unterwegs

Inhaltsverzeichnis:

Immer wieder gerne
Vier mal Osna im subjektiven Blick

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Von sachlich bis ironisch – von nüchtern bis völlig überzogen. uniVista war unterwegs für Euch! Wo? In Osnabrück! Was wir dort gemacht haben? Einen netten Tag verbracht!
Sightseeing! Doch aus welcher Sicht? – Die Genderanalyse
In diesem Artikel befasse ich mich nicht mit trockenen Informationen über Sehenswürdigkeiten, sondern viel eher damit, wie unterschiedlich die Erlebnisse von Mann und Frau aufgenommen werden.
Neun Uhr, Vechtaer Bahnhof. Während Ina und ich uns in der morgendlichen Frische bereits sehr motiviert und voller Vorfreude den Tag schön ausmalten, genoss Tobi sein erstes Frühstück – Kaffee und Zigaretten – während Matthias noch in meditativer Haltung seinen Vorabend zu verarbeiten schien.
Auf der Zugfahrt wurde die Stimmung dann langsam aber sicher schließlich lebhafter und wir ergründeten die tiefsinnige Frage, woran man erkennt, dass Mädchen mit Brüdern aufgewachsen sind oder Jungs die Ehre hatten von Schwestern umgeben zu sein.
In Osnabrück angekommen überkam uns Frauen der plötzliche Hunger und eine innere Stimme in uns schrie nach Backfactory. Nachdem die Herren überzeugt wurden, führte uns das weibliche Bauchgefühl dann anschließend, entgegen der männlichen Technik in Form eines iPads, ins Zentrum der Osnabrücker Altstadt, dessen ästhetische Pracht aus weiblicher Sicht geradezu bejubelt wurde. Interessant fand ich jedoch den Unterschied in der Schrittgeschwindigkeit zwischen uns Mädchen und unseren Begleitern. Wir Frauen waren den Schlendrianen stets weit voraus.
Während wir nun unsere Ziele abklapperten und das Dargestellte auf uns wirken ließen, wurde der Unterschied am deutlichsten. Frauen haben den unerklärlichen Drang ihren emotionalen Zustand in die Welt hinauszuschreien. Gelegentlich ertönte also ein entzücktes Quieken, fiel ein „Oh! Ist das süüüß!“ oder es liefen ein paar Tränen über die Wangen, da der Modeladen Zara gerade Sonderschlussverkauf hatte, man selbst jedoch, natürlich, nicht mit dem nötigen Kleingeld dienen konnte.
Zur Sicht der Männer kann ich nicht wirklich viel sagen, jedoch unterschreibe ich als Fakt, dass das männliche Geschlecht eher schwierig zu begeistern ist und sie sich ihrer Umwelt nicht so dringend mitteilen müssen. Was mich jedoch sehr positiv überrascht hat ist, dass Ina und mir, während unseres Ausflugs kein Wunsch abgeschlagen wurde, Tobi und Matthias, trotz gelegentlich fehlender Begeisterung, alles sehr lieb mitgemacht und geduldig ertragen haben, außerdem sehr zuvorkommend waren.
Bild: Tobias Kunz
Natürlich durfte während des Trips die Anmerkung von uns Frauen nicht fehlen, dass es doch seeehr kalt wäre, woraufhin die Männer auf sensible Weise damit konterten, dass dagegen andere bereits ihre Badeutensilien anziehen würden. Mit einem Sixpack Bier auf der Zugrückfahrt, strahlte dann auch der männliche Part unserer Reisetruppe wieder über beide Wangen.
Ich fand den Ausflug wirklich sehr schön und möchte mich an dieser Stelle sehr für den tollen Tag bei Ina, Matthias und Tobias bedanken.
Immer wieder gerne!
von Johanna-Maria Jaromin
On the road …
Der Winter schien es auf uns abgesehen zu haben und gab sich alle Mühe die letzte Wärme aus uns herauszupressen. Die lange Zugfahrt in der Enge einer winzigen Zelle hatte seine Wirkung nicht verfehlt und alle waren trotz der beißenden Kälte froh endlich rauszukommen. Nun aber ging es weiter. Ein langer Marsch erwartete uns, auf dem viele wegen Hunger oder Müdigkeit zurückbleiben werden. Der Weg war beladen mit ihren kleinen Geschäftchen, verwinkelten Gassen und den Orten, die ihren großen Transportmaschinen vorbehalten waren. Schließlich erblickten wir jedoch unser Ziel. Erst nur schemenhaft, dann immer klarer. Es war eine dieser Glaubensstätten ihrer Religion, die ich bisher immer so gemieden hatte. Mit ihrem Gerede über Heil und Erlösung konnte ich noch nie etwas anfangen und wenn man mir das Zeug aufzwingen wollte, noch viel weniger. Aber was sollte ich machen? Es war zu spät, um jetzt irgendetwas zu bereuen. Ich musste die Konsequenzen für meine Taten übernehmen. Als wir reinkamen, waren unsere Vorgänger bereits durch die Mangel gedreht worden und schienen wie leblose Marionetten nur noch der Stimme der Ansagerin zu folgen. Ein Wunder, dass ihnen noch nicht der Sabber aus dem Mund lief. Glücklicherweise war unser Programm erst für den späteren Nachmittag vorgesehen. Die Anstrengungen des Weges, die Entkräftung durch den Schlafentzug und der ständige Hunger jedoch, ließen mich alles nur noch verschwommen und traumartig wahrnehmen. Mein Herz pochte heftig und es war das einzige Geräusch, das ich noch wahrnahm. Alles verlangsamte sich und schien wie eine einzige klebrige Masse zu sein, die sich immer weiterzog, je weiter wir in den Komplex hineingingen. Sie zeigten uns als erstes, wahrscheinlich zur Einschüchterung, die Gräber derer, die vor uns da waren und die nicht gehorcht hatten. Einer meiner Kameraden verlor die Nerven. Sein Totenlicht war quasi bereits entzündet. Nach einer halben Ewigkeit erreichten wir das Heiligtum des Komplexes: den Altar. Jeder, der hier ankam, war zu allem bereit. Es gab weder Hoffnung noch konnte man Gnade erwarten. Einige wimmerten und flehten um Erbarmen, denn sie wollten nur noch zurück zu ihren Familien. Aber wir alle wussten, dass das nie mehr geschehen würde an der Schwelle zur Ewigkeit. Sie trieben uns immer tiefer und tiefer hinein und wir sahen Dinge, die keiner von uns so schnell vergessen wird. Keiner wird mehr der Gleiche sein, wenn er hier herauskommt. Die erdrückende Atmosphäre und die ewigwährende Melodie, die uns von Anfang an begleiteten, wurden zu immer schwereren Lasten. Alles was uns blieb, war die Verzweiflung, dass unser Leiden sich noch länger hinziehen wird und dies nur der Beginn unserer Reise war. Die Glücklichen verloren den Rest ihres Verstandes schnell, über die Unglücklichen vermag ich nicht zu sprechen. Alles was blieb war, nur etwas länger durchzuhalten als die anderen und zu beten, dass dein ehemaliger Freund neben dir etwas früher aufgeben würde, als man selbst. Unsere mittlerweile an die Dunkelheit gewöhnten Augen wurden durch das gleißende Licht der aufgehenden Sonne geblendet. Es fiel durch die bunten Fenster über dem infernalischem Instrument, das uns die ganze Zeit akustisch gemartert hatte. So erreichten wir das Ende – unser Ende. Nur eines stand fest zu diesem Zeitpunkt: Der nächste Zwischenstopp auf unserer Reise würde weit unangenehmer werden. So brachen wir auf, die Innenstadt von Osnabrück zu erkunden.
von Matthias Christ
Bild: Tobias Kunz
Universität
Eine fremde Stadt zu erkunden – ohne genau zu wissen, wo man ankommt oder was einem auf dem Weg erwartet – war mir schon immer die liebste Art zu reisen. Man lässt die Stadt auf sich wirken und kann somit einige Überraschungen erleben, die man bei einer durchdachten Stadtrundführung verpassen würde. Meine Mitreisenden waren zum Glück der gleichen Meinung. Im Zug stellte sich daher die Frage, wohin wir eigentlich gehen sollten, wenn wir in der niedersächsischen Stadt Osnabrück angekommen sind, gefolgt von dem Gedanken, ob überhaupt jemand einen Stadtplan dabei hat. Das Ergebnis war erst ein Schweigen, dann ein Lachen, sodass wir in Osnabrück angekommen, einfach unserem Bauchgefühl folgend, die Stadt erkundeten.
Die Überraschung ergab sich relativ schnell. An einer Hauptstraße entlanglaufend und in ein Gespräch vertieft, übersahen wir fast das Schloss, dass mitten in der Stadt platziert war. Der Blick auf das angebrachte Schild, welches auf der Außenmauer angebracht war, ließ uns vor Neid erblassen: Universität Osnabrück.
Wir durchquerten den Torbogen und befanden uns in einem Innenhof, der von dem gelben Schlossmauern umrahmt war. Glücklicherweise war der Eingang nicht verschlossen, sodass wir einen Blick in das Schloss erhalten konnten. Es folgte ein gläserner Aufzug, ein kleiner Schlosspark zum Hinterausgang und eine Aula, die mit ihren hohen mit Stuck verzierten Decken, an denen pompöse Kronleuchter hingen, eher an einen Ballsaal erinnerte. Anschließend wurde der gläserne Fahrstuhl ausprobiert, der uns in das oberste Stockwerk brachte, von wo aus man einen imposanten Blick über die Stadt Osnabrück erhalten konnte. Die Räume waren schon nicht mehr schlossähnlich, sondern erinnerten an den umgebauten Gebäudetrakt im 1. Stock des R-Gebäudes der Universität Vechta. Eine abgestellte Kaffeetasse mit dem Logo Studentenwerk Osnabrück, die man auch in Vechta zu Gesicht bekommt, war ein weiterer Beweis für eine gewisse Ähnlichkeit beider Universitäten und ließ uns erfreuen. Die Vorzüge einer kleinen Universität, wie in Vechta, wurden noch einmal aufgezählt, zu denen eindeutig eine gewisse persönliche Atmosphäre, das schnelle Zurechtfinden und das häufige Wiedertreffen von Personen zählten.
Doch eines konnten wir nicht abstreiten. Einen Tag in einem Schloss zu studieren, dass hatte schon etwas Besonderes. Abermals durchquerten wir den Torbogen und waren gespannt, wohin uns unser Bauchgefühl als nächstes leiten würde.
von Ina Bushuven
Wer Tiere mag, liebt oder lustig findet …
Bild: Tobias Kunz
… und vom Studium zu überhitzt ist, sollte den Weg zum Osnabrücker Stadtrand einschlagen. Hinter dem Krankenhaus gelegen, findet sich eine Ansammlung von merkwürdigen, verrückten und allseits bekannten Tieren, die das tun, was Tiere halt so hinter Gittern tun: Sinnlos im Kreis laufen, uns Menschen mitleidig anschauen und fressen. Natürlich sind die knapp 2500 Tiere nicht nur für die Bespaßung da, man kann auch viel Wissenswertes aus der Welt der Tiere lernen. Zum Beispiel warum Nacktmulle so hässlich sind und was für eine Aufgabe sie sonst noch auf dem Planeten haben. Fakt ist, dass sie in einem unterirdischen Teil des Zoos der Öffentlichkeit dargeboten werden, den es in dieser Form nur in Osnabrück gibt. Leider sieht man größtenteils nur Schatten und Stroh. Das soll natürlich alles nicht abschrecken. Auf einem Gebiet von fast 24 Hektar gibt es auch sehr schöne Dinge zu entdecken für groß und klein. Aber mal ehrlich, zu erkennen dass Affen sich fast genauso dämlich benehmen wie man selbst oder einen lieblichen Löwen den Kopf zu streicheln, ist doch immer wieder ein Erlebnis wert.
Außerdem sind wir alle Studenten. Und der positive Effekt, den Tiere auf unser emotionales Befinden ausüben, ist jedem bekannt. Zumindest weiß man am Ende des Ausflugs : Hier ist jemand noch ärmer dran, als man selbst.
Irgendwie ironisch: Der Zoo weist in einem Sonderteil auf die ökologisch bescheidenen Umstände hin, die der Mensch zum Beispiel durch Landwirtschaft erzeugt und somit den Tieren ihren Lebensraum nimmt. Da schaut man dann doch schon etwas besorgter den Elefanten beim Rumtröten zu. Aber immerhin bringt einen der lustige Nacktmull wieder zum Lächeln.
von Tobias Kunz

