Leben

Inhaltsverzeichnis:

Wie bewältige ich meinen Alltag?
Tipps zum Zeitmanagement

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Wenn einem etwas im Studium fehlt, neben Geld und regelmäßigen Mahlzeiten, dann ist es vor allem Zeit. Ob es sich um Zeit für Freunde, Lernen oder Arbeiten handelt, stets ist zu wenig davon da. Daher kommen hier ein paar hilfreiche Tipps, wie der Aktenstapel auch mal kleiner wird und nicht beständig anwächst.
© Gerd Altmann / PIXELIO
Kenne deine Termine!
Eine der Grundvoraussetzungen um seine Zeit sinnvoll zu nutzen, ist zu wissen, wann was erledigt werden muss. Daher empfiehlt es sich, alle Termine in einen Kalender, Organizer oder Notizheft einzutragen. Nur so kann man sehen, welche Dinge noch anstehen und vor allem wie viel Zeit man noch dafür hat. So ergibt sich auch eine erste Reihenfolge nach Dringlichkeit der Aufgaben. Allerdings sollte nicht der Fehler begangen werden, einen Tag vorher festzustellen, dass Morgen eine Hausarbeit abzugeben ist. Daher muss man kontinuierlich vorgehen und alle Termine sich möglichst sofort notieren. So können unvorhergesehene Ereignisse vermindert werden.
Kenne dich selbst!
Oftmals scheitert der Versuch einer vernünftigen Zeitplanung aber vor allem an einem selbst. Zwar weiß man, dass in einer Woche die Klausur ansteht, dennoch schafft man es nicht, sich vernünftig vorzubereiten. Irgendwie macht man immer etwas anderes. Daher ist es wichtig, sich selbst einschätzen zu können. Anstatt drei Tage am Stück lernen zu wollen, sollte man lieber eine Woche mit einer Vielzahl an Pausen einplanen. Kaum jemand kann so lange am Stück lernen, ohne dass sein Aufnahmevermögen darunter leidet. Lieber gleich den Besuch von Freunden, die Arbeitsschicht oder Uniparty mit in den Zeitplan aufnehmen und sich auch mal einen Tag Pause gönnen. Bei vielen kleinen Lern- bzw. Arbeitseinheiten hat man einerseits das Gefühl, immer etwas geschafft zu haben, andererseits fühlt man sich nicht überfordert.
Kenne deine Prioritäten!
Was ist jedoch zu tun, wenn der Geburtstag der besten Freundin genau vor einer wichtigen Klausur liegt? Immer wenn Kollisionen mehrerer Termine auftreten, gilt es abzuwägen. Dabei spielen vor allem die Einzigartigkeit und die Folgen eine Rolle. Es gilt jedoch stets zu bedenken, dass niemand nur von und fürs Studium alleine leben kann. Soziale Kontakte oder finanzielle Notwendigkeiten sind ebenso wichtig. Ein/e Student/in hat nicht nur die Aufgabe, die universitären Termine wahrzunehmen, sondern muss alle Termine miteinander vereinbaren. Einseitig nur eine Perspektive unterzubringen und andere dafür zu vernachlässigen, kann nicht das Ziel sein. Daher ist es keine Fehlplanung, eine Nachschreibklausur zu wählen, um einen Freund nicht hängen zu lassen, sondern nur eine Frage der eigenen Prioritäten.
Kenne deine Reserven!
Das größte Problem tritt auf, wenn zu viele Termine gleichzeitig auftreten und es gar nicht möglich ist, alle parallel wahrzunehmen. Darum gilt es im Vorfeld bereits, möglichst wenige dauerhafte und feststehende Termine anzunehmen. Bevor man sich daher überreden lässt jeden Donnerstag an einem Treffen teilzunehmen, sollte man erst gucken, ob man dafür nicht etwas anderes vernachlässigen muss. Im schlimmsten Fall kann es sonst vorkommen, dass man weder das eine, noch das andere schafft. Ergänzend, gehört aber auch die Abgabe von Aufgaben dazu. Es ist besser, sich Hilfe zu suchen und andere einige Dinge erledigen zu lassen, als sich selbst dauerhaft zu überfordern. Man muss nicht immer alles selber machen.
von Matthias Christ

Hommage à Vechta
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt!

