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Fotos: Alexander Dressler
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Es ist einer dieser schönen Tage in Vechta. Ich sitze im Wohnzimmer meiner WG und schiebe das Lernen erfolgreich auf, indem ich die uniVista lese, von vorne bis hinten, komplett, ganz bis ins kleinste Eck, um möglichst viel Zeit mit Nichtlernen zu verbringen. Da fällt es mir auf. Es nicht das erste Mal, dass ich das denke: Wieso wird hier immer vom “kleinen Vechta” geschrieben, wo nix los ist, wo alle nur studieren, weil sie nichts Besseres bekommen haben, wo am Wochenende alle entschwinden? Das kann doch wohl nicht wahr sein! Was wollen die Studenten denn, die sich beschweren? Ich beschließe, diesen Gerüchten ein Ende zu setzen und einen Bericht für die uniVista zu schreiben, eine Hommage an diese schöne Stadt, denn schließlich bin ich, glaube ich, nicht die Einzige, die das Wochenende hier verbringt, die gerne hier ist und die sich diese Stadt nicht nur zum Studieren sondern auch zum Wohnen und Leben ausgesucht hat. Ich setze mich also an meinen Laptop und hole mir einen Kreativitätsjoghurt. (Hier könnte ich noch eine Geschichte über den vollen Kühlschrank erzählen – darüber, dass es super ist, am Wochenende hier zu sein, weil alle meine Mitbewohner weg sind, und ich alles aufessen kann, was sie gekocht haben, weil es sonst übers Wochenende vergammeln würde! Aber immer der Reihe nach.) Nachdem ich also den übrig gebliebenen Salat gegessen habe (den Joghurt kann ich ja jetzt für später aufbewahren), fange ich an.
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Frauenherz begehrt. Na gut, außer einem H&M. Dafür gibt es gefühlte hundert Schuhläden, es gibt Douglas, Bijou Brigitte, unzählige andere Schmuck- und Taschenläden zum Konto-leer-kaufen (hier könnte mein Konto euch eine Geschichte erzählen … aber lassen wir das!), C&A, Esprit und vieles mehr. Das Shoppen hätten wir also schon mal geklärt. Ich glaube, auch die Friseurläden in Vechta kann man nicht mehr zählen. Außerdem gibt es Nagelstudios und Sonnenstudios, dm, Rossmann und Schlecker. Was will Frau also mehr?
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Männerherz begehrt. Mittlerweile gibt es sogar einen Irish Pub in Vechta, was will man(n) mehr. Hinzu kommen McDonalds und Burgerking,
Pizza-, Pommes- und Dönerläden, feine Restaurants und schnelle Imbisse. Muckibuden sowieso, und nicht überall findet Mann so einen großen Golfplatz! Fußball gucken und Bier trinken kann man überall, auch Public Viewing gibt es in Vechta. Nicht zuletzt gibt es in Vechta auch noch einen Puff. Was will Mann also mehr? Es gibt sogar Kleidungsgeschäfte nur für Männer!
Vechta. Was für eine wundervolle Stadt! Hier gibt es doch alles, was das Studentenherz begehrt, und trotzdem ist es klein genug, um alles mit dem Fahrrad zu erreichen. Zugegeben, Vechtas Nachtleben mag nicht so abwechslungsreich sein wie in Mega-Metropolen. Aber wenn man mal nachts durch die Große Straße läuft, ist schon so einiges los! (Hier könnte ich eine Geschichte über die Kneipentour erzählen, die ich letztens gemacht habe, aber das würde den Rahmen sprengen. Nur so viel: Man schafft echt nicht alle Kneipen in einer Nacht! Und mal ehrlich: Geht ihr bei euch zuhause jeden Abend in eine andere Kneipe oder Disco?)
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Fotos: Alexander Dressler
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Ihr wollt Kultur? Wenn man sich mal genauer umschaut, kriegt ihr Kultur satt. Ob Museum, Theater, Konzerte in der Stadt oder in urigen Locations, kulturelle Führungen und Abende, es ist alles da. (Hier könnte ich eine Geschichte über den Stadtwächter in Vechta erzählen, der Interessierte sonntags abends mit auf einen historischen Stadtspaziergang nimmt. Das war kulturig! Ganz schön interessant, was in Vechta alles so passiert ist!) Und nicht zuletzt haben wir schließlich gleich zwei Kulturreferenten im
AStA sitzen, die neben regelmäßigen Unipartys auch andere Kulturevents organisieren. Wenn das mal nicht genug Kultur ist!
In Vechta ist also nichts los? Was man hier in der Freizeit so alles tun kann! Schwimmbäder, Bowlingbahn, Kino, Sportvereine, Musikläden, Straßenfeste, Flohmärkte gibt es haufenweise! Und wenn man einfach mal mit ein paar Freunden ein Eis essen gehen will oder sich in ein Café setzen möchte, dann ist das auch kein Problem. Roadshow in der Großen Straße inklusive …
Was braucht Student noch? Vielleicht eine schöne Umgebung? Natur pur in Vechta! Gut, den Güllegestank muss man manchmal aushalten, aber wirklich nur sehr selten. (Sonntags dürfen die sowieso nicht fahren. Aber wer sonntags nicht da ist, kann das wohl nicht wissen …) Dafür kann man schöne Radtouren machen, die ewig lang sind, Picknicks, bei denen man nicht von Autolärm gestört wird, zum nächsten einsam gelegenen See fahren oder zu Fuß einen Waldspaziergang machen. Da kann man sogar ab und zu ein kleines Eichhörnchen beobachten, welches nicht wie in Parks von Menschen dick und rund gefüttert wird.
Und wenn man dann neben der vielfältigen Kultur und stressigen Freizeit noch Zeit für Uni hat, kann man sich dort auch noch engagieren. Die studentische Mitbestimmung klappt hier schließlich viel besser und einfacher als an großen Unis. Egal ob Hochschulpolitik, sprich
Fachräte, StuPa und Co. oder andere Freizeitaktivitäten wie
Studentenbühne, Unichor,
uniVista oder das umfangreiche
Sportprogramm, hier lässt sich einiges machen, sollte man mal Langeweile kriegen. Was will Student also mehr?
Also liebe Leute: Vechta hat weit mehr zu bieten, als Ihr vielleicht glaubt. Wieso sagen denn sonst fast alle Sechstsemester: “Was bin ich froh, hier gelandet zu sein!” Und wenn nun Euer Argument ist: “Alle anderen fahren doch auch nach Hause!”, kann ich euch sagen: Stimmt nicht! Und wenn doch: Wenn Ihr selber bleibt und ein paar Leute einladet, werden auch schon welche dableiben. Das ist auch viel entspannter als jedes Wochenende nach Hause zu fahren. Und überhaupt: Es studieren hier schließlich auch einige, die aus Vechta kommen. Was sollen die denn sagen?
von Wiebke Koch
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Fotos: Alexander Dressler
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