Wilhelmshaven – Maritime Erlebnisse

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Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler
Freundlich wurden wir in Wilhemshaven von einer älteren Mitbürgerin begrüßt, als wir unseren mit Rückenwind gesegneten Gang am Hafenkanal genossen. “Ich wünsche euch den Gegenwind, den ich grad hab.“, war ihre spontane Reaktion auf unsere Anwesenheit.
Wir waren grad auf dem Weg zum Bauwagen von Peter Lustig, von dem ein Exemplar im Kulturzentrum Pumpwerk steht. Leider war er lieblos hinter Bauzäunen versteckt und mit Plastikplanen vor dem rauen Seewetter geschützt. Nicht ganz so lieblos präsentiert Wilhelmshaven seine Maritime Meile, die im Fokus unseres Ausflugs stand. Mehrere unterschiedliche Museen und Erlebnishäuser befinden sich entlang des Kanals und der Bucht.
Dabei führen verschiedene Wege nach Wilhelmshaven. Entweder mittels einer meist stündlichen Verbindung über Bramsche und Oldenburg mit der NWB (ca. 3h), einer 3-4maligen Verbindung pro Tag über Ahlhorn mit dem Bus (3,90 Euro) und dann weiter mit der NWB (ca. 2h) oder über eine noch seltenere Verbindung (2 Mal pro Tag) mit der NWB über Delmenhorst und Oldenburg.
Garnisonskirche
Die Garnisonkirche ist nicht sehr groß, aber doch irgendwie beeindruckend. Zwischen all den Wappen an den Sitzbänken erinnern große Denkmäler und Tafeln an Opfer von Seeschlachten. Es wird den Helden der Marine gedacht und neben dem Altarbereich gibt es das Grab eines unbekannten Matrosen. Im Altarraum selbst prangt ein helles Bild, welches Gott auf dem Meer symbolisiert. Allgemein lohnt es sich, dieser evangelischen Kirche mal einen Besuch abzustatten. Außerdem kann man dann auch seine Gebete und allgemeinen Sorgen in einem Buch niederschreiben, was am Eingang der Kirche ausliegt. Ach, eine letzte Sache noch, die man hier unbedingt beachten sollte: Die Kirchentüren sollten immer geschlossen bleiben, denn schließlich heizt die Kirche nicht für den Vorplatz… sagt sie zumindest.
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wal.welten
Foto: Tobias Kunz
Küstenmuseum
Wer sich schon immer für Seemannsromantik begeistern konnte, ist im Küstenmuseum gut aufgehoben. Neben den üblichen Abbildungen von Schiffen und Meereshorizonten erfährt man viel Wissenswertes über das Leben und Sterben der Nordseebewohner seit Anbeginn der Evolution. Aufnahmen von Überschwemmungen, ausgestellte Skelettfunde sowie die präzise Veranschaulichung der Veränderung Wilhelmshavens in den letzten Jahrzehnten bis in die Gegenwart. Nebenbei überzeugt die Ausstellung wal.welten indem sie das
15 Meter lange Skelett eines gestrandeten Wals präsentiert. Die derzeitige Sonderausstellung Auf zwei Rädern ins Wirtschaftswunder – Räder, Roller und Mopeds der Achilles-Werke Wilhelmshaven ist für Nostalgiker unbedingt zu empfehlen.
www.kuestenmuseum.de
Oceanis
Auf das Oceanis haben wir uns gefreut. Ja, wir dachten, es könne wirklich ein großes Highlight auf unserer Tour werden – doch leider entpuppte es sich recht schnell zu einer Art Wissenserlebnispark für engagierte Jungeltern, die ihren Kindern mal was richtig Tolles bieten wollen.
Im Wesentlichen besteht das Museum aus einer virtuellen Fahrstuhlfahrt „in die Tiefe des Meeres“, mit der man eingestimmt werden soll auf das Unterwasserstationsfeeling. Unten erwarten den Besucher dann einige röhrenartige Gänge, in denen Maschinen, Gegenstände oder Situationen aus der maritimen Umwelt, z.B. Reusen, Unterwasserroboter, Riesenkrakenangriffe etc. ausgestellt sind.
Zu jedem Exponat kann man sich dann aus den dargereichten Kopfhörern lehrreich beschallen lassen. Die Sprecher sind eine Meeresbiologin, interessierte Kinder, ein schrulliger alter Seebär und – man höre und staune –
ein Fisch.
Meist erklärt die Wissenschaftlerin die nüchternen Tatsachen, der Seebär jammert, dass früher alles besser war und wird dann von den Kindern zur Vernunft gerufen. Die Aufgabe des Fisches besteht, glaub ich, hauptsächlich darin, lustig zu sein (was kann man auch anderes von sprechenden Fischen erwarten).
Obwohl – und das muss man deutlich eingestehen – die Gespräche meistens durchaus informativ waren und leichter verdaulich sind als das für normale Museen übliche Textbombardement, so hätte ich stellenweise gerne auf den Klamauk verzichtet.
Im Zentrum der „gigantischen Unterwasserstation“ kann man dann noch an drei riesigen Monitoren ein lustiges Fische-Such-Spiel genießen und in bester Eye-Toy-Manier wild hüpfend Sternchen sammeln sowie vor Raubfischen fliehen. Der krönende Abschluss des Aufenthalts ist dann ein kurzer 4D-Kino-Trip, der einen dann wieder zur Oberfläche bringt.
Fazit: Die Zielgruppe sind eindeutig Kinder und Jugendliche. Wenn du nicht gerade engagiertes Jungelternteil bist, leg dir die 7 Euro lieber unter die Matratze.
www.oceanis.de
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Außenbereich des Marinemuseums
Foto: Sarah Kotten
Deutsches Marinemuseum
Das Marinemuseum handelt von Marine… ja, klar. Die Theorie im Gebäude ist nicht gerade das Spannendste,
aber der Außenbereich macht das alles wieder wett. Dort gibt es ein altes U-Boot, welches man sich auch von innen ansehen kann und ein paar Schiffe der Marine, die eigentlich zeigen, wie es heute noch auf solchen Marineschiffen aussieht. Man erfährt, wie eng das in diesen Dingern ist und dass die äußere Größe manchmal über das Innere hinwegtäuschen kann. Einfach mal ausprobieren. Aber Vorsicht beim Einstieg in diese Schiffe, denn das ist nichts für Ängstliche… besonders Leute mit Platzangst sollten besser nur die Außenhülle genießen und lesen, wer sich alles auf dem U-Boot die ewige Liebe geschworen hat.
Noch ein Tipp: Kauft euch die Kombikarte, denn dann habt ihr im Preis den Eintritt für das Wattenmeerhaus mit drin.
www.marinemuseum.de
Wattenmeerhaus
Mit dem Slogan „Verborgene Welten entdecken“ wirbt das Wattenmeerhaus für seine 2000qm große Ausstellung. Es ist wirklich ein Erlebnis, wie vielfältig das Wattenmeer sein kein. Begrüßt wird man mit einem
Tasterlebnis, bei dem man verschiedene Dinge aus dem Watt ertasten kann. Weiter geht es im Erdgeschoss mit dem obligatorischen Geschenkeshop und grundsätzlichen Informationen zum Wattenmeer. Im nächsten Geschoss gibt es meistens Sonderausstellungen, die nicht unbedingt das Thema des Hauses vertreten. Zu der Zeit, als wir dort waren, gab es die Foto-Ausstellung „Eye to Eye“,
die mit eindrucksvollen Tierbildern des Wildlife-Fotografen Frans Lanting faszinierte. Im zweiten Geschoss geht es dann richtig los mit dem Erlebnis Wattenmeer. So gibt es nicht nur Ausstellungsstücke zum Anschauen, sondern auch zum Anfassen und Mitmachen. Ein Sturmraum, ein original Krabbenkutter, Eindrücke und Erlebnisse von Fischern und Wattenmeerbewohnern und Konstruktionen wie brütende Vögel auf die Anwesenheit von Menschen reagieren, sind nur einige Beispiele. Ganz oben angekommen kann man mit dem Ausblick von der Panoramaterrasse den Tag ausklingen lassen.
www.wattenmeerhaus.de
In Wilhelmshaven gibt es einiges zu sehen und zu erleben. Am empfehlenswertesten ist wohl ein Kurzurlaub, um alles sehen und genießen zu können, was Wilhelmshaven so zu bieten hat. Ein Tag ist dafür auf jeden Fall zu kurz, schon allein weil die meisten Einrichtungen pünktlich um 17 Uhr schließen.
von Alexander Dressler, Sarah Kotten, Tobias Kunz und Thomas Hülsmann
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Fotos: Sarah Kotten und Alexander Dressler

Bilderalbum
uniVista No. 11: Wilhelmshaven

Delmenhorst – Hinter Huchting ist ein Graben…

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Was kann man als Stadt tun, wenn man zwischen den Unihochburgen Oldenburg und Bremen gefangen steckt und die einzige Assoziation ein Hotel mit zwielichtigem Charakter oder die Popsängerin Sarah Connor darstellt? Richtig, gar nichts! Dass Delmenhorst dennoch einige Perlen zu bieten hat, blieb dem uniVista-Team auf seiner Reise mit dem Studententicket nicht verborgen…


Fotos: Björn Franke
Fabrikmuseum
Industriekultur stellt für Delmenhorst seit über 100 Jahren einen wichtigen Faktor dar. In der 1884 gegründeten “Norddeutsche Woll- und Kammgarnspinnerei” wurde bis weit ins 20. Jahrhundert hinein aus Rohwolle Garn gesponnen. Obwohl das Unternehmen selbst nicht mehr existiert, blieben einige historische Gebäude, wie die Lichtstation von 1884 und das Turbinenhaus von 1902, erhalten. Heutzutage kann man auf einer Ausstellungsfläche von 3000m² sowohl die Geschichte der Woll- und Kammgarnspinnerei, als auch die Entwicklung der Stadt Delmenhorst, von der mittelalterlichen Burg zur Industriestadt, betrachten. In regelmäßigen Abständen werden Führungen angeboten, die umfangreiche Informationen zum Industrieleben auf der Nordwolle in Delmenhorst bieten. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Weitere Informationen findet ihr unter: www.fabrikmuseum.de
Wem im Anschluss an den Besuch der Magen knurrt, dem empfiehlt sich ein kleiner Umweg über das hervorragende mexikanische Restaurant El Marriachi am Fabrikhof 9-10.
www.el-mariachi-delmenhorst.eu
Graftanlagen
Man glaubt es kaum: Selbst in der Industriestadt Delmenhorst gibt es Grün. Südlich der Innenstadt erstrecken sich entlang der Delme die Graftanlagen. 1247 wurde auf der Burginsel ein Hof zu einer Wasserburg umgebaut, im 16. Jahrhundert entstand daraus ein Renaissance-Schloss. Leider wurde dieses ab 1711 wieder abgerissen. 1906 wurde das Areal zur Parkanlage umgewandelt. Die Delmenhorster Graftanlagen bieten auf verschiedenen Wegen und Grünanlagen Möglichkeiten zum Spazieren und Ausruhen. Besonders zur Sommerzeit tummeln sich Menschen verschiedenen Alters in den Anlagen und genießen den Tag. Wer Lust nach einem Feierabendbierchen oder einem Glas Wein verspürt, dem seien der angrenzende Speicher sowie die Graftwerke empfohlen.
Im Netz:
www.graftspeicher.com
www.graftwerk.de
Fette Beats oder so…
Wer sein Nachtleben nicht nur mit einem Gang in die nächste Kneipe gestalten möchte, kann sein Tanzbein in der Diskothek Mausefalle schwingen. Von Donnerstag bis Samstag wird dem Besucher ab 21:30h auf zwei Areas Unterhaltung geboten. Die wöchentlich wechselnden Events können der Homepage entnommen werden. Die Mausefalle Delmenhorst zählt zu den erfolgreichen Nightlife-Konzepten der Stadt und ist jedes Wochenende erneut Anziehungspunkt für junge Leute aus Stadt und Umland.
Diskothek Mausefalle. Weberstraße 10. 27749 Delmenhorst.
Im Internet: www.mausefalle-delmenhorst.de
Riva
Sollte es nach einem Besuch im Delmenhorster Großraumkino Maxx noch etwas Zeit geben, bis euch der Zug zurück nach Vechta bringt, bietet sich ein kurzer Abstecher ins Riva an. Direkt am Bahnhof gelegen, bietet es Getränke und Speisen in allen Variationen und für jeden Geldbeutel. Außerdem lässt euch der direkte Blick auf den Bahnhof garantiert nicht den Zug verpassen.
www.riva-delmenhorst.de
Slattery´s Irish Pub
Zu einer festen Größe des Delmenhorster Nachtlebens zählt das Irish Pub Slattery‘s. Beliebt bei Jung und Alt bietet es sowohl unter der Woche, als auch am Wochenende Live-Musik und verschiedene Events. Ein Highlight stellt vor allem die alljährliche Halloween-Party dar, die bereits Kultcharakter in der Stadt besitzt. Etwa fünf Minuten vom Bahnhof entfernt, findet ihr den Pub an der Stedinger Straße 40. Ab 16:00 Uhr steht das Team für euch hinter dem Tresen.
Mehr Infos unter: www.slatterys-delmenhorst.de
von Britta Simon und Björn Franke