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Fotos: Alexander Dressler
Es ist einer dieser schönen Tage in Vechta. Ich sitze im Wohnzimmer meiner WG und schiebe das Lernen erfolgreich auf, indem ich die uniVista lese, von vorne bis hinten, komplett, ganz bis ins kleinste Eck, um möglichst viel Zeit mit Nichtlernen zu verbringen. Da fällt es mir auf. Es nicht das erste Mal, dass ich das denke: Wieso wird hier immer vom “kleinen Vechta” geschrieben, wo nix los ist, wo alle nur studieren, weil sie nichts Besseres bekommen haben, wo am Wochenende alle entschwinden? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was wollen die Studenten denn, die sich beschweren? Ich beschließe, diesen Gerüchten ein Ende zu setzen und einen Bericht für die uniVista zu schreiben, eine Hommage an diese schöne Stadt, denn schließlich bin ich, glaube ich, nicht die Einzige, die das Wochenende hier verbringt, die gerne hier ist und die sich diese Stadt nicht nur zum Studieren sondern auch zum Wohnen und Leben ausgesucht hat. Ich setze mich also an meinen Laptop und hole mir einen Kreativitätsjoghurt. (Hier könnte ich noch eine Geschichte über den vollen Kühlschrank erzählen – darüber, dass es super ist, am Wochenende hier zu sein, weil alle meine Mitbewohner weg sind, und ich alles aufessen kann, was sie gekocht haben, weil es sonst übers Wochenende vergammeln würde! Aber immer der Reihe nach.) Nachdem ich also den übrig gebliebenen Salat gegessen habe (den Joghurt kann ich ja jetzt für später aufbewahren), fange ich an.
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Frauenherz begehrt. Na gut, außer einem H&M. Dafür gibt es gefühlte hundert Schuhläden, es gibt Douglas, Bijou Brigitte, unzählige andere Schmuck- und Taschenläden zum Konto-leer-kaufen (hier könnte mein Konto euch eine Geschichte erzählen … aber lassen wir das!), C&A, Esprit und vieles mehr. Das Shoppen hätten wir also schon mal geklärt. Ich glaube, auch die Friseurläden in Vechta kann man nicht mehr zählen. Außerdem gibt es Nagelstudios und Sonnenstudios, dm, Rossmann und Schlecker. Was will Frau also mehr?
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Männerherz begehrt. Mittlerweile gibt es sogar einen Irish Pub in Vechta, was will man(n) mehr. Hinzu kommen McDonalds und Burgerking, Pizza-, Pommes- und Dönerläden, feine Restaurants und schnelle Imbisse. Muckibuden sowieso, und nicht überall findet Mann so einen großen Golfplatz! Fußball gucken und Bier trinken kann man überall, auch Public Viewing gibt es in Vechta. Nicht zuletzt gibt es in Vechta auch noch einen Puff. Was will Mann also mehr? Es gibt sogar Kleidungsgeschäfte nur für Männer!
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Studentenherz begehrt, und trotzdem ist es klein genug, um alles mit dem Fahrrad zu erreichen. Zugegeben, Vechtas Nachtleben mag nicht so abwechslungsreich sein wie in Mega-Metropolen. Aber wenn man mal nachts durch die Große Straße läuft, ist schon so einiges los! (Hier könnte ich eine Geschichte über die Kneipentour erzählen, die ich letztens gemacht habe, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Man schafft echt nicht alle Kneipen in einer Nacht! Und mal ehrlich: Geht ihr bei euch zuhause jeden Abend in eine andere Kneipe oder Disco?)
Fotos: Alexander Dressler
Ihr wollt Kultur? Wenn man sich mal genauer umschaut, kriegt ihr Kultur satt. Ob Museum, Theater, Konzerte in der Stadt oder in urigen Locations, kulturelle Führungen und Abende, es ist alles da. (Hier könnte ich eine Geschichte über den Stadtwächter in Vechta erzählen, der Interessierte sonntags abends mit auf einen historischen Stadtspaziergang nimmt. Das war kulturig! Ganz schön interessant, was in Vechta alles so passiert ist!) Und nicht zuletzt haben wir schließlich gleich zwei Kulturreferenten im AStA sitzen, die neben regelmäßigen Unipartys auch andere Kulturevents organisieren. Wenn das mal nicht genug Kultur ist!
In Vechta ist also nichts los? Was man hier in der Freizeit so alles tun kann! Schwimmbäder, Bowlingbahn, Kino, Sportvereine, Musikläden, Straßenfeste, Flohmärkte gibt es haufenweise! Und wenn man einfach mal mit ein paar Freunden ein Eis essen gehen will oder sich in ein Café setzen möchte, dann ist das auch kein Problem. Roadshow in der Großen Straße inklusive …
Was braucht Student noch? Vielleicht eine schöne Umgebung? Natur pur in Vechta! Gut, den Güllegestank muss man manchmal aushalten, aber wirklich nur sehr selten. (Sonntags dürfen die sowieso nicht fahren. Aber wer sonntags nicht da ist, kann das wohl nicht wissen …) Dafür kann man schöne Radtouren machen, die ewig lang sind, Picknicks, bei denen man nicht von Autolärm gestört wird, zum nächsten einsam gelegenen See fahren oder zu Fuß einen Waldspaziergang machen. Da kann man sogar ab und zu ein kleines Eichhörnchen beobachten, welches nicht wie in Parks von Menschen dick und rund gefüttert wird.
Und wenn man dann neben der vielfältigen Kultur und stressigen Freizeit noch Zeit für Uni hat, kann man sich dort auch noch engagieren. Die studentische Mitbestimmung klappt hier schließlich viel besser und einfacher als an großen Unis. Egal ob Hochschulpolitik, sprich Fachräte, StuPa und Co. oder andere Freizeitaktivitäten wie Studentenbühne, Unichor, uniVista oder das umfangreiche Sportprogramm, hier lässt sich einiges machen, sollte man mal Langeweile kriegen. Was will Student also mehr?
Also liebe Leute: Vechta hat weit mehr zu bieten, als Ihr vielleicht glaubt. Wieso sagen denn sonst fast alle Sechstsemester: “Was bin ich froh, hier gelandet zu sein!” Und wenn nun Euer Argument ist: “Alle anderen fahren doch auch nach Hause!”, kann ich euch sagen: Stimmt nicht! Und wenn doch: Wenn Ihr selber bleibt und ein paar Leute einladet, werden auch schon welche dableiben. Das ist auch viel entspannter als jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Und überhaupt: Es studieren hier schließlich auch einige, die aus Vechta kommen. Was sollen die denn sagen?
von Wiebke Koch
Fotos: Alexander Dressler

Schlüsselnotstand
Warum nur immer ich?

