Uni

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Deine Stimme zählt

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Wir leben in einer Demokratie, in der jede Stimme zählt. Auch an der Universität gilt dieses Prinzip. Es gibt diverse Möglichkeiten, wie Du Deine Stimme einbringen kannst. Um den Universitätsalltag in Deinem Sinne mitzugestalten, kannst Du Dich als Wähler oder aktiver Studentenvertreter engagieren.
Fachrat
Nahezu jedes Fach hat einen Fachrat. Dieser setzt sich aus Studierenden des Faches zusammen, welche ein Mal im Jahr in einer Vollversammlung von den Studierenden des Bereichs gewählt werden müssen. Die Fachräte stehen im engen Kontakt mit dem entsprechenden Fach/Institut und kümmern sich um die speziellen Belange ihres Fachbereichs. Solltet Ihr Probleme mit Dozenten haben oder unzufrieden sein mit dem Angebot, wendet Euch an Euren Fachrat.
Studentenparlament (Stupa)
Dieses Gremium besteht aus Studierenden aller Fachrichtungen. Die Anzahl der Mitglieder ist abhängig von der Gesamtzahl der Studierenden. Sie werden von allen Studierenden ein Mal im Jahr gewählt. Das StuPa kümmert sich um Belange, welche die gesamte Studentenschaft angehen, im Einzelfall aber auch um fachbezogene Probleme. Ferner wählt das Studentenparlament die Mitglieder des AStA, wacht über deren Tätigkeiten und verwaltet die Gelder der Studentenschaft.
Allgemeiner Studierendenausschuss (AStA)
Das einzige Gremium, in dem du als Mitglied eine kleine Vergütung bekommst. Eingesetzt werden die Mitglieder vom Studentenparlament nach einem regulären Bewerbungsverfahren. Der AStA versteht sich als Interessenvertretung der gesamten Studentenschaft. Informationen zum Unialltag und die Sprechzeiten der Referenten findet ihr auf der AStA Homepage. (www.asta-vechta.de)
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Gremien, in denen ihr euch beteiligen könnt. Nähere Auskünfte findet ihr auf der Uniseite. (www.uni-vechta.de)
von Stefanie Bruns
Auch bei Demos kannst Du Deiner Stimme Geltung verleihen.
Hier: Bildungsstreikdemo in Vechta Ende 2009
Foto: Alexander Dressler

Ein Wirrwarr an Buchstaben
Auf der Suche nach den Wurzeln der Universität

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Illustration: Universität Vechta
Bearbeitung: Alexander Dressler
Ihr blickt in Euren Studienplaner und entdeckt eine Vielzahl an Gebäuden – unterschieden durch Buchstaben. Doch fällt Euch nach einigen Sekunden auf, dass laut Alphabet eine ganze Menge fehlen. Was war da los? Gibt es diese Gebäude nicht oder sind sie nur nicht sichtbar? Sind sie uninteressant? Steckt in den vorhandenen Buchstaben ein tieferer Sinn?
All diesen Fragen bin ich auf den Grund gegangen und präsentiere Euch nun die Antworten darauf in diesem speziellen Uni-Gebäude-Alphabet:
A: Der A-Trakt gehörte zu Urzeiten der Universität Vechta zu den Lehranstalten der Universität Göttingen, die damals noch mit der Hochschule Vechta zusammenhing.
B: Der B-Trakt war und ist im Prinzip nur der B1 Hörsaal und der Flur davor.
C: Früher gehörten zum C-Trakt die Schwimmhalle sowie einige Sport- und Seminarräume, die nun alle zum S-Gebäude zählen und den Buchstaben C verdrängt haben.
CN: Die Räume CN1 bis CN3 sind die Container-Büros, die sich zwischen N-Gebäude (darum auch CN) und Schotterparkplatz befinden. In CN2 befindet sich das Redaktionsbüro der uniVista.
CV: Ähnlich verhält es sich mit CV1 bis CV6. Das sind die Räume im Container zwischen dem E-Trakt und S-Gebäude, in dem sich die Fachräte befinden.
D: Im D-Gebäude findet man u.a. den AStA
E: Der E-Trakt stellt den Bereich zwischen dem S-Gebäude und F-Trakt dar, wo sich kleinere Seminarräume, die Computerräume, das Präsidium, das KiZ (Kommunikations- und Informationszentrum), der IT-Support, das AVMZ (Audiovisuelles Medienzentrum) sowie das Gleichstellungsbüro befinden.
F: Im F-Trakt sind oben die große und kleine Aula und unten die Räume der Musikstudenten sowie Seminar- und Dienstzimmer beheimatet.
G: Der Buchstabe wurde zwei Mal im Laufe der Universitätsgeschichte vergeben. Bis 1983 war das G-Gebäude eine Anmietung in der Graf-von-Galen-Straße und überwiegend mit Personalräumen und einem Teil der Bibliothek gefüllt, bis diese Dinge am Campus ihren Platz fanden. Von 1999 bis 2004/05 fand sich ein neues G-Gebäude: Interessanterweise das in der Oldenburger Straße, das ja eigentlich besser den noch nicht vergeben Buchstaben O hätte bekommen können. In dem G-Gebäude befanden sich Personalräume der Mathematik, die dann ins X-Gebäude zogen, Räume des Sachunterrichts, die in den A-Trakt zogen, sowie die Umweltwissenschaften, die nach Osnabrück gingen.
H: Im H-Gebäude befinden sich verschiedene Diensträume. Es liegt in der Burgstraße 18. Bis 1997 diente das Gebäude als Finanzamt. Seitdem wird es von dem Amtsgericht und der Uni genutzt.
I: Das I-Gebäude gibt es, aus der Ähnlichkeit mit dem Buchstaben J heraus, nicht.
J: Das J-Gebäude liegt in Füchtel (Füchteler Str. 72) und hätte wohl passender den Buchstaben F bekommen können. Das Gymnasium St. Thomas Kolleg hat hierfür ein Teil ihres Gebäude an die Uni vermietet. Hier findet man einige Seminarräume.
K: Das K-Gebäude hängt mit dem W-Gebäude zusammen und steht für "Kunst und Werken".
KA: Das ist die alte Bezeichnung des Y-Gebäudes. Manchmal taucht sie aber noch in Verbindung mit Räumen im Katasteramt auf.
L: Das L-Gebäude ist schlicht und einfach unsere Library (= Bibliothek).
M: Im M-Gebäude befinden sich die Mensa einschließlich dem Bistro, dem BAföG-Amt und der psychosozialen Beratungsstelle (PSB).
N: Im N-Gebäude findet man die Germanisten und Theologen.
O: Das O-Gebäude gibt es nicht.
P: Das P-Gebäude befindet sich hinter dem Sportplatz am Eichendorfweg und beinhaltet einige Büros der Landschaftsökologen.
Q: Das ist das neue Hörsaalgebäude, dessen Bau im Wintersemester 2012 fertig gestellt sein soll.
R: In den Räumen des R-Gebäudes war bis 2005 die katholischen Fachhochschule beheimatet und beinhaltet heute einige Seminar- und Büroräume, das Immatrikulationsamt, das International Office, den Servicepoint, das StudierendenServiceCenter und die Caféte. Im hinteren Teil befand sich bis vor ca. einem Jahr noch ein Mädchenwohnheim.
S: Das S-Gebäude ist ganz einfach das Sportgebäude und beheimatet im vorderen Bereich das IGK.
T: Das T-Gebäude gibt es nicht.
U: Das U-Gebäude ist das ISPA-Gebäude und beinhaltet einige Seminar- und Büroräume.
V: Das V-Gebäude ist das Veredelungsinstitut der Universität Göttingen.
W: siehe K-Gebäude.
X: Das X-Gebäude enthält u.a. Büroräume des ZEBiD und liegt am Kreuzweg 3 und 5. X steht für Kreuz.
Y: Dieses Gebäude ist das Katasteramt (Neuer Markt 14) befindet sich beim Bahnhof Vechtas und beinhaltet Dienstzimmer.
Z: Hier befindet sich der zentrale Infopoint (Haupteingang).
Dieser Artikel ist mit freundlicher Unterstützung von Herrn Thilo Haake, Herrn Wolfgang Brinker und Herrn Gunter Geduldig entstanden.
Mehr Informationen zur Belegung der einzelnen Gebäude und die genaue Bezeichnung aller Institute und Einrichtungen der Uni erhaltet in Eurem Studienplaner und unter www.uni-vechta.de.
von Jenniffer Malenz

