Interviews

Inhaltsverzeichnis:

Livin‘ la Vida loca – Livin‘ a crazy life
"Germans are very polite people!"

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Bild: Olesja Miller
What is your name?
Marta Larrión Vega.
Where are you from?
I am from Pamplona. It is a city of 300.000 citizens located in the north of Spain.
What do you major in?
English Studies.
Why did you choose the University of Vechta?
Generally, I chose Germany as I thought it was going to be a great challenge for me to survive in a country where I don‘t know the language at all.
Which points about Germany are exactly how you imagined them to be?
Germans are very quiet, punctual and tidy, which are good values. It takes a long time to get to know German people and become friends, but it is okay. Furthermore they really like beer. After 4 months, I have also become German in that aspect ;).
And which aspects are absolutely different as you had imagined them before?
I was surprised that Germans don‘t like dancing as much as Spanish do. Usually, party is the perfect excuse to meet people, but in Germany they don‘t talk a lot. I was also impressed by tobacco machines being everywhere and that there is a specific schedule to pick the rubbish from the houses as well.
Would you consider staying in Germany for an extended period of time?
No, once I do all my exams I will be finishing my degree. Finding a job in Spain afterwards is my priority.
What is your cure for homesickness?
SKYPEEEEEEEEE :)!!!!!! But I never really felt homesick :).
Where is it more fun to party – in Germany or in Spain?
I think everybody in the world associates Spain with party, girls, sangria and siesta. They think we are lazy people who only want to party. Somehow, they are right ;).
What do you like about Germans?
I like that they are usually well organized and neat. Also that once you become friends, you can count on those people. Some Germans I met were also very helpful, always trying to help with problems with a smile on their faces.
Which German habits were hard to get used to?
I like I missed the craziness of Spanish people a little bit. Being all expressive with emotions, being open minded, like saying hello to everyone, even if they don‘t know you at all. Germans seem to be more reserved. They are very polite.
Have you ever been living abroad before?
I like that No, but I used to spend my holidays in England every now and then, since I was two years old.
Would you recommend an academic year abroad?
In my case it is hard to tell. I was the first Spanish exchange student in Vechta. Unfortunately, there were some organizational difficulties, regarding my timetable. I was attending courses that had nothing to do with my studies in Spain in the end. It is a bit upsetting, because it could affect my plans for the future of getting my degree as soon as possible. So, although I enjoyed the lessons, I would say it is better to have things ready in advance for students who are coming.
Please be honest. Did these questions annoy you :)?
Not at all, but it is difficult to find the right words to express myself in order not to hurt Germans when they read this.
Thank you for taking time.
Das Interview führte Johanna-Maria Jaromin.

Balu & Du
Gemeinsam stark!

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Balu & Du – Einige von Euch werden diesen Ausdruck bestimmt schon das ein oder andere Mal auf dem Campus aufgeschnappt haben. Doch was überhaupt ist Balu & Du? Um das herauszufinden, habe ich mich mit Anke getroffen, einer Studentin der Uni Vechta, die an diesem Projekt teilnimmt und ihr einige Fragen zu Balu & Du gestellt.
Grafik: Balu und Du e.V.
Hallo Anke. Meine erste Frage wäre: Was genau ist Balu & Du und wie läuft das ab?
Balu & Du ist ein Mentorenprojekt, bei dem die Studenten ein kleines Grundschulkind, im Alter zwischen 6 und 11 Jahren, an die Hand bekommen und es regelmäßig, meistens einmal in der Woche, betreuen und mit ihm den Nachmittag verbringen. Hier bringen wir ihnen auch informelle Sachen bei, wie beispielsweise wenn man ein Eis mit einem 5€-Schein bezahlt, wie viel Wechselgeld man zurück bekommt.
Warum heißt es Balu & Du?
Das kommt aus dem Dschungelbuch. Das zu betreuende Kind ist Mogli und wir Mentoren sind die Balus und im Film hat ja Balu dem Mogli auch alles gezeigt.
Wer organisiert Balu & Du?
Volker Hülsmann von der Caritas. Er begleitet auch das Seminar, damit wir in der Uni die Anrechnungspunkte dafür bekommen.
Wie bist du zu Balu & Du gekommen?
Wir haben das von unseren Tutoren in der Erstis-Woche gehört und haben uns dann dahinter geklemmt. Dann hatten wir ein Gespräch mit Volker, da das Projekt schon angefangen hatte, damit wir dann noch einsteigen konnten.
Wie werden die Kinder und Eltern darauf aufmerksam gemacht?
Das läuft über die Schulen. Hier wird ihnen gesagt, dass vor allem Kinder mit sozialschwachem Hintergrund gefördert werden, dass man mit ihnen ein bisschen Zeit verbringt und ihnen zeigt, wie man soziale Kontakte pflegen kann. Manchmal läuft das auch über das Jugendamt, aber das eher selten.
Was macht ihr so mit den Kindern?
Also wir haben schon öfter was gekocht oder was zu Essen vorbereitet. Letztens haben wir Erdbeerquark gemacht. Wir spielen Fußball oder wir gehen Trampolin springen. Manche von uns fahren dann mal in den Tierpark oder in die Stadt und zeigen den Kindern die Bremer Stadtmusikanten. Wir malen und basteln auch ganz viel.
Die Uniparty am 4. Mai 2011 war ja eine Spendenparty für Balu & Du. Wofür werden die Spenden denn verwendet?
Also wir haben jetzt vor ein oder zwei Ausflüge zu machen. Einmal wollen wir zusammen in den Tierpark Thüle fahren, mit allen Mentoren, mit den Kindern und mit Volker. Und wir haben vor, einen Indianderabend mit Lagerfeuer und Grillen zu machen. Dafür wird das Geld verwendet. Außerdem haben wir einen Bestand an Spielzeugen hier im Caritas-Haus, der aufgestockt wird.
Stimmt es, dass man sich die Teilnahme als Praktikum anrechnen lassen kann?
Ja.
Wie läuft das dann zum Beispiel mit dem Praktikumsbericht?
Das sind dann die Tagebucheinträge, die man jede Woche verfassen muss, nachdem man ein Treffen mit dem Kind hatte und eine Reflektion über das Projekt, was mir das gebracht hat und was ich denke was es dem Kind gebracht hat.
Läuft das nur ein Semester?
Nein, das läuft über zwei Semester. Also ein Jahr ist das Treffen und parallel dazu einmal in der Woche ein Begleitseminar.
Infos
• Balu und Du ist in allen Bachelorstudiengängen als Praktikum oder im Optionalbereich anrechenbar.
• Jeder Mentor erhält für die Praxisphase ein offizielles Zertifikat des Landes Niedersachsen für sein ehrenamtliches Engagement.
• Kontakt:
   Volker Hülsmann
   Gemeindecaritas, Integrationsberatung
   Neuer Markt 30, 49377 Vechta
   Tel. 04441/8707-637
   E-Mail: huelsmann[at]caritas-sozialwerk.de
   Er ist der Ansprechpartner der Caritas für dieses Projekt und wird gerne weiterhelfen.
Was hast Du persönlich aus dem Projekt jetzt schon mitgenommen und was soll den Kindern vermittelt werden?
Also für mich war es ganz wichtig zu merken, wie schwierig es doch ist, ein Kind zu motivieren im Gegensatz zu einer größeren Gruppe von Kindern und auf die speziellen Wünsche einzugehen. Das man nicht wie üblich vorm Fernseher sitzt, Computerspiele spielt, sondern dass man mal ein bisschen was Ausgefalleneres macht und sich etwas überlegt, was einen Lerneffekt hat, um das informelle Lernen mit einzubringen. Das war für mich ganz wichtig. Und für das Kind ist einfach wichtig, dass es mal eine Abwechslung hat zu dem Alltag zu Hause und wir auch was unternehmen. Wir haben mal zusammen gefrühstückt, sodass er auch etwas über gesunde Ernährung lernt.
Was würdest Du Interessierten noch sagen wollen?
Ich würde einfach sagen, dass viele Leute an dem Projekt teilnehmen sollten von der Uni und dass das ein bisschen mehr publik gemacht werden sollte. Auch sollten die Begleittreffen kein Hindernis sein an dem Projekt teilzunehmen, weil viele Sachen, die in den Situationen mit den Kindern als Problem erachtet werden, in dem Seminar geklärt werden. Also man bekommt immer Unterstützung.
Vielen Dank Anke, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
Die Fragen stellte Lea Seefeld.

“Jeder Mensch an sich ist ein Künstler”
Einsamkeit ist unsere Gemeinsamkeit

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Meine Mission: Eine Quelle in Vechta ausfindig zu machen, an der ein recht seltenes Gut anzutreffen ist – der nette, männliche Uni-Single. Einige gehobene Sektgläser später und angetrieben von dem Gedanken, einsame, weibliche Single-Herzen von ihrem Leid zu erretten, brachten mich meine tödlichen Stöckelschuhe wacklig, jedoch entschlossen zur Uni-Party in die Wunderbar, wo ich ihn auch schließlich für Euch erspähen konnte. An all die Frauen da draußen, die gnadenlos der Schlagfertigkeit, einem frechen Humor, der Feierlust, dem politischem Engagement und einer sportlichen Ader verfallen könnten … hier ist Euer Mann: umsonstkaffee[at]gmx.de
© Nimkenja / PIXELIO
Name:
(wollte anonym bleiben, da es auf den Charakter ankommt)
Geschlecht:
Männlich
Alter:
Knackige 22 Jahre alt
Geburtsdatum:
15. Mai 1989, Stier
Studiengang:
Politik und Geschichte
Augenfarbe:
Blau
So sieht er aus:
Groß,schlank, brünett, voller Lockenkopf, nicht zu kurze Haare
Image:
Freundlicher, keinesfalls langweiliger, frecher Nerdbrillenträger
Hobbys:
Ich spiele Basketball, Fußball, treffe mich gern mit Freunden Hinzu kommt die Wunderbar, die ich sehr gerne mag und Bier, noch mehr Bier … feiern.
SSo sollte sie sein:
Politisch interessiert, evtl. auch engagiert, jung und dynamisch
So sollte sie aussehen:
Gesund, selbstbewusst, einfach toll
Dein Lebensmotto:
Jeder Mensch an sich ist ein Künstler, deswegen hat es jeder Mensch an sich, an sich, an sich.
Liebe Grüße an …
… alle lieben Politikstudenten und Politikstudentinnen, besonders an den lieben Olli, weil er einfach ein toller Mann ist.
Zum Schluss ein paar Worte an die Single-Frauen:
Wir sehen uns ;o)
Die Fragen stellte Johanna-Maria Jaromin.

“Ich glaube, ein Jahr ist genug”
Auf ein Wort mit Austauschstudent Wang Chenye

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In dieser Rubrik stellen wir Euch regelmäßig jemanden vor, der im Rahmen eines Studienaustauschs ein paar Monate oder auch mehr in Vechta verbringt. Die Fragen sind jedes mal die selben, die Antworten hoffentlich nicht.
Du heißt:
Wang Chenye
Du kommst aus:
Ich komme aus der Stadt Chansha und Hunan ist die Provinz. In China sagt man dazu Provinz nicht Bundesland. Das ist in Südchina. Mao Zedong kommt aus der selben Stadt.
Du studierst:
Germanistik und Sozialwissenschaften
Warum hast Du Dich ausgerechnet für Vechta entschieden?
Unsere Deutsche Fakultät hat partnerschaftliche Beziehungen mit Vechta und auch mit Konstanz. In Konstanz muss man für 2 Jahre studieren, in Vechta nur für ein Jahr. Ich glaube, ein Jahr ist genug.
Was ist hier genauso, wie Du es erwartet hast?
Die schöne Landschaft. Ich denke, Deutschland ist ein typisch europäisches Land und hier gibt es nicht so viele ältere Gebäude wie in den anderen EU-Ländern. Hier sind die Häuser sehr modern.
Und was ist völlig anders?
Ehrlich gesagt: Das Essen in Deutschland gefällt mir nicht so.
Der Verkehr in Deutschland ist super, nicht so wie in China. Wenn ein Auto kommt, hält das Auto und ich gehe weiter. In China muss man aufpassen, ob ein Auto kommt oder nicht. Und wir müssen warten, bis das Auto fährt.
Würdest Du gerne länger bleiben als ursprünglich vorgesehen?
Ein Jahr reicht. In China muss ich noch ein Jahr an meiner Heimatuni studieren. Später, wenn ich eine Arbeit habe und die Chance dazu habe, möchte ich noch einmal nach Deutschland, aber auch nicht so lange bleiben.
Was machst Du, wenn Du Heimweh bekommst?
Ich quatsche mit meiner Mutter im Internet.
Wo werden die besseren Partys gefeiert?
In China machen die Jugendlichen oder Studenten nicht so viel Party wie hier. Ich war auf der Uniparty in der Wunderbar, aber die hat mir eigentlich nicht gefallen.
Was gefällt Dir an den Deutschen?
Die meisten Deutschen, die ich getroffen habe, sind sehr nett und sehr hilfsbereit.
Und was stört Dich an ihnen?
Die deutschen Studenten trinken sehr viel Alkohol. Ich mag das nicht so. Viele Mädchen rauchen auf der Straße. Das ist in China nicht so.
Hast Du schon mal vorher im Ausland gelebt?
Nein.
Würdest Du zu einem Studienaustausch raten?
Ja. Besonders weil man die Sprache und die kulturellen Unterschiede sehr gut lernen kann.
Sei ehrlich: Nerven Dich diese Fragen?
Nein! Das finde ich interessant.
Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
Das Interview führte Tobias Kunz.

“Glücklich sein, egal was kommt”
Die Single-Frau des Semesters

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Wie es in der Redaktion zu dem revolutionären, am Anfang noch nett belächeltem Einfall kam, einen “Single des Semesters” vorzustellen, um einen Noch-Single glücklich zu machen, weiß ich nicht mehr. Ich weiß nur, dass die Idee für ambivalente Stimmungen unter den Redaktionsmitgliedern gesorgt hat. Den Vergleich mit der Bravo nur einmal am Rande angesprochen. Doch allen Kritiken zum Trotz konnte sich die Idee schließlich durchsetzen, sodass in dieser uniVista erstmals ein Single vorgestellt wird.
Letztendlich auch einen Single zu finden, stellte sich als eine weitere Herausforderung heraus und schwieriger, als ich am Anfang gedacht hätte.
Wenn Ihr die mysteriöse Single-Frau kennenlernen wollt, schreibt doch einfach eine E-Mail an single_uv18[at]univista.de. Sie kann dann zwischen den hoffentlich zahlreichen Einsendungen auswählen und uniVista spendiert anschließend einen Kaffee beim ersten Date in der Caféte.
Viel Spaß beim Rätseln und Kennenlernen wünscht das uniVista-Team.
Name:
(soll nicht genannt werden)
Geschlecht:
Weiblich
Studiengang:
Bachelor Combined Studies
Haarfarbe:
Laut Verpackung gold-braun
Augenfarbe:
Je nach Licht grau oder blau-grün
Besonderes Erkennungsmerkmal:
vom Glück verfolgt
Deine größte Schwächen:
immer als Letzte in der Vorlesung, Pommes mit Mayo
Eigenschaften, die dein Traummann mitbringen sollte:
Biertrinker aus Leidenschaft und es muss einfach passen.
Für was würdest Du sterben?
Pizza mit Ananas, Pilzen, Spinat und viel Knoblauch;
ein Land im Herzen und auf Schritt und Tritt dabei zu haben; den Sternenhimmel
Dein perfekter Tag …
… beginnt mit einem Frühstück im Bett, dazu Charly und Alan Harper (Charaktere aus Two and a Half Men, Anm. d. Red.) und endet mit flüssigem Gold in Glas mit guten Freunden.
Der Sinn des Lebens:
Glücklich sein, egal was kommt.
Was kannst Du Deinem Traummann bieten:
Schlagfertigkeit mit einem Schuss Chaos
Auf der Playlist ganz weit oben:
Soothe me (Beatsteaks)
Was Freunde über Dich sagen:
„An einem fies verschneiten Tag lässt sie die Sonne aufgehen.“
„lebensbejahend und liebenswert, unpünktlich aber voller Tatendrang“
Zum Schluss …
… grüße ich noch meine Eltern!
Die Fragen stellte Ina Bushuven.

uniVista im Knast
Wir recherchieren für Euch überall. Auch hinter Eisengittern und baumhohen Mauern.