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© Simone Hainz / PIXELIO
Und da ist es passiert
Klack! "Oh, nein!" Und so beginnt eine Herausforderung, die der ein oder andere sicher schon einmal erlebt hat. Es ist die alte Geschichte. Der Schlüssel ist nicht zur Hand und die Tür im Schloss. Ob er nun im Zimmer liegt, verloren ging oder gar entwendet wurde. Das Unheil nimmt nun also seinen Lauf. Natürlich ist niemand aus der WG zu Hause und es geht so langsam aufs Wochenende zu. Eigentlich sollte ja das längst überfällige Referat bearbeitet werden, doch nun schießen unzählige Gedanken durch den Kopf.
Schlüsselengel
Ein Schlüsseldienst könnte das Problem elegant lösen. Es ist nicht abgeschlossen, daher muss das Schloss nicht aufgebohrt oder die Tür aufgebrochen werden. Dennoch spukt einem noch die Geschichte eines Kommilitonen im Gedächtnis, der über 200 € bezahlen musste für zwei kleine Handgriffe. Aber ohne Telefonnummer und mit dem Telefonbuch sicher hinter der Tür, fällt das eh weg. Kompliziert!
Verbotene Künste
Da gab es doch aber mal einen Trick. Irgendwann hieß es mal im Fernsehen, dass Türen ganz einfach mit einer Kreditkarte zu öffnen seien. Rein in den kleinen Spalt zwischen Tür und Rahmen, runterziehen und schon sei sie offen. Nachdem der Zugriff aufs Konto nach erfolglosem Versuch nun auch nicht mehr funktioniert, ist die nächste Station das Fenster. Dummerweise war die letzte Handlung selbige zu schießen, bevor die Wohnung so leichtsinnig verlassen wurde. Eines verblieb zwar auf Kipp, aber so einfach wie immer erzählt wird, ist das mit dem Aufdrücken auch nicht. Die Nummer mit dem Dietrich bleibt außerdem lieber nur ein Gedanke, bevor das Schloss auch mit Schlüssel nicht mehr zu öffnen ist.
Kommunikation
Alleine geht es nicht weiter. Hilfe ist jetzt bitter nötig. Am besten wäre einen Mitbewohner zu erreichen, um zu klären, ob irgendwer noch vor dem Wochenende da ist. Doch dann der Schreck. Kein Geld mehr auf dem Handy. Wer jetzt ein w-lan-fähiges Gerät hat, ist definitiv im Vorteil. Nicht nur, dass das Uni-Netzwerk eine Chance bietet, auch die heimische Verbindung ist nutzbar direkt vor der Haustür. Per Mail, facebook, ICQ oder Skype gibt es gute Chancen für eine Kontaktaufnahme. Gerade heute ist jedoch keiner der Mitbewohner online. Die einzige Hoffnung ist nun ein freundlicher Nachbar, der einen telefonieren lässt. Aber es ist wie verhext, es will keiner rangehen.
Innere Dämonen
Langsam wird es auch ein Kampf gegen die Zeit und sich selbst, vor allem da das geplante Mensa-Essen ausfiel aufgrund der Schlüsselmisere. Da im Moment eh nichts weiter zu unternehmen ist, empfiehlt es sich erstmal Luft zu holen und eine Kleinigkeit zu essen. Während der Stärkung in einem nahen Restaurant, wird es jedoch beständig dunkler und Wolken ziehen auf. Es beginnt zu nieseln, wie könnte es auch anders sein. Ein wenig Verzweiflung keimt auf, aber zumindest ist es für den Moment warm.
Aufstieg
Gerade noch geschafft. Bevor es richtig anfing zu regnen, war die sichere, wohl bekannte Wohnungstür erreicht. Ein weiterer Versuch per Internet jemanden zu erreichen, bleibt jedoch erfolglos. Keiner der Mitbewohner meldet sich zurück. Wenigstens ein guter Freund ist da, dem man natürlich alle Einzelheiten der Sach- und Gefühlslage in aller dramatischen Kürze schildern kann. Da es mittlerweile immer später wird, kommt die Einladung bei ihm zu Übernachten mehr als recht. Leider muss noch der Weg durch halb Vechta zurückgelegt werden und die Laternen gehen gerade aus. Augen zu und durch!
Erlösung
Am nächsten Morgen gibt es erstmal ein kräftiges Frühstück. Dann erreicht man sogar endlich eine Mitbewohnerin. Diese schlägt vor, den Vermieter anzurufen und tut dies auch gleich. Ein paar Stunden später ist man wieder zu Hause! Der Alptraum ist beendet. Wenn man also in so eine unangenehme Situation kommt, sollte man ruhig bleiben. Der teure Schlüsseldienst sollte eine Notlösung bleiben. Der „Schlüssel zum Erfolg“ ist viel mehr in den sozialen Netzwerken zu suchen oder für die extrem Vergesslichen in einer Schlüsselkopie, die beispielsweise bei Wessel in Vechta zu erhalten ist. Man sollte dies jedoch dem Vermieter mitteilen und um Erlaubnis fragen. Zumindest eines ist sicher, der Schlüssel wird in Zukunft auf jeden Fall mehr Aufmerksamkeit bekommen.
von Matthias Christ