Vechta 21
Auf dem Weg in die Zukunft

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Grafik: Jockers Architekten BDA
Das 21. Jahrhundert. Eine Zeit der Wende, der Veränderung und Innovation. Größer, schöner, besser. Nicht nur in Stuttgart hat die Zahl 21 eine große Bedeutung. Auch in dem von ca. 31.000 Einwohnern bewohnten Städtchen Vechta hält diese Devise Einzug. Allerdings mit weitaus weniger öffentlichem Aufregen. Hier erfreut man sich eher der Veränderungen, auch wenn sie hier und dort die Bäume und Büsche verdrängen. Neben dem großen 3D Kino, der zwei Kreisverkehre in Richtung famila Markt, der Gefängnismauer sowie der Parkplätze beim Bahnhof, erfreut sich nun auch die Universität Vechta an den Baumaßnahmen, die sich hier auftun. Nach der feierlichen Umbenennung und der Anschaffung größerer Schließfächer soll nun auch endlich ein neues Gebäude her, um die allgegenwärtigen Raumprobleme zu lösen!
Gemunkelt wurde viel, doch was ist wirklich wahr daran? So hörte man nicht zuletzt das Gerücht, dass das neue Gebäude unterirdisch erbaut werde, um die Kreuzung aufrecht zu erhalten. Da war die Hoffnung auf ein noch größeres Gebäude, als es mittlerweile in Planung ist, wohl all zu groß. Letztlich ist seit geraumer Zeit doch ersichtlich, dass es ohne Probleme auf dem Campus seinen Platz finden wird. An dieser Stelle “Herzliches Beileid” für die großen Optimisten unter uns. Neben dem Bibliotheksgebäude soll zum Wintersemester 2012 also ein Gebäude entstehen, das zwei Hörsäle und sechs Seminarräume beinhalten wird. Da bleibt nur zu hoffen, dass dieser Platz auch, wie von vielen erwartet, gut genutzt werden kann. Schließlich sollen laut Medienberichten künftig immer mehr Studierende an der Uni aufgenommen werden. Weiterhin wird gehofft, dass die neuen Räume mit Rollläden ausgestattet werden, die es ermöglichen, die Folien auf den Leinwänden auch bei strahlendem Sonnenschein zu erkennen. Doch in den schlappen 4.995.000 Euro, die das gesamte Vorhaben kosten soll, werden die wohl eingeplant sein.
Grafik: Kuhl | Frenzel
Hier wurde also bereits alles Grün vor Mensa und Bibo abgeholzt und der Zukunft entgegen gesteuert. Volle Kraft voraus. Vollkommen ohne Proteste. Doch dabei will es die Uni nicht belassen. Die Veränderung geht weiter und wird sich auch über das gesamte Campusgelände erstrecken. Unter dem Motto “Selbstbewusst-Forschend-Transparenz” wurde ein Material- und Farbkonzept entwickelt, welches künftig alle Gebäude von außen einheitlich kennzeichnen soll. Zentrum hierfür bildet zunächst die Fußgängerbrücke oberhalb der Universitätsstraße. Von hier ausgehend wird der Campus in vier Farbzonen entsprechend der neuen Akzentfarben aufgeteilt: lila, rot, orange und grün. Dem einen oder anderen wird sicherlich schon aufgefallen sein, dass z.B. das R-Gebäude einen neuen Anstrich bekam. Klein, aber fein erkennbar, leuchtet hier und dort bereits die Farbe rot auf.
Zudem ist eine übersichtliche Wegeführung auf dem Campusgelände und innerhalb der einzelnen Gebäude entstanden. Hierfür wurden Leitelemente in Form von in den Akzentfarben gestaltete Pfeiler im Kreis und in Intervallen zum Zentrum aufgebaut. Diese informieren die Studierenden über Entfernungen und Richtungen der jeweiligen Gebäude und sorgen somit für eine bessere Orientierung auf dem Campus. Kaum zu glauben, aber wahr, sind wir nun mitten drin im Wandel der Zeit, den sich so manch einer von uns wohl nie erträumt hätte!
Text: Jenniffer Malenz
Daten: Universität Vechta

Das Center für Neuropsychologische Diagnostik und Interventionen – CeNDI
Forschung, Projekte und mehr