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Du wärst jetzt lieber auf einer sonnigen Südsee-Insel als im sprühregendurchwirkten Vechta? Ein paar hundert Meter hinter der Uni sitzen ein paar Jungs, denen es da ganz ähnlich geht. Nur sind Strand und Palmen für sie noch schwerer zu erreichen als für Dich.
Wir waren in der Justizvollzugsanstalt Vechta (Hauptanstalt) und haben uns mit Personal und Insassen unterhalten.
Foto: Alexander Dressler
“Die Kamera dürfen sie nicht mitnehmen. Es ist nicht erlaubt, hier Fotos zu machen.” Der Ton ist freundlich, aber mehr als bloß bestimmt. Widerrede zwecklos. Na toll, zehn Minuten ehe ich losfahren wollte, habe ich gemerkt, dass mein Fotoapparat nicht zu finden ist, hab gesucht, geflucht und mir den von meiner Nachbarin geliehen.
Dann halt nicht. Außerdem bleiben Handy und Personalausweis beim Pförtner. Wir gehen über den Hof, zu dem roten Backsteingebäude. Frau Fritsch, die mich bei meinem Besuch begleitet, zieht einen Schlüssel aus der Tasche, 15 cm lang und aus glänzendem Stahl. Er könnte gut eine wichtige Rolle in einem Fantasie- oder Abenteuerfilm spielen.
Das Hauptgebäude ist kreuzförmig. Von einem runden Raum in der Mitte gehen vier Flügel ab. In drei von ihnen sind die Gefangenen untergebracht, in einem befinden sich Büro- und Verwaltungszimmer. Die Böden sind durchbrochen, so dass man alles überblicken kann.
Es ist hell, nicht so finster wie in Prison Break oder Die Verurteilten. Doch dank der massiven Gitter, die die einzelnen Stationen voneinander trennen, entsteht eine eigenartige, beklemmende Atmosphäre.
Die JVA wurde 1904 gebaut, damals hat man Gefängnisse so gestaltet, um mit möglichst wenig Personal alles überblicken zu können. Andere Anstalten aus dieser Zeit – auch in anderen Ländern – sehen ganz ähnlich aus. Diese typische Knast-Optik ist bei Filmemachern beliebt, unter anderem wurden Geisel und Kanak Attack in Vechta gedreht.
Zwei Vollzugsbeamte zeigen mir eine Zelle. “Schreiben sie bloß nicht ‘Schließer’!”, werde ich eindringlichst gebeten. Wer im Vollzugsdienst tätig ist, hasst es, wenn seine Arbeit aufs Betätigen von Schlössern reduziert wird.
Die meisten der in Vechta Inhaftierten sind alleine untergebracht. Schreibtisch, Bett, Fernseher, an den Wänden Poster. Ein bisschen kleiner als ein Zimmer im Studentenwohnheim, ansonsten nicht viel anders. Wenn das Fenster nicht vergittert wäre.
Vergitterte Fenster gibt es auch in Frau Fritschs Büro. Die Sozialpädagogin erzählt über ihren Arbeitsplatz, draußen verbringen Inhaftierte ihre Freistunde. Jeder Gefangene hat das Recht, sich 60 Minuten pro Tag auf dem Hof aufzuhalten.
Sie spielen Basketball, unterhalten sich, sitzen mit freiem Oberkörper in der Sonne. Die Männer sind jung, könnten auch Studenten sein.
Jungtätervollzug
Nach Vechta kommt, wer in Niedersachsen verurteilt wurde und zu alt fürs Jugendgefängnis, aber bei Strafantritt jünger als 25 ist. Das ist in Deutschland einmalig, gilt aber als erfolgreich, in Bayern und Nordrhein-Westfalen wird derzeit erwogen, ähnliche Regelungen einzuführen.
Der Vorteil hierbei ist, dass die Gefangenen mit Gleichaltrigen untergebracht sind und dass besonders auf die Bedürfnisse junger Menschen eingegangen werden kann. Die Inhaftierten haben die Möglichkeit, einen Schulabschluss nachzuholen, können bei ausreichender Haftdauer sogar eine Ausbildung machen.
Allerdings können die Männer nicht heimatnah untergebracht werden, wie dies bei älteren Tätern praktiziert wird. Die JVA Vechta ist das einzige Gefängnis für Jungtäter in Niedersachsen.
Das kann vor allem für die Angehörigen der Häftlinge problematisch sein. Zweimal im Monat darf ein Inhaftierter Besuch empfangen. Stammen die Eingeladenen aus sozial schwachen Milieus, was nicht selten der Fall ist, werden die mitunter weiten Fahrten zur finanziellen Belastung.
347 Männer
Derzeit sitzen 347 Männer ihre Haftstrafen in der Hauptanstalt der JVA ab. Die Taten, die sie begangen haben, reichen von Fahren ohne Fahrerlaubnis, über Körperverletzung und Diebstahl bis hin zu vorsätzlichen Tötungsdelikten. Innerhalb der Anstalt sind sie verschiedenen Abteilungen zugeordnet. Klar, wer hier bloß für eine kurze Ersatzfreiheitsstrafe einfährt, weil er seine Geldbuße nicht bezahlt hat, soll nicht mit Mördern und Vergewaltigern untergebracht werden. In einer sogenannten Schutzgruppe leben Unterdrückungsopfer getrennt von den anderen.
Überhaupt gibt es innerhalb der gut gesicherten Mauern eine starke Differenzierung. Nach Haftantritt wird jeder Gefangene psychologischen Befragungen unterzogen und macht einen Intelligenztest. Danach entscheidet sich, wie es mit ihm weitergeht. Täter mit hohem Aggressionspotential haben die Möglichkeit einer Sozialtherapie, Suchtmittelabhängige können einen Entzug machen.
Außerdem wird bestimmt, welche Jobs für den Inhaftierten in Frage kommen. Von den Insassen der Haftanstalt wird erwartet, dass sie arbeiten. Das ist wichtig, damit sie einen normalen Tagesablauf beibehalten, sich nicht zu sehr von dem Leben “draußen” entfremden. Von dem Verdienst können sie sich kleine Annehmlichkeiten bestellen, so zum Beispiel Schokolade, Tabak oder Obst. Diese Einkäufe werden über Guthabenskonten verrechnet, Bargeld ist im Gefängnis verboten, um Erpressungsfälle oder Probleme wegen Schulden bei Mithäftlingen zu vermeiden. Der größte Teil des Einkommens wird aber erst nach der Entlassung ausgezahlt, um den Start in die Freiheit zu erleichtern.
Die Kosten, die ein Gefangener verursacht, liegen in der JVA übrigens bei ca. 80 Euro pro Tag. Eine Ausgabe, die wohl jeder der 347 Insassen dem Staat gerne ersparen würde.
“Haben sie noch Fragen?”, ermuntert Frau Fritsch mich. Ich schüttele den Kopf. Für heute habe ich genug Antworten erhalten. Es ist ein seltsames Gefühl, in so kurzer Zeit so viele Eindrücke aus dieser absurden, bedrückenden und dennoch irgendwie faszinierenden kleinen Welt zu bekommen.
Ich werde nach draußen begleitet. An einer Wand hängt ein Bild, das ein Gefangener gemalt hat. Es zeigt eine Uhr, die zwischen Gitterstäben zerfließt.
© Peter Reinäcker / PIXELIO
Dennis
Dennis ist 23 Jahre alt. Er hat verschiedene Betrugsdelikte begangen und wurde zu zwei Bewährungsstrafen von acht Monaten und eineinhalb Jahren verurteilt. Die Bewährung der kürzeren Strafe wurde widerrufen, so dass er ins Gefängnis musste. Ob er die eineinhalbjährige Strafe ebenfalls absitzen muss, entscheidet sich in den nächsten Monaten.
Vor seinem Bewährungswiderruf hatte Dennis als Animateur in Griechenland gearbeitet. Er hat eine Freundin und eine eineinhalbjährige Tochter aus einer alten Beziehung.
Schön, dass du dich von uns interviewen lässt.
Ich habe kein Problem damit, über diese Sachen zu reden. Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe, aber ich will es auch nicht verheimlichen.
Wie kommt es, dass du hier bist?
Ich hatte immer auf eine Karriere als Fußballprofi gehofft. Ich war in der A-Jugend von Werder Bremen, dann habe ich mich dem Sportförderprogramm der Bundeswehr angeschlossen. Dort hatte ich einen schweren Unfall, ich habe mich an der Wirbelsäule verletzt. Zeitweise hieß es, ich könnte nie wieder Sport machen. Danach habe ich mich ziemlich hängen lassen. Ich war in einer Drückerkolonne, später habe ich zusammen mit anderen bei eBay Sachen verkauft, die ich nicht besessen habe.
Wie haben deine Eltern darauf reagiert, dass du ins Gefängnis musstest?
Meine Eltern waren natürlich enttäuscht. Aber sie halten zu mir, besuchen mich regelmäßig. Auch meine Freundin hat sich nicht von mir getrennt, obwohl wir erst seit zehn Monaten zusammen sind. Wir sind seit zehn Monaten ein Paar und seit fünf Monaten bin ich im Gefängnis.
Hat sie von deiner Vergangenheit gewusst?
Ja, ich habe von Anfang an mit offenen Karten gespielt.
Wie ist es, im Knast zu sein?
Eigentlich ist das Leben hier nicht so schlimm. Man hat seine Aufgaben, irgendwas ist immer. Nur wenn abends die Zellentüren abgeschlossen werden, das ist übel. Trotzdem, manchmal glaube ich, die draußen haben es noch schwerer.
Was meinst du damit?
Ich denke dabei zum Beispiel an meine Freundin. Sie ist 19 Jahre alt und hat gerade Abi gemacht. Viele von ihren Bekannten können absolut nicht verstehen, warum sie mit mir zusammen geblieben ist. Ihre Geschwister haben ein Problem mit mir, wahrscheinlich, weil sie sich Sorgen um sie machen. Das ist nicht einfach für sie.
Mal was anderes: Konntest du die Fußball-WM mitverfolgen?
Ja, klar. Wir haben Fernsehen auf unseren Zellen. Wir dürfen übrigens auch Spielkonsolen benutzen, aber nur alte Modelle, die nicht internetfähig sind, also Gamecube, Playstation 1 usw. Es ist nur schwer, an Spiele zu kommen. Besucher dürfen uns keine mitbringen und es ist verboten, sich gegenseitig etwas auszuleihen.
Justizvollzugsanstalten in Vechta
   Hauptanstalt (Willohstraße 13)
     Geschlossener Jungtätervollzug
     Sozialtherapie für Jungtäter
     Untersuchungshaft für männliche Jugendliche
   Haus II (Zitadelle 10)
     Offener Jungtätervollzug
     Jugendarrest
   Hauptanstalt (An der Propstei 10)
     Geschlossener Vollzug
     Untersuchungshaft
   Abteilung Falkenrott (Zitadelle 17)
     Mutter-Kind-Haus
     Offener Vollzug
     Freigang
     Sozialtherapeutische Abteilung
Was machst du hier so?
Ich bin Hausarbeiter, das heißt, ich wische und fege, teile Frühstück, Mittag- und Abendessen aus. Außerdem mache ich Sport, spiele Fußball, Badminton und Volleyball. Eine Zeitung haben wir hier auch, den Kaktus, da mache ich ebenfalls mit.
Gibt es so etwas wie eine Knast-Hierachie?
Nein, eigentlich ist es recht ruhig. Klar, man kommt nicht mit jedem zurecht. Aber die meisten sind nicht auf Streit aus. Es sind vor allem die Jüngeren, die Ärger suchen. Die stressen rum, und behaupten, sie wären hier, weil sie jemanden umgebracht hätten. Man kann nicht alles glauben, was einem erzählt wird.
Glaubst du, dass dir die Zeit im Gefängnis auch etwas Positives bringt?
Ich denke, man lernt das Leben draußen, die Freiheit, mehr zu schätzen. Hier ist alles reguliert, selbst wann und wie oft man duschen darf. Alles, was man braucht, muss man beantragen.
Wie geht es bei dir weiter, wenn du draußen bist?
Es ist schwierig, das zu planen. Ich weiß ja nicht, wann ich raus komme. Ich möchte auf jeden Fall mein Abi nachholen, ich habe mich an einer Fernschule angemeldet. Was ich danach mache, weiß ich nicht. Vielleicht werde ich studieren.
Vielen Dank für das Gespräch.
von Stefan Hirsch
Foto: Alexander Dressler

“Studentenausweis dabei?”
Elf Fragen an die zwei Kassiererinnen der Mensa

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Mal ganz ehrlich, wer kennt sie nicht, die beiden Kassiererinnen in der Mensa, an denen einfach niemand vorbeikommt, ohne vorher bezahlt zu haben. uniVista wollte mehr über die Stützen der Uni Vechta erfahren und hat Eindrücke jenseits der Kasse erhalten sowie viele interessante Antworten bekommen.
Karin Prüllage, eigentlich gelernte Bürokauffrau, arbeitet schon seit fast 28 Jahren in der Mensa und stellte sich als Erste den Fragen. Gefolgt von Renate Kluck, der gelernten Arzthelferin, die seit 24 Jahren mit von der Partie ist.
Einen Kaffee trinken würde ich gerne mal mit …
Frau Prüllage: … Brad Pitt.
Frau Kluck: … Heidi Klum.
Auf meinem Nachttisch liegt zur Zeit …
Frau Prüllage: … Gisa Paula: Die Tote im Watt.
Frau Kluck: … ein Buch: Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken.
Hätte die Uni Vechta keine Mensa, …
Frau Prüllage: … würden mir sowohl die Studenten als auch die Dozenten fehlen. Das familiäre Umfeld ist nämlich mittlerweile unersetzlich für mich geworden.
Frau Kluck: … wäre Vechta wesentlich unattraktiver und mein Leben unerfüllter.
Völlig überschätzt werden …
Frau Prüllage: … Noten für Schulkinder, da somit die Menschlichkeit verloren geht.
Frau Kluck: … die dargestellten Privatsphären der wichtigsten und bedeutendsten Karriereleute.
Luxus bedeutet für mich …
Frau Prüllage: … nicht viel. Ist nicht so wichtig.
Frau Kluck: … ein gutes Gefühl und Zufriedenheit.
Reisen wollte ich immer schon mal …
Frau Prüllage: … zu der Osterinsel.
Frau Kluck: … nach Amerika, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.
Mein Lieblingsessen …
Frau Prüllage: … gibt es nicht.
Frau Kluck: … ist selbstgemachte Pizza.
Geld ist wichtig, weil …
Frau Prüllage: … es einen ein bisschen beruhigt, wenn man genug hat.
Frau Kluck: … das Leben sonst nicht funktioniert.
Sterben würde ich für …
Frau Prüllage: … einen endlich kommenden Sommer.
Frau Kluck: … ein kühles Bier am Abend in netter Gesellschaft.
Wem ich immer schon einmal die Meinung sagen wollte:
Frau Prüllage: Allgemein der Bundesregierung
Frau Kluck: Einigen Politikern in der Führungsposition
Die Klimakatastrophe …
Frau Prüllage: … hin, die Klimakatastrophe her, es muss gehandelt und nicht nur geredet werden.
Frau Kluck: … verändert und schockt die kommende Generation.
Wir sagen vielen Dank und bis bald in der Mensa!
Das Interview führte Ina Bushuven.
Karin Prüllage und Renate Kluck vom Mensateam Vechta
Foto: Jenniffer Malenz

Auf ein Wort mit Kyrill Kuritsyn

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In dieser Rubrik stellen wir Euch ab sofort in jeder Ausgabe jemanden vor, der im Rahmen eines Studienaustauschs ein paar Monate oder auch mehr in Vechta verbringt. Die Fragen sind jedes mal die selben, die Leute hoffentlich nicht.
Foto: Stefan Hirsch
Du heißt:
Kyrill Kuritsyn
Du kommst aus:
Schuya, einer kleinen Stadt in Russland
Du studierst:
Germanistik und Sozialwissenschaften
Warum hast Du Dich ausgerechnet für Vechta entschieden?
Die Hochschule Vechta hat mit meiner Universität in Kuritsyn partnerschaftliche Beziehungen.
Was ist hier genauso, wie Du es erwartet hast?
Ehrlich gesagt ist es schwer zu erklären, weil ich vorher noch nie in Deutschland gewesen bin. Nur positives habe ich von dem Wohnheim Sonnenkamp gehört. Und es ist wirklich genauso, wie mir erzählt wurde.
Und was ist völlig anders?
Das Bachelor-/Master-Studium. Und dass man seinen Stundenplan selbst zusammen stellt.
Würdest Du gerne länger bleiben als ursprünglich
vorgesehen?
Ich würde gerne in Deutschland zu ende studieren. Aber bleiben möchte ich nicht, obwohl ich Deutschland sehr mag. Es ist ziemlich kompliziert. Außerdem ist meine Familie in Russland, alle meine Freunde sind auch dort. Ich habe oft Heimweh.
Was machst Du, wenn Du Heimweh bekommst?
Ich besuche Freunde oder telefoniere übers Internet mit meiner Familie oder Freunden in Russland. Manchmal unterhalten wir uns stundenlang, besprechen alle möglichen Themen. Das Heimweh verschwindet dann einfach, die Laune wird sofort wieder gut.
Wo werden die besseren Partys gefeiert?
In Russland. Die Musik ist besser. Außerdem kann ich mit meinen besten Freunden hingehen.
Was gefällt Dir an den Deutschen?
Mir gefällt ihre Mentalität, ihre Hilfsbereitschaft, und das man sich immer gut mit ihnen unterhalten kann.
Und was stört Dich an ihnen?
Ich habe noch nie etwas Negatives mit den Deutschen erlebt.
Hast Du schon mal vorher im Ausland gelebt?
Ich war schon vor dem Studium mehrmals in Deutschland. Zwei Monate habe ich bei einer Gastfamilie gewohnt, im Sommer war ich oft hier, um Bekannte zu besuchen.
Würdest Du zu einem Studienaustausch raten?
Auf jeden Fall! Man lernt die Menschen, die Kultur und die Mentalität des Landes kennen. Die Sprache lernt man irgendwie automatisch. Man bekommt interessante Einblicke. Solche Möglichkeiten darf man auf keinen Fall verpassen.
Sei ehrlich: Nerven Dich diese Fragen?
Nein, diese Fragen nerven mich nicht.
Vielen Dank, dass Du Dir die Zeit genommen hast!
Das Interview führte Stefan Hirsch.

“Mit Kunst kann ich meine Wünsche ausdrücken”
Ein Interview mit dem Höffmann-Dozenten Stephen Folárànmí

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Stephen Adéyemí Folárànmí wurde 1969 in Lagos/Nigeria (Afrika) geboren und wuchs in Òyó und Lagos auf. Er schloss sein Studium der Kunst an der Obáfémi Awólówò Universität in Ile-Ife ab. Stephen ist seit 2002 Doktorand und Dozent der Obáfémi Awólówò Universität in der Fakultät für Angewandte Kunst. Dort sind seine Schwerpunkte Zeichnen und Malen. Seit Dezember 2008 noch bis September 2009 ist er der Inhaber der Höffmann-Dozentur für Interkulturelle Kompetenz.
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Foto: Stephen Folárànmí
Haben Sie etwas Bestimmtes erwartet, als Sie nach Deutschland gekommen sind?
Ich wollte mich überraschen lassen. Die Dozentur passierte sehr plötzlich und demnach hatte ich nicht viel Zeit, um mich auf diese Sache vorzubereiten, aber ich liebe die Herausforderung und habe mich über die Reise nach Deutschland gefreut.
Wie sind Sie hierher gekommen?
Ein Freund sandte mir Informationen über diese Dozentur und ich bewarb mich. Ziemlich spontan, eigentlich. Ich erhielt die Einladung, als ich die Bewerbung schon fast wieder vergessen hatte und deswegen ging die Sache, wie oben schon gesagt, recht schnell und plötzlich.
Drei Dinge, die Sie ausmachen?
Puh, das ist ziemlich schwierig. Also für mich ist der Glaube eine sehr wichtige Sache. Ein Christ zu sein und in Gott sein Vertrauen setzen zu können, hat mir schon oft geholfen. Ich merke immer wieder, wie wichtig der Glaube für mich, aber auch für meine Studenten ist. Das zweite wäre dann wohl meine Kunst. Mit ihr kann ich meine Wünsche ausdrücken und Menschen verbinden. Als drittes würde ich die Natur nehmen. Natur gibt mir Ruhe und Zeit für mich. Ich genieße sie und liebe es, sie in meinen Bildern festzuhalten. Deswegen ist Vechta ein perfekter Ort für mich. Schön grün. (lacht)
Da unser Thema der 13. Ausgabe Kurioses ist, welchen Aberglauben und Gerüchte gibt es in Nigeria?
Aberglaube ist ein Phänomen, welches verschieden existiert. Es kommt auf die Kultur, Religion und Moral an. Viele Aberglauben und Gerüchte in Nigeria dienen dazu, die moralische Gesinnung der Kinder in die richtige Bahn zu lenken. Ganz so wie in Deutschland. Ein Aberglaube ist, dass man nicht beim Eingang zum Haus essen darf. Der Witz an der Sache ist, dass man einfach die Leute, die an dir vorbei kommen, nicht stören sollte, indem man in der Gegend herum sitzt. Ein weiterer Aberglaube in Nigeria ist, dass man seine Hände nicht in den Regen ausstrecken sollte oder unter eine Regenrinne hält, denn sonst könnte man vom Blitz getroffen werden. Aber dies gilt nur in Verbindung mit einem Gewitter. Diese Gerüchte dienen einfach der Vorsorge und um den Leuten ein wenig Angst einzujagen, gewisse Dinge nicht zu tun. Also als eine gewisse „Moral von der Geschichte“.
Zurück zur Realität. Was wollen Sie mit Ihrer Kunst ausdrücken?
Ich möchte Einheit, Frieden und Vielfalt zeigen. Jede Kultur ist anders, kann sich aber mit anderen verbünden und austauschen. Mein Anliegen ist es, dass Kulturen sich verbinden und im Frieden anerkennen. Ich möchte den Studenten Kultur und alles, was damit zusammenhängt, näher bringen. Dieses drücke ich durch meine Kunst aus. In den Workshops, die hier in Vechta laufen, gebe ich den Studenten Anleitungen und Tipps, wie sie dieses Anliegen ausdrücken können. Natürlich ist jede Kultur besonders und einzigartig, aber wer sagt, dass sie sich nicht ergänzen können?
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Foto: Lars Chovanietz
Mögen Sie Vechta?
(lacht) Ja. Ich komme aus einer großen Stadt. Aber ich bin mehr für die kleinen Dinge des Lebens. Ich liebe die Natur und die Ruhe. Große Städte sind für mich eher störend. Die Leute sind viel zu hektisch. Ich selbst habe auch die Pünktlichkeit der Deutschen bemerkt. In Afrika ticken die Uhren etwas anders. Eine Uhrzeit ist mehr eine Andeutung einer Zeit. In Wahrheit bedeutet zum Beispiel 14 Uhr, 14.30 Uhr oder später, Afrikanische Zeit. In Deutschland habe ich gelernt, dass die Deutschen kein großes Verständnis für solche Zeitspielereien haben. Wenn sie 14 Uhr sagen, dann erwarten sie dich auch um 14 Uhr am Treffpunkt und nicht erst eine halbe Stunde später. Ich habe aber recht schnell gelernt, damit umzugehen und sehe das nicht gerade als ein Problem an.
War es schwer in Kontakt mit Leuten in Vechta zu kommen?
Eigentlich nicht. Ich habe schnell viele Leute kennen gelernt. Das liegt natürlich auch daran, dass Vechta, beziehungsweise die Universität, nicht gerade die größte ist. Man läuft sich sehr schnell über den Weg und sieht sich häufig immer mal wieder. Die Leute hier sind sehr nett und freundlich. Sie sehen, dass ich wahrscheinlich nicht von hier komme und möchten mir helfen. Dieses Verhalten würde man in der Stadt nicht erwarten, was sich leider auch sehr oft bestätigt. Es herrscht eben eine andere Mentalität.
Wir sind schon fast am Ende unseres Interviews. Zum Schluss: Was wünschen Sie den deutschen Studenten und Studentinnen in Vechta?
Ich wünsche ihnen besonders die Neugier und die Offenheit. Sie sollen neue und andere Kulturen entdecken. Sie sollten reisen und die Weite der Welt zu schätzen wissen. Ich wünsche den Studentinnen und Studenten alles Gute dabei. Sie sollen sich für alles begeistern können.
Danke Stephen. Wir wünschen Ihnen noch viele schöne Erfahrungen in Vechta und man läuft sich bestimmt noch über den Weg.
Danke euch. Davon ist auszugehen. (lacht)
Das Interview führte Sarah Kotten.

