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Studentisches

Inhaltsverzeichnis:

“Guck mal Mama!”

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Über das, was wir nicht sehen
Foto: Jenniffer Malenz
Alleinerziehend und studierend betrachtet man das Leben doch ein ganzes Stück anders, als wenn man eben nicht dieser „Randgruppe“ angehört. Man organisiert. Den lieben langen Tag läuft man von A nach B und hat 1000 Sachen im Kopf, die erstaunlicherweise wirklich dort bleiben. Mütter sind regelrecht unheimlich, könnte man sagen. Allein die Tatsache, dass man offenbar laufen und gleichzeitig denken kann, mag manche von uns schon überfordern. Doch habe ich nicht vor, uns Mütter als Supermenschen darzustellen.
Und so versuche ich für Euch einmal das Denken größtenteils sein zu lassen und mit Kinderaugen durch die Uni zu laufen. Warum? Ich bin eben kein Supermensch und mache gerne Quatsch.
Das beschließe ich, als ich mit meinem vierjährigen Töchterchen die Mensa betrete. Freudig geht sie mit mir hinein und ist temperamentvoll wie immer, bis sie die ganzen Menschen vernimmt und ich direkt weiß, was sie denkt: “Ich sehe nichts!”
Wie auch? Wenn ich nur Pobacken sehen würde, würde ich auch Angst bekommen und nicht mehr ausmachen können, wo ich bin. Ja, auch die Mini-Uni Vechtas kann riesig sein. Und so nehme ich sie an die Hand. Dann begebe ich mich auf ihre Höhe und stellte fest, dass es kaum einen Unterschied macht, denn ich bin wahrlich nicht die Größte.
Wie dem auch sei. Bestimmte Dinge stechen Kindern sofort ins Auge und so betrachten wir in der Mensa nicht nur die Hochstühle, bei denen meine Tochter sofort stolz sagt: “Da pass ich nicht mehr rein! Das ist für kleine Kinder!” und damit wohl zum Ausdruck bringen will, dass eben nicht alle größer sind, als sie, wie es gerade den Anschein machte.
An der Ausgabe 2 steht der Kinderteller, den allerdings nicht meine Tochter sieht, sondern ich. Und genau an dieser Stelle möchte ich Euch darauf aufmerksam machen, dass Ihr, sofern Ihr ein Kind unter 10 Jahren habt, einen Ausweis beantragen könnt, der Euer Kind, im Zusammenhang mit einem Gericht für Erwachsene, berechtigt, diesen mit einem Hauptgericht zu befüllen und es genüsslich zu verspeisen. Vollkommen kostenlos natürlich. Meldet Euch einfach telefonisch unter 0541 3307-41 oder schickt für weitere Informationen diesbezüglich eine E-Mail an annelen.trost[at]studentenwerk-osnabrueck.de.
Doch heute brauchen wir diesen Ausweis nicht. Wir werden in der Mensa schon freudig erwartet und erhalten hier im Rahmen des Studentendinners der uniVista ein Kindermenü, das Ihr unter unserer gleichnamigen Rubrik finden könnt und nur zu empfehlen ist.
Danach machen wir uns weiter auf den Weg durch die Uni und sehen vor dem Bistro eine kleine Lese- und Spieleecke, bei der ich mich sofort frage, wieso sie mir bisher nie aufgefallen ist. Ich denke, dass es daran liegt, dass ich diesen Bereich immer gemieden hatte, weil ich nicht von diesen Leuten angesprochen werden wollte, die dort manchmal an einem Tisch standen und mir irgendwas „andrehen“ wollten. Eigentlich richtig gemein von mir, denke ich. Schließlich wollen wir ja auch nur etwas Gutes, wenn wir uns unten an der Mensa zum Verteilen der uniVista aufstellen. Also beschließe ich, beim nächsten Mal die Uhr zu prüfen und den Leuten eine Minute zu geben.
Meine Tochter findet diese Ecke nicht mehr interessant und möchte weiter. Deshalb schlage ich ihr vor, in die Bibo zu gehen. Sie fängt an zu lachen und pflichtet mir bei, dass es aber “Bibliothek” heißt. Irgendwie scheint mein Studentendasein schon richtig auf sie abzufärben. Jedenfalls ist sie begeistert von dieser Idee und so leihen wir direkt noch ein, zwei Büchlein aus. Eis gibt es im Bistro heute leider noch nicht, sonst wäre auch das sicherlich drin gewesen.
Also beschließen wir nach Hause zu gehen. Doch kommen wir immer noch nicht von diesen komischen Gebäuden weg, in denen die Mama Tag für Tag verschwindet und sich so tolle Sachen von klugen Menschen anhört, die vor ihr stehen – in großen Sälen, die mit vielen Studierenden befüllt sind. “Schön lernen” soll ich dort. Ja, da hat sie recht.
Doch ist es gerade nicht so interessant, wo genau ich lerne, sondern wie ich da hinkomme.
Diese Übergangsbrücke hat es meiner Tochter angetan, obgleich sie sich beim Betreten sofort fest an mich klammert. Ich vermute, dass sie sich fürchtet, täusche mich aber. Denn ein Zurück kommt für sie nicht infrage. Gleich nochmal und nochmal geht es nun über die Brücke und jedes Mal mit einer gehörigen Portion Nervenkitzel und Freude.
Wie toll muss studieren sein, wird sie jetzt denken. Und nicht einmal einen Tag später offenbart sie mir freudestrahlend: “Mama, wenn ich groß bin, werde ich Studentin. Und Ärztin.”
von Jenniffer Malenz
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WG-Leben

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Von DER Form studentischen Zusammenlebens
Die ersten Sonnenstrahlen fallen auf mein Bett, während ich langsam die Augen öffne. Es ist kurz vor 7. Die kühle Morgenluft ist angenehm im Vergleich zur Hitze des gestrigen Tages. Am liebsten möchte ich nicht aufstehen, auch wenn ich weiß, dass die Vorlesungen um 8:30 Uhr beginnen. Gerade bereit, mich noch einmal für fünf Minuten umzudrehen und möglicherweise etwas zu verschlafen, höre ich eine Tür aufgehen und eine andere sich verschließen und weiß: Oh Scheiße, jemand ist im Bad.
Wer sich für ein Leben in Vechta, auch wenn es nur für die 3-4 Tage an der Uni ist, entschieden hat, der weiß, wovon ich spreche. WG-Leben ist in einer Stadt, in der fast jeder Einwohner Räume an Studenten vermietet, wohl eine der häufigsten Formen des Wohnens. Ganz getreu unserer Serie uniPlay finden gerade in WGs die Abenteuer des Alltags statt.
Foto: Alexander Braun / aboutpixel.de
Putzen, Schrubben und Saugen
Der Hausputz ist ein beliebtes Thema in jeder WG. Wo viele Menschen zusammenleben und jeder es irgendwie nicht richtig einsieht, den Schmutz des anderen immer mit wegzuräumen, dort müssen Lösungen gefunden werden.
Diese sind oft vielfältig und reichen von verzweifelter Aufgabe und Versinken im Müll (Das ist doch gemütlich!) bis hin zur strikten Planung durch einen sogenannten Putzplan (Hält sich ja eh keiner dran!). Aber selbst wenn die anstehenden Aufgaben erledigt werden, so gibt es immer noch himmelweite Unterschiede zwischen „das Waschbecken sauber machen“ und „das Waschbecken wirklich sauber machen“. Sofern man nicht zu empfindlich ist, sollte man jedoch in der Lage sein, früher oder später die Sachen zu regeln.
Küche, Geschirr und Kochen
Ein anderes Betätigungsfeld ist die Küche. Von jedem gerne genutzt zur schnellen Bereitung eines köstlichen Studentendinners (Ja, es war Ironie), aber von keinem gerne aufgeräumt. Dabei ist das sich teilweise stapelnde Geschirr nur ein Teil des Problems. Backende Oberflächen, Krümel und Spritzer von Nudelwasser sind alte Freunde, die man in vielen WG-Küchen antrifft. Die obligatorischen Alkoholrückstände (Flaschen, was sonst) sind natürlich auch immer mit von der Partie. Die wenigen WGs, die einen Geschirrspüler ihr Eigen nennen können, haben es natürlich besser. Sie dürfen sich darüber streiten, wer denn mal wieder das Hightech-Gerät ausräumen darf. Allerdings ist natürlich nicht alles schlecht. Immerhin kann man sich mal ab und zu was vom Mitbewohner ausborgen, der die Wurst eh nicht mehr essen wollte (bestimmt!).
Freundschaften, Beziehungen, Familien
Neben diesen Dingen gibt es natürlich auch noch Personen in so einer WG. Das gefährliche Netzwerk zwischen ihnen, was einem Irrgarten aus sozialen Fallen gleichkommt, ist hochkomplex und oft von Außenstehenden nicht zu durchschauen. Abzuraten ist jedoch von Beziehungen in einer WG. Es ist schön seinem Ex jedem Tag in der Küche zu begegnen (isn’t it?). Aber auch Freundschaften können gefährlich sein. Nicht unbedingt für die, die sie haben, aber als Dritter sollte man immer bemüht sein, sich nicht abhängen zu lassen. Sonst steht einem schnell das gesellschaftliche Aus bevor. Nicht selten wird dann ohne den- oder diejenige etwas beim Italiener bestellt. Oder aber der gemeinsame Einkauf endet darin, dass man alleine abends zum Combi läuft, um schnell noch was zu kriegen, weil man ja den ganzen Tag auf die anderen gewartet hat (freundlich, wie man ist!). Großartig ist, wenn die Familien der Mitbewohner mal zu Besuch kommen. Meistens werden sie schnell ins Zimmer verfrachtet (hoffentlich hat keiner gesehen, wie Mami mir nen Kuss auf die Wange gedrückt hat!). Der gute Ruf und die Coolness stehen oftmals auf dem Spiel. Man ist ja nun erwachsen und hat die Eltern eh nur aus Höflichkeit mal eingeladen. Allerdings scheinen alle eine Art Konsens darüber zu haben, dass man die Eltern gegenseitig in Ruhe lässt und versucht sich nicht zu zeigen.
Foto: Jack Simanzik / aboutpixel.de
Bad – The Place to be!
Was gibt es Schöneres: Es ist 7 Uhr, die Uni fängt bald an und das Bad ist belegt. Dabei musste man eigentlich schon am Abend zuvor, war aber von seiner harten Studierarbeit zu geschafft (eigentlich hat mal wieder jemand eine halbe Stunde geduscht), um das Klo noch aufzusuchen. Neben fantasievollen Plänen, die Uni-Toiletten zum Zähneputzen zu benutzen, freut man sich jedoch trotzdem, wenn das Bad endlich frei wird. Erleichterung macht sich breit und man ist außerdem froh, sich endlich fertig machen zu können in der Gewissheit, dass mindestens einer gerade auf die Uhr schaut, wann man denn endlich fertig sei. Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Tiere
Eine schöne Abwechslung im WG-Alltag sind Tiere. Selten trifft man sie zwar an, aufgrund von besorgten Vermietern, aber wenn, ist es immer spannend, da sie das WG-Leben mit allerlei Problemen bereichern. Gut ist, wenn sie nur einem gehören, der sie wirklich will. Das klärt alle Zuständigkeiten und man kann sich mehr auf die angenehmen Dinge konzentrieren (Gilt natürlich nicht für den Besitzer!).
Geld
Manche Dinge wirken auch ohne Rahmen abschreckend genug. Eine solche Sache ist Geld. Wann immer es an den Geldbeutel geht, sind Probleme schon vorprogrammiert. Fragen nach dem Sinn des Lebens, verzweifelt artikuliert in der Frage: “Wer zum Teufel verbraucht immer so viel Klopapier?”, gefolgt von wilden Untersuchungen des Verbrauchs sind nur einige utopische Auswüchse des WG-Sprengers schlechthin. Wer bezahlt eigentlich immer die Staubsaugerbeutel und Putzlappen und die ganzen Reiniger? Solange ich es nicht bin, bin ich auf jeden Fall einverstanden!
Spaßig wird es auch, wenn Dinge gemeinsam angeschafft werden und hinterher beim Ausziehen es doch ganz sicher Mitbewohner A war, der das meiste dazu bezahlt hat und deswegen auch alle Ansprüche geltend macht, das Objekt seiner Begierde zu behalten.
© Jörg Siebauer / PIXELIO
The Room
Häufig besteht eine Art magische Grenze in einer WG. Die Türschwelle zum Zimmer der anderen ist oftmals heilig. Nur selten fühlt man sich eingeladen genug die unsagbare Mauer zu überwinden. Immer fühlt es sich irgendwie komisch an. Man will ja nicht zu aufdringlich wirken, aber Alkohol kann häufig Berührungsängste aller Art kurieren. Dr. Vodka ist eben der Beste! Es ist allerdings auch gefährlich, zu leichtfertig mit dem Raum der anderen umzugehen. Verschwindet etwas, wird man immer komisch angeguckt und zumindest der Typ, der einen eh nie leiden konnte, vermutet, man habe damit etwas zu tun. Troublesome!
Vor allem unangenehm ist der erste Besuch der Mitbewohner im eigenen Zimmer. Es wird sich umgeschaut und man kommt sich vor, als hätte man das eigene Leben an die Wände geschrieben und jeder könne nun offen darin lesen. Glücklicherweise hatte man vorher aufgeräumt. Das war natürlich keine große Arbeit, denn das Zimmer ist immer so ordentlich. Wirklich!
Ein beliebter Sport ist es auch die Zimmer der anderen zu benennen. Ob es nun das Schlösschen oder der Bunker ist, Hauptsache ist, es spiegelt auf mehr oder weniger ironisch Art und Weise den Raum und seinem Bewohner wieder.
Do Re Mi Fa …
Musik ist natürlich ein beliebtes Thema in WGs. Jeder kennt eigentlich den Musikgeschmack des anderen. Die Wände sind ja dünn genug, so dass man sich auch nachts noch von den Geräuschen des Nebenraumes entspannt wach halten lassen kann und nicht in unangenehme Träume verfallen muss. Wie praktisch! Gut ist, wenn die Musikgeschmäcker etwa übereinstimmen. iTunes-Mediatheken werden getauscht und alle sind zufrieden. Im schlimmsten Fall jedoch trifft Klassik auf Metal und leider ist jede der Personen davon überzeugt, dass seine Musik wertvoll wäre und die andere lediglich Geräusch darstellt.
Spannend wird es, wenn die nächtlichen Geräusche nicht von einem Menschen, sondern von Zweien erzeugt werden. Es ist ja nicht so, dass man dem anderen seinen Spaß nicht gönnt, aber ich muss morgen früh um 6 raus und es dauert jetzt schon 1 Stunde. Irgendwann ist doch auch mal gut!
Rauchen
Gibt es einige wenige glückliche Raucher, die in einer Raucher-WG gelandet sind, so gibt es auch etliche, die mit den lieben Nicht-Rauchern ihre Zeit verbringen müssen. Nur weil die ihre Gesundheit so schrecklich wichtig nehmen, muss ich mich selbst bei gefühlten -20°C draußen vor die Tür stellen. Eine Frechheit. Aber auch die Erfindung sogenannter Inhalationsräume (Raucherzimmer) ist eine interessante Antwort auf das Problem. Der Raum indem man problemlos Forellen räuchern könnte ist das Klein-Od einer jeden WG, in der Raucher leben. Ein Schutz gegen die Kälte und eine Möglichkeit über die Nicht-Raucher zu lästern, die wahrscheinlich gerade Salat oder so etwas essen. Ha, Spießer!
Wenn man also nichts dagegen hat, im Schmutz zu versinken, der Waschmaschine gerne um 3 Uhr morgens lauscht, nichts gegen Auflaufexzesse und Alkoholausschweifungen hat und eigentlich eh nicht so aufs Geld schaut, dann sollte man nicht davor zurückschrecken, in eine WG zu ziehen. Es ist auf jeden Fall eine besondere Zeit, die man nicht so schnell vergessen wird. Ach und eigentlich hat man in Vechta eh keine andere Wahl.
von Matthias Christ
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Und unsere Kinder werden begeistert sein!