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Seit einiger Zeit schon findet der aufmerksame Student kleine Hinweisplakate und Schilder, die auf das CeNDI verweisen. Doch was genau verbirgt sich dahinter? Was hat das mit mir zu tun und war das schon immer da?
Worum handelt es sich dabei?
Im Center dreht sich seit der Gründung am 1. Universitätstag der Universität Vechta 2010 alles um neuropsychologische Diagnostik und Intervention. Beispielsweise werden dort Tests für die Diagnose kognitiver Dysfunktionen zur Verfügung gestellt, aber auch eigene Therapiemaßnahmen entwickelt, angewandt und auf ihre Wirksamkeit hin überprüft. Demenz bildet dabei zwar einen Schwerpunkt der Arbeit, jedoch auch andere Personengruppen werden in den Blick genommen. Neben Alzheimer- werden daher auch Parkinsonpatienten sowie Menschen mit leichten kognitiven Störungen und kognitiv gesunde Menschen betrachtet. Besonders interessant für die Studenten ist, dass es nicht nur der wissenschaftlichen Arbeit dient, sondern auch der Lehre. Es richtet sich dabei vor allem an Studenten der sozialen Dienstleistungen, aber auch an andere Studiengänge und externe Interessierte mit einem reichhaltigen Angebot.
Was kann man dort machen?
Wie bereits erwähnt, befasst sich das CeNDI mit den Dimensionen des Messens und der Therapie kognitiver Veränderungen. Aus diesem Grund gibt es eine umfangreiche Testothek, in der sich verschiedene Tests und Fragebögen befinden, die sowohl besichtigt als auch ausgeliehen werden können. Für eine empirische Bachelor-, oder Masterarbeit sind die wissenschaftlich fundierten und zum Teil selbst mitentwickelten Tests – wie der DemTect, der PANDA oder das kulturfaire Demenz-Screeningverfahren EASY – eine gute Bereicherungsmöglichkeit. Wer also im Rahmen seiner Abschlussarbeit empirisch arbeiten möchte, kann hier wertvolle Materialien gewinnen.
Es gibt jedoch nicht nur Paper-&-Pencil-Tests. Auch computergestützte Verfahren können in Augenschein genommen werden. Neben den Tests gibt es zudem spezielle Trainingsverfahren, die im Rahmen verschiedener Projekte auf ihre Wirksamkeit hin überprüft werden. Beispielsweise wird das Trainingsprogramm „Neurovitalis“ mit der Wirksamkeit von Musiktherapie verglichen als Projekt an der Universität Vechta. Über weitere interessante Themen und Fragestellungen kann man sich auch auf der Infotafel direkt vor dem CeNDI in Raum R 127 informieren. Bisher wurde das CeNDI bereits rege genutzt und Betrieb ist vom Team ausdrücklich erwünscht.
An wen kann ich mich wenden?
Derzeit wird das CeNDI von Frau Prof. Dr. Elke Kalbe geleitet, weshalb in ihren Seminaren auch vielfach Bezug dazu hergestellt wird. Für den ein oder anderen Interessierten könnte dies daher im Wahlbereich eine zusätzliche Option sein. Alternativ gibt es innerhalb der Vorlesungszeit von 9 bis 10 Uhr am Dienstag und von 15 bis 16 Uhr am Donnerstag offizielle Öffnungszeiten, in denen Frau Liesk oder Frau Henschel anzutreffen sind. Darüber hinaus und in der vorlesungsfreien Zeit können zusätzliche Termine persönlich abgesprochen werden. Dies gilt insbesondere auch für das Ausleihen von Tests oder die Benutzung der speziellen Räumlichkeiten des CeNDIs.
Team
Frau Prof. Dr. Elke Kalbe, Leiterin
Frau Jennifer Liesk, BA Gerontologie
Frau Johanna Henschel
Frau Dipl.-Psych. Annette Mayer
CeNDI
Raum R 127
Tel.: 04441 15 732 / Fax: 04441 15 621
E-Mail: cendi[at]uni-vechta.de
Website: www.uni-vechta.de/cendi
von Matthias Christ