Kuschelpädagogik und Wuthöhle

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Mehr Anonymität für TV-Familien!
© Stephanie Hofschlaeger / PIXELIO
Mittlerweile ist die Fernsehlandschaft nicht mehr ohne die zahlreichen Sendungen mit scheinbar pädagogischem Format vorstellbar. Quote und Nachfolgeproduktionen geben zu erkennen: Die Nachfrage beim Zuschauer ist vorhanden, danach etwa, wie man sich zu verhalten hat, wenn etwas schief läuft in der Familie, eingedenk des Haustieres. Im multimedialen Rahmen erhalten die Bedürftigen Hilfe von Experten, oftmals Diplompädagogen, welche mit Rede und Tat und manchmal auch fragwürdigen Konzepten zur Seite stehen. Disziplin, Regeln, Prinzipien sind dabei immer wieder Schlagwörter, die fallen. Greift das Verständnis von Pädagogik durch und in den Medien zu kurz? Diese und weitere Fragen sollen im Folgenden geklärt werden. Als Gesprächspartner stand uns Dipl.-Päd. Andreas Hoenig zur Verfügung.
Greift das Verständnis von und durch die Medien zu kurz?
Also wenn ich mir die Medienformate, dir mir bekannt sind, betrachte, dann wird da ein Verständnis von Pädagogik kolportiert, das techniklastig ist und eine Heilsbringung in Extremsituationen verspricht, die ich für nicht machbar halte. Ich schließe mich damit Kritiken, zum Beispiel des DJI (Anm. d. Red.: Deutsches Jugendinstitut) an, die deutlich sagen, dass etwa die Frage der Nachhaltigkeit überhaupt nicht nachgewiesen ist. Ich bin aber auch nicht ausschließlich negativ-kritisch eingestellt gegenüber medialer Aufbereitung solcher Formate. Nur die Art und Weise, wie es gegenwärtig geschieht, finde ich mindestens fragwürdig.
„Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank vorgeht, umso höher ist die Quote.“
Einmal etwas überspitzt formuliert: Jura-Studium bei Salesch (wahlweise auch bei anderen Gerichtsshows) und Pädagogikstudium bei Super Nanny? Verwirklicht sich hierin ein Bildungsauftrag der Medien?
Mit Sicherheit nicht. Vielmehr sind die Quoten von 15% und mehr ein Hinweis darauf, dass es einen absolut hohen Bedarf gibt. An der Stelle bin ich ein Befürworter medialer Bearbeitung solcher Fragen und ein Befürworter dessen, dass wir uns des Mediums Fernsehen bedienen, weil das nun einmal das Medium Nummer 1 Deutschlands ist. Aber natürlich sehe ich die mediale Aufbereitung, wie sie vor allem durch die Privatsender passiert, kritisch. In Videoclipform werden dramatische Lebenssituationen festgehalten und der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt – da kann ich mich nur dagegen verwehren. Das kann so nicht sein. Was nicht heißt, dass das nicht grundsätzlich so sein kann.
Kommen wir doch einmal zu dem Auftrag von RTL. Laut RTL.de ist nämlich das Ziel der Super Nanny „eine fundierte Analyse, Besprechung der Erziehungssituation und eine individuelle pädagogische Beratung für die Eltern zu leisten“. RTL will nach eigener Aussage „mit diesem Format einerseits den betroffenen Familien eine Hilfestellung bieten, andererseits aber auch dem Zuschauer anhand von unterschiedlichen Fällen Lösungsansätze für Probleme in der eigenen Familie aufzeigen.“
Glauben Sie, dass dies mit diesem Format geschieht?
Das bezweifel ich. Ich bezweifle sogar den Ansatz. Natürlich versucht sich RTL in der Öffentlichkeit darzustellen, sozusagen, dass es kein Format sei, das auf Quote angelegt ist. Diese Darstellung halte ich für schlichtweg falsch. Natürlich agiert vor allem die Frau Saalfrank – und das ist im Grunde auch überhaupt die einzige, worüber ich mir ein Urteil erlauben kann – pädagogisch. Aber das Heilsversprechen, das da gebracht wird, ist, du hältst dich an einen gewissen Regelkatalog, Familienregeln – vom „Stillen Stuhl“ hat sie Gott sei Dank Abstand genommen – und dann ist das machbar. Die Krise ist anhand von ein, zwei, drei Interventionsmöglichkeiten, die sie zur Verfügung stellt, gelöst. Das ist vor dem Hintergrund der Sozialen Arbeit und der Arbeit mit Familien so nicht richtig. Es geht halt nicht so einfach. Und es werden wesentliche Aspekte, die wir als Vertreter der Sozialen Arbeit für wesentlich halten, außer Acht gelassen. Die Darstellung der Betroffenen, auf Seiten der Eltern vor allem die betroffenen Mütter, im Sinne von erzieherischer Inkompetenz, die Kinder als Monster, was sie de facto nun mal nicht sind, und die Väter finden weitestgehend überhaupt nicht statt – da wird ein Familienbild kolportiert, das nicht der Realität entspricht. Dramatische Verkürzung.
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Oft der einzige Ansprechpartner
© Rosel Eckstein / PIXELIO
Glauben sie, dass eine öffentliche Preisgabe des Privatlebens vor der Fernsehnation eine langfristig wirksame Stigmatisierung für die zur Schau gestellten Kinder, die Eltern, die übrigen Familienmitglieder und das weitere familiäre Umfeld zur Folge haben kann oder ist diese laut gewordene Kritik ebenfalls zu sehr in den Medien dramatisiert worden?
Also die Stigmatisierungseffekte, die da stattfinden, haben ihren dramatischen Höhepunkt erreicht bei dieser Folge mit dem 13-jährigen Mädchen. Und das war für mich genau der Punkt, an dem RTL sich mit seinem hehren Anspruch widerspricht. Nach meinem Kenntnisstand haben eine Mutter und ihre Tochter per einstweiliger Verfügung versucht, die Ausstrahlung des Formats zu verhindern, was nicht gelungen ist aufgrund vertraglicher Verbindungen, so dass es zur Ausstrahlung der Sendung kam. Mit der Folge, dass dieses Mädchen zumindest einen kurzfristigen psychiatrischen Aufenthalt und einen Zusammenbruch hatte. Und das konterkariert das, was RTL auf seinen Internetseiten als pädagogisches Format verkauft. Damit wird deutlich, worum es geht. Interessant finde ich dann auch das Phänomen, umso rigider die Kollegin Saalfrank – und wir haben beide die gleiche Ausbildung genossen – vorgeht, umso höher die Quote. Das gipfelt dann darin, dass ein 3-jähriges Kind auf dem Stillen Stuhl sitzen muss. Ein 3-jähriges Kind! Und da mache ich auch eine deutliche Kritik fest an Frau Saalfrank, die sich hier sozusagen vor den Karren des Senders spannt. Aber sie handelt nicht durchgängig unpädagogisch.
„Mich erinnert Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.“
Wobei man sagen muss, dass gerade dieses Element ja aus der Sendung verschwunden ist. Es gibt keine stillen Orte mehr, weder Stuhl noch Treppe. Dieser Kritikpunkt, der auch laut geworden ist in den Medien, wurde also berücksichtigt. Haben Sie noch eklatant andere Puntke, die für Sie negativ auffallen?
Ein ganz wesentliches Moment, das für Schwierigkeiten bei diesem Format sorgt, ist diese Zeitschiene. Frau Saalfrank ist im Grunde genommen gezwungen sofort zu agieren, und das in ausgesuchten, höchst eskalativen Familien, die kein repräsentativer Querschnitt durch die Erziehungsrealität auch schwieriger Familien sind. Jetzt wissen wir, dass diese schnellen Reaktionen ein hohes Fehlerrisikio in sich birgt. Ich habe diese Sequenz vor Augen, wie sie über Funk coacht. Jetzt dies, jetzt das, jetzt jenes. Da stellt sich für mich die Frage: Was lernt ein Mensch an Erziehungskompetenz, wenn er so eine aus dem Psychodrama abgeleitete Methode des Alter Ego machen soll, also ferngesteuert agiert? Die Erziehungskompetenz wird hierdurch nicht erhöht. Der Kritikpunkt ist ganz klar die Reduzierung auf eine sehr technisch ausgerichtete Soziale Arbeit. Techniken sind die Lösung. Das alleine kann so nicht stimmen.
Es gibt natürlich auch eine umfassende Kritik der Deutschen Gesellschaft für Systemische Beratung, die sich absolut distanziert. Und natürlich distanzieren sie sich, weil es zuwider läuft gegen Grundsätze Sozialer Arbeit. Ich habe in Familien mit schwierigen Kindern gearbeitet. Und ich weiß, dass sich die Arbeit anders darstellt. Es gibt eben nicht den schnellen Erfolg. Und das, was das Format Super Nanny hier vorgibt, deckt sich eben hierin nicht mit meinen Erfahrungen. Außerdem muss ich sagen, dass ich es keiner Familie, mit der ich zusammengearbeitet habe, zugemutet hätte, diese Extremsituationen medial zur Schau zu stellen. Das ist mehr als grenzwertig. Das ist ethisch verwerflich.
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Kindern fehlen oft die Worte
© erysipel / PIXELIO
Dann würde uns doch einmal interessieren, was Sie der Super Nanny unter vier Augen sagen würden?
Ich glaube, ich würde ihr tatsächlich sogar zu ihrem Mut gratulieren. Ich meine, sich in die Öffentlichkeit zu stellen und zu agieren, da ist es vollkommen klar, dass sie dann auch Projektionsfläche wird. Sie stellt sich sozusagen zur Verfügung in ihrem beruflichen Handeln. Da gehört Mut zu, vor allem, wenn man sich einmal anguckt, dass viele Agierende der Sozialen Arbeit große Angst davor haben, dass man in ihre Karten guckt – diese Angst scheint sie überwunden zu haben. Sie stellt sich selbst ja auch öffentlich dar. Und sie hat ja auch gerade zu Anfang große Schwierigkeiten gehabt. Was ich gut finde ist, dass sie versucht, Einfluss zu nehmen auf eine weitere Pädagogisierung. Und das mache ich fest an der letzten Folge, die gelaufen ist, die dann medial aufgearbeitet wurde als ihre erste Niederlage. Frau Saalfrank gibt auf. Die Inobhutnahme. Da finde ich, dass sie absolut richtig reagiert hat. Sie hat nicht die schnelle Lösung geliefert, sondern ganz klar gesagt, da sei eine Grenze für sie, das könne sie nicht. Das war keine Niederlage, das war ein Sieg. Ich würde ihr den Mut auch hausintern wünschen, dass sie weiter versucht, das Format pädagogischer zu gestalten. Das ist zurückzuführen auf die Person Saalfrank, nicht auf den Sender, mein Eindruck. Und ich würde sie natürlich versuchen zu motivieren, das Format dahingehend zu verändern, dass erstens dieses Heilsversprechen ein bisschen relativiert wird und dass sie zweitens eine höhere Aufmerksamkeit auf den Schutz der Klienten legt. Andere Sender, insbesondere die Öffentlich-Rechtlichen, nehmen sich auch den Erziehungsfragen an, aber die tun das anders.
„Es macht wenig Sinn, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft verstehen.“
Nun, aber gerade was den Schnitt und die Schnitttechnik angeht, kann man ja auch nachlesen, dass Frau Saalfrank selbst hierauf keinen Einfluss hat.
Nun, ich gebe jetzt auch ein Interview und weiß gar nicht, was nachher in der uniVista steht und wie das dann dargestellt wird.
Richtig. Das wird mediengerecht aufbereitet.
Weiter im Programm: Sie hatten gerade schon den hohen Marktanteil angesprochen und meinten, das sei Ausdruck von Bedarf. Meinen Sie nicht auch, dass sich dahinter ein Ausdruck von Sensationslust gleichsam verbirgt?
Ich glaube, es ist beides. Wesentlicher für mich ist jedoch ganz klar die Message, dass es Bedarf gibt. Vielleicht müssen wir uns fragen: Wie können wir diesen Bedarf auch verantwortlich befriedigen? Wie kann sich die Soziale Arbeit oder auch die Familienarbeit in der Öffentlichkeit anders darstellen? Oder auch die Arbeit mit Ausreißern oder ähnlichem. Es sind ja verschiedenste Formate. Natürlich geht‘s dabei auch um die Befriedung einer Sensationsgier, eines gewissen Voyeurismus. Und diese ganzen Sendungen, auch diese Ausreißer-Formate, zeichnen sich dadurch aus, dass ein Bild von Kindern und Jugendlichen gezeigt wird, das sie an den Symptomen misst. Wir gucken nur auf die Person und nicht auf das Symptom. Das ist das, was wir predigen. Du bist gut, dein Verhalten ist schlecht. Und so werden Menschen über ihr Verhalten oder über Verhaltensspitzen, wenn man so will, stigmatisiert. Also es ist nicht der Sven, sondern der jugendliche Ausreißer.
Wie realitätsgetreu ist das Format?
In der Realität stellen sich familienunterstützende Maßnahmen im Sinne von SPFH (Anm. d. Red.: Sozialpädagogische Familienhilfe) oder auch Familientherapien als langfristig angelegte Hilfsmaßnahmen dar. Die durchschnittliche Behandlungsdauer einer SPFH ist auf zwei Jahre angelegt und nicht auf einige wenige Wochen. Also erinnert mich Frau Saalfrank in ihrer Methodik eher an so einen pädagogischen Wirbelsturm. Und ich befürchte, dass der, wenn er sich gelegt hat, eine ganze Menge Chaos hinterlässt.
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Einsames Warten auf muntere Gäste
© Martin Müller / PIXELIO
Ein aktuelles Format, das für Sie derzeit einen pädagogischen Auftrag erfüllt?
In den Dritten des Öffentlich-Rechtlichen Fernsehens finden sich solche Sendeformate durchaus, aber auch die Sendereihe 37° im ZDF kann hier genannt werden. Auch hier gab es schon solche Folgen. Da sollten die Leute von RTL mal reinschauen, wenn sie das, was sie im Internet veröffentlichen, ernst meinen. Aber es ist natürlich klar, dass hier unterschiedliche Zielgruppen bedient werden sollen.
Es wird jedoch auch klar: Das Fernsehen bleibt das Bildungsmedium Nummer 1. Und wir nehmen es nicht wirklich wahr. Also es könnte ja auch von Seiten der Sozialen Arbeit versucht werden, aktiv solche Formate zu bilden, die dann wissenschaftlich abgesichert sind. Aber ich sehe diese Initiative nicht, das heißt aber auch, dass es wenig Sinn macht, hier wieder in der Ecke zu sitzen und mit dem Moralfinger zu drohen, dass das alles nicht geht. Wir sollten das als fachliche Herausforderung für die Zukunft zu verstehen.
Haben Sie denn eine Idee, wie eine Sendung aussehen könnte, die einen pädagogischen Inhalt hat und eine Hilfestellung für den „kleinen Mann“ sein kann?
Das ist eine gescheite Frage. Also ich hab das Konzept nicht im Schreibtisch. Mir ist im Augenblick auch keins bekannt. Aber ich glaube, dass deutlich geworden ist: Es gibt den Bedarf, und das vielleicht nicht nur aus Sensationsgier. Die Verzweiflung der Menschen in dieser Situation, und zwar aller Menschen, der kleinen und der großen, die da drin sind, ist immens. Stellen Sie sich mal den Alltag vor. Sie haben ja kein Alternativleben, selbst wenn sie sagen: Ich hab jetzt hier die Nase voll und geh in das nächste. Das können sie nicht.
„Ich werde mich auch in Zukunft nicht abends vor die Röhre quetschen, um eine pädagogische Fortbildung zu nehmen.“
Sie haben darauf hingewiesen, dass man das Bildungsmedium Fernsehen auch als eine Herausforderung für die Soziale Arbeit begreifen kann. Medienerziehung an der Hochschule Vechta. Findet das statt oder eher nicht?
Es gibt innerhalb der Studiengänge die Möglichkeit, medial zu arbeiten. Wir nutzen, ich kann das zumindest für unseren Fachbereich sagen, durchaus auch Medien. Wir tun das aber meiner Meinung nach noch nicht in der Form, wie wir das sollten. Ich halte das für ausbaubar.
Gibt es da Wunschvorstellungen?
Natürlich wäre eine bessere technische Ausstattung, welche die Arbeit mit neuen Medien möglich macht, gut. Also ich bin in meinen Veranstaltungen, ich kann das ja nur für meine sagen, ein recht techniklastiger Dozent. Ich würde das aber noch ausbauen wollen.
Ich halte das auch für ein geeignetes Medium. Nicht, um den Studierenden 90 Minuten einen Film zu zeigen, und das war dann meine Veranstaltung. Aber eine gezielte Anwendung medialer Formate, um Theorie durch Praxis zu unterfüttern, halte ich für sinnvoll.
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Kinder wollen wahrgenommen werden!
© Christine Becker / PIXELIO
Kommen wir zu einer Frage, die wir uns im Rahmen eines Streitgespräches in dieser Ausgabe stellen: Sind Lehrer Pädagogen?
Ja. Natürlich sind Lehrer Pädagogen.
Warum? Der pädagogische Anteil ist doch sehr gering im Studium.
Wie würden Sie das bezeichnen, wenn erwachsene Menschen sechs Stunden täglich mit Kindern arbeiten im Sinne von Bildung und Erziehung? Ich nenne das Pädagogik. Also natürlich sind Lehrer Pädagogen. Sozusagen Bildungspädagogen. Ich kann kein unpädagogischer Lehrer sein. Ich bin vielleicht ein schlechter oder guter Pädagoge, wie immer man das auch festmachen will. Aber ich bin einer als Lehrer. Man könnte die Frage ja erweitern: Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.
(Es wird gezweifelt.)
Jetzt sehe ich ganz kritische Mienen. Aber natürlich sind wir das.
„Sind Hochschullehrer Pädagogen? Ja.“
Nun, aber der größte Anteil der Dozierenden, gerade auch in der Professorenschaft, sind sich ihrer Stühle doch sehr sicher und nehmen einen pädagogischen Auftrag nicht wirklich wahr. Da werden die Veranstaltungen 08/15 runter gerissen, welche Motivation da auch immer hinter steckt.
Da werde ich mich jetzt nicht zu äußern. Ich würde ganz gerne noch einmal zu den Lehrern zurückkommen. Ich kenne eine ganze Menge Lehrer. Ich weiß, dass in dieser Berufsgruppe ganze viele Leute ganz engagiert arbeiten. Ich lebe mit einer Lehrerin zusammen, und ich sehe und ich weiß, wie sie ihren Job macht. Und ich bin mit Lehrern befreundet, von denen ich weiß, dass sie sich einen Kopf um „ihre“ Kinder machen. Ich erlebe an Schulen eine zunehmende Bereitschaft, sich pädagogischen Fragestellungen zu öffnen, und zwar durch alle Schulformen hinweg, bis zum Gymnasium. Und ich habe in meiner kurzen Zeit, in der ich hier als Lehrender tätig bin, und in der Zeit, in der ich an Schulen tätig bin, um Konflikte zu lösen und Leute fortzubilden, festgestellt, dass die sich sehr stark öffnen. Also ich bin auf jeden Fall bereit, eine Lanze für Lehrer zu brechen. Für mich ist ein Lehrer ganz klar ein Pädagoge und er hat für mich den Anspruch darauf, dass ich ihn a) ernst nehme und dass ich ihm b) gute Motive unterstelle. Und wie in jeder Berufsgruppe mag es vereinzelt Leute geben, wo man sagt, naja, vielleicht hast du die falsche Berufsentscheidung getroffen. Aber das passiert auch bei Dachdeckern. Aber sagen Sie mir, waren Sie schon einmal in der sechsten Klasse, Hauptschule? Dann erzählen Sie mir mal, wie Sie das unpädagogisch lösen, wenn man rein versucht, Bildung zu vermitteln. Aber vielleicht sollte man darüber nachdenken, ob man den Bereich Pädagogik – pädagogische Ziele bieten wir an im Lehramtsstudium – ein wenig mehr betont in diesem Studium. Ich glaube nämlich sehr wohl, dass die pädagogischen Herausforderungen nicht geringer werden.
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Bis hierhin und nicht weiter!
© Christine Becker / PIXELIO
Eben das wäre auch eine Frage: Inwiefern spiegelt sich dieses pädagogische Mehrbedürfnis, welches Sie gerade attestiert haben, im Lehramtsstudium überhaupt wider?
Also die genuine Aufgabe von Lehrern ist Bildungsvermittlung. Aber nichtsdestotrotz ist der pädagogische Auftrag vorhanden. Und ich glaube auch immer noch, dass wir Nachbesserungsbedarf haben. An einer Hochschule, die so aufgestellt ist wie unsere, ist es natürlich möglich, genau an der Stelle sozusagen nachzubessern. Ich halte heute Abend zum Beispiel ein Seminar, wo ich Studierende – allerdings der Sozialen Arbeit – dahingehend befähige, Sozialkompetenztraining an Schulen zu geben. Die werden das in der Praxis durchführen.
Da kann man als Lehramtskandidat direkt neidisch werden. Unser pädagogisches Studium ist praxisfrei. Das, was Sie schildern, wäre wünschenswert. Also auch einmal in die Praxis zu gehen und unter diesem Aspekt Erfahrungen zu sammeln.
Da bin ich natürlich mit dem Curriculum zu wenig vertraut. Aber noch einmal: Auch die Öffnung der Schulen hin zu mehr Sozialpädagogik findet statt. Das von der Bundesregierung initiierte Projekt „Jugendhilfe und Schule“, das sich zunächst der Vermittlung von Neunt- und Zehntklässlern in den Arbeitsmarkt beschäftigte, das fruchtet ja. Also ist Soziale Arbeit in den Schulen angekommen. Sie finden kaum noch eine Hauptschule, die nicht mit Sozialen Arbeitern ausgestattet ist, wenngleich es davon auch noch zu wenige gibt. Meistens ist das dann eine halbe Stelle für eine Schüleranzahl von 300 bis 600. Also die Kollegen, die da arbeiten, könnten noch eine ganze Menge Support gebrauchen. Aber Tatsache ist, da findet etwas statt.
Nun, es ging jetzt auch nicht darum, dass angehende Lehrer die gleiche Ausbildung erfahren wie angehende Soziale Arbeiter, aber darum, dass man Einblicke gewinnt. Dass die Kommunikation, auch für späterhin, besser klappt und die Konkurrenz zwischen Pädagogen und Lehrern herausgenommen wird, gerade im Bereich Schule.
Andreas Hoenig wurde
am 1. Februar 1963
geboren. Er ist
Diplompädagoge und
seit WS 2007/08 als
Lehrkraft für besondere
Aufgaben an der
Hochschule Vechta
beschäftigt. Er ist
Sozialtherapeut in
der Jugendhilfe und
AAT/CTT-Trainer.
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Foto: Andreas Hoenig
Ja, ich glaube allerdings, dass wir schon länger dabei sind, diese Grenzen zu überschreiten. Haben Sie die neueste Ausgabe des Fokus gelesen? Dort wird ein Projekt vorgestellt in Duisburg. „Duisburg schlägt keiner“ heißt das. Das ist ein Freund und Kollege von mir, der dort ein ganzes Kollegium fit macht und schult im Bereich sozialer Kompetenzen und Konflikttrainings an einer Schule für Erziehungshilfen. Dort findet sozusagen eine Pädagogisierung der ganzen Schule statt, aber immer vor dem Hintergrund, dass es hier um Bildungsvermittlung geht.
Die Tendenz geht ja auch dahin, dieses dreigliedrige Schulsystem aufzugeben. Ich halt das für den richtigen Weg, weiter Sozialarbeit in die Schulen zu integrieren, aber auch Lehrer auf der anderen Seite für sozialpädagogische Methoden zu öffnen und auch selber zu befähigen.
„Ich muss Bock haben auf das, was ich
tue und ansonsten sollte ich es sein lassen.
Ganz einfach.“
Was macht einen Superpädagogen aus?
Zunächst mal, dass er sich nicht für super hält. Also dieses Wort „super“ mag ich nicht. Was macht einen guten Pädagogen aus? (denkt nach) Ich könnte jetzt anfangen, hier irgendwie zwanzig Adjektive runterzumurmeln. Ich könnte auch die großen drei von Rogers benennen: Authentizität, Empathie, Wertschätzung.
Ich könnte mich auf Waldner berufen: 80 Prozent Empathie und 20 Prozent Biss. Er muss Lust an seiner Arbeit haben. Der muss Spaß haben an der Arbeit mit Menschen und muss sozusagen auch daran glauben, was er da macht und an die Menschen, mit denen er arbeitet. Der muss auch an die Fähigkeit des Menschen glauben, sich selbst zu helfen. Wesentlich ist: Ich muss das, was ich tue, mit Leidenschaft und gerne tun. Wenn ich das tue, habe ich ein gutes Zeug, um ein guter Pädagoge zu sein. Dann kommen noch ein paar Techniken dazu, man kann an seiner Haltung arbeiten. Aber ich muss Bock haben auf das, was ich tue und ansonsten sollte ich es sein lassen. Ganz einfach.
Wir bedanken uns für das Interview.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns

Strahlend durchs Studium

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Dieses Mal trafen wir auf den Elektriker der Uni, Heinrich Luers. Bepackt mit einem kleinen quadratischen Mitbringsel, einem Buch zum Energiesparen, erfuhren wir nicht nur einige praktische Tipps zum nachhaltigeren Umgang mit Strom, sondern auch etwas darüber, was unser Hauselektriker außerdem macht, wenn er nicht gerade à la MacGyver-Manier alles dafür tut, dass wir strahlend durchs Studium gehen können. Der Stromtipp vorweg: Licht aus, wenn ihr den Seminarraum verlasst.
Foto: Hochschule Vechta
Wann und wie sind Sie zur Hochschule gekommen?
Ich hab vorher beim Elektrounternehmer in Visbeck gearbeitet, der seinen Laden dann zugemacht hat. Meine Vorstellung war es aber schon immer als Hausmeister zu arbeiten. Dann kam die Uni. Und das war 1983.
Da geben Sie im Grunde schon das Stichwort: Wie fühlt es sich an, 25 Jahre in einem Betrieb zu sein?
Kann man sich nicht vorstellen. Die sind so verflogen.
Das ist doch eine gute Sache, wenn man denkt, dass es gar nicht so lange war, dann muss die Arbeit ja eigentlich Spaß machen, oder?
Richtig, ist nicht schlecht.
Besondere Erinnerungen an diese 25 Jahre?
Wir waren zweimal auf einer Demo in Hannover. Die wollten die Uni schließen. Damals war ja nix los. 300, maximal 500 Studenten. Kein Vergleich zu heute! Dann sind wir mitgefahren nach Hannover und haben demonstriert.
Mit Erfolg. (beide lachen)
Ob das unser Erfolg war, weiß ich nicht.
Was gibt’s denn sonst noch für bewegende Momente?
Eine lustige Geschichte fällt mir noch ein: Da gab es mal einen Stromausfall im Seminarraum bei den Biologen im A-Trakt, und ich wurde gerufen. Die Studenten hatten Mikroskope aufgebaut, und nichts ging mehr. Der Fehler war schnell gefunden, und so bekam ich vom voll besetzten Seminarraum Applaus dafür.
Ja, schön! Zu ihrer Arbeit als Elektriker. Als Laie denke ich jetzt mal, dass Sie mindestens gut in Physik waren?
Als Kind hab ich Elektrikern bei der Arbeit zugesehen. Das hat mich fasziniert. Da hab ich dann selber rumgebastelt. Das war mein Ding, und das wollt ich dann auch machen.
Das Hobby also zum Beruf gemacht.
Ich habe auch noch andere Hobbys, so ist es nicht.
Ja? Was denn?
Damals hab ich Super8-Filme gemacht. 1984 war das. Da hab ich meine erste Kamera gekauft. Das war eine ganz einfache Stummfilmkamera und ich hab ich pausenlos gefilmt. Das ist mein 2. Hobby.
Ach so, und das betreiben sie heute auch noch?!
Natürlich, aber heute filme ich mit Video-Kamera.
Und irgendwelche besonderen Sachen oder Motive?
Hauptsächlich Familienaufnahmen, also eher privat. Wobei, einmal haben wir einen Sketsch an der Uni gedreht, aber das muss ja nicht in die Zeitung rein. (lachen)
Lüersche Filmaufnahmen werden wir also nicht an der Uni zu sehen bekommen. Schade. Wieder zurück zu Ihrer Arbeit als Elektriker hier an der Uni: Was heißt es, einen Tag Elektriker an der Hochschule zu sein?
Das ist eine ganze Menge. Geräteprüfung. Um die Telefonanlage kümmere ich mich auch. Fast täglich schalte ich da Telefone um oder frei. Leuchtmittel wechseln gehört ja sowieso dazu. Ich habe das mal durchgerechnet, wie viele Glühbirnen und Röhren ich in den vergangenen 25 ausgewechselt habe: Das waren ca. 46.000 Stück.
Wow! Wahnsinn!
Nun, dann bin ich da, wenn der Strom ausfällt oder auch für die Aufzüge.
Gab’s den Fall schon mal, dass jemand stecken geblieben ist?
Also nicht bei mir, ich hab noch keinen rausgeholt. Mein Kollege hat mal jemanden aus dem Aufzug in der Bibliothek befreit.
Apropros Bibliothek. Was passiert da eigentlich genau, von wegen Umbauarbeiten?
Also im nächsten Jahr gibt’s da erst wesentliche Änderungen, dann kommt dann nämlich die Ausleihtheke nach unten.
Oh, interessant. Was kann die Hochschule denn noch gebrauchen – was wünschen Sie ihr für die nächsten 25 Jahre?
Dass es weiter so aufwärts geht wie jetzt…, dass sie dann baldigst eine Universität ist.
Ja. Und für sich selbst?
Für mich selbst? Gesundheit.
Ist was für die nächsten 25 Jahre geplant, gibt’s da noch was, steht da noch was an?
12 Jahre hier noch, denk ich. Dann bin ich im Rentenalter. Und danach… mein Leben genießen.
Das Interview führte René Kohn.

Almous Famous
uniVista im Gespräch mit Rusticate

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Rockt die kleine Freiheit!
Am Donnerstag, den 29. Mai 2008 rockte die Kleine Freiheit in Osnabrück! Geschätzte 180 Besucher ließen sich an diesem Abend von der Rockband RUSTICATE aus Osnabrück musikalisch verwöhnen.
Bei “Einlass ab 20:00 Uhr” erscheinen Gäste grundsätzlich frühestens ab 20:30 Uhr.
Bildnachweis: mb
Die Punk-Band RUSTICATE
Foto: Mira Brink
Diesmal anders: Selbst vor 20:00 Uhr sammelten sich bereits die ersten Besucher vor der kleinen Freiheit an und verschwanden durch den äußerst ungewöhnlichen Haupteingang des Ladens – ein alter Bus. Raffiniert umgebaut zu einer Art „Flur“ wird der Bus gleichzeitig als Kasse genutzt.
Bis Rusticate spielen sollte, war noch ein wenig Zeit, die ich für ein Interview mit Gitarrist und Sänger Manuel nutzte:
Beschreibt mal eure Musik!
Die Beschreibung, die wir liefern, ist „chaotic“ Postpunk. Ein tschechischer Musiker meinte neulich im gebrochenen Englisch „Your music has much energy“. Ich denke ein Schnitt durch beides beschreibt unsere Musik ganz gut. Am besten ist es aber immer, wenn der geneigte Hörer einfach selbst reinhört auf myspace z.B.
Wie ist eure Band zustande gekommen?
Nach der Auflösung meiner ersten Punkrock Band Mad Conscience war klar, dass das nicht das Ende sein konnte und so machte ich mit unserem heutigen Bassisten Dennis, der schon öfter mal am Bass eingesprungen war, die neue Band RUSTICATE auf. Mit dabei waren noch der Gitarrist von Mad Conscience am Schlagzeug und Amel von den Rockoldies an der Gitarre. Nach ein paar gespielten Shows, bei denen wir eher im Indie-Pop Bereich herum spielten, sagten dann Gitarrist und Schlagzeuger ein Konzert in Karlsruhe am 2. Weihnachtstag ab. Ich wollte diese Show aber unbedingt spielen und so kam es dazu, dass Dennis seine ehemaligen Band- Kollegen Andi und Carsten mit in den Tourbus holte. Das Ganze ist dieses Jahr zu Weihnachten 7 Jahre und 162 weitere Konzerte her.
Wie kamt ihr denn zu eurem Namen RUSTICATE?
Ganz simpel durch Blättern im Wörterbuch. Die Band As friends rust mochte ich damals, so kam ich an Rust als Grundlage und Rusticate hieß passenderweise auch noch „auf dem Land lebend“. Da wir alle aus Quakenbrück und Umgebung kommen also die perfekte Verbindung von Klang und Sinn für mich.
Gibt es Orte, an denen ihr besonders gerne spielt?
Die besten Konzerte sind eigentlich die im Osten Deutschlands. Die Konzertkultur ist noch eine ganz andere und Punk hat einen anderen Stellenwert.
Bildnachweis: mb
Sänger in Aktion
Foto: Mira Brink
Es wird nicht so unglaublich auf Trends und Verkaufszahlen geachtet wie im Westen. Den Eindruck habe ich zumindest. Sicher wäre es auch anzustreben noch weiter in den Osten Europas vorzudringen, Tschechien, Polen, etc.
Das ist ja meist ziemlich weit weg. Unsere Leser kommen ja nun alle aus Vechta und Umgebung, wann gibt es denn für sie mal die nächste Gelegenheit, euch live zu sehen?
Genau kann ich es nicht sagen, wir planen aber schon, dass wir dieses Jahr noch hier in der Umgebung nen Auftritt bekommen.
Und worum geht es darin?
Es geht oft um Sozialpolitisches, in Bezug auf die eigenen Erfahrungen, die man so im Leben sammelt. Wer genau hinhört wird bestimmt etwas für sich entdecken. Leider achten die Leute viel zu selten auf die Texte. „Trust yourself and follow your heart“ stammt beispielsweise aus unserem neuen Song The quest. Davon kann sich vermutlich jeder ne Scheibe abschneiden.
Wer ist bei euch der „Chef“?
Einen Chef im Sinne von Band Hitler gibt es nicht. Wenn es ums Organisatorische geht bin ich das. Sprich ich buche die Konzerte, kümmere mich um die diversen Internetauftritte, Studio buchen, CDs pressen, T- Shirts und sonstige Werbemittel drucken lassen, all sowas. Allerdings gibt es auf längeren Fahrten mit dem Bus einen musikalischen Diktator, der gerne die Macht des CD–Players an sich reißt.
Welche Musik mögt ihr gar nicht?
Ich denke da lehne ich mich nicht zu weit aus dem Fenster, wenn ich für alle stellvertretend Techno und Chartsmist auf der Ebene von SchniSchnaSchnappi und DSDS sage.
Auf einer Tour seid ihr ziemlich lange zusammen – Klappt das immer oder entstehen da schnell mal Probleme?
Also, dass wir uns mal gestritten haben, daran kann ich mich nicht erinnern. Natürlich gibt es hier und da Ecken und Kanten und nicht jeder ist immer 100 Prozent gut zufrieden, aber alles in allem kommen wir auf Touren sehr gut miteinander klar.
Bildnachweis: mb
Ein Künstler und seine Anhänger
Foto: Mira Brink
Wir hocken privat nicht so viel aufeinander, vielleicht ist das der Grund warum es dann im Rahmen der Band immer alles toll klappt, weil man sich freut sich wieder zu sehen und eine gemeinsame Sache macht, die allen Spaß bereitet.
Wo seht ihr euch in 5 Jahren?
Wenn es nach mir ginge, gibt es die Band dann noch, das hoffe ich wirklich sehr. Alles andere ist erstmal unwesentlich. Natürlich möchte man immer weiter kommen, aber für mich würde es reichen, wenn wir immer noch Konzerte spielen.
20:30 Uhr – Zeit für den Auftritt der Band. Inzwischen längst gewohnheitsmäßig Manuels Ansage zu Begin: ,,Einen schönen guten Abend! Wir sind Rusticate aus Osnabrück und wünschen euch viel Spaß!“ Und los gehts mit Schlagzeug, Bass, Gitarre und Gesang. Das zahlreich erschienene Publikum war begeistert – von Anfang bis Ende. Auf der Bühne 4 Männer, denen man eindeutig ansieht, wie sehr sie es lieben, Musik zu machen. Das reißt mit!
Was ich sehr gut fand: Nach dem Auftritt zogen sich die einzelnen Bandmitglieder keinesfalls zurück, sondern mischten sich unter die Leute.
Andi, der ebenfalls seine Gitarre und Stimme einsetzte, feierte an diesem Abend unter den 180 Gästen um 00:00 Uhr mit uns in seinen 25. Geburtstag hinein.
Der gesamte Abend war sehr gelungen – für die Band wie auch für das Publikum. Bei der Aufmachung der „kleinen Freiheit“ kann die Stimmung nur gut sein. Die Musik war super, genau wie die Stimmung, vor, während, sowie nach dem Auftritt!
Bei dem nächsten Auftritt dabei zu sein lohnt sich also!
Solange es live nicht möglich ist: www.rusticate.de
Das Interview führte Mira Brink

