Säulen der Uni

Inhaltsverzeichnis:

“Studentenausweis dabei?”
Elf Fragen an die zwei Kassiererinnen der Mensa

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Mal ganz ehrlich, wer kennt sie nicht, die beiden Kassiererinnen in der Mensa, an denen einfach niemand vorbeikommt, ohne vorher bezahlt zu haben. uniVista wollte mehr über die Stützen der Uni Vechta erfahren und hat Eindrücke jenseits der Kasse erhalten sowie viele interessante Antworten bekommen.
Karin Prüllage, eigentlich gelernte Bürokauffrau, arbeitet schon seit fast 28 Jahren in der Mensa und stellte sich als Erste den Fragen. Gefolgt von Renate Kluck, der gelernten Arzthelferin, die seit 24 Jahren mit von der Partie ist.
Einen Kaffee trinken würde ich gerne mal mit …
Frau Prüllage: … Brad Pitt.
Frau Kluck: … Heidi Klum.
Auf meinem Nachttisch liegt zur Zeit …
Frau Prüllage: … Gisa Paula: Die Tote im Watt.
Frau Kluck: … ein Buch: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken.
Hätte die Uni Vechta keine Mensa, …
Frau Prüllage: … würden mir sowohl die Studenten als auch die Dozenten fehlen. Das familiäre Umfeld ist nämlich mittlerweile unersetzlich für mich geworden.
Frau Kluck: … wäre Vechta wesentlich unattraktiver und mein Leben unerfüllter.
Völlig überschätzt werden …
Frau Prüllage: … Noten für Schulkinder, da somit die Menschlichkeit verloren geht.
Frau Kluck: … die dargestellten Privatsphären der wichtigsten und bedeutendsten Karriereleute.
Luxus bedeutet für mich …
Frau Prüllage: … nicht viel. Ist nicht so wichtig.
Frau Kluck: … ein gutes Gefühl und Zufriedenheit.
Reisen wollte ich immer schon mal …
Frau Prüllage: … zu der Osterinsel.
Frau Kluck: … nach Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Mein Lieblingsessen …
Frau Prüllage: … gibt es nicht.
Frau Kluck: … ist selbstgemachte Pizza.
Geld ist wichtig, weil …
Frau Prüllage: … es einen ein bisschen beruhigt, wenn man genug hat.
Frau Kluck: … das Leben sonst nicht funktioniert.
Sterben würde ich für …
Frau Prüllage: … einen endlich kommenden Sommer.
Frau Kluck: … ein kühles Bier am Abend in netter Gesellschaft.
Wem ich immer schon einmal die Meinung sagen wollte:
Frau Prüllage: Allgemein der Bundesregierung
Frau Kluck: Einigen Politikern in der Führungsposition
Die Klimakatastrophe …
Frau Prüllage: … hin, die Klimakatastrophe her, es muss gehandelt und nicht nur geredet werden.
Frau Kluck: … verändert und schockt die kommende Generation.
Wir sagen vielen Dank und bis bald in der Mensa!
Das Interview führte Ina Bushuven.
Karin Prüllage und Renate Kluck vom Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz

Strahlend durchs Studium

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Dieses Mal trafen wir auf den Elektriker der Uni, Heinrich Luers. Bepackt mit einem kleinen quadratischen Mitbringsel, einem Buch zum Energiesparen, erfuhren wir nicht nur einige praktische Tipps zum nachhaltigeren Umgang mit Strom, sondern auch etwas darüber, was unser Hauselektriker außerdem macht, wenn er nicht gerade à la MacGyver-Manier alles dafür tut, dass wir strahlend durchs Studium gehen können. Der Stromtipp vorweg: Licht aus, wenn ihr den Seminarraum verlasst.
Foto: Hochschule Vechta
Wann und wie sind Sie zur Hochschule gekommen?
Ich hab vorher beim Elektrounternehmer in Visbeck gearbeitet, der seinen Laden dann zugemacht hat. Meine Vorstellung war es aber schon immer als Hausmeister zu arbeiten. Dann kam die Uni. Und das war 1983.
Da geben Sie im Grunde schon das Stichwort: Wie fühlt es sich an, 25 Jahre in einem Betrieb zu sein?
Kann man sich nicht vorstellen. Die sind so verflogen.
Das ist doch eine gute Sache, wenn man denkt, dass es gar nicht so lange war, dann muss die Arbeit ja eigentlich Spaß machen, oder?
Richtig, ist nicht schlecht.
Besondere Erinnerungen an diese 25 Jahre?
Wir waren zweimal auf einer Demo in Hannover. Die wollten die Uni schließen. Damals war ja nix los. 300, maximal 500 Studenten. Kein Vergleich zu heute! Dann sind wir mitgefahren nach Hannover und haben demonstriert.
Mit Erfolg. (beide lachen)
Ob das unser Erfolg war, weiß ich nicht.
Was gibt’s denn sonst noch für bewegende Momente?
Eine lustige Geschichte fällt mir noch ein: Da gab es mal einen Stromausfall im Seminarraum bei den Biologen im A-Trakt, und ich wurde gerufen. Die Studenten hatten Mikroskope aufgebaut, und nichts ging mehr. Der Fehler war schnell gefunden, und so bekam ich vom voll besetzten Seminarraum Applaus dafür.
Ja, schön! Zu ihrer Arbeit als Elektriker. Als Laie denke ich jetzt mal, dass Sie mindestens gut in Physik waren?
Als Kind hab ich Elektrikern bei der Arbeit zugesehen. Das hat mich fasziniert. Da hab ich dann selber rumgebastelt. Das war mein Ding, und das wollt ich dann auch machen.
Das Hobby also zum Beruf gemacht.
Ich habe auch noch andere Hobbys, so ist es nicht.
Ja? Was denn?
Damals hab ich Super8-Filme gemacht. 1984 war das. Da hab ich meine erste Kamera gekauft. Das war eine ganz einfache Stummfilmkamera und ich hab ich pausenlos gefilmt. Das ist mein 2. Hobby.
Ach so, und das betreiben sie heute auch noch?!
Natürlich, aber heute filme ich mit Video-Kamera.
Und irgendwelche besonderen Sachen oder Motive?
Hauptsächlich Familienaufnahmen, also eher privat. Wobei, einmal haben wir einen Sketsch an der Uni gedreht, aber das muss ja nicht in die Zeitung rein. (lachen)
Lüersche Filmaufnahmen werden wir also nicht an der Uni zu sehen bekommen. Schade. Wieder zurück zu Ihrer Arbeit als Elektriker hier an der Uni: Was heißt es, einen Tag Elektriker an der Hochschule zu sein?
Das ist eine ganze Menge. Geräteprüfung. Um die Telefonanlage kümmere ich mich auch. Fast täglich schalte ich da Telefone um oder frei. Leuchtmittel wechseln gehört ja sowieso dazu. Ich habe das mal durchgerechnet, wie viele Glühbirnen und Röhren ich in den vergangenen 25 ausgewechselt habe: Das waren ca. 46.000 Stück.
Wow! Wahnsinn!
Nun, dann bin ich da, wenn der Strom ausfällt oder auch für die Aufzüge.
Gab’s den Fall schon mal, dass jemand stecken geblieben ist?
Also nicht bei mir, ich hab noch keinen rausgeholt. Mein Kollege hat mal jemanden aus dem Aufzug in der Bibliothek befreit.
Apropros Bibliothek. Was passiert da eigentlich genau, von wegen Umbauarbeiten?
Also im nächsten Jahr gibt’s da erst wesentliche Änderungen, dann kommt dann nämlich die Ausleihtheke nach unten.
Oh, interessant. Was kann die Hochschule denn noch gebrauchen – was wünschen Sie ihr für die nächsten 25 Jahre?
Dass es weiter so aufwärts geht wie jetzt…, dass sie dann baldigst eine Universität ist.
Ja. Und für sich selbst?
Für mich selbst? Gesundheit.
Ist was für die nächsten 25 Jahre geplant, gibt’s da noch was, steht da noch was an?
12 Jahre hier noch, denk ich. Dann bin ich im Rentenalter. Und danach… mein Leben genießen.
Das Interview führte René Kohn.