Esiet sveicinãti Daugavpilï
Unsere Partneruniversität in Lettland

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Deutschland (Vechta) – Lettland (Daugavpils)
Es ist keine gewöhnliche Strecke durch Europa, es kommt einem eher vor, wie eine Reise in die Vergangenheit. Zwischen stillgelegten Fabriken und Betrieben schlummern baufällige Häuser und rasen alte deutsche Autos. An all den schönen Herbsttagen liegt stets der Geruch von Brennholz in der Luft. Willkommen in Lettland: uniVista zu Besuch in Daugavpils – Ein persönlicher Eindruck.
Es ist schon merkwürdig. Ich könnte auf einer Landkarte ganz genau wiedergeben, wo ich mich soeben befinde. Der Finger würde auf einen östlichen Fleck Lettlands zeigen. Mein Gefühl sagt mir jedoch etwas Anderes: Ich steuere auf den Rand unserer geliebten Erde zu. Alles dunkel und unbekannt.
Das ist natürlich totaler Quatsch. Mein Gehirn liefert mir lediglich ein Bild der Ahnungslosigkeit. Östlicher bin ich nämlich nie gewesen und der alte Zug, welcher sich durch die finstere Nacht schlängelt, verstärkt natürlich diese eigene, fast peinliche Wahrnehmung.
Nächster Halt Daugavpils
“Nãkamã pietura: Daugavpils”, raunt eine Frauenstimme durch den Lautsprecher. In Lettland sollte man sich hüten, sofort aus dem Zug zu springen, wenn man aus all den fremden, lettischen Worten den Namen der Stadt hört, bei der man aussteigen möchte. Die kommende Haltestelle wird eine Station früher angesagt und nicht während der Fahrt. Also bleibe ich ungeduldig sitzen. Ich bin in solchen Situationen glücklicherweise nicht auf mich allein gestellt. In Begleitung meiner einheimischen Freundin kann mir eigentlich nichts passieren. Dennoch male ich mir aus, wie eine Grenzkontrolle mich unsanft durchsucht. Weißrussland ist nämlich nur 35 km entfernt, zur litauischen Grenze sind es sogar lediglich 25 km.
Als ich aussteige, überlege ich, wie viele Studenten aus Vechta wohl vor mir hier gewesen sind. Viele können das nicht gewesen sein. Kein einziger Studierender von der Universität in Daugavpils wird mir später sagen, dass er je mit einem Deutschen Bekanntschaft geschlossen hat. Unser International Office bestätigt zumindest die Aussage, dass die letzten zwei Jahre keiner unserer Studierenden den Weg nach Daugavpils gefunden hat.
Einblick
Willkommen also in der zweitgrößten Stadt Lettlands, zu deutsch auch gern Dünaburg genannt. Hier erwarten einen 100.000 Einwohner, wobei zu beachten ist, dass 80 bis 90% russisch stämmig sind. Wer also ein stolzes Repertoire an gelernten lettischen Wörtern vorweisen kann, sollte sich auf kleine Enttäuschungen vorbereiten:
Denn Lettland war Teil der Sowjetunion und in diesen Zeiten wurde die russische Einwanderung staatlich angeordnet und, obwohl seit der Unabhängigkeit 1991 Lettisch wieder die Amtssprache ist, wird dennoch in Daugavpils überwiegend russisch gesprochen.
Die Geschichte des Landes spiegelt sich in den Spannungen zwischen den Menschen. Viele Letten berichten mir, dass sie sich nicht sonderlich heimisch fühlen im „russischen“ Daugavpils und dennoch scheint es, gehen Russen und Letten Hand in Hand. Ich erlaube mir kein Urteil über bestehende Konflikte. Ich bin nur ein „reicher Deutscher“ in einem der ärmsten Länder der EU. Und das sieht man mir anscheinend auch an. Mein Gesicht kann anscheinend meine Herkunft nicht verleugnen.
Stadtbild
Die Stadt bietet dem Studenten von heute alles, was man sich in einem gewissen Zeitraum wünschen kann: Theater, Disco, Bowlingbahn, Eishalle, Kinos, Bibliotheken, einladende Parks sowie urgemütliche Kneipen. Wer sich darüber hinaus mit der Geschichte der Stadt beschäftigen möchte, sollte sich Sehenswürdigkeiten wie die beeindruckende Festung von Daugavpils, die letzte und einzige in ihrer Art erhaltene Schutzbaute aus dem 19. Jahrhundert, anschauen. Viele Kirchen prägen zudem das Stadtbild. Bei wem die Begeisterung für kulturelle Dinge auf der Strecke geblieben ist, kann sich an dem Fluss Daugava erfreuen oder generell die schöne Landschaft genießen.
Die Universität
Solltest Du vorhaben, durch einen Erasmusvertrag ein Semester lang die lettische Luft zu schnuppern, kannst Du dies als Erziehungswissenschaftler, zukünftiger Lehrer oder Student der Geschichte tun. Sicher läuft Dir ab und an auch mal ein deutscher Dozent über den Weg. Zumindest werden von Vechta ausgehend regelmäßig Lehraufenthalte durchgeführt. Dies betrifft Bereiche der Sozialen Arbeit sowie der Geschichte. Die Universität ist die zweitgrößte Lettlands und als solche seit Mitte der Neunziger Jahre anerkannt. Sie bietet ein angenehmes Klima, die vier einzelnen zugehörigen Gebäude sind in kurzer Zeit als Fußgänger zu erreichen. Man unterscheidet fünf verschiedene Fakultäten: Humanwissenschaften, Sozialwissenschaften, Musik und bildende Kunst, Naturwissenschaften und Mathematik, Pädagogik und Management.
Zwei Mal im Monat veranstaltet zudem die Univer-
sität eine Party in einem Schuppen namens Banzai. Wer sich schon in der Wunderbar wohlfühlt, wird auch in diesem Trance-Universum seine Freuden haben.
Auch ein reichhaltiges Sportangebot sorgt für Deine Gesundheit. Kleiner Tipp: Lettland ist verrückt nach Eishockey. Der Gang als Anfänger auf das Eis sollte also gut überlegt sein.
Universität: Fakultät Humanwissenschaften
Foto: Tobias Kunz
“Wie gefällt es Dir in Lettland?”
Natürlich ist dies eine der meist gestellten Fragen der einheimischen Menschen und immer fällt mir die Antwort sehr schwer. Ich verschweige meine Gedanken, nachdem ich bedacht habe, dass meine unpatriotische Einstellung mit der anderer Nationen nicht mithalten kann. Ohne jemanden zu kränken sage ich: sehr gut. Geglaubt hat es wahrscheinlich keiner. Denn die Wahrheit ist: Der Lebensstandard ist meilenweit von dem in Deutschland entfernt. Dies zeigt sich insbesondere an und bedauerlicherweise auch in den Gebäuden. Damit meine ich nicht die Vorzeigestadt Riga, sondern die Ecken Lettlands, welche man als Tourist nicht unbedingt aufsucht. Darunter fällt teilweise auch Daugavpils und speziell die einzelnen Dörfer. Wo kein Geld liegt, kann auch nichts blühen. Es ist ziemlich grau in diesem Land, trotz schöner Landschaft. Wer ein Faible für das Vergangene hat, ist jedoch gut in Daugavpils aufgehoben. Und sind wir mal ehrlich: Die optische Ähnlichkeit mit einzelnen Flecken Ostdeutschlands kann man nicht verleugnen.
All zu fremd muss man sich sowieso nicht fühlen. Ich konnte keinen großen Unterschied zwischen deutscher und lettischer Mentalität feststellen, zumindest nicht innerhalb der Jugend. Ist die Sprachbarriere überwunden, stellt sich schnell heraus, dass hinter der scheinbaren Unfreundlichkeit die selben Studenten stecken, wie man sie auch in Vechta findet. Jedoch, und das sollte man sich stets vor Augen halten: mit weitaus mehr existenziellen Ängsten und Sorgen. Mehr als eine traurige Philosophie, sondern bittere Realität ist folgender Satz, welcher mir wiedergegeben wurde: “Lernen, Lernen, Lernen, lebenslanges Lernen, weil wir eh keine Arbeit finden!”
von Tobias Kunz

Bilderalbum
uniVista No. 18: Daugavpils in Lettland

Wo bin ich – und wenn ja, warum eigentlich?
Die Geschichte der Uni Vechta in einer Ausstellung