Der Schöne und das Biest

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Wer kennt ihn nicht, den männlichen Handlanger Ullas?! Der sonnen(bank)gebräunte Sunnyboy gehört genau so zum Bistroinventar wie unsere erste Säule. Über eine Stellenausschreibung gings vor fünf Jahren zum Studentenwerk Osnabrück. Vor der Tätigkeit im Studentenwerk Osnabrück war der 33-jährige beim Bund, ganze vier Jahre! Nun steht der gelernte Koch Rede und Antwort zur Arbeit und zum Privaten.
Also du hast richtig Karriere beim Bund gemacht? Mit Grundausbildung und allem drum und dran? Und dann ging’s an den Herd?
Genau. Ich hab mich freiwillig gemeldet beim Bund. Danach hab ich dann ein halbes Jahr gar nichts gemacht. Und dann… wo war ich denn überall. In Syke, in der Feinkostproduktion. Hat mit Koch eigentlich nichts zu tun; da musste man eher Maschinen bedienen. Dann ging’s ins Hotel Bremer Tor hier in Vechta, danach war ich im Famila-Center.
Für welches Gericht bist du denn berühmt? Was kannst du besonders gut? Was attestieren dir deine Freunde?
Ach, ich kann am besten Brötchen schmieren. Und Pommes.
Aber du musst doch irgendwas im Petto haben als gelernter Koch?
Für Freunde koch ich italienisch.
So, jetzt mal zu den harten Fragen: Wie oft bist du im Sonnenstudio zu finden? Obwohl, ist das jetzt so eine gemeine Frage? Ist doch eigentlich kein Geheimnis (?)
Ich geh gar nicht ins Solarium. – Ja, ok. Zweimal die Woche Steckdose. Auch mal drei- oder viermal.
Auch ganzjährig dann?
Ja klar. Wenn ich nicht in den Urlaub fliegen kann, geh ich ins Solarium. (Pause) Sieht man das denn so stark?
Nein nein. Aber ein bisschen lässt dein Teint darauf schließen. Also der Verdacht ist da.
Außerdem wohn ich neben einem Sonnenstudio.
Ok, wenn nicht gerade Sonnenbank, wo tankst du sonst gerne Sonne, jetzt mal reisetechnisch?
Eigentlich nur Spanien. Mallorca. Ibiza. Gran Canaria. Teneriffa.
Von welchem Ort würdest du am ehesten fliehen?
Vor Ulla.
Wie? Überall, wo Ulla ist? So anstrengend?
Ja. Naja, ok, es gibt halt Tage, da haben wir Spaß und halt auch Tage, an denen das weniger der Fall ist. Aber nach acht Stunden Ulla ist man schon mal froh, wenn man an einem Ort ist, an dem man seine Kollegen nicht sieht.
Na gut, dann kommen wir doch mal zu eurem Verhältnis? Wie würdest du das sonst noch beschreiben?
Ach, im Grunde spaßig, witzig. Kann auch mal ernst sein. Hin und wieder kracht’s auch. Aber das ist ja normal.
Also ein professionell freundschaftliches Verhältnis?
(lacht) Ja, stimmt. Klappt wunderbar.
Und mal auf ein Bierchen treffen, abends?
Ich bin bei Ulla schon ein paar Mal gewesen. Habe weder Sekt noch Bier bekommen. Das muss in die Zeitung rein, auf jeden Fall.
Bildnachweis: rk
Vom Bund ins Bistro – Jörg
Foto: René Kohn
Dass du von Ulla nichts angeboten bekommen hast? Machst du das denn wenigstens? Also bist du Gastangeber?
Ja, aber natürlich.
Also musst du dir die Getränke selbst mitbringen. Kommen wir zum nächsten: Welches Filmpärchen wärt ihr?
Also auf jeden Fall die Schöne und das Biest. In umgekehrter Reihenfolge.
Schon mal über die Zeit danach nachgedacht?
Also ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, noch mit fünfzig im Bistro zu sitzen. Wobei ich mich momentan hier richtig wohl fühle.
Also bleibst du uns noch ein wenig erhalten?
Ja klar, länger als…(Pause) zum Beispiel meine Kollegin…
Wie? Gibt’s Gerüchte um Ulla? Erzähl!
Naja, irgendwann wird sie auch in Rente gehen.
Das stimmt wohl, aber das ist ja noch hin. Ulla ist doch noch jung.
Ja klar, sie ist 33.
Ach so, ich dachte, sie ist 29.
Und weiter geht’s: Das peinlichste Erlebnis im Bistro?
Peinliches im Bistro. Hm, eigentlich gab’s da nichts. Was Peinliches ist mir mal in der Mensa an meinem zweiten oder dritten Arbeitstag passiert. Da hat mir jemand an der Ausgabe nen Zettel zugesteckt und gesagt; „Kannst mich anrufen, wenn du magst.“ Da ruf ich doch nicht an, hab ich mir gedacht, ich bin doch nicht bescheuert.
Also hast du’s nicht gemacht? Ist nichts draus geworden?
Piep. (Soll wohl „Ja“ heißen, Anm. der Redaktion)
Ja, ja. Kontaktbörse Mensaschlange. Alles klar. Na gut, ich frag da jetzt auch nicht nach. Gibt’s ihn noch an der Uni?
Nein.
Na gut, kommen wir zur schönen Seite des Arbeitslebens, wobei das Letztere jetzt ja scheinbar nicht ganz so übel gewesen ist. Also, das fand ich besonders…
(denkt nach)
Hat dich berührt, bewegt, begeistert…
Hm, ne, also alles…
gleichmäßig toll.
Ja, ich bin super glücklich. Eine bessere Arbeit hatte ich noch nicht. Macht Spaß, jeden Tag was anderes. Nette Leute.
Ja schön. Was machst du eigentlich im Sommer? Ich meine mich zu erinnern, dass du auch gerne mal acht Wochen fern der Uni bleibst.
Ach du, sind auch mal zehn Wochen. Ja, was mach ich da. Die ganze Zeit im Urlaub geht ja auch nicht. Eigentlich faulenzen, faulenzen, faulenzen. Erholen. Irgendwann besuch ich dann auch mal wieder das Bistro, so nach ein paar Wochen, weil die ganze Zeit zu Hause sein, geht nicht. Dann ist ja auch noch Schützenfest, Stoppelmarkt, Diepholzer Großmarkt. Und dann ist die Zeit auch schon wieder vorbei.
Das wünsche ich euch allen 2008:
Sollen alle so bleiben wie sie sind.
Und wenn sie nicht zufrieden sind?
Wenn sie nicht zufrieden sind, dann müssen sie halt daran arbeiten. Also ich muss sagen, dass 2007 für mich ein wirklich gutes Jahr war, von daher kann alles so bleiben.
Gut, also hast du alles gerissen, was du reißen konntest?
Äh, wie meinst du das jetzt?
Naja, am Ende kam jetzt ja sogar noch nen Interview mit der Zeitung heraus. Also, goldener Abschluss, oder?
Ja.
Das Interview führte René Kohn.

„Ohne Musik geht gar nichts“

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Noch vor der großen Weihnachtspause trafen wir uns mit Safet und seinem Freund Christoph. Beide kennen sich aus der Schule, und die Musik hat sie zueinander gebracht. Nun arbeiten sie zusammen an verschiedenen Projekten. Was Safet über Kekse und Krümel denkt und was der „King of Queens“ mit ihm zu tun hat, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Hallo, schön dass du es einrichten konntest.
Ja, ich hab mir die Zeit genommen, bei dem Terminkalender… (lacht)
Also, ordentlich ausgefüllt der Terminkalender?
Ja, genau. (lacht) Nein, überhaupt nicht eigentlich, ich mach ja grad das Examen und habe keine Vorlesungen nebenbei, so dass ich eigentlich relativ viel Zeit habe.
Bildnachweis: Safet Fotiou
So präsentiert sich
Safet im Studi-VZ
Foto: Safet Fotiou
Manche sagen ja immer, im Examen hat man keine Zeit, aber ich hab wohl welche. Wenn man sich das Lernen vernünftig einteilt, geht das.
Okay. Wie viel Zeit nimmt denn die Musik für dich in Anspruch?
Das ist eigentlich die restliche Zeit. Also, echt viel, das kann ich jetzt so nicht schätzen. Aber ohne Musik geht gar nichts. Musik ist immer dabei, entweder läuft sie oder ich mache sie.
Wie lange machst du schon Musik?
Eigentlich schon mein ganzes Leben lang. Als kleines Kind mit Keyboard angefangen. Und so professioneller, auch mit Aufnehmen, seit ein paar Jahren.
Also hast du auch richtig Klavier gelernt?
Ich hab mir das autodidaktisch beigebracht. Ich spiele nur nach Gehör, nicht nach Noten. Aber mittlerweile kann ich sie auch lesen.
Wie lange machst du schon Musik?
Also, wie gesagt, sehr lange schon. Irgendwann, wenn ich es mir leisten kann, will ich ein eigenes kleines Studio haben.
Was genau ist das für eine Musikrichtung, die du machst? Kann man das festlegen?
Ich glaube schon. Das geht so in die R´n´B-Soul-Pop-Richtung, würde ich sagen. Wobei mein Geschmack weit gefächert ist, ich höre mir gerne Rock an, Jazz, also wirklich alles.
Kannst du dir vorstellen, auch was in einer Band zu machen oder bist du eher so der Solokünstler?
Ne, überhaupt nicht, ich hab sogar ein paar Projekte, wo wir eine Band haben, mit Schlagzeug, Gitarre und so. Mache ich sogar gerne, weil es ne andere Richtung, ein anderer Stil ist. Ich probiere gerne rum, bin nicht zu festgelegt.
Ich habe da so ein Gerücht gehört und will das jetzt mal gerne bestätigt haben: Popstars, da gewesen?
Ja, bei Popstars war ich auch schon mal, das war so vor 5 Jahren, als die die Band NuPagadi gecastet haben. Der eine in der Jury war, glaube ich, der Produzent von Nena.
Uwe Petersen?
Genau. Er hat gesagt: „Du bist sehr musikalisch, passt aber einfach nicht ins Konzept.“ Nu- Pagadi – da bin ich schon sehr froh, dass es da nicht weitergegangen ist. Ein anderes Casting, was mich eher geprägt hat, war Fame Academy, ich weiß nicht, ob ihr davon gehört habt. Da hab ich mal mitgemacht und bin unter die letzten 60 gekommen, also recht weit. Das war auch eine Erfahrung, die mich geprägt hat. Da gab’s ne Bewerbung, da musste man ne CD hinschicken mit Songs. Und aus den 5000 Bewerbungen wurden die besten 100 ausgewählt. Und das ging dann weiter, bis nach Köln. Und ich glaube, die letzten 18 sind dann in dieses Haus gekommen. Erfahrungen habe ich also reichlich sammeln dürfen.
Würdest du denn wieder so ein Casting mitmachen oder war das so ne Pubertätssache?
Also, Pubertät nicht, ich wollt das schon mitmachen, einfach erfahren, wie das so ist. Egal, ob man so was als Sprungbrett benutzen kann oder nicht. Aber mittlerweile halte ich von Catsings nicht mehr so viel. Dann schon eher so über die eigene Schiene, zum Beispiel übers Internet. Das Internet ist mittlerweile so ein großes Portal, jeder kann sich jedem präsentieren. Wie zum Beispiel diese King of Queens- Geschichte. Da gab es viel Feedback, da hat man die Leute erreicht. Lieber so als Casting.
Die King of Queens-Geschichte? Erzähl mehr!
Vor ein paar Monaten lief ja die letzte Staffel von King of Queens im deutschen Fernsehen, und da hatte mein Kumpel Christoph die Idee, dass ein Abschiedssong doch super wäre. Er hat mich dann auch gleich gefragt, weil ich auch großer Fan der Serie bin, und ich sagte nur: Klar, warum nicht? Einfach nur ein Song für die Fans, ein Tribut quasi und das dann vielleicht ins Internet stellen. Ja, und dann hab ich ein Lied gemacht und letztendlich ist daraus dann ein kleiner Erfolg geworden. Christoph hat dazu ein Video gedreht, Ausschnitte aus Episoden von King of Queens, passend zum Text natürlich. Dann haben wir das ins Internet gestellt. Wir haben auch die Cast von King of Queens angeschrieben und Antwort bekommen. Nachdem wir noch viel positives Feedback aus den Fanforen bekommen haben, schrieben wir Njoy an, ob das nicht etwas für sie wäre. Tja, und irgendwann lief es dann im Radio.
Wie stellst du dir vor, könnte es weitergehen? Mit der Musik, mit dem Studium?
Zunächst einmal steht der Abschluss des Studiums im Vordergrund. Wenn das geschafft ist und irgendwann vielleicht mal Geld über ist, dann denke ich sicher über ein eigenes Studio nach mit eigenem Equipment, um dann meine eigenen Sachen aufnehmen zu können.
Bildnachweis: Safet Fotiou
Foto: Safet Fotiou
Auf jeden Fall möchte ich immer nebenbei Musik machen und wenn dies dann sogar noch mit Erfolg verbunden wäre, dann wäre das schon toll. Im Falle des King of Queens-Songs haben sich schon zwei Plattenfirmen gemeldet, und auch wenn der Song eigentlich nicht aus kommerziellen Gründen entstanden ist, ist allein der Kontakt zu diesen Firmen natürlich schon eine prima Sache
Studierst du denn auch Musik?
Nein, ich studiere Deutsch und Sport. Als ich im Sommer 2002 mit dem Studium begann, hatte ich einfach nicht die Lust, mich mit dem Lernen der Noten zu befassen.
Ist denn in Zukunft noch was mit dem Barbershop Vechta geplant?
Es soll definitiv im Januar ein Auftritt stattfinden. Wir treffen uns wöchentlich mit den Jungs und es macht nach wie vor eine Menge Spaß.
Machst du sonst noch irgendwas an der Uni?
Sport natürlich. Also ich leite hier den Hochschulsport, Fußball. Ja, und wie gesagt, ich habe keine Vorlesungen mehr. Gut, Mensa.
Mensa ist auch eine ganz wichtige Vorlesung (lacht)
Genau.
Im Januar steht das V-City Festival an. Wie stellst du dir das vor? Wie könnte das werden?
Puh, ich hab mir da ehrlich gesagt noch keine Gedanken drüber gemacht. Ich lass mich einfach überraschen.
Es wird auf jeden Fall wieder ein ganz wilder Sound-Mix. Ihr könnt euch da z.B. auf Dark Melodic Rock, Hip Hop und Rock-Pop-Cover freuen.
Klingt nach einer schönen Mischung!
Sekt oder Selters
Weltmeer oder Weiher?
Weltmeer. Ich hab einfach dieses Bild im Kopf, blau und Freiheit.
Keks oder Krümel?
Kekse… ich denke gerade an Butterkuchen und hab voll Hunger.
Also kann man sagen, du gibst dich nicht im Krümeln zufrieden, sondern nur mit Keksen?
Ja auf jeden Fall, ich nehm mir, was ich will. (lacht)
Grabschen oder Gruscheln?
Oh! Mittlerweile gruscheln. Die StudiVZ-Sucht halt.
Mit oder ohne?
Boar!… (macht eine lange Pause und überlegt grinsend) Ich enthalte mich dieser Frage einfach mal…
Vechta oder Wech da?
Vechta. Auf jeden Fall! Ich bin jetzt seit 5 Jahren hier und habe hier so tolle Leute kennen gelernt und Vechta ist mir richtig ans Herz gewachsen. Wenn es ums Nachtleben geht, ist eine Großstadt natürlich spaßiger. Aber zum Leben ist es hier genau richtig.
Irgendwelche letzten Worte?
Hmmm – Freut euch auf mehr von uns.
Das Interview führten Julia Stock und Melanie Ehlert.

Stil – eine Frage des Konsens
Was passiert, wenn Indie und Wave-Post-Punk aufeinander treffen

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Wir trafen die drei Jungs von Swansea bei einem Gig in Oldenburg. Vor ihrem Auftritt interviewten wir sie vor dem Club, mitten im (anrüchigen) Bahnhofsviertel auf der Straße, eben so, wie es sich gehört für wahre Musiker.
So, kann losgehen, am Anfang sagt uns doch bitte nochmal eure Namen.
Alex: Thomas (Schlagzeug), Matthias (Gitarre), und Alex (Bass und Gesang).
Als aller erstes wollen wir natürlich wissen, wie ihr so als Band zusammen gefunden habt?
Alex: Thomas und ich haben schon ziemlich lange zusammen gespielt, in wechselnden Bands. Und dann kam´s leider so, dass uns unser alter Schlagzeuger uns verlassen hat und dann dachte ich, nehmen wir Matthias. Matthias spielt auch Gitarre, und der war gerade ohne Job…ohne festen. (lachen) Ich hab ihn einfach mal gefragt, ob er nicht bei uns mit einsteigen will. Ja und so haben wir vor drei Jahren zusammengefunden.
Matthias: Echt?
Alex: Ja, im Sommer sind´s jetzt drei Jahre.
Aber ihr macht das jetzt nicht hauptberuflich, oder doch?
Alex: Wir gehen nebenher arbeiten, um den Quatsch finanzieren zu können, würde ich sagen.
Darf man fragen, was ihr so nebenher macht?
Thomas: Ich arbeite als Beschäftigungstante im Altenheim.
Matthias: Ich bin demnächst in Leer Referendar.
Alex: Und ich bin pädagogischer Mitarbeiter an einer Haupt- und Realschule.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Der Bassist und Sänger von Swansea beim V-City-Festival
Foto: Sönke Meyer
Wie seid ihr zu eurem Namen gekommen?
Matthias: Das war so: jeder denkt sich irgendeinen Quatsch aus, der wird in einen Hut geworfen und dann wird gezogen.
So mehr oder weniger. (lacht)
War es dein Vorschlag?
Matthias: Jaa. (lacht) So im Nachhinein hätte man vielleicht noch mal drüber nachdenken können, aber: Ende gut, alles gut.
Es hat auch keinen bestimmten Hintergrund?
Matthias: Nö, überhaupt nicht.
Alex: Außer, dass es ein Ortsname ist.
Also keine verkappte Ballettleidenschaft?
Alex: Ne. (lacht) Es geht schon eher um die Stadt in England, und nicht um das Schwanensee-Ballett. Um das endgültig mal zu korrigieren!
Wie seid ihr zu eurem Stil gekommen, und wie würdet ihr ihn definieren?
Alex: Das war ein harter Kampf! (lacht) Bzw. ist es immer noch, weil wir musikalisch aus komplett verschiedenen Ecken kommen…ne? Würd´ ich sagen?
Thomas: Nicht ganz verschieden. Alex: Aber schon so, dass es jedes Mal Heulen und Zähneklappern gibt. (lacht) Matthias und Thomas sind eher auf einer Wellenlänge, als ich mit denen. Die kommen aus der klassischen Indie-Zeug-Richtung, und ich komm eher so aus dem 80er Wave-Sachen-Post-Punk.
Matthias: Naja, der Stil zeigt dann letztendlich Konsens, sowohl im Hinblick auf die verschiedenen Stilrichtungen, aus denen wir kommen, und auch aufgrund der Möglichkeiten, die man zu dritt so hat.
Thomas: Und auch aufgrund der Möglichkeiten, die wir an Instrumenten haben. Also die Unfähigkeit, andere Sachen zu machen. (alle lachen)
Alex: Genau. Der durchschnittliche gemeinsame Nenner wurde gefunden. Aus der Not eine Tugend gemacht.
Nachdem ihr in Vechta aufgetreten seid, gab es relativ viele Leute, die euch mit Placebo verglichen haben. Habt ihr das schon mal gehört, kommt euch das bekannt vor?
Matthias: Sag nicht so was! (alle lachen)
Alex: Nach dem Missverständnis mit der Namengebung eigentlich das Häufigste… Der Vergleich mit der Band beruht natürlich auf der Stimme. Ich bin ja damit geschlagen. Aber ich find Placebo jetzt nicht schlecht, die Band ist sehr gut. Dennoch: Wenn ich verglichen werde, dann lieber mit anderen Bands, aber Placebo ist o. k. Es ist aber keine Absicht, um das mal zu sagen. Vielmehr ist auch das wieder das Beste, was wir aus unseren Möglichkeiten machen, und dann kam wohl am Ende Placebo bei raus.
Mit welcher Band würdet ihr gerne mal auftreten?
Matthias: Interpol! (wie aus der Pistole geschossen)
Alex: Ich würde gern mal mit Motorpsycho auftreten, da Interpol schon weg ist.
Thomas: Ja, mit beiden! Aber wir als Hauptband! (lacht) Matthias: Mit Sonic Youth würd ich auch gern mal auftreten…
Wo seht ihr euch in zehn Jahren?
Thomas: Ich bin in Hamburg, das weiß ich jetzt schon.
Auch ohne die zwei?
Thomas: Ne, die kommen ja mit.
Seht ihr euch also in 10 Jahren am musikalischen Ende? Also, wenn er nach Hamburg geht alleine…
(alle lachen)
Thomas: Also, wir haben so schon eine gewisse räumliche Distanz, weil die beiden in Oythe wohnen und ich in Vechta, also wäre der Umzug nach Hamburg das geringste Problem. Das Problem wäre, wenn wir irgendwann alle Vollzeit arbeiten, da sehe ich die große Schwierigkeit.
Matthias: Aber um auf die Ausgangsfrage zurück zu kommen: Ich hoffe, dass wir in dieser Frequenz noch weiter proben und auftreten können. Und dann, Wunschdenken auch, die Frequenz von Auftritten und die Popularität zunimmt. Es muss so sein, dass in zehn Jahren noch was ist, und dann hoffentlich noch mit ´nem bisschen mehr Erfolg.
V-City Festival! Würdet ihr es nochmal tun?
Thomas und Matthias: Ja!
Alex: Ich hab die Frage gar nicht richtig verstanden.
Thomas: V-City, so heißt das Festival, auf dem wir gespielt haben in Vechta.
Alex: Ach so! Ja! Also, das Publikum war wirklich super. So eine Resonanz hatten wir bisher noch nicht. Die Stimmung hat sich auch richtig auf uns übertragen. Matthias: Das war auch das Konzert mit den meisten Plattenverkäufen!
Sekt oder Selters
Fest oder flauschig?
Thomas: Flauschig.
Matthias: Fest.
Alex: Flauschig. Flauschig bedeutet Bewegung, Veränderbarkeit. Fest bedeutet Stillstand, Stagnation.
Thomas: Sturkopf.
Bildnachweis: Sönke Meyer
Foto: Sönke Meyer
Alex: Und flauschig fühlt sich gut an.
Spitz oder rund?
Alex: Rund.
Matthias: Spitz.
Thomas: Rund.
Oben oder unten?
Thomas: Oben.
Matthias: Unten.
Alex: Unten.
Thomas: Das geht hier nicht nach den meisten Übereinstimmungen.
Alex: Unten ist sicherer als oben.
Thomas: Meinst du das jetzt nur geografisch, oder?
Alex: Philosophisch!
Stehen oder tanzen?
Matthias: Sitzen.
Alex: Stehen.
Thomas: Stehend tanzen.
Offen oder verschlossen?
Alle: Verschlossen.
Worauf bezogen?
Thomas: Mich!
Matthias: Du?
Thomas: Ja!
Alex: Verschlossen als Anspruch an andere, an vermeintliche Hörer, um sich evtl. auseinander zu setzen, um Zugang zu finden.
(Thomas und Matthias lachen)
Matthias: Pädagoge!
Alex: Ihr seid echt blöd! Das hätt´ ich auch gesagt, wenn ich Metzger geworden wäre.
Matthias: Zweiter Berufswunsch!
Ordnung oder Chaos?
Alle: Ordnung!
Hell oder dunkel?
Alex: Dunkel.
Matthias: Dunkel.
Thomas: Hell, weil gemütlicher.
Alex: Dunkel gemütlicher, sicherer, verschlossener.
Pflanze oder Fleisch?
Alle: Pflanze!
Aber ihr seid nicht alles Vegetarier?
Alle: Nein! Einfach so.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.

