?)
![]() Fotos: Alexander Dressler
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Ihr wollt Kultur? Wenn man sich mal genauer umschaut, kriegt ihr Kultur satt. Ob Museum, Theater, Konzerte in der Stadt oder in urigen Locations, kulturelle Führungen und Abende, es ist alles da. (Hier könnte ich eine Geschichte über den Stadtwächter in Vechta erzählen, der Interessierte sonntags abends mit auf einen historischen Stadtspaziergang nimmt. Das war kulturig! Ganz schön interessant, was in Vechta alles so passiert ist!) Und nicht zuletzt haben wir schließlich gleich zwei Kulturreferenten im AStA sitzen, die neben regelmäßigen Unipartys auch andere Kulturevents organisieren. Wenn das mal nicht genug Kultur ist!
In Vechta ist also nichts los? Was man hier in der Freizeit so alles tun kann! Schwimmbäder, Bowlingbahn, Kino, Sportvereine, Musikläden, Straßenfeste, Flohmärkte gibt es haufenweise! Und wenn man einfach mal mit ein paar Freunden ein Eis essen gehen will oder sich in ein Café setzen möchte, dann ist das auch kein Problem. Roadshow in der Großen Straße inklusive …
Was braucht Student noch? Vielleicht eine schöne Umgebung? Natur pur in Vechta! Gut, den Güllegestank muss man manchmal aushalten, aber wirklich nur sehr selten. (Sonntags dürfen die sowieso nicht fahren. Aber wer sonntags nicht da ist, kann das wohl nicht wissen …) Dafür kann man schöne Radtouren machen, die ewig lang sind, Picknicks, bei denen man nicht von Autolärm gestört wird, zum nächsten einsam gelegenen See fahren oder zu Fuß einen Waldspaziergang machen. Da kann man sogar ab und zu ein kleines Eichhörnchen beobachten, welches nicht wie in Parks von Menschen dick und rund gefüttert wird.
Und wenn man dann neben der vielfältigen Kultur und stressigen Freizeit noch Zeit für Uni hat, kann man sich dort auch noch engagieren. Die studentische Mitbestimmung klappt hier schließlich viel besser und einfacher als an großen Unis. Egal ob Hochschulpolitik, sprich Fachräte, StuPa und Co. oder andere Freizeitaktivitäten wie Studentenbühne, Unichor, uniVista oder das umfangreiche Sportprogramm, hier lässt sich einiges machen, sollte man mal Langeweile kriegen. Was will Student also mehr?
In Vechta ist also nichts los? Was man hier in der Freizeit so alles tun kann! Schwimmbäder, Bowlingbahn, Kino, Sportvereine, Musikläden, Straßenfeste, Flohmärkte gibt es haufenweise! Und wenn man einfach mal mit ein paar Freunden ein Eis essen gehen will oder sich in ein Café setzen möchte, dann ist das auch kein Problem. Roadshow in der Großen Straße inklusive …
Was braucht Student noch? Vielleicht eine schöne Umgebung? Natur pur in Vechta! Gut, den Güllegestank muss man manchmal aushalten, aber wirklich nur sehr selten. (Sonntags dürfen die sowieso nicht fahren. Aber wer sonntags nicht da ist, kann das wohl nicht wissen …) Dafür kann man schöne Radtouren machen, die ewig lang sind, Picknicks, bei denen man nicht von Autolärm gestört wird, zum nächsten einsam gelegenen See fahren oder zu Fuß einen Waldspaziergang machen. Da kann man sogar ab und zu ein kleines Eichhörnchen beobachten, welches nicht wie in Parks von Menschen dick und rund gefüttert wird.
Und wenn man dann neben der vielfältigen Kultur und stressigen Freizeit noch Zeit für Uni hat, kann man sich dort auch noch engagieren. Die studentische Mitbestimmung klappt hier schließlich viel besser und einfacher als an großen Unis. Egal ob Hochschulpolitik, sprich Fachräte, StuPa und Co. oder andere Freizeitaktivitäten wie Studentenbühne, Unichor, uniVista oder das umfangreiche Sportprogramm, hier lässt sich einiges machen, sollte man mal Langeweile kriegen. Was will Student also mehr?
Also liebe Leute: Vechta hat weit mehr zu bieten, als Ihr vielleicht glaubt. Wieso sagen denn sonst fast alle Sechstsemester: “Was bin ich froh, hier gelandet zu sein!” Und wenn nun Euer Argument ist: “Alle anderen fahren doch auch nach Hause!”, kann ich euch sagen: Stimmt nicht! Und wenn doch: Wenn Ihr selber bleibt und ein paar Leute einladet, werden auch schon welche dableiben. Das ist auch viel entspannter als jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Und überhaupt: Es studieren hier schließlich auch einige, die aus Vechta kommen. Was sollen die denn sagen?
von Wiebke Koch
![]() Fotos: Alexander Dressler
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Schlüsselnotstand
Warum nur immer ich?

© Simone Hainz / PIXELIO
Und da ist es passiert
Klack! "Oh, nein!" Und so beginnt eine Herausforderung, die der ein oder andere sicher schon einmal erlebt hat. Es ist die alte Geschichte. Der Schlüssel ist nicht zur Hand und die Tür im Schloss. Ob er nun im Zimmer liegt, verloren ging oder gar entwendet wurde. Das Unheil nimmt nun also seinen Lauf. Natürlich ist niemand aus der WG zu Hause und es geht so langsam aufs Wochenende zu. Eigentlich sollte ja das längst überfällige Referat bearbeitet werden, doch nun schießen unzählige Gedanken durch den Kopf.
Schlüsselengel
Ein Schlüsseldienst könnte das Problem elegant lösen. Es ist nicht abgeschlossen, daher muss das Schloss nicht aufgebohrt oder die Tür aufgebrochen werden. Dennoch spukt einem noch die Geschichte eines Kommilitonen im Gedächtnis, der über 200 € bezahlen musste für zwei kleine Handgriffe. Aber ohne Telefonnummer und mit dem Telefonbuch sicher hinter der Tür, fällt das eh weg. Kompliziert!