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Gunter Geduldig
Foto: Jenniffer Malenz
Viele haben sicher mitbekommen, dass im Rahmen des bevorstehenden Universitätstages verschiedenste Aktionen und Aktionstage stattfinden werden, um der mehr oder weniger interessierten Öffentlichkeit klar zu machen, dass die vorherige Hochschulstadt Vechta von nun an eine Universität ihr eigen nennen darf.
Eine sehr interessante Variante zum Kennenlernen des Werdegangs der Uni Vechta besteht für viele sicherlich in einer Ausstellung in der universitätseigenen Bibliothek zum Thema “Weite Wege – von der Normalschule zur Universität”
Eröffnung der Ausstellung ist am 29. Oktober um 14 Uhr in der Bibliothek selbst.
Der Anstoß zu dieser Ausstellung war, wie bereits erwähnt, der Universitätstag, die Idee wiederum kam direkt von Herrn Gunter Geduldig, also der Leitung der Bibliothek selbst. Geplant ist laut Herrn Geduldig “eine groß angelegte, weiträumige Ausstellung auf zwei Gebäudeebenen der Bibliothek”, wobei durch Mitwirken einer externen Fachfirma eine professionelle und publikumswirksame Darbietung erzielt werden soll.
Einen Besuch wert wird die Ausstellung für den Großteil der Universitätsangehörigen sowie interessierte Außenstehende und vor allem Ehemalige sein, denn es ist doch für jeden, der schlendernden Fußes durch die Flure läuft, oder gelaufen ist, spannend zu sehen, wie sich die Uni vor bzw. nach seiner oder ihrer Zeit entwickelt hat.
Zu verdanken haben wir die Ausstellung dem Engagement von Herrn Prof. Dr. Hanschmidt und Herrn Franz-Josef Luzak, Frau Melanie Philip und natürlich Herrn Gunter Geduldig, der sich um die allgemeine Planung und Organisation sowie um den Ausstellungsteil “Bibliotheksgeschichte” kümmert.
von Freya Kuhn

Aufgewertet
Vom Hochschulstandstreifen auf die Uni-Überholspur

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16_unitag
Die Klausuren bleiben auch nächstes Semester die gleichen, ihre Kopfzeilen ändern sich: Die Hochschule Vechta wird zur Universität. Am 29. Oktober erfolgt die offizielle Umbenennung.
Manche Dinge – und damit sei an dieser Stelle nicht Eurolatein gemeint – lernt man bloß in Vechta. Ich zumindest wusste vor einigen Jahren, als ich Bayerns nördlichste Außenstelle nur aus dem Verkehrsfunk kannte, nicht, dass ein Unterschied zwischen Hochschulen und Universitäten besteht.
Den gibt es: Nur an einer Uni kann man promovieren und habilitieren, d.h. einen großen Schritt Richtung Professur machen. An der Hochschule Vechta geht das auch, also ist sie eigentlich eine Universität, wird – wie allgemein bekannt – den begehrten Titel bald auch offiziell tragen, und zwar ab dem 29. Oktober 2010.
Dann, wenn der vor uns liegende, hoffentlich sonnige, Sommer vorbei ist, findet der Universitätstag statt, zu dem alle Studies herzlich eingeladen sind.
Er beginnt mit der offiziellen Umbenennung der Hochschule Vechta in Universität Vechta. Im Anschluss daran gibt es einen Tag der offenen Tür, an dem die Institute die Möglichkeit haben, sich vorzustellen, Forschungsaktivitäten und Projekte zu präsentieren.
In der Bibliothek wird eine Ausstellung eröffnet, die die Geschichte der Lehranstalt zeigt. Eine Vergangenheit mit Höhen und Tiefen, schließlich stand die Hochschule Vechta mehrfach kurz vor dem Aus, der Titel Universität blieb ihr viele Jahre verwehrt, die Zahl der Studierenden war zeitweise halb so hoch wie heute.
Abends gibt es dann eine Uniparty. Und weil zuvor mangels Universitätsstatus eigentlich nur Hochschulpartys gefeiert werden konnten, ist das die erste richtige Uniparty, die in Vechta stattfindet.
Fotowettbewerb für Studierende
Innerhalb der nächsten Wochen wird ein Fotowettbewerb ausgeschrieben. Mitmachen kann jeder, der hier studiert. Die Teilnehmer sollen ihre Uni Vechta abbilden, so, wie sie sie sehen. Zu gewinnen gibt es hochwertige Sachpreise, die im Rahmen des Universitätstages verliehen werden.
von Stefan Hirsch

Geht nicht, gilt nicht
Porträt eines Künstlers, Gestalters und Pädagogen

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Foto: Karl-Eckhard Carius
Wieder einmal schneit es, wie an so vielen Tagen dieses Winters. Der Weg, den ich gehe, ist halb von Schnee und Eis bedeckt. Es ist fast mittags, nur noch wenige Stunden trennen mich von der bis dahin einzigen Mahlzeit des bisherigen Tages. Aber dennoch bin ich nicht auf dem Weg in die Mensa. Mein Weg führt mich ins N-Gebäude, welches direkt hinter meinem vermeintlichen Ziel liegt: 1. Stock.
Um 10 Uhr dieses 28. Januars findet dort ein Treffen statt, von dem ich nicht weiß, was mich erwartet.
An diesem bewölkten Januartag traf ich das erste Mal auf Karl-Eckhard Carius, der derzeit in der von ihm geleiteten Arbeitsstelle für intermediäre Gestaltung forscht und künstlerisch tätig ist. Es hieß, er wolle seine Website der Presse vorstellen. Jedoch hatte ich noch nie an einem derartigen Pressetermin teilgenommen und war gespannt und auch ein wenig aufgeregt, wie es ablaufen würde. Zunächst erwartete ich jedoch nicht viel, da derartige Homepages meist selbsterklärend sind und man den Inhalt lediglich lesen muss. Ich sollte jedoch überrascht werden und einige interessante Dinge herausfinden.
Wer ist Prof. Carius nun? Vor dem Termin war er für mich ein Unbekannter. Einer von vielen, denen man gewiss irgendwo schon einmal begegnet ist. Aber das ist er nicht. Vielmehr ist es jemand, der das tägliche Leben eines jeden Studenten mit beeinflusst. Sei es, wenn wir den Studentenausweis mit dem von ihm designten Logo in der Mensa vorlegen oder über die von ihm designte Homepage der Uni Vechta Informationen einholen. Aber auch auf dem Campus hinterlässt er sein Zeichen, nämlich eines im Wind. Ich meine damit natürlich den Himmelsstürmer auf dem W+K-Gebäude der Uni, der dort seit Jahren als Symbol des Wandels und vor allem der Zusammenarbeit zwischen Lehrenden und Studierenden steht. Denn das Projekt entstand im Rahmen eines von ihm geleiteten Seminars unter der Mitwirkung von Studenten. Auch das Studienangebot der Uni wurde durch ihn verändert. Als einer der ersten Unis in Deutschland führte Vechta das Fach Design unter der Aufsicht von Prof. Carius ein, der das Institut für intermediäre Gestaltung (IMEG) leitete. Somit behält seine Website recht: Er ist Künstler, Gestalter und Pädagoge.
Seine Internetpräsenz vereint diese drei Rollen in sich und richtet sich an ein Fachpublikum. Es wird dabei jedoch nie die Grenze hin zur bloßen Selbstdarstellung überschritten. Vielmehr sollen dem interessierten Besucher Denkanstöße gegeben werden. Dies gelingt auch, da die ganze Website von der Botschaft der zahlreichen Bilder lebt, die mal schön, mal kurios, mal trivial erscheinen, aber dennoch nicht leichtfertig abgetan werden sollten. Ein Bild beispielsweise zeigt Menschen am Strand. Diese Urlaubsidylle wird jedoch von Brandlöchern, die in das Bild mit einer Lupe eingebrannt wurden, zerrissen und die uns allen so wohl bekannte Sonne wirkt auf einmal fast feindlich auf dem Hintergrund dieses Sonnenbrand II genannten Bildes.
Es gibt aber auch Bilder, die Carius beim Spielen der Geige im Wasser zeigen, aufgenommen in Leningrad. Dass er sich damit dem KGB widersetzte, erahnt man jedoch nicht bei diesem so friedlich wirkenden Bild.
Bild: Karl-Eckhard Carius
Was mich an diesem vormittäglichen Treffen besonders faszinierte, war jedoch seine Art über die Pädagogik zu sprechen. Für ihn ist Erziehung gleichzusetzen mit Inspiration, mit dem Herausführen in eine Freiheit des Denkens, die Raum für eigene Ansätze schafft.
Denn wie sollen Innovationen in der Pädagogik geschehen, wenn wir den Pädagogen von morgen das Wissen von gestern beibringen?
Dies war daher auch nie sein Ziel. Er verstand sich eher als Türöffner, als Begleiter. Damit sei jedoch keineswegs gesagt, dass er es seinen Schülern und Studenten deswegen leicht machte. Im Gegenteil, Projekte unter seiner Leitung bezogen die Studenten stets mit ein und beteiligten sie an jeder Stufe des Prozesses. Von der Idee, über die Beschaffung der Materialien und der Finanzierung bis hin zur letztendlichen Realisation. Dadurch entstanden dann unser Zeichen im Wind oder die Giganten auf dem Dach auf der deutschen Schule in Lissabon, die u.a. großes internationales Interesse der Presse erhielten. Besonders herausragend ist das Goethe-Pessoa-Projekt, welches als Vorbild für interdisziplinäre Arbeit gesehen werden kann, aber auch als Zeichen seines interkulturellen Engagements. Die Plastik stellt die beiden großen Dichter Goethe und Pessoa einander gegenüber und befindet sich, wie auch die Giganten, in Lissabon.
Zusammenfassend kann man sagen, dass der klare Überblick und die interessanten Themen die Seite zu einer zum Denken anregenden Sightseeing-Tour durch Carius’ Leben und Schaffen machen und garantiert einen Blick wert sind.
www.ke-carius.de
von Matthias Christ