Vechta ist …!
Eindrücke von Jung und Alt

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Fotos: Johanna-Maria Jaromin
Weihnachten und Neujahr sind überstanden, gegebenenfalls sind auch die Erinnerungen daran erhalten geblieben und man kann stolz auf ein beinahe vollendetes erstes oder vorletztes Semester zurückblicken.
Neue Eindrücke von Vechta wurden gewonnen, alte wurden nochmal bestätigt und ein neues Image wurde erlangt: Unistadt Vechta!
Doch was genau bedeutet Vechta für uns?
Mithilfe von einigen Befragten aus unterschiedlichen Semestern bin ich zu folgendem Ergebnis gekommen:
Vechta ist eine süße Kleinstadt, die mit ihren freundlichen Bewohnern ein angenehmes Klima verkörpert. Man fühlt sich behütet, sicher und im Gegensatz zu Großstädten sind die Wohnungen recht günstig.
In den Läden wird man meistens mit einem Lächeln willkommen geheißen und selbst auf der Straße wird man oft freundlich gegrüßt.
Vechta ist für viele ein Ort, der nicht allzu weit weg von zuhause liegt und besonders die Familienmenschen unter uns aufatmen lässt. Kinder von Heimweh können jederzeit nach Hause fahren und gleichzeitig die Vorteile des Alleinlebens genießen. Auch die Adventszeit hat vielen imponiert und einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Von dem kuscheligen Weihnachtsschmuck und den gemütlichen Verzierungen wurde man auf ein gelegentliches Tässchen oder sogar Fässchen Glühwein überredet. Man musste nicht einmal alleine trinken, denn Vechta ist ebenfalls als geselliges Fleckchen anerkannt, wo man schnell Kontakte knüpfen kann – und sei es am Bahnhof.
Auch die Uni konnte die Herzen vieler gewinnen. Zu ihren Stärken gehört, dass sie viel persönlicher ist, sehr gut betreut und außerdem ungewöhnlich gut unterstützt. Man hat sich während der Einführung in das Studium nie allein und im Stich gelassen gefühlt. Des Weiteren empfindet man es als sehr lobenswert, dass die Uni ihre Studenten verwöhnt. Weihnachtsfeiern, wöchentliche Unipartys, der Uniball und vieles mehr sind Erlebnisse, die viele nicht mehr missen wollen.
Doch während das verträumte Vechta für die Einen eine kleine Idylle ist, ist es für die Anderen der unspektakuläre Notfallplan. Abenteuerlustige Herzen sind von der andauernden Stille unterfordert. Ihr Tatendrang kann mit dem aktuellen Angebot in Vechta nicht gestillt werden. Viele würden es sehr begrüßen, wenn die Stadt gelegentlich etwas wildere Möglichkeiten bieten und somit die Jugend besser ansprechen würde. Aspekte, die die Jugend von heute prägen, sind in Vechta nur im klassischen, nicht jedoch im modernen Sinne wiederzufinden. Beispielsweise ist das Nichtvorhandensein eines H&M-Shops vielen Studentinnen ein Dorn im Auge, den Musikliebhabern unter uns dagegen fehlt eine Konzerthalle mit regelmäßigem populären Besuch.
Vechta bietet auch für viele keinen attraktiven Ort, um dort gegebenenfalls die Semesterferien zu verbringen, wofür zum Teil das eingeschränkte Semesterticket verantwortlich gemacht wird. Obwohl Vechta von attraktiven Städten umgeben ist, wird die Chance kaum genutzt, da es vielen durch die halben Weltreisen, die stark begrenzte Gültigkeit des Tickets und somit den Zusatzkosten, madig gemacht wird.
Last, but not least bleibt zu sagen, dass Vechta ein Ort ist, an dessen Universität sich der Testosteronspiegel gerne erhöhen darf und es kein besseres Plätzchen zum Studieren gibt, wo man(n) besser aufgehoben ist.
Was ist Vechta für dich?
von Johanna-Maria Jaromin