Verbotene Künste
Da gab es doch aber mal einen Trick. Irgendwann hieß es mal im Fernsehen, dass Türen ganz einfach mit einer Kreditkarte zu öffnen seien. Rein in den kleinen Spalt zwischen Tür und Rahmen, runterziehen und schon sei sie offen. Nachdem der Zugriff aufs Konto nach erfolglosem Versuch nun auch nicht mehr funktioniert, ist die nächste Station das Fenster. Dummerweise war die letzte Handlung selbige zu schießen, bevor die Wohnung so leichtsinnig verlassen wurde. Eines verblieb zwar auf Kipp, aber so einfach wie immer erzählt wird, ist das mit dem Aufdrücken auch nicht. Die Nummer mit dem Dietrich bleibt außerdem lieber nur ein Gedanke, bevor das Schloss auch mit Schlüssel nicht mehr zu öffnen ist.
Kommunikation
Alleine geht es nicht weiter. Hilfe ist jetzt bitter nötig. Am besten wäre einen Mitbewohner zu erreichen, um zu klären, ob irgendwer noch vor dem Wochenende da ist. Doch dann der Schreck. Kein Geld mehr auf dem Handy. Wer jetzt ein w-lan-fähiges Gerät hat, ist definitiv im Vorteil. Nicht nur, dass das Uni-Netzwerk eine Chance bietet, auch die heimische Verbindung ist nutzbar direkt vor der Haustür. Per Mail, facebook, ICQ oder Skype gibt es gute Chancen für eine Kontaktaufnahme. Gerade heute ist jedoch keiner der Mitbewohner online. Die einzige Hoffnung ist nun ein freundlicher Nachbar, der einen telefonieren lässt. Aber es ist wie verhext, es will keiner rangehen.
Innere Dämonen
Langsam wird es auch ein Kampf gegen die Zeit und sich selbst, vor allem da das geplante Mensa-Essen ausfiel aufgrund der Schlüsselmisere. Da im Moment eh nichts weiter zu unternehmen ist, empfiehlt es sich erstmal Luft zu holen und eine Kleinigkeit zu essen. Während der Stärkung in einem nahen Restaurant, wird es jedoch beständig dunkler und Wolken ziehen auf. Es beginnt zu nieseln, wie könnte es auch anders sein. Ein wenig Verzweiflung keimt auf, aber zumindest ist es für den Moment warm.
Aufstieg
Gerade noch geschafft. Bevor es richtig anfing zu regnen, war die sichere, wohl bekannte Wohnungstür erreicht. Ein weiterer Versuch per Internet jemanden zu erreichen, bleibt jedoch erfolglos. Keiner der Mitbewohner meldet sich zurück. Wenigstens ein guter Freund ist da, dem man natürlich alle Einzelheiten der Sach- und Gefühlslage in aller dramatischen Kürze schildern kann. Da es mittlerweile immer später wird, kommt die Einladung bei ihm zu Übernachten mehr als recht. Leider muss noch der Weg durch halb Vechta zurückgelegt werden und die Laternen gehen gerade aus. Augen zu und durch!
Erlösung
Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein kräftiges Frühstück. Dann erreicht man sogar endlich eine Mitbewohnerin. Diese schlägt vor, den Vermieter anzurufen und tut dies auch gleich. Ein paar Stunden später ist man wieder zu Hause! Der Alptraum ist beendet. Wenn man also in so eine unangenehme Situation kommt, sollte man ruhig bleiben. Der teure Schlüsseldienst sollte eine Notlösung bleiben. Der „Schlüssel zum Erfolg“ ist viel mehr in den sozialen Netzwerken zu suchen oder für die extrem Vergesslichen in einer Schlüsselkopie, die beispielsweise bei Wessel in Vechta zu erhalten ist. Man sollte dies jedoch dem Vermieter mitteilen und um Erlaubnis fragen. Zumindest eines ist sicher, der Schlüssel wird in Zukunft auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit bekommen.
von Matthias Christ
Nachgefragt
Diesmal: Die kalte Jahreszeit - Winter im Kreuzverhör
![]() © Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Wann beginnt eigentlich der astronomische Winter?
Anders als der meteorologische Winter beginnt der astronomische Winter in der nördlichen Hemisphäre am 21. oder 22. Dezember (Wintersonnenwende) und dauert 89 Tage. Spätestens am 20. bzw. 21. März sollte der kalte Spuk somit endlich vorbei sein.
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![]() © Dieter Schütz / PIXELIO
Weiße Pracht oder eine Finte der Natur, kann Schnee essen gefährlich sein?
Nicht direkt! Schmelzwasser enthält zwar keine Mineralstoffe, jedoch nimmt ein gesunder Mensch genug über die Nahrung auf, um bei gemäßigtem Genuss des „weißen Stoffes“ nicht umzukippen. Lediglich die Verdauung kann der im Magen ankommende Winter auf den Kopf stellen. Aber auch die aus der Atmosphäre aufgenommenen Schmutz- und Schadstoffe würde man sich sonst wohl eher nicht aufs Brot schmieren.
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![]() © uschi dreiucker / PIXELIO
Schadet Schlafen im Winter dem Gedächtnis?
Winterschlaf hat nachgewiesener Maßen negative Folgen für die Gedächtnisleistung. Ein kleines Nickerchen in der Vorlesung sollte jedoch folgenlos bleiben. Und so wird aus „Vergeben und vergessen“ „Vergessen und Verschlafen“.
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![]() © Anne Wurster / PIXELIO
Effektivste Verhütung im Winter?