Offener Brief ans stille Örtchen

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toilette14
Foto: Johanna Olberding
Liebstes stilles Uni-Örtchen,
ich hörte, Du wärest ziemlich angepisst!? Ich kann Dich da durchaus verstehen. Menschen besuchen Dich Tag für Tag und es ist kein „Sitzen-bleiben“, sondern ein „Stuhl-gang“. Wie soll da eigentlich ein auf gegenseitige Wertschätzung beruhendes Gespräch entstehen? Sie laden ihren Mist bei Dir ab mit der selbstverständlichen Annahme, dass du es einfach runterspülst.
Dies ist nicht der Grund für Dein verstopftes Aggressionsventil!? Das ist Dein Job? O.K., Du fühlst Dich trotzdem beschissen? Du stehst immer da und keinen interessiert es, wie er Dich verlässt? Getreu dem Motto „Lieber ein scheiß Ende, als endlose Scheiße“ ergeht es Dir und der häufige Appell „Verlasse mich so, wie Du mich vorfinden möchtest!“, geht in die Hose.
Ich möchte mich hier für Dich aussprechen. Du bist immer da, wenn man Dich braucht. Manchmal bist Du besetzt, aber sobald Du wieder frei bist, kann jeder kommen. Unter Deinen Hygienekollegen bist Du die am meisten besuchte.
Vergessen werden doch gerne einmal die kleinen, farbigen Mülltrennungseimer. Zwar auf jedem Flur beheimatet jedoch oft unbeachtet klagen sie mir ihre Einsamkeit. Dabei helfen sie doch jeden Mist zu sortieren und sind darin oft präziser als mancher Therapeut.
Sie würden sich also, ebenso wie Du, fürsorglicherer Beachtung erfreuen. Dann geht auch er besser runter, der Uni-Alltag.
von Johanna Olberding

Aktionstag für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit

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Die Hochschule als Ort der Bildung besitzt einen Auftrag. Dieser besteht nicht nur in der Forschung und der Wissensvermittlung, sondern auch in der Sicherstellung von gesellschaftlicher Teilhabe, Chancengleichheit und Integration. In diesem Sinne gab es am 25. November 2009 den Aktionstag mit dem Schwerpunkt „Schwerbehinderung und chronische Krankheit“.
Nachdem bereits die ersten baulichen Maßnahmen die Hochschule der Barrierefreiheit ein Stück näher gebracht haben, wurde der Umgang mit Schwerbehinderung und chronischer Krankheit auch inhaltlich gefüllt. Der Aktionstag bot eine erste Möglichkeit sich ausführlich sowohl fachlich als auch persönlich zu den verschiedensten Themen, vom persönlichen Budget, über die Rentenversicherung bis hin zur Organspende zu informieren. Zum einen durch die Referate von Experten und die Möglichkeit zur Diskussion, zum anderen an den zahlreich vorhandenen Infoständen der Aussteller.
Genutzt wurde dieses Angebot von ca. 60-70 Besuchern, die überwiegend nicht der Hochschule angehörten. Obwohl beinahe alle Studierenden in ihren Fachgebieten mit dieser Thematik spätestens im Berufsalltag professionell konfrontiert sein werden, haben nur wenige den Weg zu dieser Veranstaltung gefunden.
Die Anwesenden jedoch äußerten sich über das Programm äußerst zufrieden. Das wurde auch in den zum Teil lebhaften Diskussionen nach den Referaten deutlich. Neben der Information war so der Austausch, vor allem zwischen den einzelnen Institutionen und professionellen Helfern, einer der zentralen Verdienste dieses Tages.
In der Folge haben sich vor allem in Vechta ansässigen Träger stärker vernetzt, so dass eine effektivere Zusammenarbeit möglich wird.
Darüber hinaus entstand ein Schulprojekt an der Justus von Liebig Schule. Die Abiturienten des sozialen Zweiges wollen nun, angeregt durch den Aktionstag, einen Wegweiser für behinderte Menschen erstellen und so die wichtigsten Informationen für Betroffene kompakt und einfach zur Verfügung stellen.
Auch für die Hochschule hat dieser Tag Folgen. Eine kleine, aber für Betroffene wichtige Anschaffung wird in der Mensa das Essen gehen erleichtern. So wird das Gleichstellungsbüro einen Rollwagen für die Mensa anschaffen, so dass die Tabletts bei Bedarf auch zum Sitzplatz geschoben werden können.
Diese Veranstaltung und die aus ihr resultierenden Projekte sind nur kleine Schritte auf einem langen Weg hin zur Barrierefreiheit und Chancengleichheit. Doch auch wenn der Weg noch weit ist, die Hochschule Vechta ist die ersten Schritte gegangen. Auch in diesem Jahr wird es wieder einen Aktionstag mit dem Schwerpunkt Behinderung und chronische Krankheit geben.
von Stefanie Bruns
behinderung14
Die Musikgruppe Takatina und die Veranstalter des Aktionstages
Foto: Stephanie Borchers