Bilderalbum
uniVista No. 18: Vechta im Winter

Mein innerdeutscher Migrationshintergrund

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© Thomas Max Müller / PIXELIO
Sicher, die wenigsten von Euch kommen direkt aus Vechta, die meisten vermutlich aus dem Emsland, oder wie ich: aus Ostfriesland. Aber so wirklich Ostfriesin bin ich eigentlich gar nicht. Denn ich bin innerdeutsche Migrantin zweiter Generation.
Nachdem meine Eltern irgendwann in den Siebzigern in Ostfriesland Urlaub machten, fassten sie nach der Heimkehr nach Kaiserslautern den Entschluss nach Ostfriesland zu ziehen. Es gibt drei Möglichkeiten, die ich dafür in Betracht ziehe:
1. Weil das Land so schön ist (und jetzt bitte keine Einwände!); 2. Arbeit; 3. Um die eigene Souveränität gegenüber der restlichen Familie zu sichern. Die blieb nämlich größtenteils in der Pfalz zurück.
So packten sie ihre Sachen und rund zehn Jahre später waren mein Bruder und ich auch schon da. Und uns beschäftigten einige Thematiken, die so manch andere MigrantInnen zweiter Generation vermutlich in ähnlicher Form kennen.
Angefangen bei der Sprache, was zwar nicht die deutsche Sprache an sich betrifft, aber eine, die in Teilen Ostfrieslands stärker vertreten sein kann als Hochdeutsch: das Plattdeutsche.
Foto: Pia Klein
Des Öfteren musste ich mir von ostfriesischen Bekannten vorwerfen lassen, ich sei selbst schuld daran, dass ich kaum Plattdeutsch spräche. Fakt ist dabei dennoch, dass man damit nicht zwangsläufig in Berührung kommen muss, wenn man in Ostfriesland aufwächst. Meine Eltern sprechen schließlich schönstes Pfälzisch. Dort sieht der Genitiv im Vergleich zum Hochdeutsch (z. B. “Hans‘ Auto”) ungefähr so aus: “Demm Hans soi Audo”. Es gibt keine Gurken, es gibt Gummern. Kartoffeln sind Krumbeere. Das Endstück eines Brotes (im Norden meist Knust genannt) heißt Knärzje. Man setzt sich nicht in ein Café sondern in e Kaffee.
Meine Freunde hingegen sprechen, obgleich sie größtenteils Ostfriesen sind, Hochdeutsch mit mir. Sie, Lehrer und alle anderen um mich herum sprachen es und so eignete ich mir in erster Linie Hochdeutsch an. Natürlich kann ich auch Pfälzisch sprechen, aber mir fehlt die Übung. Im Hören und Übersetzen bin ich jedoch ganz groß und muss ziemlich oft das, was meine Eltern sagen, für meine Freunde übersetzen. Im Laufe der Zeit entwickelte ich ein sonderbares Kauderwelsch aus Hochdeutsch, plattdeutschen und pfälzischen Begriffen.
Dann sind da noch die Traditionen und das übrige Verhalten. Das Verhalten der Pfälzer gegenüber den Ostfriesen ist sehr kontrastreich.
Ostfriesen scheinen den höchsten Pro-Kopf-Teeverbrauch der Erdbevölkerung zu haben. Es gibt immer Tee. Am liebsten natürlich schwarzen Tee mit Kluntje
und Sahne. Meine Nachbarn trinken jeden Tag um Punkt 17 Uhr Tee. In der Pfalz gibt es hingegen den ganzen Tag Kaffee. Möglich, dass daraus das Temperament der Pfälzer entstammt. Sie scheinen permanent aufgeregt und nervös zu sein. Ostfriesen hingegen wirken ruhig und gelassen, als hätten sie keine Eile. Hat man in der Pfalz eine Autopanne und wechselt einen Reifen, sind sofort zehn Pfälzer da, die es besser können. In Ostfriesland würde sich eine einzige verirrte Seele neben die arbeitende Person stellen, viele Minuten schweigend bei der Arbeit zusehen und irgendwann trocken fragen: “Mokst dat ook richtig?”
Komplimente werden von manchen Pfälzern gerne als Fragen formuliert. Nehmen wir an, wir haben einen Kuchen gebacken. Der Pfälzer sagt: “Hasche schee gemach, gell?” Der Ostfriese … Naja, der Ostfriese lässt sich generell schwer begeistern. Er sagt einfach: “Schmeckt wohl.”
Es sind diese Unterschiede, die meine Stereotypen von Pfälzern und Ostfriesen definieren. Sie basieren auf meinen subjektiven Beobachtungen. Sollte ich durch eine meiner Ausführungen jemanden gekränkt haben, tut es mir leid. Schreibt einen Kommentar. Vielleicht les ich ihn mir durch. Hat aber Zeit. Denn eigentlich bin ich Ostfriesin. Ich bin zu Hause, wenn der Deich erklommen ist und Muscheln, Steine und Sand unter meinen Schuhen knirschen. Wenn der Wind mir durch das Haar streicht, die Luft nach Salz riecht und das Meer … Ei, wo isses dann? Net do? Ebbe? Och jo. Alle hopp, gehn mer heem.
von Pia Klein
© Uwe Steen / PIXELIO

Die Welt in Tönen und Farben erschmecken

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Der Zimt riecht pink. Die Sonne schmeckt süß. Der Freitag ist feminin. Das Saxophon klingt quadratisch. Die 6 erscheint geschwätzig.
Die Sinne der Synästhetiker verschmelzen. Sie hören Farben, sehen Musik oder schmecken Ziffern. Solcherlei Aussagen klingen für viele Menschen befremdlich. Dennoch ist Synästhesie* kein Hirngespinst, sondern ein Phänomen, dessen medizinische Ursachen innerhalb der letzten 30 Jahre versucht wurde mit Hilfe der neuesten technologischen Durchbrüche zu entschlüsseln. 
So wird zum jetzigen Zeitpunkt davon ausgegangen, dass bestimmte neuronale Verbindungen für die ungewöhnliche Verkopplung der Sinne verantwortlich sind. Die Forscher vermuten, dass jedes Neugeborene bis zu seinem vierten Lebensmonat die Welt um sich herum synästhetisch wahrnimmt. Mit der Reifung des Gehirns beginnen die Sinne zum größten Teil autonom ihre Aufgaben zu erfüllen.
Bei wenigen Menschen bleiben diese speziellen Verknüpfungen ein Leben lang erhalten. Wie viele Synästhetiker es wirklich gibt, konnte noch nicht genau festgestellt werden. Häufig ist von dem Verhältnis 1:2000 die Rede.
Synästhesie kann verschiedenste Formen annehmen. So ist in der Theorie fast jede Kombination der Sinne denkbar, auch wenn noch nicht alle von ihnen bei Synästhetikern entdeckt werden konnten.
Die Ursache hierfür liegt zum einen an der noch sehr jungen Forschung, zum anderen daran, dass viele Menschen nichts von ihrer Synästhesie wissen. Sie gehen davon aus, dass jeder seine Umwelt auf dieselbe Weise erfährt. Die ungewöhnlichen Gefühle und Verbindungen werden als selbstverständlich beschrieben, da die eigene Welt nie anders erlebt wurde.
synaethesie14
“Einige Kreise” von Wassily Kandinsky (1926)
Nicht-Synästhetiker haben nur bis zu einem gewissen Grad die Möglichkeit synästhetische Empfindungen nachzuvollziehen. Das unwillkürliche, immer gleiche Empfinden bei diesen synästhetischen Erfahrungen bleibt ihnen verborgen. Der einzig mögliche Zugang zu der Perzeption* eines Synästhetikers ist nur unter Hinzunahme des Begriffs der Assoziation denkbar. Diese beiden Vorgänge können nicht gleichgesetzt werden, jedoch dem Verständnis dienlich sein. Jeder kann beispielsweise musikalische Wahrnehmungen mit Begriffen aus anderen Bereichen verknüpfen. Wir können über eine  Komposition aussagen, dass sie zu uns spricht, springt oder sich steigert. Derartige Gedankengänge sind für die meisten Menschen gut nachvollziehbar. Genau hier muss jedoch die Assoziation von der Synästhesie differenziert werden. Der Empfänger der Assoziation kann diese nur erleben, wenn er sich auf eine solche einlässt.
Der Synästhetiker hingegen hat keine Wahl. So wird die 6 immer rot, vertraut und feminin sein. Es entstehen untrennbare Einheiten, die nicht nur dann ablaufen, wenn über die Zahl gesprochen, sondern auch wenn nur an diese gedacht wird. Stehen auf einem Blatt schwarze Zahlen, werden sie dennoch, sobald sie gelesen und die Informationen im Gehirn verarbeitet werden, zu bunten Ziffern. Jeder Synästhetiker verbindet hierbei andere Farben und nicht nur diese bleiben über die Jahre erhalten, sondern auch die jeweiligen Nuancen. Ein Magentarot wäre genauso falsch wie Blau, da die 6 immer Weinrot sein muss.
Dass der Klang einer Trompete gelb und kantig erscheint, kann nur von einem Farbenhör-Synästhetiker, wie es zum Beispiel der Künstler Wassily Kandinsky war, nachempfunden werden. Ein Synästhetiker kann nämlich aufgrund seiner Veranlagung andere Synästhesiearten nicht nachvollziehen. Für eine Person, die Töne schmecken kann, und einen Nicht-Synästhetiker ist es gleichermaßen abstrus zu hören, dass jemand Grapheme personifiziert*.