Bilderalbum
uniVista No. 10: Delmenhorst

Bielefeld nightlife – Bielefeld gibt‘s auch bei Nacht

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Nachdem wir zuletzt ein wenig Licht in die Bielefeldverschwörung gebracht haben, hieß es nun: Licht aus und ab ins Nachtleben.
Irgendwo muss
es sein
Foto: Johanna Olberding
Ferdis Pizza Pinte
Bahnhof Bielefeld. Unser Plan: Eine schöne gute Nacht in der Stadt der Verschwörung zu verbringen und der geneigten Leserschaft (DIR!) zu erklären, dass auch die 2- 3stündige NWB- Fahrt sich lohnt. Vor dem Bahnhof stehen wir an der Stadtbahnhaltestelle und suchen den Platz mit dem CinemaxX. War schon mal wer in Bielefeld? Jetzt nicht über unsere anfängliche Torheit lachen. Das CinemaxX befindet sich auf der anderen Seite des Bahnhofs. Gefunden. Karten kaufen für The Happening mit Ex- Marky Mark (Life in the streets…). Was nun? Noch eine Stunde bis zum Filmstart. Hunger! Auf dem Weg in ein scheinbares Wohngebiet stoßen wir auf Ferdis Pizza Pinte. Sieht von außen aus wie der typische Nobelitaliener. Ein Ort wo sich geschiedene 40jährige Damen herumtreiben und bei einem Glas Wein und Antipasti über die böse Männerschaft schimpfen. Der Schein trügt so was von. Das Publikum ist jung, die Bedienung freundlich und die Preise bezahlbar (Spinat-Feta Pizza 6.80 €). Ein Doppelplusgut gibt es für die sanitären Anlagen. Ein paar Muscheln ins Bad werfen und das maritime Gestaltung nennen kann jeder. Aber das ganze Bad in eine Unterwasserlandschaft zu verwandeln und dann noch Meeresrauschen und Käpt’ n Blaubär Dialoge im Hintergrund düdeln zu lassen ist eine Kunst.
Multiplex CinemaxX
Ein gelungener Zweiteinstieg für eine lange Nacht sollte uns das CinemaxX bieten. Mit pizzagestilltem Magen ging es für mich das erste Mal in eines der Multiplex- Kettenkinos dieser Welt. Kannte ich doch sonst nur Bestellung am Platz, inklusive dem persönlichen Kontakt zu Mitarbeitern des Kinos – über deren Arbeitsplätze ich mich immer freute – erwarteten mich hier Anonymität trotz oder gerade wegen vieler Sitzplätze und eine riesige Leinwand. Die Sitze waren eng, aber der Logenplatz und der Sound wenden meine negativ- Bewertung wieder ein wenig Plus Null. Wobei: ermäßigte 6,- € für Studenten 1,- € für Loge = 2 1/2 DVDs aus der Videothek + Beamer und Leinwand im Wohnzimmer = unbezahlbar! Um der Leinwand zu frönen: Actionfilme mit 3D Charakter lassen Schlagkraft vermuten und auf die Erfahrung würde ich auf keinen Fall verzichten.
„The Happening“ sollte uns noch die ganze Nacht hindurch begleiten. Aber wer konnte das bei Beginn des Streifens schon erahnen? Hauptverursacher aller Aktionen des Films: „In den Suizid führende Pflanzentoxide“. Den latenten Sinn konnte ich nicht ergreifen, wohl aber das Glück, welches uns mit Bielefeld ereilte, denn es gab kaum Grünzeugs in den von uns bewanderten Gebieten und wir überlebten die Nacht. Meinem ersten Mal im CinemaxX halte ich entgegen: Gute Filme kommen auch auf einer kleinen Leinwand groß raus! Ich bleibe mit dem Herzen gegen Anonymität, für Arbeitsplätze und persönlicher Bedienung bei unserem Kleinstadtkino mit einzigartigem Ambiente.
Der Ringlokschuppen
Foto: Johanna Olberding
Ringlokschuppen – Schuppen? Das ist ne Halle
Bielefeld hat viele Straßen. Und vor allem hat Bielefeld lange Straßen. Eine der längsten scheint die Herforder zu sein. Aber man will ja nicht klagen. Da nachts keine Busse, Stadtbahnen und Rikshas mehr fuhren, blieben uns nur die flinken Füße. Egal, Mama und Papa mussten ja auch täglich geschätzte 73km durch Wind und Wetter waten, nur um Milch oder eine Messerspitze Salz zu holen. Wir wollen zum Ringlokschuppen. Der heutige Ringlokschuppen ist Teil des alten Reichsbahn- Ausbesserungswerkes Speldorf und er ist so verdammt riesig, dass ich mir Wegzehrung zwischen den einzelnen Areas wünsche. Der Eintrittspreis war mit 5 € noch erschwinglich für einen Laden dieser Größenordnung. Der Bierpreis mit 3 € (ebenso Cappuccino) ist schon ein tieferer Eingriff in meine Spendierhosentaschen. Aber hey, Wegzehrung ist das Stichwort. Im Ringlokschuppen werden keine kleinen Brötchen gebacken, wenn überhaupt werden da Brotlaibe groß wie VW-Käfer gemacht. Heidewitzka! Auf drei Areas fand sich alles was ein Gitarrenherz begehrt. Ein großes Areal für die Breitrockmasse, eine feine Hardcore-Ecke, in der Jungs und Mädels mit ordentlich Metal im Gesicht die Luft verprügeln, als hätte sie deren Mütter beleidigt und eine weitere riesige Gothik, Black, Leder, Lack und whatever Halle. Hier sei nun eine Lanze für alle Gothiker gebrochen. Es sind wahrscheinlich, neben den Mitarbeitern der Wohlfahrt die nettesten Menschen dieses Planeten. Wäre Goth eine Regierungsform wäre die Welt ein bisschen netter und um einiges dunkler.
Besonders erwähnenswert ist noch eine der Lounge- Cafe- Bars. Alte Videos von Nirvana Auftritten unterlegt mit Rage against the Machine- Songs und schwarz gekleideten Kaffee und Bierschlürfern am Tresen. Ein dunkelbuntes Potpourri der Reizüberflutung. Genau das Richtige für eine Nacht wie diese. Daumen hoch für den Ringlokschuppen
Irgendwo muss
es sein
Foto: Kai Pröpper
WG gesucht
Wir sind ja nicht zum Spaß hier. Der nächste Laden soll angelaufen werden. Unsere Wahl fällt auf „Die WG“, eine altes Hotel, in der wir uns vorstellen können, in Ruhe ein Bier zu trinken. Der Weg ist mal wieder lang und Kräfte zehrend. Vorbei am B1 Disco Baumarkt und merken, dass man einen ganzen Straßenzug umsonst abgelaufen hat. “Die WG” hat zu.
Suche nach dem “Sound”
Es war jetzt wirklich dringlich an der Zeit für eine Wanderpause und einer hefedurchsäuerten Gaumenspülung. Nachdem ich schon die Orientierung aber noch lange nicht die Lust am Wandern verloren hatte, freute ich mich eines männlichen Navigationssystems. „Da runter“ hieß es. Nach ungefähr 1500m Wegstrecke, für Urbangewachsene ein Marathon – für „Bahnhof-zur-Uni-Wanderer“ beiläufig, standen wir vor dem „Sound“. Leider ohne Sound aber immerhin noch mit Licht. Die Tür gab einem „Sesam öffne dich“ nicht nach. Klopfen blieb unbeantwortet (… mag sein, weil ich so leise klopfte…). Traurig aber wahr, dass Sound stand geschlossen vor uns da. Trotzdem: Allein die Tür lohnt schon einen Besuch. Als hätten sie viele Warsteinergläser in heißes Eisen gedrückt, strotzte die Tür vor „Pro- Bier“ und wir hätten es uns auch nicht entgehen lassen, wäre die Tür … nun ja; aufgegangen. Also merken: Vor Eins hingehen!
Stereo-oeretS
Kaffeepause
zwischendurch
Foto: Johanna Olberding
Nach einer schweren „Wir-haben-geschlossen“- Depression blieben tiefschürfende Fragen an dem Leben der Bielefelder nicht aus. Weite Strecken von Kneipe zu Kneipe, Geschlossen ab Eins… . Hypothesen zur Begründung derartigen anomalen Großstadtverhaltens entstanden in der Trunkenheit von Übermüdung und auf dem Weg zum neuen Bahnhofsviertel. (Auf geht’s ab geht’s, 3 Tage wach!) „Vielleicht sind die Kneipen so verstreut, weil sich die Bielefelder nicht als zusammengehörig empfinden? Ich meine, da es Bielefeld nicht gibt fehlt den Leuten doch total das Identitätsempfinden. Keine Stadt, keine Identität. Sie sind sich einander und sich selbst wohl möglich gar nicht bewusst?“ Auch Zusammenhänge zu möglichem Abwehrverhaltensmaßnahmen der Pflanzenwelt durch toxische Gase wurden vermutet…sogleich aber verworfen: Zu geringer Pflanzenbestand. Wir erreichten das „Stereo“. Ein kleiner Eingang direkt neben dem CinemaxX. Ich vermutete einen Empireverschnitt. Was mich erwartete war eine gelungene Diskothek meines Geschmacks. Reinheitsgrad nach Circus und Hydepark. Sanitäre Anlagen aber á la SaniFair ohne 50 Cent Bonn, inklusive gelesen werden wollender Wandbekleidung aus Teenagerzeitschriften bis vermutlich 1990. Die Preise waren adäquat. Der Eintritt um unsere Ankunftszeit (4.00Uhr) herum frei. Ein Bereich mit schicker normaler Tanzmusik, eine Ecke zum chillen mit Sesseln und Sofa, eine Bar und eine wundervolle Tapetenecke, in der wir sogleich blieben, den Abend ausklingen und zugleich den Morgen mit „Kopf-zum-Beat-schwingend“ einläuten ließen. Ein „wollen sollen“ für Bielefeldentdecker!
Ausgeschlossen
1/4 unserer gesamten Night Life Erfahrung erlag der Wanderschaft. Die Stunden liefen uns nur so davon und wir konnten nicht alles erkunden – Wir wollten nicht alles erkunden: Was geschähe mit der Entdeckerfreude würden wir euch alles vorwegnehmen! Also: Füße unter die Arme, ab in die NWB Richtung Bielefeld. Das Angebot ist groß und acht Stunden reichen nicht!
von Johanna Olberding und Kai Pröpper