Der Schöne und das Biest

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Wer kennt ihn nicht, den männlichen Handlanger Ullas?! Der sonnen(bank)gebräunte Sunnyboy gehört genau so zum Bistroinventar wie unsere erste Säule. Über eine Stellenausschreibung gings vor fünf Jahren zum Studentenwerk Osnabrück. Vor der Tätigkeit im Studentenwerk Osnabrück war der 33-jährige beim Bund, ganze vier Jahre! Nun steht der gelernte Koch Rede und Antwort zur Arbeit und zum Privaten.
Also du hast richtig Karriere beim Bund gemacht? Mit Grundausbildung und allem drum und dran? Und dann ging’s an den Herd?
Genau. Ich hab mich freiwillig gemeldet beim Bund. Danach hab ich dann ein halbes Jahr gar nichts gemacht. Und dann… wo war ich denn überall. In Syke, in der Feinkostproduktion. Hat mit Koch eigentlich nichts zu tun; da musste man eher Maschinen bedienen. Dann ging’s ins Hotel Bremer Tor hier in Vechta, danach war ich im Famila-Center.
Für welches Gericht bist du denn berühmt? Was kannst du besonders gut? Was attestieren dir deine Freunde?
Ach, ich kann am besten Brötchen schmieren. Und Pommes.
Aber du musst doch irgendwas im Petto haben als gelernter Koch?
Für Freunde koch ich italienisch.
So, jetzt mal zu den harten Fragen: Wie oft bist du im Sonnenstudio zu finden? Obwohl, ist das jetzt so eine gemeine Frage? Ist doch eigentlich kein Geheimnis (?)
Ich geh gar nicht ins Solarium. – Ja, ok. Zweimal die Woche Steckdose. Auch mal drei- oder viermal.
Auch ganzjährig dann?
Ja klar. Wenn ich nicht in den Urlaub fliegen kann, geh ich ins Solarium. (Pause) Sieht man das denn so stark?
Nein nein. Aber ein bisschen lässt dein Teint darauf schließen. Also der Verdacht ist da.
Außerdem wohn ich neben einem Sonnenstudio.
Ok, wenn nicht gerade Sonnenbank, wo tankst du sonst gerne Sonne, jetzt mal reisetechnisch?
Eigentlich nur Spanien. Mallorca. Ibiza. Gran Canaria. Teneriffa.
Von welchem Ort würdest du am ehesten fliehen?
Vor Ulla.
Wie? Überall, wo Ulla ist? So anstrengend?
Ja. Naja, ok, es gibt halt Tage, da haben wir Spaß und halt auch Tage, an denen das weniger der Fall ist. Aber nach acht Stunden Ulla ist man schon mal froh, wenn man an einem Ort ist, an dem man seine Kollegen nicht sieht.
Na gut, dann kommen wir doch mal zu eurem Verhältnis? Wie würdest du das sonst noch beschreiben?
Ach, im Grunde spaßig, witzig. Kann auch mal ernst sein. Hin und wieder kracht’s auch. Aber das ist ja normal.
Also ein professionell freundschaftliches Verhältnis?
(lacht) Ja, stimmt. Klappt wunderbar.
Und mal auf ein Bierchen treffen, abends?
Ich bin bei Ulla schon ein paar Mal gewesen. Habe weder Sekt noch Bier bekommen. Das muss in die Zeitung rein, auf jeden Fall.
Bildnachweis: rk
Vom Bund ins Bistro – Jörg
Foto: René Kohn