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Blick nach vorn und zurück
© khv24 / PIXELIO
Wohlmöglich mit übereinander gelegten Beinen und Pfeife im Mund werden einige von uns ganz nostalgisch vor dem offenen Kaminfeuer sitzen und ihren Kindern erzählen, wie es damals war vor 20 Jahren in einem unbekannten Ort namens Vechta. Das Bild scheint etwas abwegig, zumal es mehr an die Wohnzimmeratmosphäre des Biedermeier-Zeitalters erinnert, als an das Jahr 2030. Und nichtsdestotrotz, ob nun familiäre Gemütlichkeit wiederbelebt wird, oder fliegende Autos am Fenster vorbei zwitschern, irgendwann werden die eigenen Kinder, falls sie denn das Recht auf Leben in unserer verkappten demografischen Zeit finden, uns fragen: “Was ging denn damals ab? Zu Eurer Zeit, in den wilden 2010ern?”
Wehmut und Stolz?
Eine Mischung aus Wehmut und Stolz wird dann unsere Augen zum Leuchten bringen, gepaart mit Mundwinkeln, welche sich leicht nach oben ziehen. Es wird sich geräuspert, in die Hände geklatscht und eine aufrechte Position eingenommen. Die Augen träumerisch abwesend auf die Kinder gerichtet, was soviel bedeuten wird, wie: “Haltet Euch fest: die folgenden Schilderungen aus den Zeiten, als es noch Bachelor und Master zu erkämpfen gab, als die Studienbeiträge noch recht günstig waren und die Studenten halbherzig den Straßenverkehr lahm legten, um gegen die Missstände zu demonstrieren, werden Euch umhauen.”
Harmonie statt Action!
Es wird weit ausgeholt werden, denn Vechta hatte ja 2010 viel zu bieten und die Vergangenheit wird rückblickend immer besser geschildert, als sie wohl tatsächlich war.
Die Zeit, als sich die Studierenden zu Beginn des Jahrzehnts unglaublich vermehrten und den begrenzten Platz zu sprengen drohten, klingt doch sehr erzählenswert. Wenn die Kinder mit neugierigen Ohren lauschen, wird sicherlich auch vertuscht werden, dass jeder zweite Studierende an Vechta etwas auszusetzen hatte, da es wohl zu klein und zu langweilig war. Nein, es wird heißen, dass genau die Studierende die treibende Kraft gewesen ist, welche diesem Nest unglaubliches Leben eingehaucht hat. Die geringe Größe
des Studiums-Ortes hatte sich zwar auch auf den Geist Einzelner niedergelegt, doch meistens wurde wohl die Etikettierung “Nichts los” nicht einfach hingenommen. Nein, Vechta hatte geniale Möglichkeiten für den Zeitvertreib. Vielleicht nicht wie in Berlin, Hamburg, Köln oder München, dafür jedoch umso einzigartiger. Komische Studiengänge und komische Menschen. Hier konnte man sich noch einen Namen machen und die außergewöhnlichsten Gestalten grenzten sich einzigartig von der grauen Masse ab. Die Prüfungen waren leicht zu meistern und die Aufnahme ein Witz. Austauschstudenten sorgten damals für ein multikulturelles Miteinander und das Motto von Vechta hätte “Harmonie statt Action” heißen können. Ja, Vechta hatte unglaublichen Charme. Der immense Frauenanteil gestaltete ein Schlaraffenland für Männer und das Mensa-Essen wurde noch mit Liebe zubereitet.
Fragen?
Wenn wir dann nach gefühlten 2 Tagen fertig sind mit unseren euphorischen Ausführungen, ja dann werden die Kinder uns genervt anschauen und sicherlich ein paar Fragen stellen, auf die uns dann eventuell nicht die richtigen Antworten einfallen werden:
“Warum war denn damals der katholische Anteil noch so hoch? Wie, Euch ist 2010 das Streusalz ausgegangen? Es gab damals noch Schnee und Eis? Musstet Ihr denn immer so viel trinken? Was heißt hier Stadt des Pferdes? Und warum hat es stets nach Gülle gerochen? Was kann denn daran schön gewesen sein? Warum wart Ihr denn alle so komisch?”
“Vechta, liebe Kinder, Vechta! Das könnt Ihr nicht mehr verstehen!”
von Tobias Kunz
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Ich bin viele – Ein Hoch aufs Stalken

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© Jörg Klemme, Hamburg / PIXELIO
Ich bin Safet, Eugen, Alex, Johanna und Stefan. Ich bin ein Dozent dieser Uni. Und ich bin der Dalai Lama.
Ich wohne an sechs verschiedenen Orten Deutschlands. Auf meinem Amazon-Wunschzettel wünsche ich mir weiter leben: Eine Jugend und Muttersterben.
Ich bin engagiert: bei der Caritas Krebsberatung, bei der Christlichen Arbeiterjugend Köln und beim Adventssingen.
Ich bin bei meinVZ und facebook.
Ich bin all das und gar nichts davon:
Ich bin Julia.
Ich wohne in Vechta.
Bei Amazon gibt es eine Buchbesprechung von mir.
Ich bin nicht christlich tätig.
Und ich bin bei studiVZ und xing.
Aber wenn ich mich selbst bei 123people.de suche, finde ich oben genanntes heraus. Unter anderem. Denn dort stehen auch meine Adresse und ein Teil meiner Telefonnummer… Aber auf Web 2.0 und Datenfreigabe wurde genug geschimpft. Ich habe auch keine Lust darauf, Euch mit erhobenem Finger zu ermahnen, Eure Daten vertraulich zu behandeln. Denn würdet Ihr dies tun, hätten die Menschheit und ich nichts mehr zu stalken! Was machen z. B meine Ex-Freunde gerade? er eine scheint immer noch zu Hause zu wohnen und ist unter seinem alten Spitznamen auch bei myspace zu finden.
Der Nächste wohnt – ach du liebe Güte, ich weiß, warum ich mit beiden Schluss gemacht habe – auch noch zu Hause, hat aber diese ganzen genannten politischen Bücherkommentare sicher nicht verfasst.
Und falls der nächste nicht wirklich gerade in Stäbelow (wo auch immer) wohnt, ist über ihn nichts herauszufinden. Nun gut, er hatte damals ja nicht einmal ein Handy.
Das langweilt Euch? Wie wäre es dann mit einer Recherche über DozentInnen oder HochschulmitarbeiterInnen? Ich sag nur schon mal vorab, um etwaige Enttäuschungen zu vermindern: Frau Assenmachers Profil verrät Euch nichts Neues. Und auch die Suche nach Herrn Kürschner ist kaum spannender.
Wie aber Herr Klohn 1997 aussah und ob Frau Wienken sich immer noch über “Rückmeldungen, Anregungen und Ideen zu den in der Homepage angelegten Schwerpunkten” freut, könnt ihr unter web.archive.org herausfinden. Das ist eine “Waybackmachine”, die euch auf alte Internetseiten bringt, getreu dem Motto “take me back”.
Die Frage, die mir nun kommt, ist, ob DozentInnen auch nach Studierenden googeln. Haben sie Fake-studiVZ-Accounts? Falls das jemand von Euch erstalkt: schreibt es mir! Denn dann findet Ihr meine Emailadresse sicher auch heraus…
Und nun? Seid Ihr immer noch da? uniVista weglegen und PC anschmeißen! Was könnte schon sozialer sein als rumzustalken? Ihr entdeckt Neuigkeiten über Euer (erweitertes) Netzwerk und könnt diese dann zur allgemeinen Erheiterung Eurer Freunde weitergeben.
Und zur Selbsterfahrung nutzt es auch: Ihr entdeckt schlimme Partybilder von Euch? Dann arbeitet an Euch… und schraubt Eure Schamgrenze runter…
von Julia Stock
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Das Streben nach Wissen