Nichts essen! Das gilt zumindest für Eisbärenweibchen. Sollten sie nicht genügend Reserven während der Sommermonate angelegt haben, wird die seit dem Frühling vorhandene Eizelle resorbiert. Eine Schwangerschaft ist aufgrund der internen Nahrungsaufnahme dann nicht mehr möglich. Das Tierreich scheint somit die Verhütungspflicht immer noch bei der Frau zu sehen. Ob das „Ei-danach“ massentauglich wird, bleibt abzuwarten.
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![]() © Joujou / PIXELIO
War der größte Mann der Welt knapp 30 Meter groß?
Kein Mensch, aber der größte Schneemann der Welt erreichte 29,43 m. Der Rekordschneemann wurde innerhalb von 10 Tagen in gemeinschaftlicher Arbeit in Ohkura (Japan) erschaffen. Leider blieb von ihm nicht viel übrig, als die Sonne zurückkehrte.
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von Matthias Christ
Vechta ist …!
Eindrücke von Jung und Alt
![]() Fotos: Johanna-Maria Jaromin
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Weihnachten und Neujahr sind überstanden, gegebenenfalls sind auch die Erinnerungen daran erhalten geblieben und man kann stolz auf ein beinahe vollendetes erstes oder vorletztes Semester zurückblicken.
Neue Eindrücke von Vechta wurden gewonnen, alte wurden nochmal bestätigt und ein neues Image wurde erlangt: Unistadt Vechta!
Doch was genau bedeutet Vechta für uns?
Mithilfe von einigen Befragten aus unterschiedlichen Semestern bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Vechta ist eine süße Kleinstadt, die mit ihren freundlichen Bewohnern ein angenehmes Klima verkörpert. Man fühlt sich behütet, sicher und im Gegensatz zu Großstädten sind die Wohnungen recht günstig.
In den Läden wird man meistens mit einem Lächeln willkommen geheißen und selbst auf der Straße wird man oft freundlich gegrüßt.
Vechta ist für viele ein Ort, der nicht allzu weit weg von zuhause liegt und besonders die Familienmenschen unter uns aufatmen lässt. Kinder von Heimweh können jederzeit nach Hause fahren und gleichzeitig die Vorteile des Alleinlebens genießen. Auch die Adventszeit hat vielen imponiert und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Von dem kuscheligen Weihnachtsschmuck und den gemütlichen Verzierungen wurde man auf ein gelegentliches Tässchen oder sogar Fässchen Glühwein überredet. Man musste nicht einmal alleine trinken, denn Vechta ist ebenfalls als geselliges Fleckchen anerkannt, wo man schnell Kontakte knüpfen kann – und sei es am Bahnhof.
Auch die Uni konnte die Herzen vieler gewinnen. Zu ihren Stärken gehört, dass sie viel persönlicher ist, sehr gut betreut und außerdem ungewöhnlich gut unterstützt. Man hat sich während der Einführung in das Studium nie allein und im Stich gelassen gefühlt. Des Weiteren empfindet man es als sehr lobenswert, dass die Uni ihre Studenten verwöhnt. Weihnachtsfeiern, wöchentliche Unipartys, der Uniball und vieles mehr sind Erlebnisse, die viele nicht mehr missen wollen.
Doch während das verträumte Vechta für die Einen eine kleine Idylle ist, ist es für die Anderen der unspektakuläre Notfallplan. Abenteuerlustige Herzen sind von der andauernden Stille unterfordert. Ihr Tatendrang kann mit dem aktuellen Angebot in Vechta nicht gestillt werden. Viele würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt gelegentlich etwas wildere Möglichkeiten bieten und somit die Jugend besser ansprechen würde. Aspekte, die die Jugend von heute prägen, sind in Vechta nur im klassischen, nicht jedoch im modernen Sinne wiederzufinden. Beispielsweise ist das Nichtvorhandensein eines H&M-Shops vielen Studentinnen ein Dorn im Auge, den Musikliebhabern unter uns dagegen fehlt eine Konzerthalle mit regelmäßigem populären Besuch.
Vechta bietet auch für viele keinen attraktiven Ort, um dort gegebenenfalls die Semesterferien zu verbringen, wofür zum Teil das eingeschränkte Semesterticket verantwortlich gemacht wird. Obwohl Vechta von attraktiven Städten umgeben ist, wird die Chance kaum genutzt, da es vielen durch die halben Weltreisen, die stark begrenzte Gültigkeit des Tickets und somit den Zusatzkosten, madig gemacht wird.
Last, but not least bleibt zu sagen, dass Vechta ein Ort ist, an dessen Universität sich der Testosteronspiegel gerne erhöhen darf und es kein besseres Plätzchen zum Studieren gibt, wo man(n) besser aufgehoben ist.
Was ist Vechta für dich?
Neue Eindrücke von Vechta wurden gewonnen, alte wurden nochmal bestätigt und ein neues Image wurde erlangt: Unistadt Vechta!
Doch was genau bedeutet Vechta für uns?
Mithilfe von einigen Befragten aus unterschiedlichen Semestern bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Vechta ist eine süße Kleinstadt, die mit ihren freundlichen Bewohnern ein angenehmes Klima verkörpert. Man fühlt sich behütet, sicher und im Gegensatz zu Großstädten sind die Wohnungen recht günstig.
In den Läden wird man meistens mit einem Lächeln willkommen geheißen und selbst auf der Straße wird man oft freundlich gegrüßt.
Vechta ist für viele ein Ort, der nicht allzu weit weg von zuhause liegt und besonders die Familienmenschen unter uns aufatmen lässt. Kinder von Heimweh können jederzeit nach Hause fahren und gleichzeitig die Vorteile des Alleinlebens genießen. Auch die Adventszeit hat vielen imponiert und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Von dem kuscheligen Weihnachtsschmuck und den gemütlichen Verzierungen wurde man auf ein gelegentliches Tässchen oder sogar Fässchen Glühwein überredet. Man musste nicht einmal alleine trinken, denn Vechta ist ebenfalls als geselliges Fleckchen anerkannt, wo man schnell Kontakte knüpfen kann – und sei es am Bahnhof.