Dass du von Ulla nichts angeboten bekommen hast? Machst du das denn wenigstens? Also bist du Gastangeber?
Ja, aber natürlich.
Also musst du dir die Getränke selbst mitbringen. Kommen wir zum nächsten: Welches Filmpärchen wärt ihr?
Also auf jeden Fall die Schöne und das Biest. In umgekehrter Reihenfolge.
Schon mal über die Zeit danach nachgedacht?
Also ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, noch mit fünfzig im Bistro zu sitzen. Wobei ich mich momentan hier richtig wohl fühle.
Also bleibst du uns noch ein wenig erhalten?
Ja klar, länger als…(Pause) zum Beispiel meine Kollegin…
Wie? Gibt’s Gerüchte um Ulla? Erzähl!
Naja, irgendwann wird sie auch in Rente gehen.
Das stimmt wohl, aber das ist ja noch hin. Ulla ist doch noch jung.
Ja klar, sie ist 33.
Ach so, ich dachte, sie ist 29.
Und weiter geht’s: Das peinlichste Erlebnis im Bistro?
Peinliches im Bistro. Hm, eigentlich gab’s da nichts. Was Peinliches ist mir mal in der Mensa an meinem zweiten oder dritten Arbeitstag passiert. Da hat mir jemand an der Ausgabe nen Zettel zugesteckt und gesagt; „Kannst mich anrufen, wenn du magst.“ Da ruf ich doch nicht an, hab ich mir gedacht, ich bin doch nicht bescheuert.
Also hast du’s nicht gemacht? Ist nichts draus geworden?
Piep. (Soll wohl „Ja“ heißen, Anm. der Redaktion)
Ja, ja. Kontaktbörse Mensaschlange. Alles klar. Na gut, ich frag da jetzt auch nicht nach. Gibt’s ihn noch an der Uni?
Nein.
Na gut, kommen wir zur schönen Seite des Arbeitslebens, wobei das Letztere jetzt ja scheinbar nicht ganz so übel gewesen ist. Also, das fand ich besonders…
(denkt nach)
Hat dich berührt, bewegt, begeistert…
Hm, ne, also alles…
gleichmäßig toll.
Ja, ich bin super glücklich. Eine bessere Arbeit hatte ich noch nicht. Macht Spaß, jeden Tag was anderes. Nette Leute.
Ja schön. Was machst du eigentlich im Sommer? Ich meine mich zu erinnern, dass du auch gerne mal acht Wochen fern der Uni bleibst.
Ach du, sind auch mal zehn Wochen. Ja, was mach ich da. Die ganze Zeit im Urlaub geht ja auch nicht. Eigentlich faulenzen, faulenzen, faulenzen. Erholen. Irgendwann besuch ich dann auch mal wieder das Bistro, so nach ein paar Wochen, weil die ganze Zeit zu Hause sein, geht nicht. Dann ist ja auch noch Schützenfest, Stoppelmarkt, Diepholzer Großmarkt. Und dann ist die Zeit auch schon wieder vorbei.
Das wünsche ich euch allen 2008:
Sollen alle so bleiben wie sie sind.
Und wenn sie nicht zufrieden sind?
Wenn sie nicht zufrieden sind, dann müssen sie halt daran arbeiten. Also ich muss sagen, dass 2007 für mich ein wirklich gutes Jahr war, von daher kann alles so bleiben.
Gut, also hast du alles gerissen, was du reißen konntest?
Äh, wie meinst du das jetzt?
Naja, am Ende kam jetzt ja sogar noch nen Interview mit der Zeitung heraus. Also, goldener Abschluss, oder?
Ja.
Das Interview führte René Kohn.