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Foto: Jenniffer Malenz
Der Raum ist heute viel dunkler als sonst, doch fällt es mir kaum auf, da ich gebückt über meinem Block hänge und verzweifelt überlege, wie ich mir weitere Informationen über die Lesegewohnheiten meiner Mitstudenten aneignen kann. Das ist das Thema, was mich interessiert. Wie um Himmels Willen übersteht man diese Vorlesung ohne sich nicht nebenbei auch auf andere Dinge zu konzentrieren. Natürlich nur zur Überbrückung. Wir wollen ja etwas lernen und das nicht zu wenig.
Und just in diesem Moment bemerke ich, dass der Raum so dunkel ist, weil die Rollläden aus unerfindlichen Gründen unten sind und der Winter langsam aber sicher ins Land gezogen ist. Das Wetter ist grau und kein Mensch kommt auf die Idee das Licht einzuschalten. Vielleicht ist man von diesen ganzen sonnenfreien Stunden so sehr neben sich, dass es keinen mehr stört. Während mein Blick also im Raum umherschweift und ich überlege, ob ich es riskieren soll uns zu erleuchten, nehme ich eine junge Frau wahr, die es schafft in dieser einbrechenden Dämmerung unter ihrem Pult zu lesen. Wahrhaftig und freudig kann ich schon auf den ersten Blick erkennen, dass es sich weder um Luhmann noch um eine sonstige Lektüre der Sozialen Arbeit handelt. Obwohl es hier sicherlich definitionsabhängig ist. Fakt ist, dass sie liest. Sie findet die Zeit, sich mit Wissen voll zu stopfen, egal in welchem Sinne. Und ich erinnere mich an die Sätze, die uns zig Dozenten in der Einführungswoche sagten und die sich in mein Gehirn einbrannten, wie wohl kaum ein anderer Satz. “Studieren heißt Lesen.” oder auch “Eine eigene Meinung kann man sich nur durch Lesen aneignen.” Meine Kommilitonin steckt mittendrin in diesem Versuch eine gute Studentin zu sein, oder eben eine vorzeigbare.
Wie dem auch sei. Meine Frage dreht sich nun darum, was sie liest. Also nehme ich mir vor dies herauszufinden. Was lesen die Studenten? Diese Frage werde ich allerdings nicht in dieser Vorlesung im heute düsteren B1-Saal stellen. Nein, ich befrage im R-Gebäude meine Mitstudenten der Sozialen Arbeit nach ihren Lesegewohnheiten und stelle tatsächlich fest, dass diese ebenso bestrebt sind sich ihr Wissen lieber anzulesen. Angeblich lesen sie neben ihren privaten Wälzern tatsächlich Literatur, die sie durchs Studium bringen soll. Ohne Zwang, sondern rein aus Interesse. Kann das stimmen?
So lasse ich meinen Blick weiter schweifen und entdecke hier und dort den ein oder anderen mit seiner Lektüre. So lügt man mit Statistik bis hin zu diversen Romanen. Von Diekmann bis Rowling. Ich entdecke sogar das Vörlesbook för Wiehnachten von Heinrich Höpken in den Händen eines Kommilitonen. Alle streben sie nach Wissen. Oder wenigstens ein Teil davon.
Jedenfalls beschließe ich dem nachzugehen, obwohl die Antwort doch auf der Hand liegt. Es ist nicht von Nachteil sich zu belesen. Das weiß jeder. Doch wählen wir dabei das Richtige? Und was ist schon richtig? Was falsch? Reicht es nicht, überhaupt zu lesen? Hilft das allein nicht schon dabei, sich beispielsweise besser ausdrücken zu können?
Doch was lesen meine Mitstudenten? Was bewegt sie? Was interessiert sie? Was hilft ihnen weiter? Was bringt ihnen wiederum nichts? Und wann finden sie überhaupt die Zeit dafür? Diesbezüglich habe ich schon einiges herausfinden können. So bevorzugen die Zugfahrer unter uns das Lesen während der Fahrt, was durchaus naheliegend scheint. Andere wiederum entdecke ich lesend während der Vorlesungen bzw. des Seminars. Und so sitzen sie zusammengekauert und wissbegierig über ihren Büchern und tauchen ein in ihre, von ihnen ausgewählte, verschriftlichte Welt, ohne auch nur ein Wort vom Dozenten wahrzunehmen, der ihnen möglicherweise gerade in diesem Moment erzählt, wie wichtig das Lesen für ihre weitere Entwicklung und welches Buch dafür besonders geeignet sei. Doch wir stecken schon mittendrin. Noch bevor diese Sätze fielen, wie mir scheint, waren wir bestrebt zu lesen. Liegt es an den Worten der Lehrenden oder an uns selbst?
Ein Blick in die Bibliothek spricht ebenso Bände. Hier wird gesucht, gelesen, recherchiert und kopiert, als hinge ihr Leben davon ab. Ist es wahr? Macht nur das Lesen Euch groß und gebildet? Eröffnet es Euch abkürzende Wege zum angestrebten Ziel?
Um diese Fragen zu klären und mehr über Eure Lese- und Bildungsgewohnheiten herauszufinden, haben wir für Euch eine Umfrage vorbereitet, dessen Auswertung Ihr in der uniVista No. 15 lesen könnt. Anregungen und Wünsche hierzu nehmen wir gerne entgegen und versuchen es in unsere weitere Planung zu integrieren. Auch sonstige Rückmeldungen sind gerne gesehen.
Außerdem sei angemerkt, dass Ihr vom 18 bis 21. März 2010 die Möglichkeit habt, auf der Leipziger Buchmesse nach weiteren wissenswerten Büchern Ausschau zu halten.
Ich wünsche Euch viel Erfolg!
von Jenniffer Malenz
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Garantiert 100% wahr – Gerüchte an der Hochschule Vechta

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Vom Dolce-Vita-Leben eines Redakteurs über ausgelebte Träume wahrer Feuerwehrmänner und -frauen bis hin zur alles könnenden Chipkarte.
Biete 30qm möbliertes Zimmer im Laborstil mit zwei (Not-) Duschen, einem Waschbecken, zwei PCs inkl. Flachbildschirme und Drucker mit integriertem Scanner und Kopierer. Abgerundet wird das ganze Paket mit einem traumhaften Ausblick auf die Stadt (Vechta). Das Ganze erhältst du – und jetzt kommt’s – für umsonst! Nun gut, nicht ganz, denn du solltest schon ein wenig am Redaktionsleben interessiert sein, sprich den einen oder anderen Artikel schreiben können und wollen und was sonst noch so anfällt. Die eben geschilderte Ausstattung darf jeder in Anspruch nehmen, der bei uniVista mitarbeitet. Rechne also am besten nur etwa 3qm, denn neben dir arbeiten hier noch etwa 9 weitere Redakteure. Dass der Arbeitsraum umsonst ist, ist allerdings nicht zuletzt deshalb ganz sinnvoll, da diese Arbeit absolut ehrenamtlich ist. Ja, selbst die Werbeeinnahmen werden aufgelistet und kommen der Büroausstattung zugute. Immerhin bekommst du Tankgeld, wenn du Fahrten für Artikel auf dich nehmen musst. Manchmal ist sogar ein wenig Verzehr drin! Versprochen. Denke aber an die Quittungen.
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Bildquelle: Ein Teil der Grafik entstammt der Bildersammlung
des Bistumsarchivs Münster, der Urheber ist Gustav Albers.
Der Eintritt in die Redaktion erspart die leider ebenso wenig wie den Diplomern die Studiengebühren – sie alle müssen zahlen! Halten wir also fest: Für die Redaktionsarbeit gibt es kein Geld, keine (bis wenig) Vergünstigungen, und vor allem eines: jede Menge Arbeit. Das alles gibt es an der Hochschule Vechta oder sollte man besser sagen: An der Van Galen-Universität? Ja, genau, diesen Titel sollte die Hochschule einst tragen, nach dem Fürstbischof von Münster im 17. Jahrhundert benannt. Nun wird es dann doch „nur“ die Universität Vechta, also mutmaßlich. Aber allein dieser Umstand ist schon hoch zu schätzen, denn eigentlich gibt es diese Hochschule ja schon längst nicht mehr, sollte sie durch die Vorgängerregierung schon etliche Male geschlossen werden. Und wäre das eingetreten, dann hätte es in den vergangenen Semesterferien auch kein Angebot von Matthias Reim geben können. Ja, ihr hört richtig. Als Gastdozent hätte der Sänger des Gassenhauers „Verdammt ich lieb dich“ die Lücken im Wissen um die Schlagerfabrik schließen können. Tja, Pech gehabt. Bleibt immerhin noch die Möglichkeit des Selbststudiums an Mittwochabenden auf den Unipartys, allerdings nicht mehr vor B1. Wer auch immer sich nun angesprochen fühlt, möge ein wirklich schlechtes Gewissen haben. Die Entwendung von Feuerlöschern auf der wohl letzten B1-Party und deren unzweckmäßige Benutzung, einhergehend mit Beschädigungen am Uni-Inventar und an Kraftfahrzeugen, die sich in der Nähe des Campus befanden, hat dazu geführt, dass ab sofort keine Partys mehr in der Uni stattfinden. Die Außerhauspartys werden außerdem mit einer Extra-Aufwandsgebühr von 5 € pro Partygast belegt, so dass nunmehr ein Gesamteintrittspreis von stolzen 7 € zu zahlen ist, nicht zuletzt, um Jungenträume von Feuerwehrmännern weiterhin Träume sein zu lassen. Hierzu lest ihr natürlich keinerlei Presseberichte, wohl zu peinlich. Oder doch nur ein Gerücht?
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Was sonst noch ganz interessant sein, mit der gut gefüllten Hochschulkasse finanziert werden und euch zu Gute kommen könnte, wären folgende Vorhaben: So wird die Hochschule Vechta ganz bald einen neuen Bühnenboden in der Aula erhalten, die Unibibliothek völlig neu konzipiert und ein (richtiger) Hörsaal nebst weiteren Seminarräumen gebaut. Ach ja, dann wird die Mensa erweitert, wofür allerdings der wirklich schöne Innenhof weichen muss; hinzu kommt eine weitere Essensausgabe, die nur Alternatives anbietet – versprochen! Und als wäre das nicht genug, wird der Campus wetterfest gemacht, d.h. ihr könnt bald im Trockenen über den Campus flanieren, unterirdisch und/oder über die überdachte Fußgängerbrücke. Ein Traum, nicht?
Und an eben dieser Traum-Uni könnt ihr bald mit nur einer Karte, die gleichsam euer Studentenausweis ist, kopieren, Bücher ausleihen und das Essen bezahlen und natürlich Bahn fahren bis nach Meppen und noch weiter. Das einzige Manko: Das alles hat seinen Preis. Für stolze 800 € ist das Studienpaket in Vechta dann zwar ein wenig teurer, aber es lässt auch keine Wünsche mehr übrig. Und nicht vergessen: den Gutschein für einen Tee in der Sprechstunde eines Dozenten eurer Wahl einlösen! In diesem Sinne immer schön weiter studieren an der baldigen Universität Vechta.
von René Kohn
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Die Sonnenkamp-Party