Bilderalbum
uniVista No. 09: Bielefeld nightlife

Bielefeld gibt es wirklich

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„Schau dich hier um und dann in dich hinein, denn jeder braucht nen Platz zum glücklich sein, wir laden dich und deine Leute ein, um heute da zu sein, wo man sich liebt, in der Stadt die es nicht gibt“. Sicher ist, dass die Fantastischen Vier eine andere Stadt als Bielefeld im Kopf hatten, als sie diese Zeilen schrieben. Sicher ist jedoch auch, dass die uniVista die vermeintliche Stadt, die es nicht gibt, nicht nur gefunden hat, wir haben sie auch bereist und intensiv begutachtet.
Berlin sieht das sicherlich
etwas anders, aber man wird
noch träumen dürfen.
Foto: Sebastian Dargel
Bielefeld ist die zweitgrößte Stadt, die man mit unserem Semesterticket besuchen kann. Mit 330000 Einwohnern liegt sie zwar immer noch weit hinter Bremen, dafür aber auch weit vor allen anderen. Mitten im schönen Ostwestfalen, am Teutoburger Wald, ist Bielefeld vor allem einen Besuch wert, wenn euch Niedersachsen doch ein wenig zu flach ist.
Die Anfahrt nach Bielefeld legt euch leider einige Stolpersteine in den Weg. Eine Fahrt dauert 2 Stunden und 19 Minuten, falls in Osnabrück der Zug nach Bielefeld erreicht wird. Das erfordert aber Glück und Sportlichkeit, sonst kommt eine Stunde Wartezeit in Osnabrück dazu. Außerdem wird der Zug „Haller Willem“, den wir mit unserem Ticket nutzen können, nur auf der Nordwestbahn- Seite und nicht auf der Bahn-Seite angezeigt. Sollte man dann aber doch nach der langen Reise in Bielefeld ankommen, wird man wohl überrascht sein, wie attraktiv die eigene Heimatstadt im verregneten Wetter wirkt. Denn keine Frage, Bielefeld ist um den Bahnhof herum nicht schön anzusehen. Das Beste vorweg: Sollte man sich doch aus dem Zug trauen und nur 5 Minuten in egal welche Richtung gehen, hat man das Schlimmste hinter sich. Und was euch genau erwartet, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Die Altstadt
Unweit des Bahnhofs gelangt man in die im Stadtbezirk Mitte liegende Altstadt. Diese ist allemal einen Besuch wert. Denn in diesem mit 79 000 Einwohnern bevölkerungsreichsten Stadtviertel herrscht eine sehr angenehme und ruhige Atmosphäre. Das Bild wird von liebevoll restaurierten Altbauten bestimmt. Diese beherbergen di verse Läden (darunter haufenweise Edelboutiquen) und Cafés, welche zum Verweilen und Geld ausgeben einladen. Darüber hinaus hat die Altstadt, wenn man in kleinere Häusernischen abbiegt und den Hundehaufen ausweicht, auch einige besondere Bauten zu bieten. So zum Beispiel die Nicolai Kirche. Sie wurde um 1340 erbaut und ist damit die älteste Stadtkirche. In dieser gotischen Hallenkirche steht der Antwerpener Schnitzaltar, dessen genaues Entstehungsdatum bis heute ungeklärt ist.
Auch Bielefeld hat auf
die uniVista gewartet.
Foto: Sebastian Dargel
Kunsthalle Bielefeld
„Künstler = arm“: Für viele schwingt bei dem Gedanken an künstlerisches Schaffen der bittere Beigeschmack der Armut mit. Ein scheinbarer Widerspruch zu dem im November 2006 für 140 Mill US $ (106, 9 Mill €) verkauften Gemälde No. 5 1948 des Künstlers Paul Jackson Pollock. Oft scheint gerade das Ende des Lebens eines Künstlers den Anfang des Wertanstiegs seiner Werke zu bedeuten.
Doch: Emil Nolde (1867 – 1956) bricht mit dem Vorurteil der Armut. Er malte während seiner Lebzeit und schaffte es, durch Postkartendrucke und Veröffentlichungen als freischaffender Maler zu leben. Er malte im expressionistischen Stil und war einer der großen Aquarellisten. Wer die Ausstellung Begegnung mit dem Nordischen besucht, die noch bis zum 12. Mai 2008 in der Bielefelder Kunsthalle zu sehen ist, den erwarten nordische Landschaften, Phantasieaquarelle und Zeichnungen. Zum Besuch reizend ist eben dieser Kontrast der Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen Noldes. Der Künstler ermöglicht einen facettenreichen Einblick in seine Person, in seine Leidenschaften und in seine Veränderungen, durch die er öfter als einmal im Leben ging. Der Besuch der Ausstellung ähnelt einer großen Auswahl an Pralinen. Man bleibt bei denen, denen man verfallen ist.
Die Sparrenburg
Also Mauern bauen
können sie ja,
die Bielefelder.
Foto: Sebastian Dargel
Dieses historische Bauwerk ist das Wahrzeichen Bielefelds. Schon allein deshalb kamen wir natürlich auch nicht umhin, diese zu besuchen. Um 1300 erbaut, liegt die Burg auf einer Anhöhe und ist durch die Altstadt erreichbar.
Ihr heutiges Erscheinungsbild, so in der Informationsbroschüre zu lesen, hat die Burg Mitte des 16. Jahrhunderts erhalten. Der Aufstieg zu den Festungsanlagen ist beschwerlich, da die Wege sehr steil sind.
Doch wer erstmal oben angelangt ist, wird mit einem fürstlichen Ausblick über Bielefeld belohnt. Wer außerdem noch den Turm besteigen und sich im Burgkiosk laben möchte, sollte darauf achten, in der Saison zu kommen (von April bis Oktober). An dieser Stelle sei auch auf das Spektakulum hingewiesen, einem großen Mittelaltermarkt, der alljährlich stattfindet. In diesem Jahr vom 25.07 bis zum 27.07.08.
Heimattierpark Olderdissen
Etwas außerhalb der Stadt, aber mit dem öffentlichen Nahverkehr problemlos zu erreichen, liegt der Heimat- Tierpark Olderdissen.
Das 15 Hektar große Gelände ist sehr offen gestaltet. Lediglich ein Schild weist darauf hin, dass man nun das Gelände des Tierparks betritt. Eintritt ist keiner fällig, aber um Spenden wird gebeten. Der Rundgang ist sehr abwechslungsreich gestaltet. Zu sehen gibt es das übliche Dammwild, aber auch Bären, Wölfe und sogar ein Luchs und vieles mehr. Das heißt, wenn die Tiere gerade gewillt sind, sich zu zeigen. Die artgerecht gestalteten Gehege bieten viele Versteckmöglichkeiten und fordern den Besucher auf, etwas genauer hinzuschauen und Geduld zu haben. Natürlich fehlen auch die obligatorischen Ziegen, Gamsen und Esel nicht, welche einige Redaktionsmitglieder zu Entzückensschreien animierten und natürlich unbedingt mit Futter aus den aufgestellten Automaten versorgt werden mussten.
Darüber hinaus ist auch ein kleiner Abenteuerpfad Teil des Rundgangs auf dem sich nicht nur Kinder richtig austoben können.
Klare Sache, nach diesem Rundgang weiß man ein bisschen mehr über unsere heimische Tierwelt und hatte viel Bewegung und natürlich auch reichlich Vergnügen.
von Sebastian Dargel, Stefanie Bruns, Julia Stock und Johanna Olberding
Und so erreicht ihr Bielefeld:
Hin:
Vechta – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück:
Bielefeld – Osnabrück
Mo.-Fr. 5:59 – 19:59 st. + 21:03, 22:33
Sa. 6:03 – 21:03 st.
So. 8:03, 9:03 + 11:03 – 15:03 zweist. + 16:03 – 21:03 st.
Osnabrück – Bielefeld
Mo.-Fr. 6:35 – 20:35 st. + 22:12
Sa. 6:35 – 20:35 st.
So. 7:35 – 13:35 zweist. + 14:35 – 20:35 st.
Osnabrück – Vechta
Mo.-Fr. 7:26 – 20:26 st. + 22:53
Sa. 7:26-15:26 st., 17:26, 19:26 + 22:53
So. 9:26, 11:26 + 13:26 – 20:29 st. + 22:53

Wildeshausen – Die Alternative zu Schöner wohnen

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Fotos: Björn Franke
Wildeshausen. Das klingt wild, prosaisch, und wie der Gegenentwurf zu Schöner Wohnen. Stehen hier die Regale, die Jaqueline in ihren Bann zogen? Entdeckte hier der Techno-Wikinger seine Liebe zur elektronischen Musik? Wohl kaum. Doch was erwartet einen in dem Ort, dessen trashiger rosa Bahnhof wahrscheinlich jedem auf dem Weg nach Bremen schon mal aufgefallen ist?



Fotos: Björn Franke
Die Vorbereitung der Fahrt verlief enttäuschend. Der Luftkurort Wildeshausen ist die älteste Stadt im Oldenburger Land, und mit rund 18000 Einwohnern nur unwesentlich kleiner als Vechta. Eigentlich sollte es also genug geben, worüber es sich lohnt zu berichten. Doch das Druckereimuseum wird in den Wintermonaten nur sporadisch geöffnet, das Brennereimuseum ebenso. Die Großsteingräber, eine aus der Jungsteinzeit erhaltene Grabanlage, liegen deutlich außerhalb, kommen also vor allem dann als Ziel in Frage, wenn man mit dem Auto nach Wildeshausen fährt, und wollen nicht so recht in unsere Unterwegs-Rubrik, in der wir mit der Nord-West-Bahn reisen, passen. Bleiben also noch die Innenstadt und die Alexanderkirche. Na toll! Wobei die Innenstadt gefällt. Klar, als Jagdrevier für jemanden, der den Vorsatz gefasst hat, mit Hardcore-Shopping seinen Dispo auf Anschlag zu bringen, eignet sie sich weniger. Aber mit ihren alten Häusern, die aus diesen für Norddeutschland so typischen roten Backsteinen gebaut sind, und den vielen kleinen Geschäften verströmt sie ein nettes Kleinstadt-Flair, das Vechta mit seiner etwas sterilen Großen Straße fehlt. Und auch wenn es um diese Jahreszeit so interessant ist wie gelber Schnee: Der Weihnachtsmarkt ist wirklich schön. Mit Kinderkarussell und den üblichen Bratwurst-, Mandel- und Glühweinbuden erstreckt er sich reizvoll arrangiert über den von zum Teil historischen Gebäuden umrahmten Marktplatz. Lediglich vom Kauf eines Überraschungspaketes sollte man absehen: Unseres enthielt ein neonfarbiges Haargummi und ein äußerst hässliches Portemonnaie. Wer glaubt, dass es jemanden gibt, der sich über so etwas freut, würde auch einem Veganer ein T-Bonesteak braten. Die Alexanderkirche existiert bereits seit dem 9. Jahrhundert, und ist die älteste Kirche im Oldenburger Land. Der eindrucksvolle rote Backsteinbau zählt zu den größten Sehenswürdigkeiten Wildeshausens, seine ehemals zwei Türme – heute ist es nur noch einer – finden sich in dem Wappen der Stadt wieder. Gegessen haben wir in der Brasserie am Marktplatz. Der Salat war gut, die Nackensteaks fettig und gut, die Preise fair. Als Luftkurort hat Wildeshausen natürlich auch einen Kurpark. Im Sommer ist es in dem an der Hunte gelegenen Park sicher schön, bei winterlicher Kälte und mit kahlen Bäumen hingegen mäßig spannend. Vor der Kurmuschel stehen keine Haltung annehmenden Rentner, sie scheint als Treffpunkt von Jugendlichen zu dienen und lässt einen dankbar dafür sein, dass man in einer Großstadt aufgewachsen ist. Wer sich noch an Sarah Connor erinnern kann, hat gute Chancen, ihr in Wildeshausen persönlich zu begegnen. Die 27-jährige Sängerin, die 2005 bei der Eröffnung der Allianz Arena mit „Brüh im Lichte dieses Glückes“ unfreiwillig eine höchst individuelle Version der deutschen Nationalhymne sang, dürfte wohl die prominenteste Einwohnerin der Stadt sein.
Mit der Fun Factory gibt es in Wildeshausen sogar eine Großraumdisco. Die Fun – ja, man sagt tatsächlich DIE – öffnet Freitags, Samstags und manchmal auch in der Woche, Informationen zum Programm finden sich auf ihrer Homepage (www.funfact.de). Hier könnt ihr auf drei verschiedenen Areas die ganze Nacht durchtanzen, es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Während es in der Soul Suite „strictly Black Music“ heißt, sorgen die Resident DJs in der Mainhall der Fun Factory z.B. mit Charts, Black, Pop und Dance für Stimmung. Für „Snacks & more“ ist im Disco eigenen Restaurant auch gesorgt. Wer also die Nacht in tanzender Bewegung verbringen will, der ist in einer der größten Discotheken im Nordwesten der Republik mehr als gut aufgehoben. Am Mega Snow Party Weekend (18- 19.01) könnt ihr die FUN gleich testen, die Veranstalter garantieren Neuschnee im ganzen Laden.
von Stefan Hirsch und Melanie Ehlert
Und so erreicht ihr Wildeshausen:
Hin: Vechta – Wildeshausen
Mo.-Fr. 5:29 – 20.29 st.
Sa. 7:29 – 12:29 + 13:29 – 19:29 st.
So. 9:29, 11:29, 13:29, 15:29 + 17:29-20:29 st.
Zurück: Wildeshausen – Vechta
Mo.-Fr. 7:00- 23:00 st.
Sa. 9:00- 19:00 st. + 21:00, 23:00
So. 11:00- 17:00 zweist. + 18:00- 23:00 st.