Skandalöse Zustände an der Hochschule Vechta – Jetzt redet ihr!

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Ende April sorgte ein Artikel in der Osnabrücker Zeitung für Wirbel an der Hochschule Vechta. Einige Studierende beklagten sich über unhaltbare Zustände und verwiesen auf ihr Recht auf Bildung, welches ihrer Meinung nach durch die Hochschule blockiert würde. Ebenso entbrannte im Asta Forum eine Debatte darüber, wie die Zustände gelöst werden könnten. uniVista hat sich daher dazu entschlossen, euch sprechen zu lassen, damit ihr eure Sicht auf die Hochschule zum Ausdruck bringen könnt.
von Britta Simon
Ich bin mit der Hochschulsituation eigentlich ganz zufrieden. Als höheres Semester habe ich nicht mehr mit überfüllten Seminaren zu kämpfen. Das einzige, was mich stört ist, dass die Universität meiner Meinung nach einen schnellen Umbau erzwingen will, bzw. ihr Profil noch sucht. In einer Zeit in der es Eliteuniversitäten gibt und die Universitäten in einem immer stärker werdenden Konkurrenzdruck stehen, müsste diese Universität ihr Profil stärken. Ich denke, dass es möglich ist, zwei so unterschiedliche Aspekte, wie den der Altersforschung und der Lehrerausbildung unter einen Hut zu bringen. Die Uni muss klar Stellung beziehen, damit sie nicht nur Studenten bekommt, die aus Verlegenheit nach VEC kommen, sondern aus Überzeugung. Dann säßen in den Veranstaltungen auch nicht so viele frustrierte Studenten. Den schlimmsten Zustand an dieser Universität (für mich ein Skandal) ist der Zustand in der Pädagogik. Die Kommunikation zwischen den Dozenten muss verbessert werden, alleine damit Seminare nicht in ganz kleinen Räumen stattfinden, und den Dozenten klar ist, was sie erwartet. Ansonsten muss ich sagen, dass ich mich in den drei Jahren an dieser Hochschule sehr wohlgefühlt habe und nicht sagen kann, dass alles schlecht hier ist, wie einige Leute der Meinung sind.
von Thomas
Foto: Hochschule Vechta
Ich finde es reicht nicht, nur Kritik zu äußern. Nach meinem dritten Fachsemester war klar, dass das Image der kleinen, fast privat anmutenden Uni flöten gegangen ist. Mit der Einführung des Bachelor SKN hatte sich die Uni übernommen. Zu viele Studenten wurden zugelassen, also zu wenige der möglichen Auswahlverfahren genutzt, zu wenig in Lehrmittel, Räume, Dozenten investiert wird. Das hat zur Folge, dass das gerne vermittelte Image der Uni und die dazugehörige Lehre und Forschung nun nicht mehr zusammen passen. Ich glaube nicht, dass diese Heuchelei bösartiger Natur ist, jedoch finde ich es nicht weitsichtig genug. Der Fokus liegt nicht mehr auf den Studenten. Es gibt Ausnahmen, die erst im Referendariat lernen, wie sie Wissen richtig vermitteln können. Das wertet kollosal ab und ich glaube, in der Uni Vechta steckt einfach mehr Potenzial. Ich denke, es ist deshalb wichtig, die zur Verfügung stehenden Auswahlverfahren auszubauen und mehr zu nutzen, vernünftig zu investieren (ich denke da an den Flachbildschirm an der Information, der zwar schick ist, aber mindestens zwei Semesterbeiträge gekostet hat) und weitsichtiger zu planen anstatt den Schaden zu regulieren. Das Gleichgewicht zwischen Lehre, aktueller Forschung und Praxisbezug sowie den Fokus auf die Studenten wiederherzustellen, sollten wichtige Ziele der Uni sein. Auch muss ein klares Konzept her. Wo sieht sich die Uni in 10 Jahren? Was sind Tendenzen der Hochschul- und Bildungspolitik? Möchten wir da mitziehen? Wie ermöglichen wir Studenten mehr Mitbestimmung? Wie machen wir die Forschung attraktiver? Wie fördern wir? Wie sieben wir die Sudokuspieler aus, die sich über die letzte Uniparty unterhalten und den Mitstudenten durch ihr Quatschen das Studieren erschweren? Image und Umsetzung passen momentan nicht mehr zusammen, aber dagegen kann was getan werden. Wenn nicht, wird Vechta eine Uni werden, die mal für ihre Mensa des Jahres und ihre Menschlichkeit bekannt gewesen ist. Noch studiere ich gerne hier.
von Stefanie

Liebeserklärung an die Uni Vechta

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Liebe Uni
Als ich dich das erste Mal sah, warst du nur ein kleiner Haufen Institute und Gebäude irgendwo am Rande der Norddeutschen Tiefebene. Umgeben von Gefängnissen und Schweinefarmen blieb mir dein Glanz verborgen. Das Auto brachte mich in deine Stadt und hätte ich nicht rechtzeitig gebremst, wäre ich, ohne es zu bemerken, durch Vechta hindurch gefahren, ohne dich von innen betrachtet zu haben.
Das erste Mal, als ich deine Hallen betrat, war für mich kein Ereignis großartiger Empfindungen, die ersten Dinge, die ich von dir sah, lösten keine Begeisterungsstürme in mir aus.
Jedoch vertraten deine Mitarbeiter dich mit Stolz. Deine Studenten sind kommunikativ und lebensfroh. Deine Bibliothek ist übersichtlich und doch fundiert. Deine Mensa wartet mit leckeren Gerichten auf. Deine Parties sind der Mittelpunkt sämtlicher Gerüchte und Geschichten. Dein Standort ist gesichert. Die Wohnmöglichkeiten in deiner Nähe sind luxuriös. Dein Bistro erleichtert mit seinem Fairtrade-Kaffee das Durchhalten. Deine Abschlüsse sind erstrebenswert. Deine Parkplätze sind liebevoll angelegt. Deine Auslandskontakte sind brilliant. Und dein Studentinnenanteil lässt das Herz eines jeden Mannes höher schlagen.
Und darum frage ich dich: Willst du mit mir in den Master gehen?
Ja ( ) Nein ( ) Vielleicht ( )
Deine Ihna Grensemann