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Ein Nachruf voll Larmoyanz, aber mit Recht.
Verehrte Freunde, Bekannte, Verwandte und Angehörigen,
wir haben uns heute hier versammelt, um Abschied zu nehmen von etwas, was uns viele Jahre in unserem Leben als Student begleitet hat. Lange Zeit bildete sie den Höhepunkt des Sommersemesters, auf den man sich freuen, auf den man hinarbeiten konnte. Viele fröhliche Stunden haben wir dort zusammen verbracht. Viel zu früh ist sie nun als mutmaßliches Opfer ihrer eigenen Popularität von uns gegangen.
Auf private Zwistigkeiten, Liebesgeplänkel und sonstigen Soap-Stoff im Dozentenkreise soll an dieser Stelle verzichtet werden. Und ganz ehrlich: Solche Gärtner- und Wer-mit-wem-und-wie-gut-oder-schlecht-Geschichten ändern sich ja doch täglich, so dass man Gefahr läuft, nicht nur längst Gewesenes zu veröffentlichen, sondern dafür auch noch eine Verleumdungsklage zu kassieren. Unschön!
Geboren wurde sie vor vielen Jahren aus der hehren Idee einiger junger Sonnenkampbewohner, den Mitstudenten einen schönen Abend zum Semesterausgang zu bereiten. Selbstlos und rein ehrenamtlich tätig gelang es ihnen, durch die einzigartige Open-Air-Atmosphäre im Innenhof mit Lampions, guter Musik und niedrigen Bierpreisen bei freiem Eintritt eine Kultfeier zu etablieren, welche von einer großen Mehrheit als „die beste Party des Semesters“ bezeichnet wird. Es waren sorgenfreie Jahre voll der Blüte und Prosperität, stets mit dem Wohlwollen des Wettergottes bedacht. Nicht einmal die Einführung des Eintrittentgeltes ab 2005 konnte ihrer Beliebtheit einen Abbruch tun. Mit den Jahren zog die beliebte Feier jedoch Mitbürger an, deren Anliegen nicht hundertprozentig dem reinen Feiern galt. Mehr und mehr häuften sich die Zwischenfälle und kleineren Diebstähle (u.a. sogar ein Laptop). So mußte der Heimrat traurigerweise eine weniger professionelle Truppe an dunkel gedressten Männern an den Eingängen postieren. Diese konnte nicht verhindern, dass sich im Jahr 2007 ein unfreundlicher Genosse durch Eintreten der Tür Zutritt zu einem Apartment im Sonnenkamp verschaffte und 2 gefüllte Kassen mit einem Teil der Einnahmen entwendete. Nur durch viel Glück erwischte derjenige nur die Kassen mit dem Kleingeld (Wenn du von damals das hier liest: In der mittleren Kasse waren die großen Scheine. Sehr viele große Scheine. Und du Trottel schleppst dich mit… egal.) Durch den Missgriff des Diebes konnte der Heimrat doch noch sämtliche Löhne und Rechnungen für Getränke und Kühlcontainer bezahlen. Trotz allem war dadurch der Moral der Veranstalter recht zugesetzt worden. Und so hoffte man für das Jahr 2008 auf eine ruhigere Nacht. Eine Hoffnung, die sich wieder nicht erfüllen sollte. So entdeckten ein paar geistige Tiefflieger die Feuerlöscher in Haus 9b als Mittel zur Verwirklichung einer privaten Schaumparty. Unsere des größten Dankes würdige Putzfrau hat natürlich Luftsprünge vor Freude gemacht. Zudem gab es wieder Beschädigungen, u.a. erneut eine kaputte Tür. Wieder gab es Sauereien auf den Toiletten (Was ist so witzig daran, NEBEN die Schüssel zu kacken?), bei denen man nicht weiß, ob dort Mensch oder Tier die Notdurft verrichteten. Ein Spezialist konnte gerade noch davon abgehalten werden, in ein Treppenhaus zu urinieren. Hinzu kommen die unzähligen achtlos in Gebüsche geworfenen Flaschen, Berge von Müll, weil kein Schwein sich die Mühe macht, mal eben 2 Meter zu einem der vielen Mülleimer zu laufen und und und.
Wir, der Heimrat, wissen, dass die Ausrichtung einer Feier Arbeit macht. Arbeit, die wir gern gemacht haben. Mit den letzten Jahren haben wir jedoch beobachtet, dass diese Arbeit nicht nur immer öfter herabgewürdigt, sondern mit den Füßen getreten wurde. Mit diesen Erfahrungen scheinen wir nicht allein zu sein. Auch die B1-Partys sind seit vielen Jahren etabliert, aber noch nie standen sie so oft und so grundlegend zur Debatte wie in letzter Zeit. Aus bekannten Gründen wurden die B1-Partys für das laufende Sommersemester sogar komplett gestrichen. Und auch unser Hausmeister hat verständlicherweise keine Lust, als erste Amtshandlung am Morgen nach der Party irgendwelche Schäden mit dem Studentenwerk zu regulieren. Wenn sich jetzt irgendwelche Zweitsemester fragen: „Das ganze selbstmitleidige Gejammer – wegen einer Party?!“ Denen können wir nur antworten, dass es uns um den traurigen Prozess an sich geht, dass Unifeten ohne Türsteher und ohne irgendwelche Sachschäden Geschichte sind. Und stattdessen einige wenige Idioten die Legitimation des studentischen Feierns in Frage stellen lassen. Wir wissen nicht, woran all das liegen kann. Zuviel Alkohol und zuwenig Katharina Saalfrank? Die Konsequenz kennen wir jedoch sehr wohl:
Keine Sonnenkamp-Party 2009!
von Christopher Vielhaber
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allmaXXimal leben?!

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allmaxx11b
Das erste Mal stellte allmaxx.de seinen Stand im November des WS 08/09 in unserer Hochschule auf. Um diesen sammelten sich zu Stoßzeiten Trauben von Studierenden, von denen einige – neben einem Lutscher, einer Mini-Flasche Wodka, einer Kostprobe verschiedenster Zeitschriften u.v.m. – auch eine ‘kostenlose’ Mitgliedschaft bei allmaxx.de geschenkt bekamen.
Wer geht die Mitgliedschaft ein? Welchen Gewinn mache ich? Wo ist der Haken?
Um den Antworten dieser Fragen näher zu kommen, bin ich kurzerhand Mitglied geworden.
Den Worten ‘Mitgliederwerbung’, ‘Kostenlos’, ‘Datenverkauf’, ‘Betrug’, comdirect, ‘Aufwand’ bin ich auf den Grund gegangen, um ein wenig zur Aufklärung beizutragen.
‘Mitgliederwerbung’:Der erste Schritt zur allmaxx-Mitgliedschaft ermöglicht der Antrag. Über diesen wählst du dein Willkommensgeschenk und nach Interesse Campus-Angebote, wie z.B. diverse Zeitschriften aus. Unter diesem Punkt habe ich mir die Frage gestellt, ob mich das Geschenk auch wirklich erreicht. – Es ist da.
‘Kostenlos’ bedeutet, dass die Mitgliedschaft gesponsert wird, wie z.B. von der comdirect. Ansonsten kostet sie 24 Euro pro Jahr. Zudem kann eine Mitgliedschaft nur im Zusammenhang mit der eigenen Immatrikulation bestehen. Dies macht der Zusatz – students only – deutlich.
comdirect bietet sich derzeit als Sponsor des Mitgliederbeitrags an, mit der Bedingung, ein Giro-Konto bei ihnen zu eröffnen. Dies ist – wie bei Studenten üblich – in der Kontoführung kostenlos.
‘Datenverkauf’ ist in Zeiten der Datenschutzdiskussionen ein – schnell Misstrauen schürender – Begriff. Ein Verkauf der Daten ohne Zustimmung der Dateninhaber an Dritte ist rechtswidrig. allmaxx.de verspricht in ihren AGB die Daten nicht weiterzugeben. Diese sollen, so allmaxx.de,
durch die siebenstellige allmaxx-ID anonymisiert sein, welches die Datensicherung unterstützt.
‘Betrug’ ist ein sehr vorwurfvolles und schwerwiegendes Wort. Es wurde jedoch im Zusammenhang mit allmaxx.de erwähnt und soll hier aufgegriffen werden. allmaxx.de ist der Markenname, unter dem sich die merconic GmbH präsentiert, welche sich als „Spezialist für Marketing, Werbung und Promotion in der Zielgruppe Studenten, Universitäten und Fachhochschulen in Deutschland und Österreich“ bezeichnet. Damit präsentiert sie sich anderen Unternehmen gegenüber als eine Plattform für Firmen, um mit ihren Produkten an Studenten heranzutreten. So stellt allmaxx.de als „der Vorteilsclub für Studenten“ die Kontaktstelle zwischen Studierenden und Unternehmen dar. Eindeutig zielen die Aktivitäten von allmaxx.de somit auf Vertrieb und Konsum ab und darauf, ihre Kunden – sowohl Unternehmen als auch Studierende – hierin zu bedienen.
Eine Art Partnervermittlung für Angebot und Nachfrage. Mit der Frage, wo dann die Liebe hinfällt, sei auf Amor verwiesen.
allmaxx11a
Beitrittsgeschenk im Wert
von ca. 60 Euro
Foto: Johanna Olberding
‘Aufwand’ braucht es allerdings, um in den Genuss der Vorteile von allmaxx.de zu kommen und auch die Bedingung zum Sponsoring – die Kontoeröffnung – hat ihren zeitlichen Aufwand. Den Antrag am Stand auszufüllen dauert ca. 10 – 15 Min. Dieser wird von allmaxx.de weiterbearbeitet. Das kann durchaus zwei Wochen dauern. Danach bekommst du eine E-Mail von allmaxx.de über welche du dich abschließend registrierst. Währenddessen tritt die comdirect mit dir in Kontakt. Da es sich bei der comdirect um eine Onlinebank der Commerzbank handelt, findet die Kontoeröffnung über den Postverkehr statt. Dieser ist – im Sinne des Datenschutzes – sehr aufwendig gestaltet. Visa-, Kredit- und comdirect-Karte sowie die Geheimzahlen dazu werden dir alle separat zugeschickt. Die kostenlosen Werbeabonnements der angebotenen Zeitschriften werden ohne dein Kündigungsschreiben nach Erhalt der zweiten Ausgabe zu festen Abonnements, die z.T. und trotz Studentenrabatt tief in den Geldbeutel greifen. Die Auszahlung der Cashpunkte muss bei allmaxx.de in Auftrag gegeben werden und dies ist nur ein Teil der notwendigen Tätigkeiten, um die Vorteile optimal in Anspruch zu nehmen. Allmaxximal leben!?
von Johanna Olberding
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Du bist ja tatsaechlich so dumm