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uniVista No. 07: Wildeshausen

Esens – Die kleine Stadt der großen Bären

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Weiter geht‘s nicht
Endstation Esens
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Die frische Luft, die durch den kleinen Ort zieht, schmeckt nach Meer. Wir sind mitten in Esens, der letzten Station auf der Semesterticketroute, wenn man gen Norden zieht. Der Weg ist weit, aber er lohnt sich, denn der charmante Ort mit seinen gerade 7000 Einwohnern bietet mehr als man erwartet. Das ist natürlich ein Verdienst der Nordseetouristen, aber dazu später mehr. Als wir aus dem Zug steigen, sind wir zuallererst im Niemandsland. Das Ballungszentrum von Esens, oder nennen wir es Innenstadt, ist noch ein paar Gehminuten vom Bahnhof entfernt.
Auffallend in Esens, welches auch einen eigenen Wikipedia-Artikel sein Eigen nennen darf, ist die Dichte an Bärenskulpturen, die an vielen Straßenecken zu bewundern sind. Mal bunt bemalt, mal im Anzug. Esens legt Wert auf seine Bären, denn es ist das Wappentier des Ortes, wie wir auf einer nett gemachten Infotafel erfahren. Überhaupt sind es die Kleinigkeiten, die dieses Städtchen liebenswert machen: Das unterirdische Flüsschen, welches durch Glaspflastersteine zu sehen ist, die Innenstadt, die mit kleinen Geschäften zum Stöbern einlädt und die Restaurants mit ihren kulinarischen Spezialitäten. Aber aufgepasst, wo es so angekündigt ist, bekommt man auch wirklich keine Pommes! Großartige Sehenswürdigkeiten dürfen wir nicht erwarten, es ist eher das Urlaubsflair, das uns entspannen lässt. Ein lohnenswerter Spaß sind die Scooter, die man vor dem Museum („Holarium“) finden kann und die wesentlich interessanter sind als die 3D-Illusionenausstellung selber. Hier kann man für kurze Zeit noch mal Kind sein, wie zwei unserer Redakteure feststellen. Wir merken schon, dass Esens eher eine Durchgangsstation zum Meer ist. Ein zweites Mal werden wir aber doch auf Esens treffen: wenn wir von der Nordsee zurück zum Bahnhof wollen. Also verscherzen wir es uns lieber nicht mit den durchweg netten Einwohnern und genießen das Meer.
Fotos: Melanie Ehlert, Julia Stock, Björn Franke
Der Weg zum Meer
Die Stadt hat ja einiges zu bieten, doch die meisten zieht es doch nach Esens, weil sie Meer sehen wollen. Das ist auch ohne weiteres möglich, nur nicht in Esens. Jedenfalls nicht direkt.
Doch es fahren regelmäßig Busse nach Bensersiel direkt zum Hafen. Dort angekommen ist es möglich eine Fahrt mit der Fähre zu machen. Aber auch ein Strandspaziergang hat seinen ganz eigenen Charme. Wer nach kurzem Fußmarsch bis zum Meer gekommen ist fi ndet einen schönen Sandstrand an dem auch so manches Strandgut angespült wurden ist. Das lässt das Entdeckerherz natürlich hochschlagen. Von der klassischen Muschel bis hin zum Hühnergott
Ist alles zu finden und auch die Erbauer von Burgen kommen auf ihre Kosten. Aufgrund der Nähe zu Esens lohnt sich auch ein Kurztrip ans Meer um die Seele baumeln zu lassen.
Und so erreicht ihr Esens:
Ihr kommt mit der NWB über Bramsche und Sande nach Esens, alternativ über Delmenhorst und Sande. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, von Vechta mit dem Bus (ja, mit dem Bus!) nach Ahlhorn zu fahren, und dort in die NWB nach Sande umzusteigen, von wo ihr nach Esens kommt. Allerdings kostet der Bus etwas. Schaut am Besten auf: Bahn.de
von Sebastian Dargel und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 06: Esens

Bremen

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© Jan von Bröckel / PIXELIO
Ihr habt schon immer das Bedürfnis gehabt, einmal musizierende Tiere zu sehen? Wolltet schon immer mal live dabei sein, wenn sich jemand vom Hochhaus stürzt? Kein Problem. Unsere fünfte Station auf unserer Semestertickettour macht’s möglich. Und es ist keine geringere als Bremen gewesen.
Bremen.
Hansestadt. Fisch. Grün-Weiß. Mittlerweile auch Orange. Fußball. Becks. Eine Stadt, in der Männerträume wahr werden. Eine Stadt, 550.000 Einwohner… Bei mäßigem Wetter, aber mit bestem Vorhaben und wie immer hochmotiviert ging es in die größere Stadt des Zweistädtelandes. Neben Studenten, die noch keine Studiengebühren bezahlen müssen und entsprechend schön auf den Putz hauen können, bringt diese Stadt auch astreine Soapkarrieren hervor: Der ehemalige Manager des Fußballvereins Werder Bremen ist derweil Senator für Bildung und Wissenschaft. Möglicherweise mag das eine mit dem anderen
Umstand zutun haben. Ach so, vom Haus hat sich übrigens niemand gestürzt. Wir wohnten lediglich einem Tatortdreh bei. Nach einer Dreiviertelstunde Sensationsgeilheit hatten wir allerdings keine Muße mehr, noch länger auf den Sprung zu warten. Wir mussten ja schließlich weiterkommen, um für euch Bremen zu erkundschaften.
das Bremer Schnoorviertel
© (Fotograf unbekannt) / PIXELIO
Wer sich schon in Bremen befindet sollte es auf keinen Fall verpassen, das Bremer Schnoorviertel zu besuchen. Hier findet der geneigte Besucher viele hundert Jahre hanseatische Geschichte und kann in den engen Gassen beim Bummeln schon mal die Zeit vergessen. Doch nicht nur das Bummeln wird im Schnoor groß geschrieben, auch die Kultur hat ihren festen Platz. Verschiedene Galerien und Museen lassen sich hier ebenso finden wie Theater und Varieté. Ein näherer Blick lohnt sich!
St. Petri Dom
Bremen hat auch für Freunde sakraler Gebäude, sei es um zu beten oder die Pracht zu bewundern, einiges zu bieten. Neben der St. Martini Kirche im Schnoor Viertel, der Atriumkirche und der Unser Liebfrauenkirche ist besonders der St. Petri Dom hervorzuheben. Dieses frühgotisch geprägte Bauwerk besitzt eine besonders imposante dreischiffige Basilika mit einem doppelten Chor und zwei Krypten. Angesichts all dieser Pracht ist es nicht verwunderlich, dass es zwei Männer brauchte um den Dom eine solche Größe zu verleihen. So begann einst im Jahre 1041 der Erzbischof Bezelin mit dem Bau, welchen sein Nachfolger Adelbert vollendete. Heute ist er ein Ort der Besinnung, des Staunens, der Erinnerung und nicht zuletzt der Bildung. Denn neben seiner eigenen langen Geschichte, welche vor allem in den ältesten Teilen, der Ost – und der Westkrypta, spürbar wird beherbergt das alte Gemäuer heute auch ein Museum. Ein Besuch lohnt sich in jedem Fall.
Gut, lecker, Johnny be goods
Eher zufällig trieb uns der Hunger in dieses Truckerlokal. Die rustikale Innenausstattung hat ihren ganz eigenen Charme. Aber das Besondere ist hier definitiv das angebotene Essen. Neben einer großen Auswahl an Burgern gibt es auch andere typisch amerikanische Spezialitäten. Einzig für die Vegetarier ist das Angebot etwas dünn. Ansonsten findet sicher jeden den Burger seines Geschmacks. Bei all ihrer Unterschiedlichkeit haben diese eins gemeinsam sie sind riesig und werden mit einer ordentlich Portion Beilagen serviert. Richtigen Hunger sollte man also mitbringen. Die Preise sind den Portionen angemessen. Aber es ist sicher nicht billig. Doch gutes Essen darf auch seinen Preis haben, oder?
das Universum Science Center
© w / PIXELIO
Derjenige, der sich bei seinem Bremen-Ausflug mehr Zeit mitgebracht hat, sollte auf jeden Fall 8 Euro (ermäßigter Preis für Studenten) in seinem Portemonnaie zurückhalten für einen Besuch im Universum. Insgesamt 250 Stationen auf rund 4000 m² Ausstellungsfläche laden ein zum spielerischen Entdecken, Staunen und Erleben rund um die Themen Mensch, Erde und Kosmos. (Beispielsweise kann man in einem kleinen Nachgebauten Wohnzimmer am eigenen Leib erfahren, wie sich ein Erdbeben anfühlt) Weitere Informationen gibt es auf www.universum-bremen.de
Wenn der Tag des Bummelns und der Kultur dann nicht zu lange war, gilt es das Nachtleben von Bremen zu erobern. Hier einige Tipps von uns zur Abendgestaltung.
Tower
Direkt in der City und keine 5 Min vom Bremer Bahnhof entfernt findet man den Tower Music Club. Im mittelalterlichen Stil gehalten gibt es für Freunde der alternativen Musik hier von Di bis Sa ab 22 Uhr Programm. Neben wechselnden Events wie Livekonzerten oder Visionpartys könnt ihr hier an jedem ersten Freitag im Monat in der AtmosFear Dark Wave, Industrial und Gothic sowie EBM erleben. Der letzte Freitag im Monat steht ganz im Zeichen der lauten Töne. Unter dem Stichwort Kerosene gibt es eine bunte Mischung aus Hardcore, Punk, Ska und Emo. Samstags heißt es Tanzen, denn dann erwartet den Besucher unter dem Motto StereoSurfin´die Tower Tanznacht.
Der Dienstag Abend wird besonders uns Studenten erfreuen, denn dann heißt es nicht nur freier Eintritt sondern ebenso Bier zu vergünstigten Preisen. Für weitere Infos klickt auf www.tower-bremen.de
Stubu
Ebenfalls am Rembertiring gelegen und somit nahe am Bremer Hauptbahnhof befindet sich das Stubu, ein Klassiker in der Bremer Partyszene. Auf inzwischen 5 Areas wird gespielt, was das Herz zum Tanzen begehrt. Wenn man sich des Öfteren im Bremer Nachtleben bewegt, kann man sicher sein, das eine oder andere bekannte Gesicht hier in den frühen Morgenstunden noch zu erleben. Allerdings muss man zum Einlass Geduld mitbringen, kann die Wartezeit immerhin bis zu zwanzig Minuten dauern. Die Getränkepreise liegen im Durchschnitt, Beck´s kostet 2,50, Wodka Redbull 5,50. Das Stubu ist täglich ab 21 Uhr geöffnet, die Happy Hour (zwei Getränke zum Preis von einem) ist von 21- 23 Uhr. Da die Internetpräsenz eher dürftig ist, empfehlen wir für weitere Infos die direkte Durchwahl. Stubu Bremen: 0421- 326398
Woodys
Wer auf dem Weg zum Stubu noch einen Abstecher in die Rockszene machen möchte, ist im Woodys gut aufgehoben. Jeden Samstag erwartet den Besucher ab 22 Uhr die Nightsession mit bekannten Stücken aus den Charts, aber auch Klassikern aus dem Bereich Rock und Pop. Freitags bietet das Woodys „Bremens beste Rocknacht seit ´89“. Eine Mischung aus aktuellen Rocksongs, aber auch Altbewährtem, das man immer wieder gerne hört. Das Ambiente gleicht einem größeren Partykeller, das Durchschnittsalter liegt schätzungsweise bei Anfang bis Mitte Zwanzig. An allen Öffnungstagen lockt das Woodys mit Vodka-Energy für 1 Euro. Für mehr Infos klickt auf www.woodys.de
Paddy`s Pit
Für Fans des klassischen Irish Pubs bietet das Paddy´s Pit am Bremer Hauptbahnhof eine perfekte Anlaufstation. Mit viel Liebe zum Detail wurde das Paddy´s mit alten Kirchenbänken ausgestattet, die ein gemütliches Ambiente herstellen. Wer sein Englisch etwas aufbessern möchte, wird ebenfalls nicht enttäuscht, da die „Amtssprache“ im Pit Englisch ist. Am Wochenende sorgt Livemusik für Stimmung. Auch Fußballfans kommen in diesem Pub nicht zu kurz, denn wer zuhause kein PayTV zur Verfügung hat, kann Livespiele bei einem kühlen Bier im Pub genießen. Täglich geöffnet ab 17 Uhr. Weitere Infos unter www.paddys-bremen.de
Il Mio in der Lloydpassage
Entweder nach einem langen Einkaufsbummel oder direkt am Abend. Das Il Mio in der Bremer Lloydpassage lädt allemal zu einem Besuch ein. Direkt an der Galeria Kaufhof gelegen bietet es einen Blick auf die Llyodpassage. Innen ist das Il Mio auf verschiedenen Ebenen stilvoll aber modern eingerichtet. Vom klassischen Bier bis zu extravaganten Cocktails ist hier alles zu finden. Auch der Magen bleibt nicht leer, dafür sorgt eine reichhaltige Speisekarte mit Fingerfood oder Hauptspeisen. Die Preise liegen dem Bremer Nachtleben angemessen im Durchschnitt. Öffnungszeiten sind Montags bis Samstags 8.00 Uhr- open End und Sonntags von 10 Uhr open End. Weitere Informationen unter www.restaurant-ilmio.de
Modernes
Eines der umfangreichsten Programme bietet das Modernes am Neustadtwall 28 in Bremen. Etwas versteckt in einer Seitenstraße und etwa 15 min zu Fuß von der Innenstadt verspricht das Modernes jedoch auf großen Raum eine bunte Mischung an Unterhaltung. So kommen sowohl Freunde der 70er und 80er Jahre als auch Anhänger der moderneren Musik in regelmäßigen Abständen auf ihre Kosten. Auch Mottopartys sowie die WiwiJura Partys der Hochschule Bremen locken regelmäßig Publikum in die Bremer Neustadt. Geöffnet ist das Modernes am Freitag und Samstag ab 23Uhr. Die Bierpreise liegen um die 2,50 Euro. Mehr Informationen findet ihr unter www.modernes.de
La Viva
„Garantierter Partyspaß“ verspricht das La Viva Bremen auf seiner Homepage. Ob dies zutrifft, muss man wohl selbst herausfinden. Möglichkeit dazu hat der Besucher Freitags und Samstags jeweils ab 22 Uhr. In drei Bereichen werden Hits der 70er, 80er und 90er, Black Music und aktuelle Charts gespielt. Der Getränkepreise sind dem Nachtleben entsprechend, das Bier bekommt ihr ab 2,50. Einlass ist ab 18 Jahren in angemessener Kleidung, das heißt, es wird klassisch bereits an der Tür sortiert. Mehr Informationen zum La Viva bekommt ihr auf einer meines Erachtens sehr gut gestalteten Internetseite. www.laviva-disco.de
Und so erreicht ihr Bremen:
Vechta – Bremen
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h, 18.32h, 20.32h + 7.32h – 16.32h st.
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Bremen – Vechta
Mo.-Fr. 6.20h – 21.20h st.
Sa. 08.20h- 18.20h st. + 20.20h
So. 10.20h, 12.20h, 14.20h + 16.20h – 21.20h st.
von Britta Simon, Melanie Ehlert, René Kohn und Stefanie Bruns