Katzenalarm in der Ruhezone

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Bildnachweis: rk
Es gibt immer was zu tun. Andree Wrobel bei der Arbeit.
Foto: René Kohn
Wer die nötige Ruhe zur Arbeit braucht, der ist hier genau richtig: Unsere Säule für diese Ausgabe arbeitet nämlich in der Bibliothek. Selbst in den Büros im Untergeschoss hört man eher Stecknadeln fallen und erst recht kein Radio. So was sei nicht erwünscht, sagt Andree Wrobel, für den dies zumindest am Anfang eine ganz schöne Umstellung bedeutete, als ich ihn am Ort der Ruhe besuchte.
Seit wann bist du an der Hochschule?
Seit dem August 1997 bin ich an der HS Vechta.
Zehn Jahre. Also Dienstjubiläum?
Nein, kein Dienstjubiläum. 25-jähriges Dienstjubiläum hab ich 2010, in drei Jahren.
Was hast du also davor gemacht?
Zwölfender war ich vorher.
Zwölfender?
Ich war zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Das kommt aus der Jägersprache.
Zwölf Jahre Bund gab‘s also vorher.
Ja, und noch davor war ich gelernter Elektroinstallateur. 1985 war das. Da war ich Geselle. Dann kam die 15-monatige Wehrpflicht. Weil die Baukonjunktur am Boden war, hab ich mir den Laden (Bundeswehr) erst mal genauer angeguckt und mich für vier Jahre verpflichtet. Als der Arbeitsmarkt immer noch nicht besser war, hab ich mir gedacht: Machste Nägeln mit Köpfen und verpflichtest dich auf zwölf Jahre.
Also bis 1997. WIe kam es dann zur HS?
Ich habe ein Praktikum in der Landesbibliothek in Oldenburg gemacht. Auf einmal hatte ich die Papiere für die Bibliotheksschule in Hannover in der Hand. Ich absolvierte eine zweieinhalbjährige Ausbildung an wissenschaftlichen Bibliotheken. Danach konnte ich drei Wünsche angeben, wo’s hingehen sollte. Auf der Liste stand unter anderem Vechta drauf. So ging’s dann hierher.
Und die Berufsbezeichnung lautet?
Damals hieß es Bibliotheksassistent. Heute nennt sich das Fachangestellter für Medien- und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothek.
Was machst du als FaMI in der Hochschule Vechta?
Ich bin zuständig für die Aussonderung. Das ist mein Hauptjob. Oben (Erdgeschoss der Bibliothek) gibt es ja den Stand mit Büchern zum Mitnehmen. Davon hab ich die meisten ausgesucht. Ansonsten bin ich Mädchen für alles. Ich arbeite etwa mit der Beschaffungsstelle zusammen, plane den Ab- und Aufbau von Regalen. Ich bin für die Kopierer zuständig. Ausleihe mache ich auch. Stellvertretender EDVAdministrator. Es gibt immer was zu tun.
Du arbeitest in einer Bibliothek. Nahe liegende Frage: Wie sieht’s aus mit dir und der Literatur?
Normalerweise sagt man ja, Leute, die in der Bibliothek arbeiten, lesen viel. Mag sein. Aber ich bin ja anders vorbelastet und nicht hiermit groß geworden. Und was ich am liebsten lese, sind daher eher Elektronikbücher. Also gibt‘s schon mal keinen Lieblingsautor, geschweige denn eine literarische Figur, die ich gerne mal sein will (solche Fragen waren vorgesehen, Anm. der Redaktion). Ich kann ja schlecht sagen: Ich möchte gerne ein Transistor sein. (Es wird lauthals gelacht)
Was war dein bisher lustigstes Erlebnis im L-Gebäude?
In öffentlichen Gebäuden sind Tiere verboten. Und vor ein paar Jahren hatten wir auf einmal eine Katze im Gebäude. Die Katze hat es geschafft, trotz der Doppeltüren jedes Mal wieder rein zu kommen. Ich hab sie dann genommen und wieder nach draußen getragen. Irgendwann kam sie darauf, den anderen Eingang zu nehmen. Sie huschte dann immer mit den Besuchern ins Gebäude. Tja, und ich hatte nebenbei noch Ausleihe. Die Benutzer fanden’s lustig. Das Ganze dauerte etwa drei Stunden.
In der Position des Chefs: Was würdest du verändern in der Bibliothek?
Abgetrennte Räume für die PC-/Internetbenutzung. mehr Einzelarbeitsräume für die Studenten schaffen. Medienvielfalt. Habe ich mehr Platz, kann ich mehr Medien kaufen. Mehr Geld für Beschaffungen. Das alles hätte zur Folge, dass wir den Benutzern mehr Leistungen bieten können.
Hast du noch was, was du den Studenten und Studentinnen mit auf dem Weg geben willst?
Was ich natürlich jedem wünsche, ist, dass er einen Job bekommt. Klar, natürlich auch erst einmal den Abschluss. Aber letztlich geht’s ja darum, dass man Arbeit hat.
Das Interview führte René Kohn.

Das schönste Erlebnis? – Uniparty!

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Bildnachweis: js
Rosemarie Bienert. Der gute Geist im Sporttrakt.
Foto: Julia Stock
“Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Rosi oder Frau Bienert?
Rosi.
Wie lange bist du bereits an der Hochschule, und wie kam es dazu?
Ich bin seit sechs Jahren hier. Damals hab ich die Ausschreibung in der Zeitung gelesen und mich dann hier beworben.
Und was hast du vorher gemacht?
KFZ-Mechanikerin. Dann bin ich umgestiegen auf Lackiererin.
Was ist bisher dein schönestes Erlebnis an der Uni gewesen?
Die Unipartys. (lacht) Nee, eigentlich alles. Im Sport ist es harmonisch und nicht so stressig.
Was ist denn das Fitnessessen schlechthin?
Auf jeden Fall Salat und Gemüse.
Machst du selber auch Sport?
Nein.
Sind Sportstudenten anders?
Ja. Die wirken ausgeglichener als die anderen Studenten.
Was empfiehlst du, wenn jemand einen Krampf hat?
Ich empfehle, dass die Studenten viel trinken sollen, vielleicht auch Magnesium zu sich nehmen und sich auf jeden Fall vorher dehnen, bevor sie an die Geräte gehen.
Musst du oft Wehwechen behandeln?
Ja, es kommen öfter mal welche rein, die ich dann ein bisschen behandele. Das ist aber immer ganz locker. (lacht)
Was sagst du zu den weniger Sportbegeisterten?
Die gibt‘s hier im Sport gar nicht. Die sind alle begeistert dabei.
Das Interview führten Julia Stock und René Kohn.

Im Sommer wird der Sonnenkamp gerockt…

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Für die vierte Ausgabe der uniVista trafen wir uns mit Florian Voigt und Boris Blömer (siehe Bild), zwei Mitgliedern des Rock- und Popensembles der Hochschule Vechta. Wie sie sich die Zukunft der Combo vorstellen und was sie von Pfauen halten, erfahrt ihr auf den folgenden Seiten.
Erst mal vielen Dank, dass ihr euch die Zeit genommen habt, hier zu erscheinen. Erzählt doch mal etwas von euch!
Boris: Also, warum gibt es die Band? Das ist nicht: ach, jetzt gründen wir mal eine Band, sondern das ist ein Ensemble im Fach Musik, also Teil des Lehrangebots, das man frei belegen kann. Es ist für Musikstudenten, um sich in dem Feld „Band“ zu betätigen.
Flo: Es soll auch dazu dienen, dass man später im Musikunterricht selber ein Bandprojekt aufziehen kann. Wir wechseln die Instrumente auch, so dass jeder Erfahrungen sammelt. Darüber hinaus können wir eigen komponierte Songs mit einbauen oder Stücke spielen, die wir ganz nett finden. Der Thomas Hempel motiviert uns sehr gut und gibt immer wieder neue Anreize.
Boris: Motivation!
Flo: Richtig! Er gibt uns immer wieder neue Impulse, aber er hält sich auch wieder soweit zurück, dass wir eigene Ideen einbringen können.
Boris: Genau. Die Idee ist, wie eben gesagt, dass man verschiedene Instrumente ausprobiert. Oder auch mal ein eigenes Stück mitbringt und sagt, das möchte ich gerne machen.
Flo: Was daraus noch alles wird, mit der Band… wir sind sehr gespannt.
Wir haben noch das Sommersemester und unser großes Projekt, das Sonnenkampfest. Da wollen wir auf einem Balkon spielen. Es wird ein Programm von zehn Stücken.
Ist euer Projekt nur begrenzt auf die Studienzeit gedacht, oder habt ihr schon im Hinterkopf, dass man in Verbindung bleibt und dann im Hobbybereich was aufzieht?
Boris: Im Prinzip ist es erst mal aufs Studium begrenzt. Vielleicht entwickelt sich ja noch was. Wir sind viele Leute, die auch Lust haben, bandmäßig weiter zu machen.
Flo: Weil es auch wirklich der einzige Bereich an der Uni ist, der Musikbereich, wo wir uns auch künstlerisch rausbringen können, sich vielleicht beim Treffpunkt mit einem Song zu präsentieren.
Boris: Treffpunkt kennt ihr, oder?
Flo: Treffpunkt Musik. Es ist nicht wie in OL oder OS, wo es auch ein Symphonieorchester oder ein Blasorchester gibt. Die kriegen wir hier an der Uni nicht zusammen, weil wir so ein kleiner Fachbereich sind und dann kommt uns so ein Rock- und Popensemble entgegen.
Seid ihr nur begrenzt auf Musikstudenten, oder ist es offen für jeden?
Boris: Grundsätzlich ist es erst einmal für Musikstudenten. Aber, wenn es jetzt tolle Talente gibt, die vielleicht nicht Musik studieren, können die natürlich trotzdem mit dabei sein.
Was habt ihr denn privat für Einflüsse im Musikbereich? Gibt es da irgendetwas, das mit reinfließt in eure Gruppe?
Boris: Die Stücke, die wir jetzt gespielt haben, sind tatsächlich alle, bis auf eins, privat eingebracht worden. Das waren jeweils Stücke, die Leute aus der Band spielen wollten, weil sie die toll fanden. Und Flo hat ja ein eigen komponiertes Stück mit eingebracht. Aber grundsätzlich sind wir von den Stücken her eine Coverband.
Flo: Obwohl ich davon ja weg möchte.
Boris: Jaja, er ist schon fleißig am Weiterkomponieren…(lacht)
Flo: Das muss sich alles erstmal aufbauen. Die Band muss allerdings dann auch mitziehen. Das wird spannend, wenn man eine Idee wie diesen Song einbringt. Der war vorher ganz anders und innerhalb des letzten Semesters hat dieser Song sich komplett verändert, weil jeder etwas mit eingebracht hat.
Ihr habt ja schon die Sommerparty erwähnt. Wo können wir euch noch live erleben? Gerade für Leute auch, die jetzt vielleicht Interesse haben, mitzumachen.
Boris: Das wird noch ein bisschen dauern, weil wir momentan nur vier Stücke haben, das ist ein recht mageres Programm. Für den Treffpunkt Musik reichte das, aber im Prinzip müssen wir das Programm mindestens verdoppeln. Von daher eher Ende des Sommersemesters. Sonnenkamp ist jetzt etwas, das wir definitiv planen, sonst sind wir da eher offen.
Das Rock- und Popensemble der Hochschule Vechta
Wenn also jemand sagt: „Hey, wir wollen mal die Band buchen“, dann lassen wir mit uns reden (lacht).
Wer ist denn momentan in der Band?
Boris: Wir, dass sind Florian Voigt (Gesang, Bass, Schlagzeug, Percussion), Boris Blömer (Gesang, Keyboard), Max Fuhrmann (Gitarre), Insa Burmester (Bass, Keyboard), Julia Kanzler (Gesang, Keyboard), Thorvald Brandt (Keyboard), Felix Borrmann (Schlagzeug), Katharina Justen (Fagott). Das ist der feste Kern.
Und wenn jemand Interesse hat und zugucken möchte, das wäre auch möglich?
Boris: Ja, Dienstagabend, 19.45 Uhr. Man muss sich noch nicht mal anmelden, man kann hier einfach draußen stehen und reingucken, ans Fenster klopfen, dann öffnen wir die Fenster (alle lachen).
Flo: Wir haben auch schon einen festen Groupie-Kern. Unser Wunsch ist aber eigentlich, die Bandprobe nicht mehr in dem kleinen F045 machen zu müssen, sondern in der Aula, weil es vom Klang her ein ganz anderes Gefühl ist. Die ganzen Sachen wie Anlage und so sind ja eigentlich vorhanden. Und da wir ja alle jetzt 500 Euro bezahlen (nah am Mikro), gäbe es ja vielleicht die Möglichkeit, den Raum über der Aula zu entkernen. Für Musik muss da auch was getan werden. Dafür steht ja auch die Band, dass man nach außen hin mehr Action zeigt.
Sekt oder Selters
Panzer oder Puppe?
Flo: Panzer!
Boris: Den nehm´ ich auch.
Flo: Als Ba Student braucht man ein dickes Fell!
Boris: Das war eine gute Antwort.
Stones oder Stravinsky?
Boris: Das ist echt schwer!
Flo: Da schlag´ ich mich mal auf Max` Seite und sage Stones.
Boris: Im Bandinterview muss man das sagen (lacht)
Lachen oder lästern? beide: lachen!
Flo: Wer mich kennt, weiß, dass ich ein fröhlicher Mensch bin.
Boris: Okay….
Flo: Du hättest ja auch lästern nehmen können….
Boris: Wollt ich ja nicht! Lachen liegt mir eher.
Quakenbrück oder Queens?
Flo: Ich möchte lieber in Queens spielen als in Quakenbrück, später mit der Band
Debatte oder Disput?
Boris: Debatte!
Flo: Disput! Warum nicht, kann man ganz tolle Lieder drüber schreiben!
Öger Tours oder ÖPNV?
Boris: ÖPNV!
Flo: Öger Tours. Risiko, Herausforderung und Abenteuer
Splatter oder Schnulze?
Boris: Schnulze. Ich bin kein Splatterfan, überhaupt nicht.
Flo: Splattrige Schnulze. Man weiß nie, wie die Stücke ausgehen. Der Song, den ich geschrieben habe, war erst schnulzig und ist dann auch gesplattert worden und kommt jetzt viel besser rüber.
Also hoffst du beim Horrorfilm immer aufs Happy End?
Flo: Nein, nicht unbedingt. Obwohl es beim Lied eigentlich so geschehen ist…ja, ok, Happy End!
Meep oder Mööp?
Flo: Mööp! Es gibt drei Pfauen, denen wir den Kampf angesagt haben, weil sie uns täglich die Terrasse vollkacken. Und wenn wir versuchen, die zu vertreiben, dann machen die Viecher „mööp“. Also passte das jetzt sehr gut.
Das Interview führten Britta Simon, Julia Stock und Melanie Ehlert.

Den Playboy würd ich nach Hause schicken

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Ulla, 55, drei Kinder, offen
und gut gelaunt, wie wir sie kennen
Hast du mal eine Stoppuhr für mich? Kannst du uns die Tennisschläger geben? Schließt du mal auf?“ Jeder, der im Sportbereich unterwegs ist, wird die Hallenwarte kennen, die sich wie gute Geister heinzelmännchengleich um all das kümmern, was wir so gerne vergessen. Heute stellen wir euch die Hallenwärtin Rosi vor.
Wie bist du zur Hochschule Vechta gekommen?
Durch eine Ausschreibung bei der OV.
Bist du immer so grimmig, wie du tust?
Nein.
Findest du Jörg auch sexy?
Jörg. Sexy? Sagen wir mal, naja, gut.
Was magst du an Männern, was an Frauen?
Oh, schwere Frage. (überlegt) In welcher Beziehung denn überhaupt? Sexuell jetzt oder wie.
Lass deinen Gedanken einfach freien Lauf.
An Männern finde ich einfach alles gut. Schöne Knackärsche, schöne Beine. Ja, und an Frauen, die Ausstrahlung. Bei vielen, nicht allen.
Was würdest du Studenten mit auf dem Weg geben?
Anständigkeit. Offenheit. Ehrlichkeit. Im Beruf das machen, was richtig ist.
Möchtest du noch einmal 25 sein?
Nein! (mit Nachdruck)
Bist du ein Fan vom neuen Rauchverbot?
Im gewissen Sinne schon. Es ist angenehmer. Auch für die Lebensmittel. Außerdem kommen viele mit ihren Kindern seitdem hier rein, was schön ist.
Gibt’s Tage, da wärst du gerne jemand anders?
Nö.
Was hältst du von den Profs?
(Stille) Die sind schon ok, aber viele von denen müssten zurückdenken, dass sie auch mal klein angefangen haben. Und hier nicht so ihren Prof heraushängen lassen, ne?! Die haben auch schon mal Fehler gemacht, ne Arbeit verhauen. Und das vergessen viele.
Wenn der Playboy auf dich zukäme, was würdest du sagen?
Was? Zu mir? Na, die würde ich gleich wieder nach Hause schicken. Das lohnt sich nicht.
Würdest du noch einmal was ganz anderes machen, wenn du’s könntest?
Ja. (flüstert) Stewardess. (lacht) Obwohl ich noch nie im Flugzeug gesessen habe und Angst habe vorm Fliegen. (alle lachen) Aber das war immer mein Traumberuf.
Hast du schon mal jemanden verkuppeln können hier in der Uni?
Nicht hundertprozentig, aber fast. Neunzig Prozent. Obwohl, ach doch, ich habe schon jemanden verkuppelt. Meine ehemalige Arbeitskollegin.
Bist du zu Hause auch so ordentlich wie hier?
Mal mehr, mal weniger. Eigentlich schon. Ich kann aber auch mal was liegen lassen.
Das schönste Geschenk, was du von Studenten bekommen hast?
Ganz klar mein fünfzigster Geburtstag, also die Feier, die hier im Bistro für mich ausgerichtet worden ist und von der ich nichts vorher wusste. Das war echt super!
Nerven wir Studenten dich manchmal?
Nein, eigentlich nicht. (Pause) Ja, ok, manche, die ich nicht leiden mag. Aber davon gibt’s kaum welche.
Welche Person der Hochschule wärst du gerne?
Herr Kürschner. Man kann auch mal mit ihm scherzen. Ich habe ihm übrigens das Kippeln abgewöhnt.
Ulla, einen Tag Präsidentin sein, was würdest du tun?
Erstmal die Studiengebühren abschaffen. Öfter mal nen Kaffee ausgeben, mehr persönlicheren Kontakt pflegen.
Dein Lieblingsmensaessen.
Gibt’s nicht mehr. Oder nur noch selten. Hackbraten. Der war immer sehr lecker.
Worauf Ulla lediglich mit einem schlichten Ja antwortet: Bist du gerne hier?, Magst du deinen Kaffee?, Findest du die Preise ok hier?, Rauchst du?, Backst du auch weiterhin leckeren Kuchen für uns?
Das Interview führten Britta Simon und René Kohn.