Katzenalarm in der Ruhezone

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Bildnachweis: rk
Es gibt immer was zu tun. Andree Wrobel bei der Arbeit.
Foto: René Kohn
Wer die nötige Ruhe zur Arbeit braucht, der ist hier genau richtig: Unsere Säule für diese Ausgabe arbeitet nämlich in der Bibliothek. Selbst in den Büros im Untergeschoss hört man eher Stecknadeln fallen und erst recht kein Radio. So was sei nicht erwünscht, sagt Andree Wrobel, für den dies zumindest am Anfang eine ganz schöne Umstellung bedeutete, als ich ihn am Ort der Ruhe besuchte.
Seit wann bist du an der Hochschule?
Seit dem August 1997 bin ich an der HS Vechta.
Zehn Jahre. Also Dienstjubiläum?
Nein, kein Dienstjubiläum. 25-jähriges Dienstjubiläum hab ich 2010, in drei Jahren.
Was hast du also davor gemacht?
Zwölfender war ich vorher.
Zwölfender?
Ich war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Das kommt aus der Jägersprache.
Zwölf Jahre Bund gab‘s also vorher.
Ja, und noch davor war ich gelernter Elektroinstallateur. 1985 war das. Da war ich Geselle. Dann kam die 15-monatige Wehrpflicht. Weil die Baukonjunktur am Boden war, hab ich mir den Laden (Bundeswehr) erst mal genauer angeguckt und mich für vier Jahre verpflichtet. Als der Arbeitsmarkt immer noch nicht besser war, hab ich mir gedacht: Machste Nägeln mit Köpfen und verpflichtest dich auf zwölf Jahre.
Also bis 1997. WIe kam es dann zur HS?
Ich habe ein Praktikum in der Landesbibliothek in Oldenburg gemacht. Auf einmal hatte ich die Papiere für die Bibliotheksschule in Hannover in der Hand. Ich absolvierte eine zweieinhalbjährige Ausbildung an wissenschaftlichen Bibliotheken. Danach konnte ich drei Wünsche angeben, wo’s hingehen sollte. Auf der Liste stand unter anderem Vechta drauf. So ging’s dann hierher.
Und die Berufsbezeichnung lautet?
Damals hieß es Bibliotheksassistent. Heute nennt sich das Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek.
Was machst du als FaMI in der Hochschule Vechta?
Ich bin zuständig für die Aussonderung. Das ist mein Hauptjob. Oben (Erdgeschoss der Bibliothek) gibt es ja den Stand mit Büchern zum Mitnehmen. Davon hab ich die meisten ausgesucht. Ansonsten bin ich Mädchen für alles. Ich arbeite etwa mit der Beschaffungsstelle zusammen, plane den Ab- und Aufbau von Regalen. Ich bin für die Kopierer zuständig. Ausleihe mache ich auch. Stellvertretender EDVAdministrator. Es gibt immer was zu tun.
Du arbeitest in einer Bibliothek. Nahe liegende Frage: Wie sieht’s aus mit dir und der Literatur?
Normalerweise sagt man ja, Leute, die in der Bibliothek arbeiten, lesen viel. Mag sein. Aber ich bin ja anders vorbelastet und nicht hiermit groß geworden. Und was ich am liebsten lese, sind daher eher Elektronikbücher. Also gibt‘s schon mal keinen Lieblingsautor, geschweige denn eine literarische Figur, die ich gerne mal sein will (solche Fragen waren vorgesehen, Anm. der Redaktion). Ich kann ja schlecht sagen: Ich möchte gerne ein Transistor sein. (Es wird lauthals gelacht)
Was war dein bisher lustigstes Erlebnis im L-Gebäude?
In öffentlichen Gebäuden sind Tiere verboten. Und vor ein paar Jahren hatten wir auf einmal eine Katze im Gebäude. Die Katze hat es geschafft, trotz der Doppeltüren jedes Mal wieder rein zu kommen. Ich hab sie dann genommen und wieder nach draußen getragen. Irgendwann kam sie darauf, den anderen Eingang zu nehmen. Sie huschte dann immer mit den Besuchern ins Gebäude. Tja, und ich hatte nebenbei noch Ausleihe. Die Benutzer fanden’s lustig. Das Ganze dauerte etwa drei Stunden.
In der Position des Chefs: Was würdest du verändern in der Bibliothek?
Abgetrennte Räume für die PC-/Internetbenutzung. mehr Einzelarbeitsräume für die Studenten schaffen. Medienvielfalt. Habe ich mehr Platz, kann ich mehr Medien kaufen. Mehr Geld für Beschaffungen. Das alles hätte zur Folge, dass wir den Benutzern mehr Leistungen bieten können.
Hast du noch was, was du den Studenten und Studentinnen mit auf dem Weg geben willst?
Was ich natürlich jedem wünsche, ist, dass er einen Job bekommt. Klar, natürlich auch erst einmal den Abschluss. Aber letztlich geht’s ja darum, dass man Arbeit hat.
Das Interview führte René Kohn.

Das schönste Erlebnis? – Uniparty!

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Bildnachweis: js
Rosemarie Bienert. Der gute Geist im Sporttrakt.
Foto: Julia Stock
“Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Rosi oder Frau Bienert?
Rosi.
Wie lange bist du bereits an der Hochschule, und wie kam es dazu?
Ich bin seit sechs Jahren hier. Damals hab ich die Ausschreibung in der Zeitung gelesen und mich dann hier beworben.
Und was hast du vorher gemacht?
KFZ-Mechanikerin. Dann bin ich umgestiegen auf Lackiererin.
Was ist bisher dein schönestes Erlebnis an der Uni gewesen?
Die Unipartys. (lacht) Nee, eigentlich alles. Im Sport ist es harmonisch und nicht so stressig.
Was ist denn das Fitnessessen schlechthin?
Auf jeden Fall Salat und Gemüse.
Machst du selber auch Sport?
Nein.
Sind Sportstudenten anders?
Ja. Die wirken ausgeglichener als die anderen Studenten.
Was empfiehlst du, wenn jemand einen Krampf hat?
Ich empfehle, dass die Studenten viel trinken sollen, vielleicht auch Magnesium zu sich nehmen und sich auf jeden Fall vorher dehnen, bevor sie an die Geräte gehen.
Musst du oft Wehwechen behandeln?
Ja, es kommen öfter mal welche rein, die ich dann ein bisschen behandele. Das ist aber immer ganz locker. (lacht)
Was sagst du zu den weniger Sportbegeisterten?
Die gibt‘s hier im Sport gar nicht. Die sind alle begeistert dabei.
Das Interview führten Julia Stock und René Kohn.

