Butterbrot-Dose oder Butter-Brotdose?
Zu diesem Artikel inspirierte mich eine ältere Dame, die in derselben Einrichtung arbeitete, in der ich mein Praktikum absolvierte. Ich weiß nicht, wie viele Menschen andere Menschen in ihrer Umgebung wahrnehmen. Ich tu’s. Wenn ich zum Beispiel in einem Café oder in der Mensa sitze, fallen mir oft Menschen ins Auge, die irgendwo alleine in einer Ecke sitzen. Und ich frage mich dann, warum diese Menschen dort alleine sitzen. Manchmal verspüre ich den Drang, zu ihnen zu gehen und ihnen meine Gesellschaft anzubieten.
Dieses Mal jedoch fiel mein Blick nicht auf die Tatsache, dass diese alte Dame allein zu Mittag aß, denn das tat sie nicht. In der Mittagspause kam sie immer zu unserem Team in den Pausenraum und aß mit uns. Viel mehr fiel mein Blick auf ihr Mittagessen. Es waren keine richtigen Sandwiches, Toastbrot mit herzhaftem Belag. Es schien mehr eine Art Kräcker zu sein, den Belag konnte ich nicht genau identifizieren, denn ich wollte sie nicht schonungslos anstarren. Meine Beobachtungen passieren immer unauffällig, manchmal fallen sie nicht mal mir direkt auf. Und diese Kräcker-Sandwiches, die sie da aß, nahm sie aus einer alten Margarinenschachtel. Ja, ihre Lunchbox war eine leere Margarinenschachtel.
Dieses Mal jedoch fiel mein Blick nicht auf die Tatsache, dass diese alte Dame allein zu Mittag aß, denn das tat sie nicht. In der Mittagspause kam sie immer zu unserem Team in den Pausenraum und aß mit uns. Viel mehr fiel mein Blick auf ihr Mittagessen. Es waren keine richtigen Sandwiches, Toastbrot mit herzhaftem Belag. Es schien mehr eine Art Kräcker zu sein, den Belag konnte ich nicht genau identifizieren, denn ich wollte sie nicht schonungslos anstarren. Meine Beobachtungen passieren immer unauffällig, manchmal fallen sie nicht mal mir direkt auf. Und diese Kräcker-Sandwiches, die sie da aß, nahm sie aus einer alten Margarinenschachtel. Ja, ihre Lunchbox war eine leere Margarinenschachtel.

Bild: © Gitti Moser (pixelio.de)
Die Frage, die sich diesmal in mir ausbreitete, lautete “Warum verpackt sie ihr Mittagessen in einer leeren Butterdose?” Auf diese Frage folgten sehr schnell weitere Fragen. Fragen wie “Hat sie nicht genug Geld für eine richtige Dose? Möchte sie vielleicht einfach nur kein Geld für eine ausgeben, wenn sie genau so gut die leere Butterdose nehmen kann? Arbeitet sie trotz ihres Alters, weil ihre Rente nicht reicht?” Je mehr ich darüber nachdachte, desto tiefer gingen meine Fragen. Mir fiel auf, dass die Dame außerdem ziemlich mager war und dass sie fast nie etwas sagte, sondern schweigend ihr Mittagessen aß und unseren Erzählungen lauschte. Manchmal stimmte sie in unser Lachen ein. “Ist sie vielleicht einsam?” Egal wie viele Fragen ich mir auch stellte, keine führte mich letzten Endes zu einer plausiblen Erklärung. Dafür hätte ich sie wohl fragen müssen. Doch ich wollte weder ihre Privatsphäre noch sie selbst verletzen.
Eine Frage stellt sich mir trotzdem noch. “Bin ich die Einzige, die sich solche Gedanken über andere Menschen macht?” Sicher, nicht jeder hat Zeit, sich Gedanken über die Probleme andere Menschen zu machen, aber ich denke doch, die Mehrheit hat einfach keine Lust. Es ist ja auch viel bequemer, sich mit seinen eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Sicher, die haben Priorität, aber sollte man sich danach zurücklehnen und sich selber damit beruhigen, für den Moment genug Probleme gelöst zu haben? Ist es denn so viel Arbeit, sich einmal Zeit für andere zu nehmen?
Eine Frage stellt sich mir trotzdem noch. “Bin ich die Einzige, die sich solche Gedanken über andere Menschen macht?” Sicher, nicht jeder hat Zeit, sich Gedanken über die Probleme andere Menschen zu machen, aber ich denke doch, die Mehrheit hat einfach keine Lust. Es ist ja auch viel bequemer, sich mit seinen eigenen Problemen auseinanderzusetzen. Sicher, die haben Priorität, aber sollte man sich danach zurücklehnen und sich selber damit beruhigen, für den Moment genug Probleme gelöst zu haben? Ist es denn so viel Arbeit, sich einmal Zeit für andere zu nehmen?
von Nina Gerlach