Der 2. Alumnitag an der Uni Vechta 2007
Informationen rund um den zweiten Alumni-Tag an der Hochschule Vechta

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Grafik: Hochschule Vechta
In den USA und anderen Ländern ist die Pflege der Ehemaligen längst eine Selbstverständlichkeit. Absolventen bleiben ihrer Hochschule verbunden. Sie sind Aushängeschild für die Institution und Ansporn für Studierende. Zudem liefern sie im Austausch mit der Hochschule neue Impulse für Forschung und Praxis. Große Netzwerke können so entstehen und gepflegt werden.
Auch die Hochschule Vechta möchte dieses Konzept umsetzen. Deshalb wird es in diesem Jahr am 12. Mai den zweiten Alumni-Tag an der Hochschule geben. Eingeladen sind dazu längst nicht nur Ehemalige. Es wird ein breites Programm angeboten, an dem selbstverständlich auch alle Studierenden teilnehmen können. Denn es soll ja kein nostalgisches Ehemaligentreffen werden, sondern ein Austausch zwischen Ehemaligen, Lehrenden und Studierenden stattfinden, bei dem sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft zum Tragen kommen soll. Die einzelnen Fachbereiche haben Vorträge und Stände vorbereitet und wer lieber laufen will statt zu sitzen, findet dazu Gelegenheit bei einem Fußballturnier. Am Abend wird die Band Bidla Buh den Flair der 20er Jahre wieder aufleben lassen. Unsere Mensa sorgt anschließend mit einem reichhaltigen Buffet auch für das leibliche Wohl und legt die Grundlage für die anschließende Alumniparty. Diese wird ganz traditionell vor B1 statt finden. Wer dann nach durchtanzter Nacht immer noch nicht genug hat, kann sich am 13. Mai ab 10 Uhr bei einem Katerfrühstück von den Strapazen erholen.
Wenn auch ihr etwas auf die Beine stellen wollt oder euch fragt, was denn euer Fachbereich so anbietet, wendet euch bitte an eure Fachräte oder direkt an unsere Alumnibeauftragte Melanie Phillip. Sie ist offen für alle Fragen und Anregungen.
Aber Alumni ist noch viel mehr als nur dieser eine Tag der Begegnung im Jahr. Auch das World Wide Web kann und soll genutzt werden, um das ganze Jahr in Kontakt bleiben zu können und Impulse und Ideen im Austausch zu entwickeln. Hierfür kann sich jeder kostenlos unter www.uni-vechta.de/alumni registrieren. Dort steht dann eine Plattform zur Verfügung. Der Newsletter informiert die registrierten Nutzer über die neuesten Entwicklungen und es wird ein fachspezifisches Angebot an Seminaren und Vorträgen geben. Eine Job- und Praktikumsbörse soll es den Studierenden außerdem erleichtern, den Einstieg in die Praxis zu erleichtern.
Alumni geht also jeden etwas an und jeder kann davon profitieren. Der Austausch zwischen regionalen und überregionalen Praxisfeldern sorgt für neue Impulse und Möglichkeiten.
Doch das Konzept lebt von der Beteiligung. Deshalb sollten auch Studierende sich nicht scheuen, an diesem Tag auf den Campus zu kommen und sich an den Angeboten zu beteiligen. Ihr könnt dabei nur gewinnen.
von Stefanie Bruns

Parkplatzromantik an der Uni Vechta

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Angekündigt: Weltpolitik im November – alles und komplett, leicht gekürzt
Vec. Man stelle sich vor: Die Welt ist Vechta. Punkt. Oder besser: Ausrufungszeichen! Und Großes passiert hierzulande. Entscheidungen mit fragwürdigem Oberflächencharisma etwa werden getroffen, nun für alle sehbar und hörbar. Und das nenne ich jetzt Politik. Gerade noch die Studiengebühren eingeführt, mittlerweile die erste Riege, immerhin ganze 1000 Studierende, zur Kasse gebeten, und schon geschieht etwas. Dieses Etwas kommt ins Rollen. Auf dem Campus tut sich etwas. Sehbar, hörbar und spürbar. Auf jeden Fall etwas mit -bar. Und es fällt mir sonderbar etwas ein: Wunderbar, denke ich, denn hat nicht die Präsidentin erst kürzlich gemeint: Wir müssen bauen! Und was passiert, wenn so jemand so etwas sagt? Es wird gebaut! Und das im Eiltempo, denn: Wohin mit all denen, die sich neben dem Studium auch noch Mobilität in Form eines Autos leisten? All diese Fahrer müssen ihre Gefährte doch abstellen können, irgendwo unterkommen, einen Platz finden. Im Seminar? Nein. Das ist nebensächlich. Ein Parkplatz muss her. Eine entspannte Parkplatzsituation sorgt für entspannte Studenten, die sich morgens nicht mehr den Kopf machen müssen: Wo stehe ich heute? In meinem Studium? Nein, ganz örtlich gemeint. Wo nur stehe ich also in Vechta? Schon mal ein Seminartipp: Organisiert(e) Fahrgemeinschaften, denn die Plätze können schnell weg sein. Und wenn dann erst mal eine Großleinwand installiert ist, auf der, überdimensional groß, vertraute Dozenten wissenschaftliche Botschaften verkünden, ist das Gedrängel wieder in vollem Gange. Nicht, dass es am Ende heißt: Schon wieder keinen Platz im Autokino bekommen oder so ähnlich…
von René Kohn
Die Vier Wege, wies nicht geht
Nicht zu dicht!
Diskretion!
Obacht bei verschiedenen Parkrichtungen – Andere wollen auch raus oder rein, auf jeden Fall fahren können!
NICHT zwei auf einmal!
Parken ist in den gekennzeichneten Flächen erlaubt!
Tja…
Sollten weitere Fragen und Probleme auftauchen, wendet euch an den Fahrlehrer eures Vertrauens oder an die parkerprobte Redaktion!

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