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Ihr habt euch wohl gefragt, was unsere lebensbejahende, glückliche, freudestrahlende und unfrustrierte Studentin aus der uniVista No. 9 wohl als nächstes erleben wird! Habt ihr nicht? Auch egal! Denn hier kommt die gnadenlose Fortsetzung des StudiVZ-Gruppenartikels.
Endstation – ganz unten im Leben angekommen. Frühstück? Ne komm, lass mal! Kaffee und Zigaretten sind auch ein Frühstück. Bin kurz im BISTRO………. ;)
Samma, WAT WILLST DU? Komm mal klar auf deiner Polly-Pocket-Insel. Ich drängel nicht, ich stehe aktiv an!! Verdammt… einigen tut das Studieren echt nicht gut! Mmh lecker… Mein Kaffee is so schwarz, der fängt gleich an zu rappen.
Ich hasse Menschen, neben mir sitzen immer nur komische Leute. Sei bitte einmal ruhig, ich habe keine Zeit dich zu ignorieren. Ich seh dass sich dein Mund bewegt, aber ich höre nur blablabla. Worum gehts??? Ach ja … die langersehnten noten… Ich hab die Klausur nicht verkackt – Ich bin im Recall!!! Profs, mit schlechtem Sexualleben sollten keine Noten geben! Ich betrink´ mich heut´ Abend denn das tut mir gut… mmmh…Komische Party… Alles sitzt, Kein Alkohol? -SCHEISSE VORLESUNG! Ich bin angekommen im Zentrum des unnützen Wissens. Toll hier. Da langt man sich an den Kopf und will nie mehr loslassen! Schluss mit nervigen Profilierungsfragen in der Vorlesung!!! Halt die Fresse. die Vorlesung kostet 3,50€. Halt die Fresse hier! Wat für Spacken sitzen eigentlich in meiner Vorlesung???!!! Willste die Wahrheit oder was Schönes hören? Ich hab Klausuren, die sind schwerer als dein Studium! Wenn man keine Ahnung hat: Einfach lächeln und winken. Ich hab noch nix gelernt heisst ICH HABE ECHT NOCH NIX GELERNT! Morgen fange ich mit Lernen an…
Was ist DAS denn? Nach der Vorlesung klatschen statt klopfen? Kein Applaus für Scheiße… Horst-Kevin! Nach die letzte Vorlesung ab nach Mensa! Bevor ich anfange zu lernen, muß ich erstmal essen…. Gebt mir Essen und niemand wird verletzt!!! Scheisse WO ist eigentlich mein…toll WEG!! Ach ne da…
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Nicht soviel Realität bitte, mir ging es gerade gut. Aha, ist ja sehr interessant, was du da erzählst.
Gerüchte über mich!? WOW …muss mein Leben interessant sein… Oi!….Was für ein Pudel ist das denn?!? Entschuldigung, was hast Du gesagt? – Hab gerade nicht zu gehört. Party! Heute Abend… 3. Etage… links! :-) Bähm! und dann Vollgas! Uni Party Vechta Nein. Ich hab keine Zeit. Ich muss lernen. Wann soll ich da sein? Naja is jut… Auf Partys Pfand sammeln finanziert mir den Lebensunterhalt.
Vorsaufen – die wohl wichtigste Errungenschaft der Menschheit. Ich komm sogar zum Vorsaufen…. Betrunken!!! Verdammt – Wer ist denn die geile Sau im Spiegel??? Ruhig angehen, erstmal Lage peilen und dann mal sehen Wer ist denn nun mit wem zusammen? Das ist hier die Frage?! Ich bin Single weil die Auswahl scheiße ist. Sorry, wie heißt du nochmal? Achja… hier… klar…Servus…! – Wer war das? Hi, na wie geht’s? Gut und dir? Auch gut… ok, dann tschüss. Bescheuert ey… Naja… Ich muss mehr Alkohol trinken. Die Party ist immer noch öde!
Ich hab ordentlich einen im Tee!!! In meinem Kopf ist es total lustig!!! .. Komm auch rein! Alkohol ist keine Lösung, sondern ein Destillat! Alles ist relativ – nur Vodka ist absolut. Ich muss mehr trinken, du bist noch zu hässlich. Dat wat du saufen kannst hau ich mir morgens schon ins Müsli. Meinen ersten Vollrausch hab ich noch in DM bezahlt! Dumdideldumm… Lalala… Hach, mir ist so blümerant zumut!
Ich bin voll und wer bist du? Hi… und wie geht deine Hose auf?!? Deine Sachen sehn auf meinem Schlafzimmerboden bestimmt besser aus… du bist Komplett geil… Was willst du denn jetzt eigentlich von mir? Oh, war wieder Schminke in der Wendy? Verzieh dich, wir wollen unter uns bleiben. Du bist ja tatsächlich so dumm, wie ich überall herumerzähl! Willst du Smokey Eyes, verzieh dich in den Raucherbereich, Bitch! Komm, geh Dich schminken! Blond und blöd!!! Ach komm Tussi, verpiss dich einfach!
Hier sind wir ungestört. Ey willste mich küssen oder was?? Gehen wir zu dir, zu mir oder machen wir es gleich hier?? Und ich sag noch zu mir: „Das ist total dumm was du da machst!“ Kennst du das, wenn dir ne` Klotür entgegen kommt…? Bring mich betrunken – ich bin nach Hause! äh…ähh…Dingenskirchen. Nie wieder Alkohol – zumindest nicht in den nächsten 12 Stunden!
06.08.2008- Ein guter Abend 07.09.08 – Kein guter Morgen…
Aufgewacht mit dickem Schädel… mein Wecker macht mehr Terror als Al Quaida…
von Melanie Ehlert
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Biete: Einsamkeit – Suche: Freunde

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Auf die Plätze, fertig, Los!
© Stihl024 / PIXELIO
Da war ich also. Mit meiner Immatrikulation an der Uni Vechta in der Hand, stand ich vor der Aula und sah, dass ich nicht die einzige war, die hier studieren wollte. Tausende Gesichter starrten zum Rednerpult, und einige Köpfe waren zusammengesteckt. Grob geschätzt waren so um die 70% der „Erstis“ hier, die ganz alleine waren. So wie ich. Ich setzte mich also auf einen freien Platz zwischen völlig fremden Menschen und begann wie fast alle auf das Rednerpult zu starren. Nach den üblichen Willkommensreden wurden wir schnell in Gruppen aufgeteilt und erfahrenen Studenten zugewiesen. Wir gingen aus der Aula und voilà sah ich um mich herum wieder völlig fremde Menschen, bis auf den Unterschied, dass es dieses Mal nicht so viele waren wie zuvor.
Zügig ging es in die Tutorien, um gleich mal ein paar Regeln an der Uni zu erfahren. Was haben wir erfahren? Neben wertvollen Tipps hat jeder von uns gemerkt, dass ein Mensch sich unmöglich so viele Namen auf einmal merken kann. Im Endeffekt wussten wir in den Tutorien nur von einander, dass die Person neben mir das Gleiche studieren will wie ich. Hah! Erstes Gesprächsthema gefunden. Das war‘s dann aber auch schon. Mehr war am ersten Tag mit Kontakte knüpfen einfach noch nicht drin.
Allein unter Fremden
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Wir hatten jedoch nicht an die örtlichen Kneipen und unsere Tutoren gedacht, die uns am selben Abend auf eine Kneipentour einluden. Frei nach dem Motto: Alkohol fördert die Kommunikation. Und auch an diesem Abend hat uns der Alkohol nicht im Stich gelassen. Aber auch ohne Alkohol fand man schnell Gleichgesinnte. Natürlich waren viele Gespräche beabsichtigt, aber manche wurden von den hinterhältigen Wirten und Tutoren kaltblütig geplant. Denn auf Grund der Anzahl der „Erstis“ war es so eng in den Räumen, dass man wohl oder übel mit jemandem völlig Fremden reden musste, auch wenn es sich dabei nur um ein „Hey. Darf ich mal vorbei?“ handelte. Sinn und Zweck des Abends war erfüllt, denn am nächsten Tag im Tutorium sah man die Kommilitonen plötzlich mit ganz anderen Augen. Schon wurden erste Gemeinsamkeiten entdeckt. Dann geht alles wie von selbst. Auf der Uni-Party lernt man den über den kennen und den Schwippschwager von dem und dessen Kumpel aus dem Kindergarten.
Alles wird gut!
© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Schnell hat man kleine Grüppchen, mit denen man in Vorlesungen und Seminaren zusammen sitzt. Und auch die Mensa (mit ihrer unglaublichen Anzahl an hungrigen Studenten) wirkt weniger Angst einflößend, wenn ein paar bekannte Gesichter hier und da auftauchen. Denn wie gesagt, laut eigener Studie sind so schätzungsweise 70% alleine angefangen und bei den anderen Studenten hat‘s doch auch geklappt, warum nicht auch bei mir? Schließlich mögen mich meine Freunde von Zuhause doch auch… die tun zumindest immer so, als wenn. Lassen wir uns also nicht unterkriegen. Jeder war mal ein „Ersti“ und im nächsten Semester können wir wieder die Nächsten beobachten, die mit Sorgenfalten durch die Gegend laufen und versuchen, irgendwo Anschluss zu finden. Und wenn es gar nichts wird: Auf den Uni-Partys ein wenig Mut antrinken und einfach drauf los. Aber nicht zu viel, denn schließlich sollst du dich später noch an deine neuen Freunde erinnern. Keine Panik, wird schon werden… oder auch nicht… nee, Spaß! Kopf hoch und einfach mal sehen, was kommt, denn irgendwas kommt immer.
von Sarah Kotten
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Hurra… ach ne doch nicht

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© Barney O’Fair / PIXELIO
Eines wunderschönen Tages dachten wir darüber nach, ob es möglich wäre, einen Artikel zu erschaffen, der fast nur aus StudiVZ-Gruppen besteht. Es gibt eine gute Nachricht: Es geht! Dabei entstand der Gedankengang einer lebensbejahenden, glücklichen, freudestrahlenden und unfrustrierten Studentin.
Aufgewacht mit dickem Schädel… mein Wecker macht mehr Terror als Al Quaida…. Mein Körper macht datt alles nicht mehr mit. Aber, wenn ich einen Albtraum haben will, muss ich aufwachen!!!
Aufstehen ist genug Sport, wirklich! Das Sportlichste an mir ist mein Eisprung. Meine Vorlesungszeiten kollidieren mit meinem Lebensstil. Ich kann da nicht nüchtern hingehen!!! Naja. Klappt schon! Hat immer irgendwie geklappt… Ich hasse mein weißes Badezimmer…Wer is’n das in meinem Spiegel???… Scheiße seh ich gut aus… ach ne, das war gestern… Ganz klar, meine Haare feiern nachts ohne mich ne Party und ich wurde mit einer Packung Bratmaxe ins Gesicht geschlagen… Ich seh echt so aus wie ich mich fühle! Ich bin so heiß, ich fühle mich von mir selbst sexuell belästigt… ich hasse Menschen die lügen. Ich muss mich nur alleine ausziehen, dann… ja, dann geht’s weiter, denn: Ich dusche gerne nackt. Mein Bad ist so klein, ich steh beim Duschen auf der Toilette… Hauptsache die Zahnpflege stimmt, Kaugummi kauen ist auch eine Art von Zähne putzen. Der Rest ist mir heute zu anstrengend, denn ich renne beim Zähneputzen immer durch die Gegend!!!…
Ich wusste es!!!! Mein Mitbewohner klaut meine Pflegeprodukte… Mein nächster Mitbewohner wird ein Hund… da fragt er ob ich morgens schlechte Laune habe… morgens schlechte Laune? Ach was: fick dich, mach die tür zu!!!! Der frühe Vogel kann mich mal… Klar: Früh aufstehen hat Vorteile! Mir fällt nur grad keiner ein. Soo! Jetzt erstmal ne gemütliche Hose anziehen!… Aber warum Anziehen?? – Wir ziehen uns doch eh wieder aus… ich bin nicht wie andere mädchen (aber mein haar ist flauschig!)… Meine Freundin hat einen Schrank voll „NICHTS“ zum Anziehen! So eine frei nach dem Motto: Morgens aufstehen – Zeit sich ein Gesicht zu malen! Eine der Marke: Es ist ROSA, es GLITZERT…..ICH KRIEG´S KOTZEN!!!
Brauch ich für die UNI meine Tasche? Ach was, Chuck Norris macht auch ohne Tasche Competition! Ich brauch einen Zivi…….. der meine Tasche trägt.
Warum fährt jeder außer mir so verdammt beschissen Auto? Rechts ist das Gas. Also fahr Du Spasti! RECHTS!
© Barney O’Fair / PIXELIO
Geht das in deinen viel zu kleinen großen Schädel du Klappskalli? Rechts blinken, links abbiegen – mal einen auf spontan machen… Opa´s mit Hut im Straßenverkehr sollten verboten werden!! –Jaja-, mit jedem Tag rückt das Altenheim ein Stückchen näher… Cobra 11 hat mir ein falsches Bild vom Auto fahren vermittelt!… Scheiße, verdammt, bekloppt… ich muss immer fluchen!!! Ich hasse schreiende Kinder und alte Menschen. Wenn mein Kind später… ach egal, es kommt sowieso ins Heim! Wie wat was soll das denn? Warum einen Parkplatz nehmen, wenn man zwei haben kann!!!?? Nachricht– für dich –: Ich habe dir was mitgebracht…HASS HASS HASS!! … Ich bin stinksauer und jetzt schwitz ich auch noch!!! Ich finde raus wo Du wohnst und dann fackel ich dir dein Haus ab. Ach was solls, abschnallen, aussteigen und Fresse halten.
BOAR, is’ das anstrengend… Uni ist wie Sex, man kommt und schläft ein! Und dann noch überall diese Pärchen – ich kann’s nicht mehr sehen!!!! Pärchen…hass ich ja. Gäbe es von Natur aus keinen Sextrieb gäbe es auch keine Paare!! Und zu viele schöne Männer haben eine Dummbratze zur Freundin… Ist das eine Frau, ein Mädchen oder ein Mann??? Und wie die schon aussieht: Blaue Jacke und grüne Hose… Kinderfasching oder was??? „Hey Du Blitzbirne !?! Halts Maul oder wie du heißt…! Ich bin viel geiler als deine Alte!’’ Ach egal, einfach lächeln und winken…lächeln und winken… So dumm wie ich’s brauch, kannst du mir gar nicht kommen!!! Ich bin vergeben… Ich geh mit meiner Laterne. Auch blinde Körner werden von Hühnern gefressen!!! Ach, ich muss weg, gehe glückliche Pärchen im Park vergiften… Egal. Es gibt Sachen die muss man nich’ verstehen… Ich glaube, ich muss brechen… Fortsetzung folgt…
von Melanie Ehlert
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Von der Spinnerei zum Sozialen Netzwerk