Synästehie: Altgriech. für „mitempfinden“ oder “zugleich wahrnehmen”.
Perzeption: Unbewusste Prozesse individueller Informations- und Wahrnehmungsverarbeitung.
Graphem-Personifikationen: Dabei werden Zahlen oder Buchstaben Geschlechtern oder Persönlichkeitseigenschaften zugeordnet.
Wir sehen Farben, hören Töne, riechen Gerüche, ertasten und empfinden.
Diese Vorgänge wirken auf uns, als seien sie unmittelbar und stünden im direkten Kontakt mit der einen, allgemeingültigen Wirklichkeit. Doch neuronale Signale werden von unserem Gehirn nach festgelegten Kriterien subjektiv bewertet und gedeutet. Somit kann unsere eigens durch die Sinne kreierte Welt als dynamisches Konstrukt des Gehirns angesehen werden. Die Hypothese, dass jedes Individuum in seiner eigenen Realität lebt, die es sich zuvor selbst erschaffen musste, kann durch die eigene undurchdringbare Isolation, welche damit vorausgesetzt wird, angsteinflößend erscheinen.
Durch die Erfahrungsberichte der Synästhetiker entsteht jedoch eine Art Praxis zu dieser Theorie, mit derer es uns leichter fallen kann, sich der Individualität der eigenen Wahrnehmung bewusst zu werden und somit vielleicht sogar Einblicke in konträre Weltbilder zu gewinnen.
von Franziska Kliefoth

Fáilte go hÉireann – Willkommen in Irland

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Fotos: Britta Simon
Für wen das Auslandssemester vor der Tür steht oder wer lediglich eine Auszeit von der deutschen Lebensweise sucht, dem sei ein Aufenthalt auf Europas Grüner Insel empfohlen.
Die Republik Irland, die den westlichsten Punkt Europas markiert, trägt ihren Beinamen mit Recht. Wer die größeren Städte verlässt und im Land reist, findet sich schnell in einer unwirklichen Welt wieder. Unberührte Natur, raue Berglandschaften und wilde Bäche in weiten Nationalparks prägen das Bild. Dazwischen vereinzelte Wohnhäuser, die die Frage aufkommen lassen, wen es dauerhaft an solche abgelegenen Orte verschlägt. Die Liebe zu ihrem Land, ihrer Kultur und Tradition prägen den Stolz der Iren. So findet man an Straßen und öffentlichen Gebäuden sowohl die Amtssprache Englisch als auch des Irish Gaelic. Letzteres ist fester Bestandteil des Lehrplans an den meisten staatlichen Schulen. Patriotisch sind die Iren nicht nur in punkto Kultur. Auch im Sport dominiert der auf Irland begrenzte Gaelic Football, eine Mischung aus Rugby und Soccer. Daneben steht das etwas bekanntere Hurling. Beide Sportarten werden in reinen Amateurligen gespielt, dennoch brechen die alljährlichen championship-finals alle Zuschauerrekorde. Die im restlichen Europa beliebte Fußball-Liga findet in Irland eher zweitrangig Beachtung, was mitunter auch an der eher geringeren Beteiligung an internationalen Wettbewerben liegen kann.
Ein Problem, mit welchem sich Irland seit mehreren Jahren konfrontiert sieht, ist der hohe Alkoholkonsum Jugendlicher. Im Zuge des Intoxicating Liquor Act 2008 führte die Regierung diesen Sommer nicht nur ein generelles nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol ein, sondern erhöhte die Bußgelder für die illegale Abgabe an Jugendliche und das Betrinken in der Öffentlichkeit drastisch. In diesem Zuge soll ein verantwortungsbewussterer Umgang mit Alkohol gewährleistet werden. Auch die Verkehrssicherheit innerhalb des Landes wird stark debattiert. So hält Irland momentan einen traurigen Rekord: Neben Griechenland zählt es zu den Spitzenreitern in punkto Verkehrstoten innerhalb der EU. Eine Tatsache, die nicht zuletzt auf das mitunter unzulängliche Verkehrssystem, vor allem außerhalb der Großstädte, zurückzuführen ist.
Obwohl die wirtschaftliche Hochkonjunktur der irischen Republik inzwischen abflaut, sind die Lebenshaltungskosten im Vergleich zu Deutschland immens. So kann mitunter das Doppelte der Kosten hierzulande für Lebensmittel und Konsumgüter veranschlagt werden. Kurzurlaubern und Rucksacktouristen sei daher ein Carepaket aus der Heimat empfohlen, welches ohne Probleme im Koffer oder Rucksack transportiert und ins Land eingeführt werden kann.
Wer an Kultur und Natur seinen Gefallen gefunden hat, der sollte einen Aufenthalt in Irland nicht missen und sich die Zeit nehmen, Land und Leute zu erkunden. In jedem größeren Ort sind Unterkünfte vorhanden und die Gastfreundlichkeit der Iren macht jeden Aufenthalt, ob kurz oder lang, zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Weitere Informationen findet ihr unter:
www.discoverireland.ie
von Britta Simon