uniVista im Gespräch mit dem StuPa-Präsidenten

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Kurz vor Weihnachten trafen wir Eugen Reck, Präsident des Studentenparlaments und fragten nach, was das eigentlich ist: das Studentenparlament oder im Uniabkürzungsdeutsch: StuPa. Und was eigentlich macht der Präsident selbst? Wie steht er zu aktuellen Themen, etwa zum Boykott 2007, zu der Master- Problematik? Heraus kam ein offenes Gespräch, das weder kritische Töne noch Selbstkritik missen ließ.
Zunächst einmal das, was man fragen muss, wenn man an der HS Vechta studiert: Warum Vechta?
(lacht) Das frage ich mich schon die ganzen letzten sieben Semester. Nein, ehrlich: Vechta ist einfach eine tolle Stadt. Tolles Umfeld hier, dieses Familiäre, Kleine.
Also schon eine bewusste Entscheidung gewesen, nach Vechta zu kommen? Oder lieben gelernt?
Zur Person:
Eugen Reck, 23 Jahre alt
Umweltwissenschaften (7. Sem.)
StuPa-Präsident seit einem Jahr
Nein, nein, schon bewusst. Das Studium hier hat mir zugesagt, bereits im Vorfeld, als ich das Curriculum gelesen habe. Von daher war Vechta eine gute Lösung.
Bist du noch in anderen Gremien außer im Studentenparlament aktiv?
Ja, ich bin der ZKLS (Zentrale Kommission für Lehre und Studium), mittlerweile, ich glaube, im zweiten Jahr.
Kommen wir zu deiner Beschäftigung im Studentenparlament: Wie kam es dazu, dass du ins StuPa gekommen bist?
Ich wurde von so einer Art Fachrat Umweltwissenschaften angesprochen. Bei uns hat sich das so ergeben, dass wir relativ zeitnah, nachdem unser Studium begonnen hatte, erfahren haben, dass wir eine auslaufende Betreuung erhalten. Da kamen dann höhere Semester auf mich zu und meinten, wir bräuchten frische Leute in den Gremien, damit auch unsere Belange mit vertreten werden und ein ordentliches Studium gewährleistet wird.
Wie plötzlich kam die Präsidentschaft auf dich zu?
Ja, die kam in der Tat plötzlich. Ich war ja nur studentischer Vertreter und wurde dann von den alten Hasen, die noch drinnen waren, angesprochen.
Es wurde also eher an dich herangetragen?
Ich habe nicht danach geschrien: Ich möchte unbedingt! Aber es macht mir Spaß… Ich bin in diese Position hineingewachsen. So ein Amt ist auch nicht gerade einfach. Man muss die ganzen Formalia drauf haben, früher oder später. Ich habe mir aber von vornherein gesagt, wenn du Präsident bist, dann machst du eine eigene Politik, mit der sich die Leute identifizieren können. Auch wenn das manchmal etwas unbürokratischer zugeht.
Wie kann man sich das denn vorstellen: den Alltag eines StuPa-Präsidenten?
Jetzt zur Weihnachtszeit relativ stressig. Am letzten Freitag war dann auch die Examensfeier, der ich auch tatkräftig zur Seite stehen durfte. Als StuPa-Präsident hat man meist auf solchen Veranstaltungen ein studentisches Grußwort zu halten, deswegen sollte das Bedürfnis eine Rede zu halten auch da sein.
Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit den anderen Gremien an der Uni? Beispielsweise mit dem AstA. Wie kann man sich das vorstellen?
In dem letzten Jahr, in dem ich StuPa-Präsident gewesen bin, war die Zusammenarbeit sehr gut. Ich bin in die Strukturen eingeführt worden, die mir vorher so nie bekannt waren.
Zu dem StuPa im studentischen Alltag: Wann wende ich mich als Student eigentlich ans StuPa?
Quasi immer, wenn du denkst, du wirst in deinem Studium falsch behandelt Wir haben zum Beispiel gerade relativ zeitnah ein Problem, und zwar geht es um die Leute, die in den Master of Education gewechselt haben. Das Zeitproblem ist so gravierend ist, dass es mittlerweile Gespräche mit Frau Rieken und Herrn Jungwirth gegeben hat. Und es wurde festgestellt, dass zwei Semester für so ein kompaktes Studium, mit Fachpraktikum dazwischen und Masterarbeit gleich im Anschluss und im Vorfeld zig Referate und Klausuren einfach nicht zu schaffen sind.
Also man hat eine Prüfungsordnung erstellt, ohne darauf zu achten, ob die auch realisierbar ist?
Nein, nein. Die Hochschule selbst hat damit relativ wenig zu tun. Sie kriegt einen Rahmen vom Land, welches sagt: In zwei Semestern müsst ihr das alles durchpauken, was wir uns vorstellen. Frau Rieken sagte mir, sie hätte mit dem Staatssekretär gesprochen, der wiederum meinte: Alles klar, wir können auf drei Semester gehen, aber dann können wir auch gleichzeitig tausend Lehrer weniger einstellen, weil die Absolventen durch einen dreisemestrigen Master in eine höhere Besoldungsstufe kommen. Das ist ein ganz einfaches Rechenspiel. Und da bitten Frau Rieken und Herr Jungwirth auch um eine breite Front in der Studentenschaft… Solchen Problemen versuchen wir dann Herr zu werden, indem wir Komissionen zu solchen Problemstellungen bilden, die dann im Rahmen ihrer Möglichkeiten (Stichworte im Fall des Masterstudiengangs sind etwa Veränderungen am Modulaufbau sowie bei den Leistungsnachweisen) konstruktive Lösungen suchen und die Vorschläge sodann an die ZKLS weiterreichen.
Das StuPa hat also durchaus Einfluss?
Ja, das StuPa ist ein ausführendes Instrument. Von uns geht eine Initialzündung aus bzw. von den Studierenden.
Also, man kann schon sagen: Ihr vom StuPa seid die fleißigen Arbeiter im Hintergrund, die auch durchaus entscheidungsbefugt sind. Davor steht dann etwa der AStA, der in der Regel ja der Ansprechpartner für die Studenten ist. Kann man das so sagen?
Ich würde das gar nicht so abtrennen. Natürlich macht der AStA viel Öffentlichkeitsarbeit. Und viele gehen erst einmal zum AStA, wenn sie Probleme haben, da sie auch feste Sprechzeiten haben.
Die hast du nicht?
Da hat mich noch nie jemand drauf angesprochen. Ich bin quasi immer in der Sprechstunde. Sprecht mich an! Das ist kein Thema. Also das StuPa ist öffentlich!
Vielen ist auch gar nicht bekannt, dass man als Öffentlichkeit an den Sitzungen des StuPas teilnehmen kann?
Ja, das ist richtig. Jedes Mal wird das mit auf die Einladungen drauf geschrieben. Vielleicht spiegelt sich darin der politische Verdruss wider. Viele kommen halt nur, wenn sie aktuell ein Problem haben. Wenn natürlich alles gut läuft, dann machen sich die wenigsten die Mühe, beispielsweise an Sitzungen von uns teilzunehmen. Das ist natürlich falsch, da es immer was zu tun gibt. Ich würde mir schon wünschen, dass mehr Öffentlichkeit vertreten wäre.
Du hast die Politikverdrossenheit angesprochen. Immerhin gab es im letzten Jahr eine regere Wahlbeteiligung, ganze zehn Prozent mehr als zum Vorjahr, also über zwanzig Prozent. Aber das ist ja immer noch erschreckend gering. Wenig Rückhalt aus der Studentenschaft, die ja letztlich auch euch bestätigt in der Arbeit, die ihr macht. Was fehlt hier?
Ich würde sagen, es fehlen uns die Mittel. Es wird andererseits schon seit Jahren immer wieder beschlossen, dass wir eben mit geringen Mitteln werben wollen. Die Uni soll nicht plakatiert werden.
Also keine Atmosphäre der Konkurrenz?
Wir wollen ein StuPa schaffen, das wirklich zusammen arbeitet. Man könnte natürlich einiges machen. Ich habe in der Wahlkommission vorgeschlagen, ein Online-Voting einzuführen, das auch den Etat nicht allzu sehr belastet und darüber hinaus an anderen Unis praktiziert wird. Das Online-Voting erscheint mir eine ganz praktikable Lösung für eine höhere Beteiligung, wird wahrscheinlich aber erst in ein, zwei Jahren kommen. Ich hoffe natürlich, dass auch ohne diese Möglichkeit, die Wahlbeteiligung bei den kommenden Wahlen wieder ein wenig steigen wird.
Noch ein paar Worte von dir zum Boykott 2007, der ja nun unmittelbar bevorsteht.
Ich war auf der Vollversammlung, die ich insgesamt als gelungen empfunden habe. Ich selbst werde am Boykott 2007 teilnehmen.
Dein Tipp, wie viele machen mit?
Ich hoffe, wir schaffen die tausend. (grübelt)
Noch einmal zum Fastschluss dieses Gespräches: Warum sollten sich Studenten engagieren in studentischen Gremien? Was hat er/sie davon?
Erst einmal glaube ich, dass man alles, was man vorgesetzt bekommt, hinterfragen sollte. Wer hier nicht nachfragt, ist selber schuld. Allein deswegen sollte jeder zur Wahl gehen. Man muss sensibilisiert werden für die Probleme auf dem Campus. Letztlich bekommt aber auch jeder aktive Student im Studienbetrieb mit, was falsch läuft, seien es überfüllte Räume, Probleme mit den Dozenten. Diese Stimmen brauchen wir. Studentische Gremien und Organe leben vom Input.
Eugen, wir danken dir für das Gespräch.
Das Interview führten René Kohn und Stefanie Bruns

Region HipHop

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Für euch trafen wir uns mit Michi und Fab, Mitglieder der HipHop Combo Cleva`n Smart. Seit 2000 machen die beiden Diplom EW-Studenten der Hochschule Vechta zusammen mit zwei Freunden Musik und sehen dies nicht nur als Freizeitbeschäftigung an, sondern lassen es auch in ihre pädagogische Arbeit mit einfließen. Was sie über Erfolg, den Musikstandort Vechta und Tokio Hotel denken, erfahrt ihr auf den nächsten Seiten.
Wie habt ihr euch kennen gelernt und wie kam es dann zur Musik?
Fab: Kennen gelernt haben wir uns über die Schule, aber richtig befreundet waren wir nicht. Ich kam aus Amerika wieder und habe Englisch gerappt. Dann hab ich unseren derzeitigen Produzenten Tamer getroffen und der hat mir was mit Michael gezeigt. Dann kam noch einer dazu, der hieß Konrad, das ist Main. Der hatte Cleva´n Smart als Nebenprojekt gemacht. Das waren erst Tamer und Main alleine. Und 2000 haben wir vier uns dann zu Cleva´n Smart zusammengeschlossen: Michi, da ist Ba, ich, also Fabian als fabiolicious, Main und unser Produzent Tamer. Dazu haben wir immer einen wechselnden Dj. Und in dieser Konstellation machen wir seit 2000 Musik.
Wie kamt ihr auf den Namen?
Michi: Wenn du jetzt Main sehen würdest, dann wüsstest du wieso wir so heißen! (Gelächter) Main hatte früher eine schwarze Brille und sah aus wie Fred Clever. Und weil wir eben smart à la carte hießen, entstand daraus halt Cleva´n Smart.
Fab: 2001 haben wir dann das erste Album herausgebracht, Leere Worte EP. Jetzt sind wir lange dabei, das zweite Album rauszubringen.
Wo bekommt man die CDs von euch dann?
Fab: Über direkte Kontakte zu uns. Wir machen gerade eine Internetseite. Ansonsten nach Auftritten.
Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?
Michi: Was soll man dazu sagen. Halt auch Texte, die hin und wieder etwas kopflastig sind, also wo auch eine Message bei rüberkommt. Wir sind offen für alles. Ich würde nicht sagen, dass wir unsere Musik für irgendwas sperren. Also für irgendeinen Einfluss. Wir machen richtigen Rap, aber wir haben auch ein bisschen Reggae, zum Beispiel. Worauf wir halt Bock haben.
Ihr studiert in Vechta Erziehungswissenschaft. Fließt das in eure Arbeit mit ein?
Fab: Es verbindet sich wunderbar mit der Arbeit. Ich arbeite in einem Heim und mit dem HipHop kannst du mit den Kids halt auf einer ganz anderen Stufe kommunizieren, du kommst schneller an sie heran.
Dann machen wir einen HipHop-Workshop seit zwei Jahren im Gulfhaus. Immer mit 20 Kids in ständig wechselnder Gruppe. Da machen wir Musik und das ist pädagogisches Arbeiten durch die Musik. Das fließt mit rein.
Michi: Das gute bei Rap ist halt, du brauchst nicht viel, wenn du nen Beat hast. Es kann sich jeder irgendwo hinsetzen und was schreiben. Mal abgesehen davon, ob man es gut kann oder nicht. Durch die Musik können sich Jugendliche, die nicht soviel Erfolgserlebnisse sonst haben, darstellen. Sie können ihre eigenen Texte entwerfen und dadurch Selbstwertgefühl aufbauen. Sie haben einen guten Text und können sich auf die Bühne stellen und den präsentieren. Und wenn das dann gut ankommt, das bewirkt etwas, denke ich. Die Jugendlichen fangen an, sich mit etwas auseinander zu setzen. Sie stellen fest, dass, wenn sie für etwas arbeiten und sich verbessern, auch etwas schaffen können. Und das ist ne coole Sache.
Veranstaltet ihr neben dem Gulfhaus auch noch woanders Konzerte?
Fab: Ja, in Soest werden wir was am 4.05. machen. Dann das Soundblast am 3.03.2007. Das ist das dritte Mal, dass wir das Soundblast machen. Wir haben gemerkt, dass in Vechta nicht ganz soviel mit HipHop läuft, deswegen machen wir selber was. So sind wir in das Gulfhaus mit reingerutscht.
Michi: In letzter Zeit haben wir vermehrt versucht, live etwas zu machen. Und irgendwann sind wir reich. (Gelächter).
Also ist die Musik nicht nur Hobby für euch?
Fab: Na gut, ich mein, wir haben mit sehr hohen Zielen angefangen. Wir hatten zwischenzeitlich auch mal ein Vertragsangebot von einem größeren Label. Im Endeffekt haben wir das alle als Hobby angefangen, doch dann sind wir viel rumgekommen in Deutschland, zwar kleinere Auftritte, aber gut. Das haben wir so zwei Jahre gemacht. Dann haben wir festgestellt, dass wir erstmal das Studium machen müssen. Es macht uns halt viel Spaß auf der Bühne zu stehen und Musik zu machen. Wenn dabei ein bisschen was rausspringt, super.
Michi: Es ist mehr eine Lebenseinstellung. Es ist die Art, wie ich mich kleide, was ich sage und wie. Was ich denke und wie ich die Dinge sehe, mit was für Leuten ich verkehre. Es ist also auf der einen Seite Hobby, auf der anderen aber auch, wie ich lebe.
Also, wie seht ihr euch dann in zehn Jahren? Im Jugendamt oder auf der großen Bühne?
Fab: (lacht) In Wunschträumen auf den Bühnen natürlich.
Michi: Auf Tour mit Jay Z. Oh schwierig.
Fab: Das ist schwer zu sagen, schwer abzuschätzen. Es kann ja sein, dass bei dem nächsten Auftritt ein Produzent oder ein Manager durch Zufall vor der Bühne steht und Bock auf uns hat und wir machen da noch mehr. Ich weiß nicht, so was ist schwer abzuschätzen. Ich denke, beruflich ist es eigentlich eher definitiv dieses Studium, wo ich meine Zukunft sehe. Aber die Musik werde ich auf jeden Fall beibehalten, weil sie einfach ein wichtiger Teil meines Lebens ist. Und selbst wenn ich nicht jedes Wochenende aktiv bin, merke ich einfach, wenn ich irgendwie nichts schreibe oder nichts mache, dass mir irgendwie was fehlt, das man das auf jeden Fall braucht.
Michi: Part of my life.
Fab: Ich seh mich in zehn Jahren eigentlich eher als glücklicher Mensch. So oder so. In der Pädagogik haben wir beiden so wie so einen Bereich gefunden, der uns liegt.
Michi: Wir wollen aufräumen in der Pädagogik
Sekt oder Selters
Feurig oder frigide?
Michi: Feurig. (lacht) Ich hab so viel Feuer in mir. Das trag ich auch raus, manchmal nervt das schon die Leute.
Nackt oder Nerz?
Fab: Nackt. Ich mag keine Tiere. (lacht) Ganz nackt, Hosen runter lassen in allen Bereichen.
Michi: Auf jeden!
Knusprig oder klebrig?
Fab: Knusprig.
Michi: Ja, auf jeden knusprig.
Es muss ein bisschen knistern, klebrig ist voll schleimig, das ist nicht gut. Kunsprig wie ein Ferrero Rocher, die sind für mich knusprig.

Fab: Aber da ist Nutella drin, und das ist klebrig.

Proll oder Poet?
Fab: Prolet. (lacht)
Waschbär oder Waschbrett?
Michi: (guckt an sich runter) Waschbär. (lacht)
Fab: Da muss man ehrlich sein. (lacht)
Tripper oder Tokio Hotel?
Fab: Au… Gleichbedeutend eigentlich. Ich seh den Unterschied jetzt nicht, kannst du die Frage noch mal erläutern?
Michi: Aber Tokio Hotel sind famous und haben Groupies, also von daher…
Fab: Tripper ist auch ziemlich weit rumgekommen… (alle lachen) Echt, der hat auch einiges gesehn in seinem Leben, der Tripper.
Bangkok oder Buxtehude?
Michi: Was soll ich in Buxtehude? Bangkok ist cool. Das ist mal ganz anderes Leben, eine ganz andere Welt.
Fab: Mofa fahren in Bangkok.
Klotzen oder kleckern?
Fab: Klotzen.
Macho oder Memme?
Fab: Kommt drauf an, wo.
Michi: Memmender Macho.
Fab: Manchmal hat man seine Schmerzen irgendwo, dann darf man auch mal memmen.
Michi: Mutti.
Glück oder gekonnt?
Michi: Ich glaub, um Glück zu haben, muss man Können voraussetzen. Wer hart arbeitet, hat auch irgendwann Glück. Fab und Michi, wir danken euch für dieses Interview!
Das Interview führten Julia Stock, Melanie Ehlert und Britta Simon