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Profilseite bei kaioo
Foto: Björn Franke
Das Prinzip der Social Community boomt – fast jedem bekannt dürften die Plattform studiVZ für Studenten und Klone wie schülerVZ und meinVZ sein. uniVista hat Thomas Kreye, den Vater und ursprünglichen Ideengeber von kaioo, einer nicht-kommerziellen, gemeinnützigen Plattform, die durch Spenden finanziert wird, besucht, und ihn zum Interview gebeten. Kaioo bietet Menschen – wie andere Social Communities auch – die Möglichkeit gibt, sich Profile anzulegen, Gruppen zu gründen und beizutreten und sich dadurch mit seinen Freunden virtuell zu vernetzen.
kaioo ist laut Aussage von Kreye aus einer Spinnerei entstanden. Die Idee war eine Website zu erstellen, auf der sich Leute freiwillig Werbevideos anschauen, um dort „ihre Zeit zu spenden“ und mit dem gespendeten Werbeerlös etwas Gutes zu tun. Das Problem: Die Leute besuchen so eine Seite einmal und dann nie wieder. Daraus entstand die Idee, eine Community zu gründen, bei der der „Spende deine Zeit“-Gedanke in den Hintergrund rückt, da in einer Community die Nutzer die Werbung eher nebenbei wahrnehmen.
Kreye war zum damaligen Zeitpunkt in der Unternehmensentwicklung bei Bertelsmann beschäftigt und sprach mit Kollegen über diese Idee. Rolf Schmidt-Holtz, ehemaliger Stern-Chefredakteur und mittlerweile im Vorstand von SonyBMG, war begeistert und stellte eine Summe aus seinem Privatvermögen zur Verfügung.
Im Sommer 2007 wurde eine Satzung entworfen und damit die Entwicklung von kaioo gestartet. Die Zielgruppe von kaioo umfasst nicht nur Studenten, sondern Menschen jeden Alters, unabhängig von beruflicher und gesellschaftlicher Zugehörigkeit.
Ende November 2007 ging die Community an den Start – mit rudimentärem Funktionsumfang und dem Problem, in der sowieso schon von Datenschützern kritisch beäugten Landschaft der Social Communities Glaubwürdigkeit zu erlangen.
„Die Leute müssen sehen, dass wir das auch wirklich ernst meinen“, sagt Kreye. „Durch den Gesellschaftsvertrag wird festgelegt, dass unsere Mittel zeitnah für soziale Zwecke verwendet werden müssen.“
Doch für neue Communites ist der Start schwer, denn die Menschen bleiben dort, wo sie ihre Freunde – ihre virtuelle Heimat – haben. Somit kamen anfangs nur Menschen zu kaioo, die die Konzeption gut fanden.
Das Konzept setzt neben der Gemeinnützigkeit auf aktive Beteiligung der Nutzer. So gibt es zum Beispiel eine Gruppe, die sich um die Ausgestaltung der AGB kümmert. Kreye dazu: „Die AGB sind momentan sicherlich nicht optimal, aber sie sollen dadurch nutzeroptimal gestaltet werden.“ Neben dem Wert der Mitbestimmung gilt auch der Wert der Meinungsfreiheit: „Zu Anfang funktionierte die Löschfunktion noch nicht. Dann gab es einen Thread ‚Wir wollen hier raus!‘. Wir haben den Thread stehen gelassen, weil wir dachten, es muss noch intelligente Menschen geben, die sich das erstmal anschaun und sich dann ein Urteil bilden. Aber wir haben uns damit auch in den Fuß geschossen, weil sowas ja auch abschreckt.“ Die Nutzer sollen sich bei kaioo nicht als Kunden fühlen, sondern als aktive Mitgestalter. Laut Kreye können die Nutzer selbst das beste „Monitoring“ liefern, wenn es um problematische Inhalte wie beispielsweise Schmuddelbilder geht. Der betreffende Nutzer wird in einem solchen Fall angeschrieben, dass er den problematischen Inhalt entfernen möge. Denn eine Löschung des Nutzers würde nur dazu führen, dass er sich in der nächsten Minute wieder neu anmeldet. Sofern die Inhalte gesetzeswidrig sind, werden die Daten des Nutzers nur auf richterlichen Beschluss herausgerückt.
kaioo wurde in der Vergangenheit oft die Nähe zu Bertelsmann vorgeworfen und kritische Stimmen fragten, ob kaioo am Ende nur Adressen für die Firma sammeln sollte, doch Kreye betont, dass dieser Gedanke indiskutabel sei und dass daran kein Interesse bestünde – er selbst war zwar 1,5 Jahre dort angestellt, doch die Firma Bertelsmann war für ihn nur ein Arbeitgeber und kaioo habe mit Bertelsmann überhaupt nichts zu tun.
Ein Problem, welches gewissermaßen aus dem Prinzip der Social Communities resultiert, ist der Datenschutz. Jeder Nutzer kann die Daten anderer Nutzer einsehen, seien es Freunde oder die Redakteure aus der Boulevardpresse, wie vor einiger Zeit geschehen, als eine schülerVZ-Nutzerin verunfallte und die Zeitung mit den vier Buchstaben Bilder aus ihrem Fotoalbum verwendete. Kreye sagt dazu, dass er hofft, dass die Menschen aufgrund der Thematisierung des Datenschutzes bei kaioo generell dafür sensibilisiert werden, welche Daten sie von sich in sozialen Netzwerken preisgeben.
Für die Zukunft der mittlerweile 35.000 Mitglieder fassenden Community kaioo plant Kreye, im Juni und Juli vieles zu verändern. Die Plattform wird seiner Aussage nach kaum wiederzuerkennen sein – am Prinzip der Gemeinnützigkeit wird sich zwar nichts ändern und die Werbeeinnahmen werden weiterhin gespendet werden, doch die Nutzer von kaioo sollen noch stärker ins Geschehen involviert werden.
Sebastian Ebert und Thomas Kreye
Foto: Cindy Klechowicz
Details des sich in der Entwicklung befindlichen Konzeptes sind jedoch noch geheim, der momentane Stand der Community ist aber keinesfalls das Endprodukt.
Mittel- bis langfristig kann Kreye sich auch vorstellen, kaioo nach dem Open- Source-Prinzip weiterzuentwickeln, da der Grundsatz der Ehrenamtlichkeit der Idee, möglichst viel Geld für wohltätige Zwecke zu spenden, am ehesten entspricht: Je weniger Mitarbeiter fest angestellt sind und je mehr Menschen das Projekt auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis unterstützen, desto mehr Kosten werden gespart und desto mehr Geld kommt gemeinnützigen Zwecken zugute – ein Grundsatz, den das Team von kaioo selbst zu leben scheint, wenn man wie wir die Chance hat, sich das einfach eingerichtete Büro im Hamburger Mediadeck einmal selbst anzuschauen.
von Björn Franke und Cindy Klechowicz
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Aufschieberitis – Aufzeichnungen einer Betroffenen

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3 Wochen vor der Prüfung:
In die Bücher gucken? Zettel sortieren? Lächerlich. Da kann ich auch noch nächste Woche mit anfangen.
2 Wochen vor der Prüfung:
Langsam ein mulmiges Gefühl. Eventuell könnte ich mal alle Zettel suchen. Obwohl, zwei Wochen sind immerhin 14 Tage…
1 Woche vor der Prüfung:
Wollte längst die Zettel zusammen gesucht haben. Ich kann definitiv morgen nicht zur Uni gehen, jetzt hat die Prüfung Vorrang.
5 Tage vor der Prüfung:
Ich weiß genau, ich habe die Zettel hier hingelegt. Wieso sind die dämlichen Zettel nicht mehr da. Schauen wir nochmal durch. Sitzung 4? Wo war ich da bloß? Egal, ich ruf eben die Kathrin an, die hat bestimmt alle Zettel.
3 Tage vor der Prüfung:
12:00 Uhr: Habe nun alle Zettel. Das wäre knapp geworden. Ich guck mal kurz TV, mittags kann man eh nicht lernen.
14:00 Uhr: In die Stadt muss ich auch noch.
18:30 Uhr: Gleich leg ich los, will nur noch eben im Netz was gucken.
23:00 Uhr: Noch drei Tage. Wenn ich nun jeden Tag drei bis vier Stunden lerne, muss das eigentlich zu schaffen sein. Ich ruf lieber nochmal Wiebke an, die hatte den Kurs im letzten Jahr, die weiß, ob die Zeit noch reicht.
Es ist kurz vor 12, und um 12 ist Prüfung.
2 Tage vor der Prüfung:
1:30 Uhr: Gut, sie meinte, dass drei Tage dicke reichen. Nun bin ich erleichtert.
9:00h: Ich mach heute bis in die Nacht, aber erstmal weiter schlafen, dann bin ich fit. 12:30 Uhr: Kaffee! Die Teller hier im Küchenschrank sind alle irgendwie seltsam gestapelt. Sowieso hat mich die Anordnung hier schon immer genervt. Ich werde mal umräumen.
16:00 Uhr: So, die Jalousie hängt auch wieder richtig, das Geschirr ist gespült, der Müll ist draußen. Nun mal aufs Sofa packen und fernsehen. Heute Abend geht’s dann los.
20:30 Uhr: Vielleicht geh´ ich noch für´n Stündchen Joggen.
21:00 Uhr: Ich muss unbedingt noch das Schild an unserem Briefkasten neu drucken, der Postbote hat schon mehrfach gemeckert, ach, das mach ich nun mal eben und dann könnt ich noch die Wäsche aus der Maschine holen.
22:00 Uhr: Konsequent bis heute Nacht, dann hab ich was drauf.
1 Tag vor der Prüfung:
1:00 Uhr: Ich hab echt keinen Bock mehr. Das Thema kotzt mich an. Ach was, ich pack das schon, ich mein, so schwer kann das nich´ sein, das haben andere Trottel auch schon abgeschlossen, sogar der eine, der, wie heißt der noch? Ich guck mal kurz im Studiverzeichnis.
10:30 Uhr: So, heute power ich nochmal richtig durch. Und dann morgen bis um drei wiederholen.
12:00 Uhr: Eigentlich hab ich ja Seminar, aber da kann ich unter diesem Prüfungsstress nun wirklich nicht hingehen. Nächste Woche ist alles wieder anders.
16:30 Uhr: Ich trink mal Tee und ruf Oma an.
18:00 Uhr: Jetzt nochmal ein paar Seiten.
21:00 Uhr: Ich verzweifel hier mit dem Scheiß. Wieso hab ich nicht früher angefangen? Ich guck mal, ob die das im nächsten Semester auch anbieten, vielleicht kann ich mich noch abmelden. Ach was, ich zieh das jetzt durch.
Prüfungstag:
11:30 Uhr: Verpennt! Ok, ganz ruhig, du hast noch drei Stunden. Wiederholen, einfach Wiederholen.
14:30 Uhr: Nun ab unter die Dusche. Hoffentlich labern die gleich nicht soviel rum vor dem Raum, das kann ich echt nicht gebrauchen. Wie war das nochmal? Nein, das muss anders gewesen sein. Scheiße, hoffentlich fällt mir das gleich wieder ein. Naja, ist ja Ankreuzen, das kann nicht schief gehen.
16:00 Uhr: Hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen, hätt´ich bloß früher angefangen….
17:20 Uhr: Da bin ich durchgefallen, 100 pro. Scheiße! Naja, was soll´s.
3 Wochen später:
Die Noten sind draußen! ´Ne 2,7….Gott sei Dank! Obwohl? Das hätt´ ich eigentlich auch besser gekonnt. Egal, Hauptsache durch. Aber beim nächsten Mal fang´ ich definitiv früher an!
von Britta Simon
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Lustige Wörterkunde