Rasten ohne Hasten?

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Fotos: Björn Franke
370 gibt es in Deutschland. Mal architektonisch reizvoll, mal im Charme der vergangenen Jahrzehnte. Im Grunde nimmt man sie nicht wahr, sie ziehen vorüber an den Fenstern der Automobilisten, es sei denn, man verspürt Hunger bzw. Durst, den Bedarf des Besuches von sanitären Anlagen oder das Auto braucht neuen Betriebsstoff.
Ein Ort des Rastens, nur für einen Moment, für vielleicht eine halbe Stunde.
Man wird Teil der Umgebung, die sonst an einem vorbeizieht, und doch gefangen in einer abgezäunten Welt der Autobahn, Landkarten, Kinderbespassungsutensilien. Mittlerweile haben die üblichen Vertreter der Junkfood – Industrie Einzug erhalten, so kann die burgeraffine Familie ebenso speisen wie ältere Damen und Herren, die zwischendurch einen Kaffee trinken wollen.
Biografien laufen nebeneinander her. Jeder verhaftet in sich selbst, das Ziel vor Augen, keine Zeit verlieren und schnell ankommen. Getrieben von Bedürfnissen, die den Menschen zum Halten zwingen. Die Herkunft, ob sozial oder geografisch, scheint egal.
Der fernfahrende Osteuropäer neben der aus dem Urlaub heimkehrenden Familie des Münsterlandes.
Der Regisseur Christian Petzold setzte sich bei dem stilistisch der Berliner Schule zuzurechnenden Film „Wolfsburg“ mit der Veränderung der Psyche des Menschen durch das Automobil auseinander: „Autofahren ist eine Massentätigkeit – es wird aber als etwas Individuelles verkauft. Es ist dein Auto, du bist in deinem Auto, du und die Welt. Dieser vereinzelte Mensch, der da sitzt, umgeben von Navigationssystemen, Geruchsfiltern, Verkehrsfunk, ist in seinem eigenen Film…“ (fluter, bpb, 31.08.2005)
Jeder in seinem eigenen Film, der selbst in der Raststätte nicht unterbrochen wird, oder gar endet. Das Smalltalk- Gespräch an der Kasse im Vergleich zur symbolhaften Interaktion aus Lichthupe, Bremslicht und Gestik auf den Fahrbahnen: Ein Hauch persönlicher?
Der Ort bleibt institutionalisiert – „Wann geht’s weiter?“.
Am Fenster Platz nehmend und nach draußen blickend gönnen wir uns einen Moment des Stopps in der Brückenraststätte Dammer Berger. Unter uns nimmt das Wort „Mobilität“ in ansehbarer Weise weiterhin Gestalt an. Auf der A1 kriechen, schlängeln, fahren, drängeln, jagen – manchmal ganz getreu dem Motto „Ich geb’ Gas, ich will Spaß“ -Autos, Wohnwagen, wie auch Laster auf zwei Richtungsfahrbahnen unter der Brücke durch.
Wir scheinen uns dem mobilen Treiben entzogen zu haben und zugleich bleiben wir mobil, denn an diesem Ort verweilt keiner länger als ein paar Stunden. Und doch:
Fotos: Björn Franke
Dieser Ort soll ein Ort der Rast sein. Der Ruhe nach dem Sturm eines Staus, stehendes Ventil für den durch Anspannung geladenen Ärger eines knapp entkommenen Unfalls, der Möglichkeit zum stillen Örtchen, dem „Sind wir jetzt da?“ ein kurzes Ende zu setzen. Aber auch ohne einen dieser Gründe ist allein die Aussicht der Raststätte einen kurzen Besuch wert.
Über der ständigen Bewegung einer fahrenden Bevölkerung fragen wir uns, ob sich Menschen hier begegnen. Doch nach einem Austausch über die Art einer Begegnung kommen wir zu dem vorläufigen Schluss, dass sich die Wege verschiedenster Menschen an diesem Ort nicht mehr als nur kreuzen.
Die Vielen, die hier zusammenkommen, rasten aber rosten nicht. Jeder in der Gruppe der Kraftwagen fahrenden bleibt sich seinem Ziel bewusst. Das Besondere an diesem Ort: Er scheint weitestgehend frei zu sein von sonstigen Scheidewegen menschlicher Unterschiede. Eine gewisse Neutralität politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher Machenschaften. Das Augenmerk liegt auf den Grundbedürfnissen des Menschen, nicht mehr und nicht weniger.
Fastfood, Fastfoot. Ich muss weiter!
Mobilitätsgetrieben stehen wir auf und gehen Richtung Parkplatz …
von Björn Franke und Johanna Olberding
Raststätte “Dammer Berge”
“Dammer Berge” liegt an der A1 und erstreckt sich als eine von zwei Raststätten in Deutschland brückenförmig über die Autobahn. 2005 wurde die Anlage komplett renoviert. Seitdem gibt es dort Restaurants der Fastfood-Ketten Burger-King, Nordsee und Gustico, sowie zwei Coffee-Shops. In zwei Kiosk-ähnlichen Einkaufsbereichen bekommt man Tierfutter, Zeitschriften, Krawatten, Chips, CDs, Kinderspielzeug und vieles mehr, was man auf einer Autofahrt irgendwie brauchen könnte.
Wer die kostenpflichtige Toilette benutzt, erhält einen 50-Cent-Einkaufsgutschein, ansonsten sind die Preise – typisch Raststätte – heftig. Auch wer geistige Ablenkung vom Autofahren sucht, wird bedient: Eine Kinderecke lädt die lieben Kleinen, Geldspielgeräte die Zocker zum Spielen ein. Draußen wartet eine Kapelle auf durchreisende Christen, Eintrag im Gästebuch: „Bitte Herr, lass Bayern gegen Schalke gewinnen“. Und man kann natürlich auch tanken.
von Stefan Hirsch