uniVista im Gespräch mit der Präsidentin der Hochschule Vechta

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Bildnachweis: Lea Weber
“Ich befürworte die Studiengebühren,
wenn sie der Hochschule zu Gute kommen.”
Bild: Lea Weber
Die Präsidentin der Hochschule Vechta macht keinen Hehl daraus, dass sie für Studiengebühren ist.
Ein Grund für uns, nachzufragen.
Sie sind für Studiengebühren?
Das ist richtig. Ich habe da mit meiner Meinung nie hinter dem Berg gehalten Ich befürworte die Studiengebühren, wenn sie der Hochschule zu Gute kommen und denke auch, dass sie zur zukünftigen Finanzierung und Gestaltung der Hochschulen in Deutschland notwendig sind.
Die Einnahmen der Studiengebühren durch die Hochschulen könnten doch dazu führen, dass sich das Land aus der Finanzierung der Hochschulen zurückzieht oder diese Gelder gar dazu verwendet werden, Haushaltslöcher zu stopfen. Sehen Sie darin eine Gefahr?
Die Studiengebühren werden vollständig zur Verbesserung der Lehre und Forschung in der Hochschule verwendet Lediglich 0,1% der eingenommenen Gelder kommen in den Ausfallfond. Mit diesen Geldern kann die Bank die notwendige Sicherheit garantieren Da sie Kredite vergibt, ohne diese zu verlangen.
Der Zukunftsvertrag, welcher zwischen den Ländern und der LHK (Landeshochschulkonferenz, Anmerkung der Redaktion) geschlossen wurde und bis 2010 gilt, sichert, dass die Länder sich nicht aus der Finanzierung verabschieden oder auf die Mittel zugreifen. Die Gefahr sehe ich jedoch durchaus. Deshalb wurde von der LHK aus eine Arbeitsgruppe gebildet, deren Sprecherin ich bin, welche sich mit dieser Problematik auseinandersetzt und entsprechende Forderungen ausarbeitet.
Sollten die Gelder zweckentfremdet werden, bin ich auch gegen die Studiengebühren und würde protestieren.
Sie halten die Studiengebühren für sozialverträglich?
Da es die Studienkredite gibt, welche an alle, unabhängig von ihren Eltern oder anderen Sicherheiten, vergeben werden, halte ich sie in der Tat für sozialverträglich Ohne diese Kredite wäre das nicht der Fall. Es ist jedoch zu beobachten, dass die jetzt immatrikulierten Erstsemester diesen Kredit nur in geringer Zahl in Anspruch genommen haben Ich möchte jeden dazu ermutigen, hiervon Gebrauch zu machen, wenn Bedarf besteht
Inwiefern halten Sie Ihre Aussage für gerechtfertigt, wenn man die Feststellung von Prof. Dr. Hans-Dieter Rinkens, Präsident des Deutschen Studentenwerks (DSW) dagegenstellt Zitat: „Wir wissen dank unserer Sozialerhebungen, wie es den Studierenden sozial und finanziell geht. Ein Viertel muss mit weniger als 600 Euro im Monat auskommen. Das sind sogar 40 Euro weniger, als die Familiengerichte derzeit als Orientierungswert für den studentischen Bedarf ansetzen.”
83 Euro monatlich für die Studiengebühren zurückzulegen, ist sicher eine Belastung für den Einzelnen. Das möchte ich ja gar nicht kleinreden. Nichtsdestotrotz haben Hochschulabsolventen immer noch bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt als andere und entsprechende Verdienstaussichten Für so eine Ausbildung sollte dann auch bezahlt werden
Ab welchem Betrag halten Sie die Gebühren für nicht mehr sozialverträglich?
(Hintergrund: 500€ seien „akzeptabel und zumutbar”, so Assenmacher an anderer Stelle.)
(überlegt) Das ist schwer zu sagen. Die Sozialverträglichkeit hängt ja von Faktoren wie der Wirtschaftsentwicklung ab und das kann man heute noch nicht kalkulieren. Zukünftig werden die Studiengebühren sich sicher noch erhöhen. Wünschenswert wäre auch eine Staffelung, da ja auch die Verdienstaussichten in den einzelnen Studienrichtungen sehr unterschiedlich sind.
Werden Abiturienten aus so genannten bildungsferneren Schichten nicht an einem Studium gehindert durch die Studiengebühren ?
Der Anteil von Studierenden aus einkommensschwächeren Schichten betrug ohne Studiengebühren lediglich 12%. Die soziale Vermischung wird sich durch die Einführung der Studiengebühren nicht verändern
Bildnachweis: Lea Weber
“Sollten die Gelder zweckentfremdet
werden, bin ich auch gegen die
Studiengebühren und würde protestieren.”
Bild: Lea Weber
Also Status Quo?
Das Problem liegt woanders: Soziale Gerechtigkeit setzt für mich früher an. Es wäre viel wichtiger, Kindergärten beitragsfrei zu machen und mehr in die frühkindliche Bildung und Grundschulen zu investieren. Denn dort liegt die Ursache für die soziale Ungleichheit. Und überhaupt zeigt ein Blick ins Ausland – nehmen Sie zum Beispiel Österreich -, dass die soziale Schere nicht weiter auseinander geht durch Studiengebühren.
Stichwort Stipendien?
Ja, es befindet sich ein Stipendiensystem für die Hochschule im Aufbau. Die Vize- Präsidentin Frau Rieken ist daran umfassend beteiligt. Wir haben dafür auch extra eine neue Stelle geschaffen, welche sich darum kümmert. Auch Frau Kocar, unsere Gleichstellungsbeauftragte, ist an der Erarbeitung eines Fundraisingkonzepts für die Hochschule beteiligt.
Ich denke, dass es hier auch eines gesellschaftlichen Wandels bedarf, damit sich ein Wettbewerb entwickelt und es für Unternehmen und andere Institutionen attraktiv wird, Studenten zu unterstützen und sich finanziell an ihrer Ausbildung zu beteiligen. Das wird sicher nicht von heute auf morgen gehen. Doch wir sind da, denke ich, auf einem guten Weg.
In welcher Form haben die Studenten Einfluss auf die Verwendung der Studiengebühren?
Die Studierenden sind beteiligt an der Diskussion, wie die Studiengebühren eingesetzt werden und letztlich auch an den Entscheidungen. In der AG Studiengebühren sind zwei Studierende vertreten und in den beschließenden Kommissionen gibt es auch studentische Vertreter.
Besteht nicht die Gefahr, dass ein Institut oder eine Fachrichtung besonders gefördert wird, damit die Uni ein Aushängeschild hat?
Das ist nicht der Fall und das wird auch nicht so eintreten. Wir wollen das Studium für alle Studierenden verbessern und Ausgewogenheit ist da ganz wichtig. Des Weiteren halte ich Transparenz für ganz wichtig.
Bildnachweis: Lea Weber
“Wie müssen bauen.”
Bild: Lea Weber
Was assoziieren Sie mit Seminararbeit?
Ich denke, dass die Seminararbeit im BA-Studiengang nicht den gleichen Umfang haben sollte wie zu meiner Zeit. Ich hatte ein ganzes Semester Zeit, mich mit einem Thema zu beschäftigen. Die Seminararbeit im BA-Studiengang kann aufgrund der Dichte der Prüfungsleistungen nicht so umfassend ausfallen. Das ist meine persönliche Meinung.
Wir wollten eigentlich auf etwas anderes hinaus (aber vielen Dank für Ihre Einschätzung), sprich: die Arbeit in einem Seminar.
Ein Seminar sollte eine kleine Gruppe sein, in der intensiv gearbeitet werde kann. Klar ist, dass ein Seminar keine Massenveranstaltung sein sollte.
Wie kann das gewährleistet werden bei so vielen Erstsemestern?
In der Vergangenheit ist uns das leider nicht immer gelungen. Besonders in den Bereichen Pädagogik und pädagogische Psychologie gab es in diesem Zusammenhang große Defizite. Das geht nicht an mir vorbei und wir arbeiten an der Verbesserung dieser Zustände.
Die Studiengebühren waren also hilfreich?
Da waren die Studiengebühren schon eine große Hilfe. Denn damit konnten wir die Vielzahl von Tutoren für die Einführungswoche bezahlen. Außerdem haben wir für den Studiengang Bachelor Soziale Arbeit so 32 SWS zusätzliches Lehrangebot finanzieren können.
Wie sehen Sie die Zukunft der Hochschule Vechta?
Der Standort Vechta hat sich in den vergangenen Jahren stabilisiert und die Existenz der Hochschule ist gesichert. In diesem Zusammenhang sind die steigenden Studierendenzahlen ein starkes politisches Argument. In Göttingen und Braunschweig sinken die Studierendenzahlen. Wohingegen Vechta seinen Zuwachs nahezu verdoppeln konnte.
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Bild: Lea Weber
Und dieser Zuwachs ist nun beendet oder wie viele Studenten mehr verträgt die Uni derzeit?
Ich finde die Zahl 3500 schön, das habe ich immer gesagt. Aber eins steht fest: Wir müssen bauen! Die Qualität von Lehre und Forschung soll noch steigen. Als ich vor zwei Jahren mein Amt übernommen habe, war der Zustand der Lehre ja nicht der beste. Es gab viele vakante Professuren und Verwaltungen von Professuren, da die Existenz der HS Vechta damals ja noch in regelmäßigen Abständen in Frage stand.
Im WS 07/08 wird der Studiengang Bachelor soziale Arbeit einen NC haben?
Ja, das auf jeden Fall
Frau Assenmacher, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Das Interview führten Stefanie Bruns, Sebastian Dargel und René Kohn.

Region Rock

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In dieser Rubrik möchte uniVista lokalen Nachwuchsbands eine Plattform bieten, um auf sich und ihre Musik aufmerksam zu machen. Auftakt hierbei macht die Cloppenburger Band livin milk. Vier Musiker im Alter zwischen 24 und 29, die bereits auch überregional auf eine große Fangemeinde blicken können. livin milk beschreibt sich selbst als eine Metal-Rock Band mit einem Tropfen Melancholie. Alles andere als melancholisch waren die Jungs allerdings bei unserem Interview auf der Great Desaster Party in der Roten Schule Cloppenburg.
Ein Ohrenschmaus für Leute die auch gerne Incubus, Creed oder Disturbed hören…
Wie kamt ihr zur Musik und besonders zu diesem Stil?
Toddy: Das hat sich einfach entwickelt.
Ben: Also, ich kann mal bei mir anfangen. Ich bin angefangen mit 6 Jahren Gitarre zu spielen, hab mit 12 die erste Band gehabt und dann viele verschiedene Bands durchgemacht und dann irgendwann mit unserem Ex Schlagzeuger, der nicht mehr dabei ist, haben wir diese Band gegründet. Wir hatten damals noch eine Sängerin und einen Keyboarder und haben dann irgendwann mit 3 Mann erstmal nur weitergemacht. Dann kam der Konz dazu. Ja, und der Stil hat sich so entwickelt. Wir wollten eigentlich ursprünglich ruhiger werden, weil wir früher auch schon mal heftigere Musik gemacht haben, wir wollten eigentlich ein bisschen mehr Rock machen.
Toddy: Kuschelrock.
Ben: Ja, Kuschelrock.
Jan: Und dann kam der Jan.
Ben: Nenenene, der kam viel später. Toddy wollte einfach nur wieder Musik machen, weil er… ihm war so langweilig, jahrelang. Und wie gesagt, Toddy ist zum Beispiel eigentlich Gitarrist. Und er hat mich angerufen: „Sag mal, ich will bei euch spielen.” „Gitarristen haben wir schon.” „Ja, dann spiel ich halt Bass.” Und jetzt spielt er halt Bass. Und sehr gut, muss ich dazu sagen. Der Stil hat sich entwickelt. Wir haben angefangen, ruhigere Musik zu machen. Dadurch hat sich das entwickelt, dass wir diese Dynamik haben: halt mit ruhigen Sachen, die auch aus den ursprünglichen Anfängen herkommen und jetzt halt mit den Mehr-Gas-Sachen, wo wir einfach Bock drauf haben und diese Dynamik, das macht eigentlich livin milk aus.
Konz: Ja, das bildet sich wahrscheinlich auch aus den ganzen verschiedenen Richtungen, die wir hören. Also, Toddy hört ja mehr so Deathmetal- und Grindcore… irgendwie Gebrüll.
Toddy: Komm, hör auf…
Konz: (lacht) Ja, das hör ich ja auch. Das entwickelt sich wahrscheinlich auch aus diesen verschiedenen Stilrichtungen, die wir auch hören.
Wo kommt ihr eigentlich her? Wo würdet ihr sagen, kommt eure Band her?
Ben: Cloppenburg, also ich komm aus Cloppenburg. Obwohl ich ja in Ostfriesland geboren bin, muss ich dazu sagen.
Toddy: Ja, ich auch.
Ben: Ne, du nicht, wo bist du geboren? Toddy: Dodenhof. (Gelächter)
Ben: Hodendoof oder was? Toddy: Rothenburg Wümme.
Ben: Und Konz kommt aus Friesoythe wohl und Jan auch so da.
Jan: Petersdorf.
Ben: Petersdorf. Man fährt mit dem Auto, dann kommt so ein Schild „Petersdorf` und 200m kommt ein Schild „Petersdorf Ende”.
Wie kamt ihr auf euren Namen? Sind das so Kühlschrankerlebnisse?
Ben: Also ich bin ja… ich darf ja nicht sagen, dass ich dagegen bin, gegen den Namen, oder? Beim Interview darf man das nicht. Wir hatten damals auch Smellin’ Feet zur Auswahl, aber das war alles zu punkig und livin milk…ja… ich würde heute den Namen mal gerne wechseln können.
Toddy: Das schreibt ihr aber nicht!
Ben: Doch, können sie ruhig. Das Ding ist einfach nur, der Name hat sich so etabliert und ist in den Köpfen der Leute hier in der Gegend. Da wir regional auch relativ bekannt sind, wäre es Quatsch, das zu machen. Den Namen haben wir jetzt 6 Jahre und deswegen ist es schwierig, aber ich sag mal so, die Red Hot Chili Peppers haben auch einen komischen Namen in dem Sinne, machen aber dementsprechend ganz andere Musik. Bei livin milk ist das das gleiche. Ich glaube, keiner assoziiert da in irgendeiner Weise lebende Milch raus, sondern livin milk ist einfach der Name und die Leute wissen…
Das ist keine lebende Milch.
Ben: Richtig. Und es ist ja auch wirklich so, dass man sich an den Namen gewöhnt hat und gar nicht mehr darüber nachdenkt, was es eigentlich heißt. livin milk ist die Musik, ist das Gefühl, das wir haben, wenn wir Musik machen, auf der Bühne stehen und einen abrocken. Auch bis zum Erbrechen. Wir geben einfach alles und das ist livin milk.
Wie seht ihr selbst eure Musik oder wie definiert ihr eure Musik?
Ben: Laut! Wie definieren wir unsere Musik? Also, wir wollen keine Botschaft rausbringen. Es gibt so viele Bands, die man auf MTV sieht, die wollen immer Botschaften in die Welt rausschreien, um die Welt zu verbessern oder sonst was. Wir wollen einfach nur Musik machen und Spaß dabei haben und nicht irgendwie jetzt dadurch was bewegen oder so was. Das einzige, was wir bewegen wollen, sind die Köpfe von den Leuten, wenn sie bei uns vor der Bühne stehen.
Habt ihr irgendwelche musikalischen Vorbilder?
Ben: Mich. (alles lacht)
Toddy: Wolfgang Petry. Ja, echt jetzt, ohne Scheiß.
Konz: Musikalische Einflüsse, weiß ich nicht. Korn, Nevermore, seit neuestem Biomechanical…
Toddy: Ja, Biomechanical!
Konz: Sehr geile Band, auf jeden Fall! Godsmack.
Jan: Godsmack würd ich auch sagen, Godsmack ist schon mal gut. Dann, was haben wir denn noch? Ja, Killswitch Engage, saugeile Band, Metallica auf jeden Fall.
Ben: Man hat verschiedene Bands, die man hört. Ich hör auch mal Eric Clapton, ich hör auch mal Seal. Eine der geilsten Balladen ist Frankie Goes To Hollywood mit Power Of Love, obwohl das da gar nicht in die Musik reinpasst. Man muss sich von vielen Sachen irgendwas ziehen, denk ich mal. Natürlich ist die Hauptmusik, die man hört, schon
Metal und da sind die Bands alle genannt, die die Jungs auch schon gesagt haben. Mich hat in meinem Gesang Creed damals sehr im Stil bewegt. Incubus auf jeden Fall. Ich wollte früher, als wir angefangen haben, immer nur hoch singen und ich konnte es eigentlich gar nicht, klang immer schrecklich, wie so im Stimmbruch. (singt hoch und laut ins Mikro). Aber irgendwann habe ich die erste Creed-Scheibe bekommen und hab mich dann umgewöhnt und dadurch ist das entstanden. Also Creed hat mich sehr gut geprägt, aber ansonsten, so wirklich Vorbilder? Braucht man Vorbilder? Man braucht keine Vorbilder, oder? livin milk klinkt wie livin milk. Punkt.
Ihr habt bereits einmal den „Rote Schule Bandcontesi` gewonnen…
Ben: Ja. (Pause) Das war die Frage!? (Gelächter) Lasst sie doch mal die Frage zu Ende fragen.
Wie schätzt ihr eure Chancen heute Abend ein?
Ben: Wir würden hier nicht spielen, wenn wir sagen würden „Wir haben keine Chancen”, ganz klar. Ich würde schon sagen, wir machen diesen Band Contest nicht nur unbedingt um zu gewinnen, sondern auch um Kontakte zu knüpfen mit Bands, Kontakte zu knüpfen mit den anderen Jugendzentren, um da mal zu spielen. EMP ist ja auch ein Name, der was sagt und das ist auch in der Biografie ganz gut, wenn da steht: „Bandcontest EMP mitgemacht”. Vielleicht auch einen guten Platz irgendwie, macht sich in der Band-Bio immer sehr gut. Aber, wenn wir jetzt nicht gewinnen, dann ist es auch kein Beinbruch für mich. Das Problem ist bei uns immer, wir haben nicht so viele Bekannte mehr hier…
Konz: Die sind alle weggezogen.
Ben: …und die sind alle weggezogen. Wir haben wohl einen Fankreis, aber nicht halt diese Bekannten. Wenn alle Kumpels aus der Gegend halt herkommen und dann da für einen stimmen oder so was. Aber wir versuchen einfach durch unsere Musikalität bei der Jury zu glänzen. Wie wir heute Abend gespielt haben, muss ich sagen, das war einer der besten in der letzten Zeit. Weil, hat wirklich auch auf der Bühne Spaß gemacht, hat gerockt. So, und wenn wir dadurch jetzt, weil keiner für uns stimmt, nicht gewinnen, dann haben wir Pech gehabt, aber für uns waren wir heut richtig geil.
Ist ein neues Album geplant?
Ben: Ja, wir wollen im Dezember wahrscheinlich ins Studio gehen, um wieder mal vier Songs aufzunehmen. Aber nicht so eine große Produktion wie letztes Mal, weil wir nicht so viel Geld haben (lacht). Die alten Songs von der aliengirl-Scheibe sind immer noch geil, aber die neuen Songs sind schon ein bisschen anders geworden, auch weil ein anderer Schlagzeuger dabei ist. Man hat heute wieder gehört, nach dem Auftritt: „Spielt doch noch mal Under my skin “. Der Hit von der Scheibe „aliengirl”. Aber wir wollten das bewusst heute nicht machen, weil ich finde das ein bisschen unfair gegenüber den anderen Leuten, da jetzt die Songs zu spielen, die alle schon kennen. Wir wollten aber mit den neuen Songs auftreten und damit was machen. Aber, wir wollen auf jeden Fall ins Studio. Wir MÜSSEN!
Konz: Dieses Jahr!
Ben: Dieses Jahr noch, we try!
Wann und wo seid ihr das nächste Mal live zu sehen?
Ben: Nächste Woche in Nordenham, weil wir heute den ersten Platz gemacht haben! (Gelächter) Sonst sind dieses Jahr keine Gigs mehr geplant.
Konz: Siehe Aushang in der UNI!
Ben: (lacht): Ja, ne, das Ding ist auch, wenn wir im Dezember
ins Studio gehen, werden wir keine Zeit mehr haben um uns die Programme wieder anzueignen oder durchzuspielen, weil wir die vier Songs, die wir aufnehmen wollen, die werden wir so ca. 1 – 2 Monate komplett auseinander nehmen. Also, die werden analysiert, jedes einzelne Instrument wird noch einmal durchgespielt und genau angepasst. Wenn man mit allen Mann spielt, ist es manchmal schlecht rauszuhören, was jeder einzelne genau spielt. Das werden wir jetzt 1 1/2 Monate machen und da wird auch wahrscheinlich keine Zeit sein, um großartig Gigs zu machen. Letztes Jahr haben wir das auch so gemacht. Da kamen auch Gigs bzw. Anfragen danach und da haben wir gesagt: „Ne, wir gehen ins Studio, da haben wir keine Zeit für”
Sekt oder Selters
Chucks oder Chanel?
Ben: Cuck Norris ist cool Hat bis zur Unendlichkeit gezählt, zweimal.
Konz: Und Chuck Norris kriegt bei Praktiker 20% – auch auf Tiernahrung.
Ben: Ich hab auch Chanel.
Jan: Auf jeden Fall eher Chucks als Chanel
Ben: Chucks sind geruchtstechnisch ja auch ein Problem. Ich sprüh meine Chucks auch immer mit Chanel ein.
Durchtrieben oder durchdacht? Ben: Durchdacht
Konz: Durchdacht.
Toddy: Durchtrieben. (Gelächter)
Ben: Durchdacht, ich bin ein Perfektionist Ich bin der einzige, der die Leute immer nervt, wir müssen jetzt was machen.
Jan: Durchtrieben auf jeden Fall.
FlipFlops oder Filzpantoffeln?
(uneinig): Filzpantoffeln und FlipFlops.
Ben: Ich war letztens auf Malle, also FlipFlops. Ich würd sagen, ich ruf meine Mama kurz an oder frage das Publikum.
Fusel oder Fanta?
Ben: Du kannst doch nicht nen Rocker fragen: Fusel oder Fanta? Also, ich bitte dich! Fusel mit Fanta. Fanta abgelehnt.
Laut oder leise?
Alle: LAUT! (Gebrüll)
Mann oder Maus?
Ben: Frau!
Jan: Mann mit Maus.
Ben: Ja, ich mit meiner Freundin. Maus auf jeden Fall, so am Computer spielen. Mit Männern. Also, wir spielen nicht mit Männern, also, nicht wie das jetzt klingen soll Ich bin raus.
Matte oder Mecki?
Konz: Meckimatte.
Ben: Hat ihr das aus eurem Psychologiestudium?
uniVista:Nein, aus unserem Hirn?
Konz: Matte!
Rucksack oder Reisebüro?
Ben: Reisebüro. Hallo! All inklusive. Ich nehm nen Koffer mit und meine Chaneldose.
Konz: Rucksack!
Ben: Ja, du bist ja auch nen Student
Voll oder Verkehrstüchtig?
Ben: Total Betrunken. Also, es gibt Mitglieder der Band, die 9 Monate lang zu den Proben gebracht werden mussten. Namen werden nicht genannt. Also, verkehrstüchtig wohl eher, ich bin geschäftlich viel unterwegs.
Walzer oder Wegrennen?
Ben: Wegrennen? Meine Freundin will unbedingt, dass ich mal nen Tanzkurs mache.
Konz: Also ich hab den Silber…
Ben: Im Schwimmen?
Konz: Nein, ich hab nen Silberkurs im Tanzen gemacht
Ben: Momentan eher wegrennen!
von Melanie Ehlert, Britta Simon und Julia Stock

Bilderalbum
uniVista No. 02: livin milk

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