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Bevor es richtig losgehen kann, heißt es auch an der Uni: Vokabeln lernen! Damit ihr auch genau wisst worüber in den Vorlesungen und unter Studenten geredet wird, solltet ihr euch diese Begriffe zu Gemüte führen und am besten auch nicht mehr vergessen.
Akademisches Viertel: So bezeichnet man die Viertelstunde, die eine Vorlesung an einer deutschen Hochschule später beginnt (und früher endet) als im Vorlesungsverzeichnis angegeben. Der Eintrag 10 – 12 Uhr bedeutet also 10.15 Uhr bis 11.45 Uhr.
Blockseminar: Eine besondere Form eines Seminars. Im Gegensatz zu den üblichen Regelungen findet ein Blockseminar nicht an einem festen Termin in der Woche statt, sondern an einem festen Termin im Semester, meist am Wochenende.
Campus (lat. Feld): Das Hochschulgelände. Dazu zählen Lehrgebäude, Mensa, Bibliothek sowie das Freigelände zwischen den Gebäuden.
Curriculum (lat. Der Lauf oder auch die Rennbahn): Wird gelegentlich mit „Lehrplan“ oder Lehrzielvorgabe gleichgesetzt. Es kann aber auch ganz einfach der eigene Lebenslauf gemeint sein.
Kolloquium (lat. Colloquium das Gespräch): Wissenschaftliches Gespräch zwischen Fachleuten. Wobei in diesem Falleiner davon ein Student ist. Klingt einfach schöner als mündliche Prüfung oder?
Kommilitone/-in (lat. der Mitsoldat): Ein recht kriegerischer Begriff wie beinahe alle hier genannten. Gemeint ist ganz einfach euer Sitznachbar und alle anderen die Seminare mit euch besuchen, eure Studienkollegen.
Mensa (lat. Tisch oder Tafel): Ist die Kantine der Universität. In Vechta bietet die Mensa meist zwei Fleischgerichte, eine Tagessuppe und eine Mahlzeit für die Vegetarier unter uns an.
Ringvorlesung: Eine spezielle Form der Vorlesung. Es handelt sich dabei um eine Vorlesungsreihe, bei der sich mehrere Dozenten zu einem bestimmten Thema äußern. Vorteil: Man muss nicht durchgängig anwesend sein sondern kann sich die Rosinen herauspicken.
Tutor (lat. Schützer, Beschützer): Meist ein fortgeschrittener Student der kleine Gruppen leitet, um so Dozenten und Professoren zu entlasten. Die netten Kommilitonen (ja das Wort ist angebracht) die euch in der Einführungswoche die Uni zeigen, werden so genannt.
von Sebastian Dargel
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Mein Semester in Brisbane

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Foto: Sebastian Dargel
Schluss, aus, Ende! Die Vorlesungszeit ist endlich vorüber und der Urlaub und das Rumreisen kann endlich beginnen! Naja, noch nicht ganz, denn wie im schönen Vechta hat die Hochschulleitung der QUT hier ebenfalls eine Klausurenperiode angesetzt, der man am liebsten aus dem Weg gehen würde. Glücklicherweise (?!) gab es unter dem Semester aber so viel für das Studium zu tun, das es am Ende lediglich drei Klausuren geworden sind.
Aber ich will mal nicht jammern, denn ich hatte wirklich ein fantastisches Semester an der QUT und in Brisbane. Die Uni ist einfach vorbildlich. Wo man in Deutschland immer wieder gerne „Servicewüste“ oder „Beamtenpause“ hört, ist man hier weit davon entfernt, und genau deswegen werde ich hier mal ein paar Beispiele bringen, wofür eine Uni Geld, oder genauer Studiengebühren ausgeben kann, um es den Studenten bequemer machen zu können.
Ein schönes Seminar, das hier angeboten wird, lautet „Sex, Drugs & Rock & Roll“. Für welches Fach das ist? Kultursoziologie! Aber es wird noch wesentlich besser. Insgesamt gab es hier nur 3 Lectures, bei denen man auftauchen musste, die restlichen Lectures konnte man sich dann von der QUT Webseite als Podcast herunterladen und sich zur Stimme des Profs durch die dazugehörige Powerpoint-Präsentationen klicken. Eine sehr schöne Idee. Auch nett ist es, ganz einfach seinen PC anzumachen und die Lecture via Livestream zu verfolgen. Eine einfache Kamera reicht ja auch schon im Seminarraum.
Am besten ist aber der ganz normale Unialltag. Morgens werden zuerst die E-Mails durchgecheckt und geschaut, ob der Professor denn irgendwelche Ankündigungen gemacht hat z.B. Raumwechsel, Verschiebung einer Deadline o.ä. oder ob es Neues vom International Office gibt, ob man noch Bücher bei der Bibliothek abgeben muss, ob das Bier in der Studentbar günstiger geworden ist oder oder oder. Es wird einem alles geschickt, was man für den Tag braucht.
Bevor eine Vorlesung dann stattfindet, schaut man auf seine persönliche OLT-Seite. Dort hat die Software einen persönlichen Stundenplan erstellt, der einen darauf hinweist, wann man wo zu sein hat. Auch werden Klausuren und weitere Abgabentermine aufgeführt. Der Stundenplan wird selbstverständlich auch online von jedem Studenten für sich erstellt, es gibt also keine Vorlesungsverzeichnisse die man durchblättern muss. Die Powerpoint-Präsentationen von jeder Lecture und aus jedem Tutorial werden vor der jeweiligen Stunde ins Netz gestellt, damit man sich den Stoff bereits vorher anschauen kann, um dann zu entscheiden, ob man vielleicht doch einmal ausschlafen sollte oder schwimmen gehen oder Eisessen oder vielleicht doch in die Uni. Das Schwänzen, ja hier kann man das so nennen, sollte man allerdings nicht zu oft machen, denn Augen zugedrückt werden hier eher nicht. Weder wenn es um das Nichtauftauchen geht noch wenn es ums Mogeln während einer Klausur geht. Wird man dabei erwischt, winkt zu fast 100% die sofortige Exmatrikulation und Verbannung von der Uni. Nicht grade ein schöner Gedanken.
Eine feine Idee ist auch, dass es eigentlich keine schwarzen Bretter gibt. Macht die Uni an sich zwar unpersönlicher, aber die Idee des Assignment Minders ist sehr gut. Wenn eine Arbeit abgegeben werden muss, geht man in das Rechenzentrum des jeweiligen Campus, druckt sich einen personifizierten Bogen mit Barcode aus, klebt den auf eine Mappe, steckt seine Arbeit da rein und gibt es den netten Leuten am Minder. Vorteil liegt auf der Hand: Es steht im Computer dass und wann abgegeben wurde. Nachteil ist: Es steht im Computer, wann abgegeben wurde. Sollte man zu spät abgeben, gibt es Punkteabzug, so einfach. Es gibt noch haufenweise Dinge, die ich hier anführen könnte, aber irgendwann sollte es ja auch gut sein mit der Schwärmerei für eine Uni.
Denn neben einer guten Uni hat das Semester mir auch eine verdammt geile Stadt beschert.
Brisvegas ist einfach der Hammer. Was auch kaum verwundert, wenn man daran denkt, dass es eine Millionenmetropole ist und in diesem Fall mit Vechta in Konkurrenz steht. Brisneyland trägt seinen Namen wahrlich zurecht. Die Stadt ist derzeit der beliebteste Ort im Land und wächst täglich. Im Monat strömen mehrere tausend Einwanderer in die Stadt auf der Suche nach Arbeit, die es hier zu genüge gibt. Jeder, der will, bekommt auch einen Job, egal welches Bildungsstandes oder welcher Hautfarbe.
Die Stadt an sich kommt zwar absolut nicht klar mit der Vielzahl an Autos und Menschen, managt das ganze aber auf eine charmante Art und Weise. Auch wenn man genervt dem Bus hinterher starrt, sobald man in den nächsten steigt und bei seinem Namen begrüßt wird, ist man wieder selig gestimmt. Bei seinem Namen? Ja, in Australien heissen alle gleich und zwar „mate“ bzw. „matey“. Hier sind alle Freunde.
Foto: Sebastian Dargel
Die Spitznamen, die Brisbane trägt, hat die Stadt auch völlig zurecht. Überall gibt es Bars, Clubs, Lounges oder weiß der Geier was. Kurzzeitig dachte ich wirklich, dass auch hier eine Kneipentour à la Vechta möglich wäre, ist es aber nicht!
Für jeden Geschmack ist hier aber dennoch was dabei, außer für Menschen, die gerne Becks trinken, denn das brauen die Australier höchstpersönlich und importieren es nicht. Ein schlimmer Fehler, denn das bedeutet, dass es wie Seifenwasser schmeckt. Finger weg! Wer es ab und dann doch mal deutsch mag, dem sei Brisbanes Deutscher Turnverein ans herz gelegt, wo es verdammt gutes deutsches Essen gibt. Guten Appetit!
Tja und so geht meine Zeit hier auch langsam vorbei, nur noch einge Klausuren und dann wird Brisbane verlassen und etwas rumgereist. Das muss man natürlich machen, wenn man schon mal am anderen Ende der Welt ist.
Abschließend kann ich nur sagen, dass ich unzählige Erfahrungen gesammelt habe, die mich den ganzen Aufwand im Vorfeld haben vergessen lassen. Ich kann ein Auslandssemester, besonders in Australien, speziell in Brisbane und vor allem an der QUT nur jedem empfehlen, der die Welt erkunden will. Und mal ehrlich, wer sein studentisches Leben in Vechta verbringt, verdient einen Tapetenwechsel dieser Größenordnung. Also auf nach downunder!
CHEERS MATES!
von Sebastian Dargel

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uniVista No. 05: Down Under
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Ein Semester in Brisbane, Australien (Fotos von Sebastian Dargel)
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Statistik für Anfänger