Auch die Uni konnte die Herzen vieler gewinnen. Zu ihren Stärken gehört, dass sie viel persönlicher ist, sehr gut betreut und außerdem ungewöhnlich gut unterstützt. Man hat sich während der Einführung in das Studium nie allein und im Stich gelassen gefühlt. Des Weiteren empfindet man es als sehr lobenswert, dass die Uni ihre Studenten verwöhnt. Weihnachtsfeiern, wöchentliche Unipartys, der Uniball und vieles mehr sind Erlebnisse, die viele nicht mehr missen wollen.
Doch während das verträumte Vechta für die Einen eine kleine Idylle ist, ist es für die Anderen der unspektakuläre Notfallplan. Abenteuerlustige Herzen sind von der andauernden Stille unterfordert. Ihr Tatendrang kann mit dem aktuellen Angebot in Vechta nicht gestillt werden. Viele würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt gelegentlich etwas wildere Möglichkeiten bieten und somit die Jugend besser ansprechen würde. Aspekte, die die Jugend von heute prägen, sind in Vechta nur im klassischen, nicht jedoch im modernen Sinne wiederzufinden. Beispielsweise ist das Nichtvorhandensein eines H&M-Shops vielen Studentinnen ein Dorn im Auge, den Musikliebhabern unter uns dagegen fehlt eine Konzerthalle mit regelmäßigem populären Besuch.
Vechta bietet auch für viele keinen attraktiven Ort, um dort gegebenenfalls die Semesterferien zu verbringen, wofür zum Teil das eingeschränkte Semesterticket verantwortlich gemacht wird. Obwohl Vechta von attraktiven Städten umgeben ist, wird die Chance kaum genutzt, da es vielen durch die halben Weltreisen, die stark begrenzte Gültigkeit des Tickets und somit den Zusatzkosten, madig gemacht wird.
Last, but not least bleibt zu sagen, dass Vechta ein Ort ist, an dessen Universität sich der Testosteronspiegel gerne erhöhen darf und es kein besseres Plätzchen zum Studieren gibt, wo man(n) besser aufgehoben ist.
Was ist Vechta für dich?
von Johanna-Maria Jaromin
Bilderalbum
Mein innerdeutscher Migrationshintergrund
![]() © Thomas Max Müller / PIXELIO
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Sicher, die wenigsten von Euch kommen direkt aus Vechta, die meisten vermutlich aus dem Emsland, oder wie ich: aus Ostfriesland. Aber so wirklich Ostfriesin bin ich eigentlich gar nicht. Denn ich bin innerdeutsche Migrantin zweiter Generation.
Nachdem meine Eltern irgendwann in den Siebzigern in Ostfriesland Urlaub machten, fassten sie nach der Heimkehr nach Kaiserslautern den Entschluss nach Ostfriesland zu ziehen. Es gibt drei Möglichkeiten, die ich dafür in Betracht ziehe:
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.

Foto: Pia Klein
Des Öfteren musste ich mir von ostfriesischen Bekannten vorwerfen lassen, ich sei selbst schuld daran, dass ich kaum Plattdeutsch spräche. Fakt ist dabei dennoch, dass man damit nicht zwangsläufig in Berührung kommen muss, wenn man in Ostfriesland aufwächst. Meine Eltern sprechen schließlich schönstes Pfälzisch. Dort sieht der Genitiv im Vergleich zum Hochdeutsch (z. B. “Hans‘ Auto”) ungefähr so aus: “Demm Hans soi Audo”. Es gibt keine Gurken, es gibt Gummern. Kartoffeln sind Krumbeere. Das Endstück eines Brotes (im Norden meist Knust genannt) heißt Knärzje. Man setzt sich nicht in ein Café sondern in e Kaffee.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Dann sind da noch die Traditionen und das übrige Verhalten. Das Verhalten der Pfälzer gegenüber den Ostfriesen ist sehr kontrastreich.
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Es sind diese Unterschiede, die meine Stereotypen von Pfälzern und Ostfriesen definieren. Sie basieren auf meinen subjektiven Beobachtungen. Sollte ich durch eine meiner Ausführungen jemanden gekränkt haben, tut es mir leid. Schreibt einen Kommentar. Vielleicht les ich ihn mir durch. Hat aber Zeit. Denn eigentlich bin ich Ostfriesin. Ich bin zu Hause, wenn der Deich erklommen ist und Muscheln, Steine und Sand unter meinen Schuhen knirschen. Wenn der Wind mir durch das Haar streicht, die Luft nach Salz riecht und das Meer … Ei, wo isses dann? Net do? Ebbe? Och jo. Alle hopp, gehn mer heem.
von Pia Klein
![]() © Uwe Steen / PIXELIO
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Die Welt in Tönen und Farben erschmecken
Der Zimt riecht pink. Die Sonne schmeckt süß. Der Freitag ist feminin. Das Saxophon klingt quadratisch. Die 6 erscheint geschwätzig.
Die Sinne der Synästhetiker verschmelzen. Sie hören Farben, sehen Musik oder schmecken Ziffern. Solcherlei Aussagen klingen für viele Menschen befremdlich. Dennoch ist Synästhesie* kein Hirngespinst, sondern ein Phänomen, dessen medizinische Ursachen innerhalb der letzten 30 Jahre versucht wurde mit Hilfe der neuesten technologischen Durchbrüche zu entschlüsseln.
So wird zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass bestimmte neuronale Verbindungen für die ungewöhnliche Verkopplung der Sinne verantwortlich sind. Die Forscher vermuten, dass jedes Neugeborene bis zu seinem vierten Lebensmonat die Welt um sich herum synästhetisch wahrnimmt. Mit der Reifung des Gehirns beginnen die Sinne zum größten Teil autonom ihre Aufgaben zu erfüllen.