Den Playboy würd ich nach Hause schicken

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Ulla, 55, drei Kinder, offen
und gut gelaunt, wie wir sie kennen
Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Wie bist du zur Hochschule Vechta gekommen?
Durch eine Ausschreibung bei der OV.
Bist du immer so grimmig, wie du tust?
Nein.
Findest du Jörg auch sexy?
Jörg. Sexy? Sagen wir mal, naja, gut.
Was magst du an Männern, was an Frauen?
Oh, schwere Frage. (überlegt) In welcher Beziehung denn überhaupt? Sexuell jetzt oder wie.
Lass deinen Gedanken einfach freien Lauf.
An Männern finde ich einfach alles gut. Schöne Knackärsche, schöne Beine. Ja, und an Frauen, die Ausstrahlung. Bei vielen, nicht allen.
Was würdest du Studenten mit auf dem Weg geben?
Anständigkeit. Offenheit. Ehrlichkeit. Im Beruf das machen, was richtig ist.
Möchtest du noch einmal 25 sein?
Nein! (mit Nachdruck)
Bist du ein Fan vom neuen Rauchverbot?
Im gewissen Sinne schon. Es ist angenehmer. Auch für die Lebensmittel. Außerdem kommen viele mit ihren Kindern seitdem hier rein, was schön ist.
Gibt’s Tage, da wärst du gerne jemand anders?
Nö.
Was hältst du von den Profs?
(Stille) Die sind schon ok, aber viele von denen müssten zurückdenken, dass sie auch mal klein angefangen haben. Und hier nicht so ihren Prof heraushängen lassen, ne?! Die haben auch schon mal Fehler gemacht, ne Arbeit verhauen. Und das vergessen viele.
Wenn der Playboy auf dich zukäme, was würdest du sagen?
Was? Zu mir? Na, die würde ich gleich wieder nach Hause schicken. Das lohnt sich nicht.
Würdest du noch einmal was ganz anderes machen, wenn du’s könntest?
Ja. (flüstert) Stewardess. (lacht) Obwohl ich noch nie im Flugzeug gesessen habe und Angst habe vorm Fliegen. (alle lachen) Aber das war immer mein Traumberuf.
Hast du schon mal jemanden verkuppeln können hier in der Uni?
Nicht hundertprozentig, aber fast. Neunzig Prozent. Obwohl, ach doch, ich habe schon jemanden verkuppelt. Meine ehemalige Arbeitskollegin.
Bist du zu Hause auch so ordentlich wie hier?
Mal mehr, mal weniger. Eigentlich schon. Ich kann aber auch mal was liegen lassen.
Das schönste Geschenk, was du von Studenten bekommen hast?
Ganz klar mein fünfzigster Geburtstag, also die Feier, die hier im Bistro für mich ausgerichtet worden ist und von der ich nichts vorher wusste. Das war echt super!
Nerven wir Studenten dich manchmal?
Nein, eigentlich nicht. (Pause) Ja, ok, manche, die ich nicht leiden mag. Aber davon gibt’s kaum welche.
Welche Person der Hochschule wärst du gerne?
Herr Kürschner. Man kann auch mal mit ihm scherzen. Ich habe ihm übrigens das Kippeln abgewöhnt.
Ulla, einen Tag Präsidentin sein, was würdest du tun?
Erstmal die Studiengebühren abschaffen. Öfter mal nen Kaffee ausgeben, mehr persönlicheren Kontakt pflegen.
Dein Lieblingsmensaessen.
Gibt’s nicht mehr. Oder nur noch selten. Hackbraten. Der war immer sehr lecker.
Worauf Ulla lediglich mit einem schlichten Ja antwortet: Bist du gerne hier?, Magst du deinen Kaffee?, Findest du die Preise ok hier?, Rauchst du?, Backst du auch weiterhin leckeren Kuchen für uns?
Das Interview führten Britta Simon und René Kohn.

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