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© S. Hofschlaeger / PIXELIO
Während meines Studiums muss ich mich mit zwei Dingen herumschlagen: Statistik und Partnersuche. Beides ist mir oft unverständlich und rätselhaft. Statistik von vorne bis hinten, und bei der Partnersuche stellt sich mir immer wieder die Frage: „Ansprechen oder nicht?“ Eine Freundin hat mir ein fast vergessenes Wortspiel gezeigt, welches mir schon als Kind gute Dienste leistete. Und es ist die Antwort auf benannte Unverständnis und Rätselhaftigkeit, denn mit dieser höchstprofessionellen statistischen Methode kann ich schnell herausfinden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit einer großen Liebe zwischen mir und einer anderen Person ist. Und kann dann entscheiden, ob sich das Ansprechen überhaupt lohnt.
Und so geht’s:
  • Schreibe die Namen der Personen nebeneinander, z.B. Kati + Dennis.
  • Nun guckst du, wie oft ein Buchstabe in den beiden Namen vorkommt und schreibst die Anzahl unter die Namen. Bei den beiden oben wäre es ein K, also 1, ein A, also 1, ein T, also 1, zwei I, also 2, ein D, also 1, ein E, 1, zwei N, 2, ein S, also 1. Dann steht da 11121121.
  • Zähle immer die erste und die letzte Zahl zusammen und schreibe sie auf. 1+1=2. 1+2=3. 1+1=2. 2+1=3. Also: 2323. (Wenn eine Zahl keinen Additionspartner hat, schreibe sie einfach dahinter.)
  • So machst du nun weiter, bis du eine zweistellige Zahl hast. Bei Kati und Dennis wäre das die 55. Es besteht also eine 55%ige Chance, dass die beiden eine tolle Beziehung führen werden.
Noch ein Beispiel:
Florian + Susanne
1111123211
22343
563
86
Florian und Susanne haben eine 86%ige Wahrscheinlichkeit, dass es funkt. Ansprechen ist angesagt!
von Julia Stock
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Und weg: uniVista im Land der Kängurus und Koalabären

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Jeder sollte es machen, einige müssen es und ein paar Menschen wollen es unbedingt: das Auslandsstudium. Einige entscheiden sich dafür, weil es gut im Lebenslauf aussieht, andere, weil sie schon immer mal auf Dauer in ein anderes Land wollten oder einfach, um sich selbst einen Kindheitstraum zu erfüllen.
Wie aber soll so etwas organisiert werden, wann sollte man es am besten machen und verdammt nochmal, wohin denn überhaupt? Alles sehr interessante Fragen. Ich habe mich für mein Traumland Australien entschieden, da ich vor einigen Jahren schon einen Schüleraustausch dorthin gemacht hatte und deswegen wusste, was mich erwarten würde.
Sobald man sich mit dem Gedanken näher befasst hat und auf ein paar Infoveranstaltungen (z.B. gostralia!) war, wird das ganze Bild auch schon klarer. Es wird einem erklärt, was alles zu beachten ist, also was beantragt werden muss (eine ganze Menge!), wie sich das Land von der Heimat unterscheidet, wo man welche Post hinschicken und was man alles mitnehmen muss.
Sollte die Wahl auf Australien fallen, wird einem der Großteil der Arbeit durch gostralia! abgenommen. Man sucht sich eine Universität in einer Stadt aus, setzt sich mit gostralia! in Verbindung und fängt an, den Briefkontakt herzustellen. Die Organisation leitet dann alles an die neue Traumuni weiter. Selber muss man sich vor allem um das Auslands-BaföG kümmern. Dies ist jedem zu empfehlen, auch wenn er kein normales BaföG bekommt. Das Amt hilft doch gerne weiter, wenn man im Ausland ist. Die Flugkosten von ca. 1300 € plus Studiengebühren von 4800 € wurden bei mir komplett übernommen und zusätzlich gibt es noch Geld auf die Hand. Damit das aber alles reibungslos verläuft, sollte man sich mit den Menschen vom Amt ca. 6 Monate vor Beginn des Trips auseinander setzen, denn der bürokratische Akt, der hinter dem Auslands-BaföG steht, ist mit offenen Worten nur als hochgradig lächerlich zu bezeichnen. Hat man diese Hürde geschafft und die Bestätigung der Uni in der Tasche, kann man sich ans Planen machen, wobei Planen in diesem Fall bedeutet: Was will ich außer meiner neuen Heimatstadt noch sehen? Wo will ich hinreisen und was wird das ungefähr kosten? Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte für ein Semester Kosten von ca. 10.000 – 12.000 Euro einplanen, die Gebühren und der Flug sind darin dann enthalten. Aber es kommt natürlich darauf an, was man alles erleben will.
Das Leben in Australien ist preislich dem deutschen fast gleich, außer dass Lebensmittel ungeheuer teuer sind, sei es im Supermarkt oder in der Bar, während die Nahverkehrsmittel extrem günstig sind. Super, oder?
Das australische Studentenleben unterscheidet sich schon sehr vom deutschen. Zu allererst möchte ich sagen, dass wenn die Studiengebühren in Deutschland so eingesetzt würden wie die in Australien, zahle ich sie mit einem Lächeln. Meine Universität versteht sich nicht als klassische Universität, sondern als Dienstleister, was bedeutet, dass hier alles Mögliche für den Studenten getan wird. Egal, welche Frage man hat, man wird nicht von a nach b geschickt, sondern bekommt überall qualitativ hochwertige Auskünfte, Stundenpläne werden online erstellt, es gibt keine schwarzen Bretter, auf die man achten muss, die Dozenten informieren die Studenten via E-Mail über alles, was wichtig ist. Ebenso macht es u.a. das Prüfungsamt, das Sekretariat, das International Office und die Student Guild (eine Art AStA). Es wird einem aktiv bei der Wohnungssuche geholfen, der Campus hat reichlich Security, Ärzte und was man sonst noch braucht, stellt der Campus eine Stadt in der Stadt dar. Die internationalen Studenten zahlen natürlich extrem viele Gebühren, da das Hochschulsystem in Australien auch etwas anders funktioniert. Hier zahlt man erst nach dem Studium an seine Uni.
Und nun geht es ans Eingemachte: Das Prüfungssystem ist hier so ganz anders als bei uns, da es hier keine Abschlussklausuren oder ähnliches am Ende des Semesters gibt. Man hat wesentlich weniger Semesterwochenstunden, muss aber pro Unit, in der man eingeschrieben ist, drei oder noch mehr Arbeiten abgeben.
Ein Beispiel: Für den Kurs „Studies in Language“ (eine Stunde Lecture und zwei Stunden Tutorial pro Woche) muss eine Textanalyse über 1000 Worte und eine Diskussionsanalyse über 1000 Worte abgegeben werden, zusätzlich gibt es noch eine Abschlussklausur.
Man ist hier also das ganze Semester unter Hochspannung, was einerseits gut, andererseits aber auch schlecht ist, wie sich wohl jeder vorstellen kann.
Aber darüber sieht man lächelnd hinweg. Denn, wenn man im März den über 30 Grad warmen Spätsommer in Brisbane in sich aufsaugt, während man am Stadtstrand liegt und die Aussicht auf die tolle Skyline dieser Stadt genießen darf, fühlt man sich fast wie im Urlaub und man weiß wieder, warum man sich den ganzen Stress angetan hat.
Auslandsstudium in Australien? Es gibt wohl nichts Schöneres für einen Studenten. Ganz ehrlich.
Weitere Informationen zum Studium in Australien:
Kauftipps:
Lonely Planet Australien von Paul Smitz
Carolyn Bain und Sandra Bao von Lonely Planet Deutschland, ca. 20 Euro
Frühstück mit Kängurus – Australische Abenteuer. von Bill Bryson und Sigrid Ruschmeier von Goldmann, ca. 9,90 Euro
Foto: Sebastian Dargel
von Sebastian Dargel
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Adieu, StudiVZ!

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Vor ein paar Wochen habe ich meinen Account im StudiVZ gelöscht. Es kostete einige Überwindung, denn im Laufe der Zeit waren auch viele Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis dort versammelt, und Kommunikation ist dort ja so schön einfach. Man stellt in interessenorientierten Gruppen fest, welcher der Kommilitonen auch gerne „Monk“ schaut, kann sich in der Jakki-Gruppe über die bildungsferne Schicht amüsieren, und herausfinden, ob das Mädel, welches letzte Woche in einem Seminar ein Referat hielt, solo ist.
An sich ist das StudiVZ ja auch eine nette Idee, doch das Berliner WG-Startup, Ausdruck von Web 2.0 schlechthin, brachte so seine Probleme mit sich. Anfangs häuften sich die „Kaffeepausen“, sofern die Server überhaupt mal erreichbar waren. Einer der Gründer des VZ lud zu seiner Geburtstagsparty mit einer Imitation des NS-Propagandablattes „Völkischer Beobachter“ und veröffentlichte auf YouTube Videos von fremden Frauen, die er in der Berliner UBahn und bei einer Party auf dem WC filmte. Vielleicht wollte er mit Letzterem die Nähe zu den 700 Nutzern des VZ ausdrücken, die einer Gruppe zugehörten, die mitunter nicht öffentliche Bilder von Nutzerinnen verlinkten und die Miss StudiVZ des Monats kürten. Der Preis: von allen Gruppenmitgliedern gegruschelt werden. Als jemand Beschwerde über diese Gruppe einreichte, wurde der Gründer der Gruppe gebeten, die Beschreibung der Gruppe zu entschärfen – zugleich wurde um eine Einladung für einen der StudiVZ-Gründer in die Gruppe gebeten. Zudem, das Feature, dass man sieht, in welcher Verbindung man zu einem Nutzer steht, hatte, als es noch keine Captchas (Sicherheitsabfrage, um zwischen Computer und Mensch zu unterscheiden, siehe Screenshot) gab, auch seine Nachteile: das so genannte Crawling. Ein Programm durchforstet mit einem Account die Profile und erstellt Statistiken sowie Soziogramme.
sog. Captcha im StudiVz
Anfang des Jahres wurde das StudiVZ von Holtzbrinck Ventures, einer Tochterfirma des Holtzbrinck Verlages, übernommen, für eine Summe im zweistelligen Millionenbereich. Man möge sich doch fragen – wieso investiert ein Unternehmen eine derartige Summe in ein Projekt, welches momentan eher nur Kosten verursacht – Server, Supportmitarbeiter etc. kosten schließlich auch Geld. Neben Holtzbrinck sind unter anderem auch noch die Samwer-Brüder am VZ beteiligt, die vor einigen Jahren „Jamba!“ gründeten. Ob man sich diesen Menschen mit seinen Daten anvertrauen will, ist wohlmöglich eine berechtigte Frage.
Vor ein paar Wochen wurde in einigen Blogs gemeldet, dass man im Netz nicht zuviele Daten über sich preisgeben soll. So wurde in einem Artikel gar vom „Karrierekiller StudiVZ“ gesprochen. Denn auch wenn das gruscheln, Kontakte knüpfen und die Planung der nächsten Party das Studentenleben angenehmer machen, kann man nicht davon ausgehen, dass jeder Nutzer des VZ auch wirklich ein Student ist. Schließlich genügen eine E-Mailadresse und ein bisschen Phantasie, um sich anzumelden. Da nützen auch die neuen AGB nichts, in denen mit Vertragsstrafen gedroht wird, falls man falsche Angaben macht: „Der Nutzer versichert, dass die bei studiVZ angegebenen persönlichen Daten (einschließlich Fotos der eigenen Person) der Wahrheit entsprechen und den Nutzer persönlich beschreiben.“ Es kann sich also gewissermaßen jeder anmelden und Personen ausspionieren, seien es die sexuellen Vorlieben, ob die betreffende Person ein zeitliches Problem mit universitären Veranstaltungen am Vormittag hat, oder ob sie die meiste Zeit damit verbringt, stoned in der Hängematte zu liegen.
Das Problem im Vergleich zu anderen Communities ist, dass diese Daten unweigerlich mit dem Realnamen des Nutzers verknüpft sind. Man hat keine wirkliche Kontrolle darüber, wer die Daten erfährt. Sperrt man dagegen sein Profil für andere User, geht andererseits auch der Reiz verloren.
Aber eine Frage stelle ich mir bis heute: Wo kann man bitte Facility Management studieren? In Vechta jedenfalls nicht.
von Björn Franke
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