Bei wenigen Menschen bleiben diese speziellen Verknüpfungen ein Leben lang erhalten. Wie viele Synästhetiker es wirklich gibt, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Häufig ist von dem Verhältnis 1:2000 die Rede.
Synästhesie kann verschiedenste Formen annehmen. So ist in der Theorie fast jede Kombination der Sinne denkbar, auch wenn noch nicht alle von ihnen bei Synästhetikern entdeckt werden konnten.
Die Ursache hierfür liegt zum einen an der noch sehr jungen Forschung, zum anderen daran, dass viele Menschen nichts von ihrer Synästhesie wissen. Sie gehen davon aus, dass jeder seine Umwelt auf dieselbe Weise erfährt. Die ungewöhnlichen Gefühle und Verbindungen werden als selbstverständlich beschrieben, da die eigene Welt nie anders erlebt wurde.
So wird zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass bestimmte neuronale Verbindungen für die ungewöhnliche Verkopplung der Sinne verantwortlich sind. Die Forscher vermuten, dass jedes Neugeborene bis zu seinem vierten Lebensmonat die Welt um sich herum synästhetisch wahrnimmt. Mit der Reifung des Gehirns beginnen die Sinne zum größten Teil autonom ihre Aufgaben zu erfüllen.
Bei wenigen Menschen bleiben diese speziellen Verknüpfungen ein Leben lang erhalten. Wie viele Synästhetiker es wirklich gibt, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Häufig ist von dem Verhältnis 1:2000 die Rede.
Synästhesie kann verschiedenste Formen annehmen. So ist in der Theorie fast jede Kombination der Sinne denkbar, auch wenn noch nicht alle von ihnen bei Synästhetikern entdeckt werden konnten.
Die Ursache hierfür liegt zum einen an der noch sehr jungen Forschung, zum anderen daran, dass viele Menschen nichts von ihrer Synästhesie wissen. Sie gehen davon aus, dass jeder seine Umwelt auf dieselbe Weise erfährt. Die ungewöhnlichen Gefühle und Verbindungen werden als selbstverständlich beschrieben, da die eigene Welt nie anders erlebt wurde.
![]() “Einige Kreise” von Wassily Kandinsky (1926)
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Nicht-Synästhetiker haben nur bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit synästhetische Empfindungen nachzuvollziehen. Das unwillkürliche, immer gleiche Empfinden bei diesen synästhetischen Erfahrungen bleibt ihnen verborgen. Der einzig mögliche Zugang zu der Perzeption* eines Synästhetikers ist nur unter Hinzunahme des Begriffs der Assoziation denkbar. Diese beiden Vorgänge können nicht gleichgesetzt werden, jedoch dem Verständnis dienlich sein. Jeder kann beispielsweise musikalische Wahrnehmungen mit Begriffen aus anderen Bereichen verknüpfen. Wir können über eine Komposition aussagen, dass sie zu uns spricht, springt oder sich steigert. Derartige Gedankengänge sind für die meisten Menschen gut nachvollziehbar. Genau hier muss jedoch die Assoziation von der Synästhesie differenziert werden. Der Empfänger der Assoziation kann diese nur erleben, wenn er sich auf eine solche einlässt.
Der Synästhetiker hingegen hat keine Wahl. So wird die 6 immer rot, vertraut und feminin sein. Es entstehen untrennbare Einheiten, die nicht nur dann ablaufen, wenn über die Zahl gesprochen, sondern auch wenn nur an diese gedacht wird. Stehen auf einem Blatt schwarze Zahlen, werden sie dennoch, sobald sie gelesen und die Informationen im Gehirn verarbeitet werden, zu bunten Ziffern. Jeder Synästhetiker verbindet hierbei andere Farben und nicht nur diese bleiben über die Jahre erhalten, sondern auch die jeweiligen Nuancen. Ein Magentarot wäre genauso falsch wie Blau, da die 6 immer Weinrot sein muss.
Dass der Klang einer Trompete gelb und kantig erscheint, kann nur von einem Farbenhör-Synästhetiker, wie es zum Beispiel der Künstler Wassily Kandinsky war, nachempfunden werden. Ein Synästhetiker kann nämlich aufgrund seiner Veranlagung andere Synästhesiearten nicht nachvollziehen. Für eine Person, die Töne schmecken kann, und einen Nicht-Synästhetiker ist es gleichermaßen abstrus zu hören, dass jemand Grapheme personifiziert*.
Der Synästhetiker hingegen hat keine Wahl. So wird die 6 immer rot, vertraut und feminin sein. Es entstehen untrennbare Einheiten, die nicht nur dann ablaufen, wenn über die Zahl gesprochen, sondern auch wenn nur an diese gedacht wird. Stehen auf einem Blatt schwarze Zahlen, werden sie dennoch, sobald sie gelesen und die Informationen im Gehirn verarbeitet werden, zu bunten Ziffern. Jeder Synästhetiker verbindet hierbei andere Farben und nicht nur diese bleiben über die Jahre erhalten, sondern auch die jeweiligen Nuancen. Ein Magentarot wäre genauso falsch wie Blau, da die 6 immer Weinrot sein muss.
Dass der Klang einer Trompete gelb und kantig erscheint, kann nur von einem Farbenhör-Synästhetiker, wie es zum Beispiel der Künstler Wassily Kandinsky war, nachempfunden werden. Ein Synästhetiker kann nämlich aufgrund seiner Veranlagung andere Synästhesiearten nicht nachvollziehen. Für eine Person, die Töne schmecken kann, und einen Nicht-Synästhetiker ist es gleichermaßen abstrus zu hören, dass jemand Grapheme personifiziert*.
Synästehie: Altgriech. für „mitempfinden“ oder “zugleich wahrnehmen”.
Perzeption: Unbewusste Prozesse individueller Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung.
Graphem-Personifikationen: Dabei werden Zahlen oder Buchstaben Geschlechtern oder Persönlichkeitseigenschaften zugeordnet.