Bilderalbum
uniVista No. 05: Bremen

Rechterfeld – Come to where the Grünkohl is…

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Eines Tages fragte Gott einen Felsen, ob er in Rechterfeld stehen wolle und der Felsen antwortete: „Nein, dafür bin ich nicht hart genug.“
Wir sitzen in einem Triebwagenzug der Nordwest-Bahn und fahren Richtung Bremen. Das müde, laute Fahrzeug trägt uns vorbei an winterkahlen Feldern, blattlosen Baumskeletten, verlassenen Weiden, und Ortschaften, in die nur selten jemand gelangt, dem es frei steht, sich dorthin zu begeben. Nach ungefähr zwanzig Minuten hält der Zug. Zischend öffnen sich die Türen und entlassen uns auf einen nasskalten, grauen Bahnhof, der von braunem Ackerland und einer Fabrik umrahmt wird, die Futter herstellt, mit dem Tiere zu Schlachtkörpern heranwachsen. Eine schlecht gelaunte, vielfach gewundene Asphaltstraße, gesäumt von leer stehenden Baracken, und großen, alten Häusern mit zugewachsenen Grundstückszugängen führt uns in andere Teile Rechterfelds.
Wir folgen ihr, ohne zu wissen wohin, ohne zu wissen wie lange, lassen uns von einer Horde zum Verkauf stehender Traktoren und Erntemaschinen aus grimmigen Stahlgesichtern beäugen, entdecken eine Molkerei, in der Biobrot verkauft wird, eine Schule für Weihnachtsbäume und einen Garten, auf dessen Beeten vorfahrtsregelnde Verkehrsschilder wachsen. Ein Restaurant, das den Namen eines vor langer Zeit verstorbenen Philosophen trägt, schreit gierig nach Kunden, ein anderes wirbt mit Grünkohl-Partys. Erfahrungen mischen sich mit Imaginationen und malen Bilder von enthemmten, alten Menschen, die sich mit Grünkohl bewerfen, sich in Grünkohl wälzen, halbnackt schmutzige Grünkohl-Orgien zelebrieren. Wir durchschreiten einen in trüben Regenwasser ertrinkenden Kirchgarten, kaufen Kaffee in einer kleinen Bäckerei, erwägen den Kauf eines Mähdreschers und begeben uns zurück zum Bahnhof, dessen malades Wartehäuschen uns mit eiskaltem Wasser bespritzt.
In dem zugigen Unterstand sitzend, werden wir von einem Fremden – erfolglos – nach dem Weg gefragt. Wieso erwecken wir den Eindruck, dass wir uns hier auskennen? Sind wir, ohne es zu merken, zu einem Teil dieses Ortes geworden? Mit deutlichen Beklemmungen steigen wir in die Nordwest-Bahn, bereit unserem nächsten Abenteuer entgegen zu eilen…
Und so erreicht ihr Rechterfeld:
Vechta – Rechterfeld
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h, 18.32h, 20.32h + 7.32h – 16.32h st.
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Rechterfeld – Vechta
Mo.-Fr. 7.07h – 20.07h st.
Sa. 9.07h – 19.07h st. + 21.07h, 23.07h
So. 11.07h, 13.07h, 15.07h + 17.07h – 23.07h st.
von Stefan Hirsch

Bilderalbum
uniVista No. 04: Rechterfeld

Wir waren zum Glück in Osnabrück

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Nachdem wir in unserer letzten Ausgabe den Dörfern eine Chance gewährten, ist es für die dritte uniVista wieder Zeit gewesen, eine Stadt zu besichtigen. Nicht irgendeine Stadt natürlich! Wie alle Orte, denen wir in dieser Rubrik einen Besuch abstatten, musste auch Osnabrück allerhöchsten Ansprüchen standhalten. Der Anspruch ist (Trommelwirbel bitte): Man muss den Ort mit unserem Semesterticket erreichen! Osnabrück hat diese Prüfung mit Bravour bestanden und bevor ich nun weiter dem zweiten großen O in Niedersachsen die Show stehle, lass ich die City für sich selbst sprechen. Also eigentlich spricht die Stadt ja durch die Finger, die das hier tippen, die wiederum meine sind, aber naja…egal, jetzt kommt Osna!

Marienkirche
Die erste Station, die die furchtlose Redaktion in Osnabrück ansteuerte, war die Marienkirche, die direkt am schönen alten Rathaus der Stadt gelegen ist. Die Geschichte der Marienkirche geht zurück bis zum Jahre 800. Für die, die sich nicht vorstellen können wie lange das her ist: Sehr, sehr, sehr, sehr lange! Wer bei dem Anblick der Kirche denkt, dass die Fassade schon gewaltig ist, wird vom inneren des Gotteshauses nicht minder begeistert sein. Jeder Stein, jede Figur, der prächtige Altar und vor allem das riesige Triumphkreuz haben ungeheure Ausstrahlungskraft und lassen den Besucher in eine angenehme Ruhe verfallen. Ein toller Einstand.
Das Heger-Tor

Besonders geschichtstreue Menschen bezeichnen es als Waterloo-Tor. Das ist eigentlich auch der korrekte Name für das heimliche Wahrzeichen Osnabrücks, aber wer sich mit ein paar Freunden aus Osna am Abend beim Waterloo-Tor verabredet, wirdhöchstwahrscheinlich einsam bleiben, da diese Bezeichnung keiner kennt.
Das Tor war ein Geschenk an Osnabrück, da einige der Stadtsöhne bei der Schlacht von Waterloo der siegreichen Seite beistanden. Einen Blick ist das Tor, egal wie es denn nun heißt, aber wert.

Der Dom
Waren wir von der Marienkirche schon begeistert, setzte der Dom noch eins oben drauf. Das klingt jetzt zwar stark danach, dass wir eine Pilgerfahrt nach Osna gemacht haben, dem ist aber nicht so! Alte Städte haben alte Gebäude, und genau diese machen den Charme einer Stadt aus. Das Bauwerk, wie es heute zu sehen ist, besteht seit 1277. Der Dom Sankt Peter, so der volle Name des Doms, ist schlicht atemberaubend. Wer in Osna nur Lust auf eine Kirche hat, dem lege ich den Dom näher als die Marienkirche. Hier ist nicht nur alles ein wenig größer, auch gibt es neben dem Gotteshaus selbst noch eine nette Nonne, die einem die Geschichte des Doms näher bringt und die einem eine kleine Tür zu einem sehr interessanten Ort zeigt. Selbst ausprobieren. Die Tür klemmt übrigens etwas!
Felix-Nussbaum-Haus
In dem von Daniel Libeskind (Architekt des Jüdischen Museums in Berlin) entworfenem Museum, welches alleine schon einen Besuch wert wäre, sind viele Bilder des 1944 in Auschwitz ermordeten Malers und Graphikers Felix Nussbaum zu sehen. Erfahrt mehr über den Maler der Neuen Sachlichkeit und über die Tragik des jüdischen Schicksals, seine Kindheit in Osnabrück sowie über sein Leben und Wirken in Deutschland, Italien, Schweiz, Frankreich und Belgien. Zitat: „Wenn ich untergehe – lasst meine Bilder nicht sterben – zeigt sie der Nachwelt!“
Lotter Straße 2, dienstags bis freitags von 11 bis 18 h und samstags und sonntags von 10 bis 18 h geöffnet. Ermäßigter Eintrittspreis 3 €.


Ausstellung: Bilder, die lügen
Wenn man eh schon im Felix- Nussbaum-Haus ist, sollte man sich ein X für ein U vormachen lassen und sich die Wanderausstellung „Bilder, die lügen“ anschauen. Hier werden anhand vieler Ausstellungstücke die Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern deutlich. Bekanntestes Beispiel sind wohl die gefälschten Hitler-Tagebücher von Konrad Kujau.
Die Ausstellung ist im Eintrittspreis zum Felix-Nussbaum-Haus enthalten.
Erich Maria Remarque- Zentrum
Das Remarque-Zentrum zeigt eine vielfältige Ausstellung über den 1898 in Osnabrück geborenen Schriftsteller, welcher mit Im Westen nichts Neues Weltruhm erlangte. Besonders sehenswert sind seine handschriftlichen Notizen, studentenfreundlich ist der Preis: einfaches Interesse.
Am Markt 6, dienstags bis freitags von 10 bis 13 h und 15 bis 17 h, samstags und sonntags von 11 bis 17 h geöffnet.
Bagel´ s
Das Bagel´s ist ein kleines Café in Osnabrücks Innenstadt, in dem es gesunde und schmackhafte Bagel- Spezialitäten gibt. Es ist rauchfrei und hat eine Kinderspielecke, dementsprechend muss man sich auf eventuellen Kinderlärm einstellen, wenn man denn einen Platz ergattert. Das Bagel´s ist nämlich hochfrequentiert und es ist nicht unnormal, länger warten zu müssen. Die Preise gehen von einem unbelegtem Bagel für 80 Cent bis zum Überraschungsfrühstück (gibt’s immer) für 9,90 €.
Herrenteichsstraße 18, montags bis freitags von 7.30 bis 22 h, samstags von 7.30 bis 23 h und sonntags von 10 bis 21 h geöffnet.
Sausalitos
Das Sausalitos ist sicher jedem ein Begriff, immerhin gibt es diesen Mexikaner in 22 Städten Deutschlands. In Osnabrück bietet er ein südländisches Ambiente mit einem Mix aus Cocktails, Tortillas, Taccos und lauter Musik. Die Happy Hour lädt gemischtes Publikum, aber vor allem junge Partylustige ein, so dass hier oft nur eine Tischreservierung zum Sitzplatz verhilft.
Montags 17 bis 20 h alle Speisen zum halben Preis, täglich 17 bis 20 h Cocktail-Happy Hour.
Kommenderiestr. 32-34, täglich von 17 bis mindestens 1 h geöffnet.