Bilderalbum
uniVista No. 08: Rasten ohne Hasten

Das war euer Sommer: Der Stoppelmarkt …mal anders
Tagebuchausschnitt einer Cocktailmixerin

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Samstag, 18.08.2007
17:00 Uhr: Hoch vom Sofa und ab in die Arbeitsklamotten. Schwarzes T-Shirt angezogen, Hawaiikette und Blinkis befestigt, Schminke ins Gesicht, das Lächeln nicht vergessen und ab in den Bus zum Stoppelmarkt. Es ist Samstag! Das bedeutet Stress pur und total betrunkene Gäste! Meine Lust schwindet schon als ich den Bus betrete. Alle sind in Feierlaune, nur ich muss arbeiten. Aber es hilft nichts…ans Geld denken, immer nur ans Geld denken, sage ich mir immer wieder.
18:00 Uhr: Los geht’s! Mein Arbeitsbereich ist die Cocktailbar. Jetzt beginnt der langweilige Teil. Die Bar muss aufgefüllt und geputzt werden.
19:00 Uhr: Gääääähnende Leere. An der Cocktailbar ist nichts los. Wir stehen uns die Beine in den Bauch und fangen aus Langeweile an, selbst gemixte Cocktail-Kreationen zu trinken. Man muss sich ja schließlich auf dem gleichen Level wie seine Gäste bewegen. 21:30 Uhr: Erste Gäste… Ich „prügel“ mich mit meiner Kollegin um die Bestellungen. Bitte! Gebt mir Arbeit! Der DJ macht sich langsam warm und wir essen noch schnell ein paar Käsebrote, um für die kommende Hungersnot vorbereitet zu sein.
23:30 Uhr: HILFE!!! Wo kommen auf einmal die ganzen Leute her??? Von der Langeweile in den totalen Stress. Jetzt heißt es nur noch: „Shaken bis der Arzt kommt!“ Die Musik dröhnt in den Ohren, die Erde bebt, die Gläser tanzen. Trotzdem haben wir Spaß an der Arbeit, die Leute sind gut drauf, und wir feiern hinter der Theke mit.
2:30 Uhr: „Wie bitte? Was möchten sie trinken?“ Versteh einer die Leute! Innerhalb von gut zwei Stunden sind die Gäste so betrunken, dass die Bestellungen kaum mehr zu verstehen sind. Da hilft nur noch mittrinken! Unsere Bäuche knurren um die Wette… Huunger! Hoffentlich haben wir bald Zeit für eine neue Ladung Käsebrote.
3:30 Uhr: Spätestens jetzt sind wir hinter der Bar Ansprechpartner für alle psychischen Problemchen von einsamen und gebrochenen Herzen bis hin zu Racheplänen für Exfreunde oder Exfreundinnen.
4:00 Uhr: Die Musik ist aus. ENDLICH!!! Langsam leert sich das Zelt. Nur noch wenige Gäste bestellen etwas. „Bitte!!! Fahrt doch alle nach Hause!“, denke ich und stelle mir mein warmes Bett vor. Ich will endlich liegen und meine Füße hochlegen.
5:00 Uhr: Der harte Kern ist immer noch da und ich fange schon an, mit meiner Kollegin die Cocktailbar wieder sauber zu machen.
6:00 Uhr: FEIERABEND! Das Zelt wird endlich dicht gemacht ,und die letzten Gäste gehen nach Hause.
6:30 Uhr: Endlich im Bett. Ich will nur noch schlafen…bis es morgen um 14:00 Uhr wieder losgeht. Puuuuh! Aber: …“ans Geld denken, immer nur ans Geld denken“, sage ich mir, noch bevor ich einschlafe.
von Sarah Gudenkauf

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