Wir sehen Farben, hören Töne, riechen Gerüche, ertasten und empfinden.
Diese Vorgänge wirken auf uns, als seien sie unmittelbar und stünden im direkten Kontakt mit der einen, allgemeingültigen Wirklichkeit. Doch neuronale Signale werden von unserem Gehirn nach festgelegten Kriterien subjektiv bewertet und gedeutet. Somit kann unsere eigens durch die Sinne kreierte Welt als dynamisches Konstrukt des Gehirns angesehen werden. Die Hypothese, dass jedes Individuum in seiner eigenen Realität lebt, die es sich zuvor selbst erschaffen musste, kann durch die eigene undurchdringbare Isolation, welche damit vorausgesetzt wird, angsteinflößend erscheinen.
Durch die Erfahrungsberichte der Synästhetiker entsteht jedoch eine Art Praxis zu dieser Theorie, mit derer es uns leichter fallen kann, sich der Individualität der eigenen Wahrnehmung bewusst zu werden und somit vielleicht sogar Einblicke in konträre Weltbilder zu gewinnen.
Diese Vorgänge wirken auf uns, als seien sie unmittelbar und stünden im direkten Kontakt mit der einen, allgemeingültigen Wirklichkeit. Doch neuronale Signale werden von unserem Gehirn nach festgelegten Kriterien subjektiv bewertet und gedeutet. Somit kann unsere eigens durch die Sinne kreierte Welt als dynamisches Konstrukt des Gehirns angesehen werden. Die Hypothese, dass jedes Individuum in seiner eigenen Realität lebt, die es sich zuvor selbst erschaffen musste, kann durch die eigene undurchdringbare Isolation, welche damit vorausgesetzt wird, angsteinflößend erscheinen.
Durch die Erfahrungsberichte der Synästhetiker entsteht jedoch eine Art Praxis zu dieser Theorie, mit derer es uns leichter fallen kann, sich der Individualität der eigenen Wahrnehmung bewusst zu werden und somit vielleicht sogar Einblicke in konträre Weltbilder zu gewinnen.
von Franziska Kliefoth
Fáilte go hÉireann – Willkommen in Irland
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() Fotos: Britta Simon
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Für wen das Auslandssemester vor der Tür steht oder wer lediglich eine Auszeit von der deutschen Lebensweise sucht, dem sei ein Aufenthalt auf Europas Grüner Insel empfohlen.
Die Republik Irland, die den westlichsten Punkt Europas markiert, trägt ihren Beinamen mit Recht. Wer die größeren Städte verlässt und im Land reist, findet sich schnell in einer unwirklichen Welt wieder. Unberührte Natur, raue Berglandschaften und wilde Bäche in weiten Nationalparks prägen das Bild. Dazwischen vereinzelte Wohnhäuser, die die Frage aufkommen lassen, wen es dauerhaft an solche abgelegenen Orte verschlägt. Die Liebe zu ihrem Land, ihrer Kultur und Tradition prägen den Stolz der Iren. So findet man an Straßen und öffentlichen Gebäuden sowohl die Amtssprache Englisch als auch des Irish Gaelic. Letzteres ist fester Bestandteil des Lehrplans an den meisten staatlichen Schulen. Patriotisch sind die Iren nicht nur in punkto Kultur. Auch im Sport dominiert der auf Irland begrenzte Gaelic Football, eine Mischung aus Rugby und Soccer. Daneben steht das etwas bekanntere Hurling. Beide Sportarten werden in reinen Amateurligen gespielt, dennoch brechen die alljährlichen championship-finals alle Zuschauerrekorde. Die im restlichen Europa beliebte Fußball-Liga findet in Irland eher zweitrangig Beachtung, was mitunter auch an der eher geringeren Beteiligung an internationalen Wettbewerben liegen kann.
Ein Problem, mit welchem sich Irland seit mehreren Jahren konfrontiert sieht, ist der hohe Alkoholkonsum Jugendlicher. Im Zuge des Intoxicating Liquor Act 2008 führte die Regierung diesen Sommer nicht nur ein generelles nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol ein, sondern erhöhte die Bußgelder für die illegale Abgabe an Jugendliche und das Betrinken in der Öffentlichkeit drastisch. In diesem Zuge soll ein verantwortungsbewussterer Umgang mit Alkohol gewährleistet werden. Auch die Verkehrssicherheit innerhalb des Landes wird stark debattiert. So hält Irland momentan einen traurigen Rekord: Neben Griechenland zählt es zu den Spitzenreitern in punkto Verkehrstoten innerhalb der EU. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf das mitunter unzulängliche Verkehrssystem, vor allem außerhalb der Großstädte, zurückzuführen ist.
Obwohl die wirtschaftliche Hochkonjunktur der irischen Republik inzwischen abflaut, sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland immens. So kann mitunter das Doppelte der Kosten hierzulande für Lebensmittel und Konsumgüter veranschlagt werden. Kurzurlaubern und Rucksacktouristen sei daher ein Carepaket aus der Heimat empfohlen, welches ohne Probleme im Koffer oder Rucksack transportiert und ins Land eingeführt werden kann.
Wer an Kultur und Natur seinen Gefallen gefunden hat, der sollte einen Aufenthalt in Irland nicht missen und sich die Zeit nehmen, Land und Leute zu erkunden. In jedem größeren Ort sind Unterkünfte vorhanden und die Gastfreundlichkeit der Iren macht jeden Aufenthalt, ob kurz oder lang, zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weitere Informationen findet ihr unter:
www.discoverireland.ie
www.discoverireland.ie
von Britta Simon
Rasten ohne Hasten?

Fotos: Björn Franke
370 gibt es in Deutschland. Mal architektonisch reizvoll, mal im Charme der vergangenen Jahrzehnte. Im Grunde nimmt man sie nicht wahr, sie ziehen vorüber an den Fenstern der Automobilisten, es sei denn, man verspürt Hunger bzw. Durst, den Bedarf des Besuches von sanitären Anlagen oder das Auto braucht neuen Betriebsstoff.