Nachtwächterwanderung
Ein absoluter Höhepunkt einer jeden Osnabrücker-Stadterkundung ist die Führung durch den mittelalterlichen Stadtkern in einer Nachtwächterwanderung.
Um 20.00 h versammeln sich alle Interessierten vor dem Rathaus. Dort beginnt die Reise mit einer Einführung ins abendliche Programm. An dessen Ende hat jeder Mitwanderer einen Obolus von 6 € an die diensthabenden Nachtwächter zu entrichten. Außerdem werden die Gruppen ausreichend mit Laternen eingedeckt.
Die Wanderung führt dann nicht nur durch die Gassen und an den Mauern der Altstadt entlang, sondern auch in so manch altes Gemäuer. So sind ein Wehrturm in der Stadtmauer und der Bürgerturm, sowie ein Tunnel Bestandteil der Führung (spätestens an diesen Orten hat sich dann auch jedem der Zweck der Laternen erschlossen).
Währenddessen erfährt der geneigte Zuhörer nicht nur etwas über das Leben der Nachtwächter und Bürger der damaligen Zeit, die Nachtwächter wissen auch eine Menge Geschichten und Anekdoten zu erzählen, welche selbst für den alteingesessenen Osnabrücker interessant sind. Nach gut 3 Stunden endet die Wanderung dann, wo sie begonnen hat, im Rathaus.
Nightlife Osnabrück oder besser: Kultur nach 23 Uhr
Nach 23 Uhr machte sich das uniVista-Team auf, um das Nachtleben Osnabrücks zu erkunden. Dem geneigten Leser, der gerne auch die Clubs erkunden möchte, die wir hier auf diesen Seiten vorstellen, sei geraten, auch als begeisterter NWB-Fahrer das Auto zu benutzen. Viele der Clubs liegen weit auseinander und wenn man in seinem Partygepäck nicht auch verschiedenes Schuhwerk mit sich führen möchte, um der Wandertour und dem Dresscode gerecht zu werden, dem sei das doppelt ans Studentenherz gelegt.
Con-3
Um sich auf einen abwechslungsreichen Partyabend in Osnabrück einzustimmen oder auch mal, um mit Freunden gemütlich beisammen zu sitzen, eignet sich das Con-3 hervorragend. Eine außergewöhnliche Bar- Lounge, in der kein Einrichtungsgegenstand dem anderen gleicht, da alles handgefertigt und somit einzigartig ist. Besonders interessant: Getränkekarten eingebunden in Fachliteratur. Die Preise sind akzeptabel, ein Bier liegt um die 2,00 Euro. Zu finden ist das Con-3 in einer alten Industriehalle auf dem World of Video-Gelände an der Hannoverschen Straße.
Weitere Informationen unter: www.con-3.com

Alando-Palais
Ein Etablissement der gehobenen Klasse verspricht das Alando-Palais am Pottgraben. Frei nach dem Motto „In ist, wer drin ist“ wird nicht jedem der Einlass gewährt. Gepflegtes Erscheinungsbild ist top. Wer den prüfenden Blicken der Türsteher jedoch standhalten kann, erlebt eine Diskothek der besonderen Art mit mallorquinischem Flair. Dementsprechend besonders gestaltet sich auch der Eintrittspreis, der in der Regel bei 6,00 Euro pro Person liegt. Getränke sind ab 2,00 Euro zu erhalten.
Mehr unter: www.alando-palais.de
Kleine Freiheit
Als nette Location mit Partykeller-Flair erwies sich die Kleine Freiheit in der Hamburgerstraße. Durch den Partybus, (ja es steht tatsächlich ein Bus am Eingang durch den man kraxelt um in das Gebäude zu gelangen), kletterten wir in die erste Station unserer Nachttour. Hier finden sich Leute, die gerne zu Rock- und Popklängen feiern und das an diesem Abend auch ordentlich taten. Die Getränkekarte war relativ vielseitig, wobei man natürlich als verwöhnter Vechtaer Student Cola-Korn für 4 Euro etwas überteuert finden muss. (Becks 2,50, Cola 2 Euro) uniVista meint: Ein Ort an dem Mann und Frau sich gern auch länger aufgehalten hätten. Eintritt i. d. R. vier Euro.
Mehr unter: www.kleinefreiheit.info

Hyde Park
Etwas außerhalb vom Osnabrücker Zentrum im Fürstenauer Weg liegt der Hyde Park, eine gute Location für Freunde der alternativen Musik. Freitags gibt es wechselnde Events (Rocknacht, Rabenschwarze Nacht usw.). Samstag steht Easy Listening auf dem Programm. Die Bierpreise sind dem Nachtleben Osnabrücks angepasst und liegen um die 2,00 Euro.
Mehr Informationen zu den laufenden Veranstaltungen unter: www.hyde-park.de
Impuls
Das Impuls ist relativ einfach zu finden. Mitten in Osnabrück unter der Stadthalle kann man ab 23 Uhr zu Houseklängen die Hüften schwingen. Die Location ist recht verwinkelt und überschaubar. Die Preise sind unserer Meinung nach den restlichen Stationen angepasst (Becks 2,50 Euro, Wasser 2,00 Euro). Wer gegen Ende einer Partynacht nochmal richtig tanzen möchte, ist hier mit Sicherheit gut aufgehoben. Den Mädels sei gesagt, dass es eigentlich keinen Dresscode gibt, wir haben allerdings kein weibliches Wesen mit Turnschuhen gesehen. Eintritt 6 Euro.
Mehr unter: www.impulsclub.net
von Britta Simon, Julia Stock, Melanie Ehlert, Sebastian Dargel, Björn Franke und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Osnabrück:
Hin
Mo.-Fr. 5.29h – 20.29h st.
Sa. 7.29h – 19.29h st.
So. 9.29h – 17.29h zweist. + 17.29h – 20.29h st.
Zurück
Mo.-Fr. 7.26h – 22.26h st.
Sa. 7.26h – 15.26h st. + 15.26h – 22.26h zweist.
So. 9.26h – 13.26h zweist. + 13.26h – 22.26h st.

Bilderalbum
uniVista No. 03: Osnabrück

Brettorf

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uniVista hat auch für diese Ausgabe keine Kosten und Mühen gescheut, um euch einen neuen Ort auf der Nordwestbahnroute näher zu bringen.
Weder Infektionskrankheiten noch elektrische Schiebetüren konnten uns davon abhalten, unsere Pflicht zu tun und uns innerhalb von einer halben Stunde vom inoffiziellen Hintern der Welt zum offiziellen chauffieren zu lassen, um ihn EUCH zu präsentieren. Ja, es gibt einen Ort an dem noch weniger geht als in Vechta an einem Regentag: Brettorf.
Nach kurzer Fahrt hält die Nordwestbahn in Richtung Bremen an diesem gottverlassenen Ort. Erste Impressionen schildet eine mitreisende Redakteurin mit folgenden Worten:
„Beschwingten Schrittes schreite ich durch die grüne Au und labe meinen Geruchssinn am frischgemähten Gras. Nie erblickte mein Auge schönere Landschaft, nie roch meine Großstadt geplagte Nase reinere Luft… doch nun zurück zu Brettorf. “
Die nackte Wahrheit ist in der Tat nicht ganz so idyllisch. Doch bevor wir uns auf den Weg in die unbekannten Straßen begeben, müssen wir sicherstellen, dass wir hier auch wieder weg kommen. Also wird der Fahrplan sorgfältig studiert und erstaunt stellen wir fest dass der „brettorfsche” Fluchtwunsch sehr groß sein muss, denn selbst um 22.52 Uhr fährt die NWB noch nach Vechta zurück. Weg kämen wir also auf jeden Fall. Wir machen uns auf… um zu finden, was zu finden ist, wenn etwas zu finden sei, um es zu finden, falls wir es finden sollten …Wir folgen einer langen, sehr langen Straße. Vereinzelt sind Häuser zu sehen, jedoch keine Bewohner. Hat Brettorf überhaupt Einwohner? Die Straße ist belebt, ein reger Durchgangsverkehr sorgt für einen gehobenen Geräuschpegel. Doch niemand hält an! (An dieser Stelle müsst ihr euch die Akte X Titelmusik denken!)
Nach einem langen, beschwerlichen Marsch erreichen wir das Industriegebiet Brettorfs. Es gibt also Arbeit. Aber uns drängt sich mittlerweile eine ganz andere Frage auf. „Was essen die Einwohner Brettorfs?” Trotz intensiver Suche finden wir keinen Supermarkt, keine Tankstelle, keinen kleinen Laden, kurz: NICHTS! Doch wovon leben die Einwohner dann? Etwa von Luft und Liebe? Essen sie sich gegenseitig? Würde das die fehlenden Einwohner erklären? Mittlerweile ist es kalt geworden, es dämmert. Feuchtigkeit und Kälte durchdringen unsere Kleidung. Sie schließt sich wie eine knöchrige Klaue um unsere Gliedmaßen und lässt uns in regelmäßigen Abständen erschauern. Unsere erschöpften Augen erblicken jedoch, kurz bevor wir aufgeben wollen, eine junge Einwohnerin.
ES GIBT LEBEN!
Sie versichert uns jedoch sogleich: „Ich wohne hier auch nicht freiwillig.” Was hat das zu bedeuten? Etwa, dass die Einwohner Brettorfs gezwungen werden, hier zu leben? Das wirft ein vollkommen neues Licht auf die leeren Straßen. Ein schauriges Licht …Auf die Frage nach etwas Essbarem antwortet sie: „Es gibt ein Restaurant”, wahrscheinlich in irgendeiner dunklen Gasse. Wir finden es jedenfalls nicht und sind uns auch nicht einmal mehr sicher, ob wir es finden wollen. Ebenso bleibt uns die Zuckerdose, der Dorfkrug, das Leben in Brettorf verborgen und wer weiß, welches dunkle Geheimnis noch… (Akte X Musik …)
von Britta Simon, Melanie Ehlert und Stefanie Bruns
Und so erreicht ihr Brettorf:
Hin
Mo.-Fr. 4.32h – 20.32h st.
Sa. 6.32h – 16.32h st. + 18.32h, 20.32h
So. 8.32h, 10.32h, 12.32h + 14.32h – 20.32h st.
Zurück
Mo.-Fr. 6.52h – 22.52h st.
Sa. 8.52h – 11.52h st. + 12.58h – 18.58h st. + 20.52h, 22.52h
So. 10.52h, 12.52h, 14.52h + 16.52h – 22.52h st.