Ein Ort des Rastens, nur für einen Moment, für vielleicht eine halbe Stunde.
Man wird Teil der Umgebung, die sonst an einem vorbeizieht, und doch gefangen in einer abgezäunten Welt der Autobahn, Landkarten, Kinderbespassungsutensilien. Mittlerweile haben die üblichen Vertreter der Junkfood – Industrie Einzug erhalten, so kann die burgeraffine Familie ebenso speisen wie ältere Damen und Herren, die zwischendurch einen Kaffee trinken wollen.
Ein Ort des Rastens, nur für einen Moment, für vielleicht eine halbe Stunde.
Man wird Teil der Umgebung, die sonst an einem vorbeizieht, und doch gefangen in einer abgezäunten Welt der Autobahn, Landkarten, Kinderbespassungsutensilien. Mittlerweile haben die üblichen Vertreter der Junkfood – Industrie Einzug erhalten, so kann die burgeraffine Familie ebenso speisen wie ältere Damen und Herren, die zwischendurch einen Kaffee trinken wollen.
Biografien laufen nebeneinander her. Jeder verhaftet in sich selbst, das Ziel vor Augen, keine Zeit verlieren und schnell ankommen. Getrieben von Bedürfnissen, die den Menschen zum Halten zwingen. Die Herkunft, ob sozial oder geografisch, scheint egal.
Der fernfahrende Osteuropäer neben der aus dem Urlaub heimkehrenden Familie des Münsterlandes.
Der fernfahrende Osteuropäer neben der aus dem Urlaub heimkehrenden Familie des Münsterlandes.
Der Regisseur Christian Petzold setzte sich bei dem stilistisch der Berliner Schule zuzurechnenden Film „Wolfsburg“ mit der Veränderung der Psyche des Menschen durch das Automobil auseinander: „Autofahren ist eine Massentätigkeit – es wird aber als etwas Individuelles verkauft. Es ist dein Auto, du bist in deinem Auto, du und die Welt. Dieser vereinzelte Mensch, der da sitzt, umgeben von Navigationssystemen, Geruchsfiltern, Verkehrsfunk, ist in seinem eigenen Film…“ (fluter, bpb, 31.08.2005)
Jeder in seinem eigenen Film, der selbst in der Raststätte nicht unterbrochen wird, oder gar endet. Das Smalltalk- Gespräch an der Kasse im Vergleich zur symbolhaften Interaktion aus Lichthupe, Bremslicht und Gestik auf den Fahrbahnen: Ein Hauch persönlicher?
Der Ort bleibt institutionalisiert – „Wann geht’s weiter?“.
Jeder in seinem eigenen Film, der selbst in der Raststätte nicht unterbrochen wird, oder gar endet. Das Smalltalk- Gespräch an der Kasse im Vergleich zur symbolhaften Interaktion aus Lichthupe, Bremslicht und Gestik auf den Fahrbahnen: Ein Hauch persönlicher?
Der Ort bleibt institutionalisiert – „Wann geht’s weiter?“.
Am Fenster Platz nehmend und nach draußen blickend gönnen wir uns einen Moment des Stopps in der Brückenraststätte Dammer Berger. Unter uns nimmt das Wort „Mobilität“ in ansehbarer Weise weiterhin Gestalt an. Auf der A1 kriechen, schlängeln, fahren, drängeln, jagen – manchmal ganz getreu dem Motto „Ich geb’ Gas, ich will Spaß“ -Autos, Wohnwagen, wie auch Laster auf zwei Richtungsfahrbahnen unter der Brücke durch.
Wir scheinen uns dem mobilen Treiben entzogen zu haben und zugleich bleiben wir mobil, denn an diesem Ort verweilt keiner länger als ein paar Stunden. Und doch:
Wir scheinen uns dem mobilen Treiben entzogen zu haben und zugleich bleiben wir mobil, denn an diesem Ort verweilt keiner länger als ein paar Stunden. Und doch:

Fotos: Björn Franke
Dieser Ort soll ein Ort der Rast sein. Der Ruhe nach dem Sturm eines Staus, stehendes Ventil für den durch Anspannung geladenen Ärger eines knapp entkommenen Unfalls, der Möglichkeit zum stillen Örtchen, dem „Sind wir jetzt da?“ ein kurzes Ende zu setzen. Aber auch ohne einen dieser Gründe ist allein die Aussicht der Raststätte einen kurzen Besuch wert.
Über der ständigen Bewegung einer fahrenden Bevölkerung fragen wir uns, ob sich Menschen hier begegnen. Doch nach einem Austausch über die Art einer Begegnung kommen wir zu dem vorläufigen Schluss, dass sich die Wege verschiedenster Menschen an diesem Ort nicht mehr als nur kreuzen.
Die Vielen, die hier zusammenkommen, rasten aber rosten nicht. Jeder in der Gruppe der Kraftwagen fahrenden bleibt sich seinem Ziel bewusst. Das Besondere an diesem Ort: Er scheint weitestgehend frei zu sein von sonstigen Scheidewegen menschlicher Unterschiede. Eine gewisse Neutralität politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Machenschaften. Das Augenmerk liegt auf den Grundbedürfnissen des Menschen, nicht mehr und nicht weniger.
Über der ständigen Bewegung einer fahrenden Bevölkerung fragen wir uns, ob sich Menschen hier begegnen. Doch nach einem Austausch über die Art einer Begegnung kommen wir zu dem vorläufigen Schluss, dass sich die Wege verschiedenster Menschen an diesem Ort nicht mehr als nur kreuzen.
Die Vielen, die hier zusammenkommen, rasten aber rosten nicht. Jeder in der Gruppe der Kraftwagen fahrenden bleibt sich seinem Ziel bewusst. Das Besondere an diesem Ort: Er scheint weitestgehend frei zu sein von sonstigen Scheidewegen menschlicher Unterschiede. Eine gewisse Neutralität politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Machenschaften. Das Augenmerk liegt auf den Grundbedürfnissen des Menschen, nicht mehr und nicht weniger.
Fastfood, Fastfoot. Ich muss weiter!
Mobilitätsgetrieben stehen wir auf und gehen Richtung Parkplatz …
Mobilitätsgetrieben stehen wir auf und gehen Richtung Parkplatz …
von Björn Franke und Johanna Olberding
Raststätte “Dammer Berge”
“Dammer Berge” liegt an der A1 und erstreckt sich als eine von zwei Raststätten in Deutschland brückenförmig über die Autobahn. 2005 wurde die Anlage komplett renoviert. Seitdem gibt es dort Restaurants der Fastfood-Ketten Burger-King, Nordsee und Gustico, sowie zwei Coffee-Shops. In zwei Kiosk-ähnlichen Einkaufsbereichen bekommt man Tierfutter, Zeitschriften, Krawatten, Chips, CDs, Kinderspielzeug und vieles mehr, was man auf einer Autofahrt irgendwie brauchen könnte.
Wer die kostenpflichtige Toilette benutzt, erhält einen 50-Cent-Einkaufsgutschein, ansonsten sind die Preise – typisch Raststätte – heftig. Auch wer geistige Ablenkung vom Autofahren sucht, wird bedient: Eine Kinderecke lädt die lieben Kleinen, Geldspielgeräte die Zocker zum Spielen ein. Draußen wartet eine Kapelle auf durchreisende Christen, Eintrag im Gästebuch: „Bitte Herr, lass Bayern gegen Schalke gewinnen“. Und man kann natürlich auch tanken.
Wer die kostenpflichtige Toilette benutzt, erhält einen 50-Cent-Einkaufsgutschein, ansonsten sind die Preise – typisch Raststätte – heftig. Auch wer geistige Ablenkung vom Autofahren sucht, wird bedient: Eine Kinderecke lädt die lieben Kleinen, Geldspielgeräte die Zocker zum Spielen ein. Draußen wartet eine Kapelle auf durchreisende Christen, Eintrag im Gästebuch: „Bitte Herr, lass Bayern gegen Schalke gewinnen“. Und man kann natürlich auch tanken.
von Stefan Hirsch
Bilderalbum
Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders
Tagebuchausschnitt einer Cocktailmixerin
Samstag, 18.08.2007
17:00 Uhr: Hoch vom Sofa und ab in die Arbeitsklamotten. Schwarzes T-Shirt angezogen, Hawaiikette und Blinkis befestigt, Schminke ins Gesicht, das Lächeln nicht vergessen und ab in den Bus zum Stoppelmarkt. Es ist Samstag! Das bedeutet Stress pur und total betrunkene Gäste! Meine Lust schwindet schon als ich den Bus betrete. Alle sind in Feierlaune, nur ich muss arbeiten. Aber es hilft nichts…ans Geld denken, immer nur ans Geld denken, sage ich mir immer wieder.
18:00 Uhr: Los geht’s! Mein Arbeitsbereich ist die Cocktailbar. Jetzt beginnt der langweilige Teil. Die Bar muss aufgefüllt und geputzt werden.
19:00 Uhr: Gääääähnende Leere. An der Cocktailbar ist nichts los. Wir stehen uns die Beine in den Bauch und fangen aus Langeweile an, selbst gemixte Cocktail-Kreationen zu trinken. Man muss sich ja schließlich auf dem gleichen Level wie seine Gäste bewegen. 21:30 Uhr: Erste Gäste… Ich „prügel“ mich mit meiner Kollegin um die Bestellungen. Bitte! Gebt mir Arbeit! Der DJ macht sich langsam warm und wir essen noch schnell ein paar Käsebrote, um für die kommende Hungersnot vorbereitet zu sein.
23:30 Uhr: HILFE!!! Wo kommen auf einmal die ganzen Leute her??? Von der Langeweile in den totalen Stress. Jetzt heißt es nur noch: „Shaken bis der Arzt kommt!“ Die Musik dröhnt in den Ohren, die Erde bebt, die Gläser tanzen. Trotzdem haben wir Spaß an der Arbeit, die Leute sind gut drauf, und wir feiern hinter der Theke mit.
2:30 Uhr: „Wie bitte? Was möchten sie trinken?“ Versteh einer die Leute! Innerhalb von gut zwei Stunden sind die Gäste so betrunken, dass die Bestellungen kaum mehr zu verstehen sind. Da hilft nur noch mittrinken! Unsere Bäuche knurren um die Wette… Huunger! Hoffentlich haben wir bald Zeit für eine neue Ladung Käsebrote.
3:30 Uhr: Spätestens jetzt sind wir hinter der Bar Ansprechpartner für alle psychischen Problemchen von einsamen und gebrochenen Herzen bis hin zu Racheplänen für Exfreunde oder Exfreundinnen.
4:00 Uhr: Die Musik ist aus. ENDLICH!!! Langsam leert sich das Zelt. Nur noch wenige Gäste bestellen etwas. „Bitte!!! Fahrt doch alle nach Hause!“, denke ich und stelle mir mein warmes Bett vor. Ich will endlich liegen und meine Füße hochlegen.
5:00 Uhr: Der harte Kern ist immer noch da und ich fange schon an, mit meiner Kollegin die Cocktailbar wieder sauber zu machen.
6:00 Uhr: FEIERABEND! Das Zelt wird endlich dicht gemacht ,und die letzten Gäste gehen nach Hause.
6:30 Uhr: Endlich im Bett. Ich will nur noch schlafen…bis es morgen um 14:00 Uhr wieder losgeht. Puuuuh! Aber: …“ans Geld denken, immer nur ans Geld denken“, sage ich mir, noch bevor ich einschlafe.
von Sarah Gudenkauf