Oldenburg

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Gibt es im Leben eines Studenten eigentlich etwas Wichtigeres als die Freizeitgestaltung? Also, eigentlich ja, aber uneigentlich…nein! Genau deswegen haben wir, die Redakteure der uniVista, das Studententicket dazu genutzt, um zu schauen, wohin es uns trägt und was man dort erleben kann.
Die erste Station unserer knallharten Recherche war die wunderschöne Stadt Oldenburg, ein Kleinod im deutschen Nordwesten, berühmt für Dieter Bohlen, Wigald Boning, Kramermarkt und Grünkohl Da wir aber weder den einen noch den anderen ausfindig machen konnten und es nicht wirklich die Zeit für Grünkohl oder Kramermarkt war, haben wir uns doch dazu entschlossen, für euch die kulturellen Highlights auszuloten und sie hier zu präsentieren, auf dass ihr euch an einem langweiligen Wochenende am inoffiziellen Hintern der Erde aufrappeln könnt und den Entdeckergeist spielen lasst.
Am Anfang gibt es natürlich die obligatorischen harten Fakten mitten auf den Tisch, damit ihr auch wisst, worauf ihr euch einlasst, wenn ihr Oldenburg besucht: Oldenburg liegt etwa 40 km westlich von Bremen und 30 km entfernt von der Nordseeküste. Erreichen kann man Oldenburg per Autobahn A28 und A29, aber da das Studententicket nicht für die Autobahn gilt, muss wohl oder übel die Nordwestbahn herhalten. Mit Zwischenstopp wahlweise in Bramsche oder Delmenhorst, erreicht man Oldenburg von Vechta aus in etwa 90 Minuten. Die Stadt hat 160000 Einwohner, Tendenz steigend und wird deshalb im nächsten Jahr Osnabrück als drittgrößte Stadt Niedersachsens ablösen. Das ist dochmal was. Besonders stolz ist Oldenburg auf die Mischung aus vielen Grünflachen und historischen Bauten. Wesentlich wichtiger für Studenten wird aber wohl sein, dass es in Oldenburg eine der größten Fußgängerzonen Deutschlands gibt, die natürlich zum ausgiebigen Shoppen einlädt. Aber nicht nur das große Angebot an feinen Einkaufsmöglichkeiten, sondern der Fakt, das Oldenburg viele Sehenswürdigkeiten, Museen und vor allem ein exzellentes Nachtleben besitzt, haben uns dazu angetrieben, dieses schöne Fleckchen Erde zu besuchen. Aber lest doch selbst, was wir für euch herausgefunden haben.
Das Horst-Janssen Museum
Schwere Kunst erwartet den, der diese Räumlichkeiten betritt. In einem architektonisch sehr interessanten Bau nahe des Pferdemarktes gelegen, befindet sich das Horst Janssen Museum, in dem, unglaublicher Weise, Stücke des Grafikers Horst Janssen ausgestellt sind.
Jeder, der dieses Museum betritt, sollte sich allerdings vorher im Klaren sein, was ihn erwartet, denn nicht jeder wird hier etwas nach seinem Geschmack finden. Janssen war berühmt für seine satirische Bildsprache, was man den hier ausgestellten bizarren Zeichnungen durchaus ansehen kann; Liebhaber von großen Ölgemälden sind hier also an der falschen Adresse. Wer hingegen meint: „Der hat mich schon immer interessiert”, der findet hier so ziemlich jeden Lebensabschnitt dokumentiert, inklusive das nachempfundene Atelier Janssens, das, leider nicht begehbar, immer noch ein Highlight darstellt. Und sonst? Nehmt euch doch einfach das Zitat von Horst Janssen selbst als Beispiel für sein Museum: „Was sie nur heutzutage alle mit der Kunst haben.” Genau, klare Aussage Meister.
Aktuelle Ausstellung: Henri de Toulouse-Lautrec
Das Schloss
Nachdem wir uns einigermaßen gesammelt hatten, ging es zu DEM Anziehungspunkt für Touristen in Oldenburg schlechthin, dem Schloss. Der wunderschöne, alte Bau im klassizistischen Stil ist aber nicht nur ein Muss für Touristen, überraschenderweise wurden wir die offiziellen Hochzeitscrasher des Tages, da am 9.9. immerhin ca. 10 Paare sich das Jawort im Schloss geben wollten.
Für 1,50 Euro als Student (also Eintritt, nicht Hochzeit!) ist das Schloss sein Geld wirklich absolut wert. Herrlich restauriert, gibt es hier viel zu entdecken: Unzählige Ausstellungsstücke aus der Jahrhunderte langen Geschichte der Stadt und seiner Regenten, des Umlandes und der Bewohner.
Die prachtvollen Räume mit edlen Verzierungen und den riesigen Ölgemälden lassen einen ab und an das Atmen etwas vernachlässigen.
Insgesamt war das Schloss ein absolut lohnenswertes Erlebnis, wir haben es erst nach 90 Minuten und nur unter eigenem Zwang nach draußen geschafft, da es hier wirklich viel zu entdecken gibt. Absolut weiter zu empfehlen.
Der Schossgarten
Wieder an der frischen Luft, entschieden wir uns auch gleich dazu, dort erst einmal zu bleiben. Unser Weg führte uns in den Schlossgarten. Im englischen Stil angelegt, lädt er vor allem zum Verweilen ein. Oldenburg ist zwar nicht die größte Stadt der Welt, aber wenn man zu lange in Vechta war, bemerkt man doch, dass der Puls einer richtigen Stadt lauter und schneller schlägt und genau in diesem Moment sollte man diese grüne Oase aufsuchen. Wer gerne spazieren geht, ist hier genau richtig, wer das nicht gerne tut, sollte sich nicht zu weit in den Garten wagen, denn die Wege können verdammt lang sein. Sehenswert ist auf jedenfall der Rosengarten, der wirklich gut gepflegt ist. Sogar die wenigen Männer, die es in Vechta gibt, werden zumindest etwas Gefallen hier dran finden, mit der richtigen Begleitung an der Seite auch etwas mehr.
Ganz Verwegene können zur richtigen Jahreszeit ein Tretboot chartern und den Garten umrunden. (Die Tretboote wollen übrigens beim Verleiher wieder abgegeben und nicht irgendwo stehen gelassen werden!)
Das Theater und das PFL
Im Stechschritt gingen wir an diesen beiden wunderschönen Bauten i vorbei, die absolute Sehenswürdigkeiten sind und viel Geschichte mit sich bringen. Das Staatstheater, eines der wenigen Sechsspartentheater Deutschlands, bietet einen bunten Mix an Stücken in faszinierender Atmosphäre (Großes Haus) und darüber hinaus Führungen durchs Haus an. Wenigstens die “Lange Theaternacht für Studierende” berücksichtigt unsere Klientel bereits im Titel einer wirklich lohnenswerten Aktion: Hier bezahlt man einmaligen Eintritt, für Studis natürlich wie immer ermäßigt, und kann den ganzen Abend bis in die Nacht hinein die verschiedensten Angebote bestaunen (traditionelle Aufführungen im Großen wie im Kleinen Haus, unklassisches Playback-Theater, Szenen auf Toilette, Klavierspiel an der Garderobe etc…)
Das PFL (steht für Peter Friedrich Ludwig) war früher ein Hospital (in Oldenburg auch bekannt als das „Todeskrankenhaus” wegen der beängstigend hohen Sterberate) und ist heute eine Mischung aus Tagungsstätte, Begegnungs- und Jugendzentrum. Wenn ihr den Drang verspüren solltet, ein Buch auszuleihen, könnt ihr dem in der hier zu findenden Stadtbibliothek nachgehen. Das PFL zählt zwar nicht zu den Hauptattraktionen Oldenburgs, aber ein kurzer Besuch des architektonisch sehenswerten Gebäudes lohnt sich durchaus.
Die Wallstraße und der Lappan
Die Wallstraße diktiert quasi den Herzschlag der Stadt. Je nachdem, wie viel hier los ist, ist auch im Rest der Stadt los. Die Kneipen und Bardichte ist nirgendwo in Oldenburg so hoch, für jeden Geschmack ist hier etwas zu finden. Cocktails trinken, ein bisschen Headbangen im Heavy Metal-Lokal des Vertrauens oder gemütlicher Loungemusik lauschen, hier liegt alles nur Sm auseinander. Mindestens zweimal im Jahr ist hier kaum ein Durchkommen: Die frühjährliche Wallringsause und das spätsommerliche Stadtfest zeigen die Innenstadt im feierlichen Ausnahmezustand.
Vom Waffenplatz über die Wallstraße fahrt der Weg direkt zu Oldenburgs Wahrzeichen, dem Lappan. Heute eher der Begriff für eine dicht befahrene Bushaltestelle, ist dieser uralte kleine Turm ein Zeichen für die Beständigkeit der Stadt, überlebte dieser doch einen Großbrand im 16. Jahrhundert, der alle anderen Gebäude dem Erdboden gleich machte. Damals noch als Turm eines Hospitals genutzt, ist der Lappan heute die große Uhr der Innenstadt.
Loft
Unsere erste Station im Oldenburger Nachtleben war das Loft, eine Mischung aus Bar, Lounge und Club. Das Loft ist eine oldenburgtypische Disco, denn dadurch, dass die Häuser in der Innenstadt sehr alt sind, kommt es einfach häufig vor, dass Diskotheken in den Keller verlegt werden. Der Club ist recht klein, weswegen das Ambiente zwar nicht spektakulär ausgefallen ist, aber sehr gemütlich und trotzdem modern. Die Musik kann man durchaus als sehr gut bezeichnen, wenn man die Bandbreite von Charts bis Gassenhauern aus den 80ern mag. Das Publikum ist gemischt und gemischt bedeutet, das von Studenten bis Mitdreißiger (manchmal kann das auch ein und dieselbe Person sein) alles vertreten ist. Die Preise sind absolut human und studententauglich, weswegen das Loft ein besonders guter Start ist, um des kulturelle Nachtleben beginnen zu lassen.
Das Amadeus
Das Ama ist in Oldenburg eine absolute Institution, sein Ruf eilt ihm stets voraus. Früher eher als Laden für düstere Typen mit langen Ledermänteln verschrien, ist es heute eine Disco für jeden. Die Musik variiert von HipHop bis Punk und wieder zurück mit Zwischenhalt bei Robbie Wilhams, ist vor allem aber rocklastig. In die Deko wurde nicht viel Geld gesteckt, im Ama machen Publikum und Musik die Atmosphäre, dafür sind die Preise freundlich. Für Leute mit voyeuristischer Ader ist der Laden ganz besonders zu empfehlen, denn es gibt einen zweiten Stock, von dem aus man sehr schön die komplette Tanzfläche im Blick hat, was gerade zu später Stunde ein großer Spaß ist.
Civa
Das Civa ist gerade bei den Jugendlichen der absolute In-Laden und zu fortgeschrittener Stunde immer stark gefüllt. Kleiner Tipp: Am Anfang des Abends schon mal hingehen und einen Stempel holen, das erleichtert den Wiedereintritt wenn die Party richtig losgeht. Das Civa ist auf Südsee getrimmt, viel Bambus, Grün und Gelb, wobei das Thema zwar erkennbar ist, aber trotzdem nebensächlich wirkt. Gespielt wird vor allem House und Blackmusic, aber auch Kurt Cobain Fans haben manchmal Glück und können ihre Matte schwingen. Die Preise sind gesalzen, entschädigt wird man aber mit einer der wenigen Abgeh-Locations in Oldenburg, denn das Civa ist vor allem Disco, nicht Bar oder Lounge. Das Publikum könnte man von 15 – 25 einordnen, die Jugend übernimmt aber gerade in den Anfangsstunden des Abends das Kommando, weswegen man ungefähr den Weg gehen sollte, den wir gegangen sind.
Metro
Als letzte Station steht für uns das Metro auf dem Programm, wieder einmal eine Kellerdiscothek. Wer sich traut, die Treppe hinunter zu gehen und die schwere Stahltür zu öffnen, den erwartet die kleinste der vorgestellten Discotheken. Auf ihren drei Ebenen kann man tanzen, sich entspannt unterhalten und kickern. Die Musik ist vielseitig und individuell, neben Rocknummern und Elektrosounds ist hier auch Experimentelles zu hören, lasst euch überraschen. Wer öfter ins Metro geht, wird darüber hinaus feststellen, dass es nur zwei Zustände gibt, jeweils im Extremen:
Entweder das Metro ist extrem leer oder es ist extrem voll. Aber welche Disco kann von sich behaupten, dass man sowohl entspannen als auch abfeiern kann?
Neben diesen schönen Lokalitäten gibt es in Oldenburg einige Feste die man sich im Jahr nicht entgehen lassen sollte. Dazu gehören das Stadtfest, die Wallringsause und der berühmte Kramermarkt, das Volksfest, dass jährlich knapp 1,2 Millionen Gäste anzieht.
Ihr seht also, Oldenburg ist eine Stadt, die nicht nur einen Besuch wert ist und wir hoffen, dass unser Guide euch dazu veranlasst, diese schöne Stadt mit eurer Anwesenheit zu beehren.
von Sebastian Dargel, Melanie Ehlert, Stefan Hirsch und René Kohn

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